Erfüllung durch Jesus?
Hallo liebe Christen,
Ich habe ein Problem. Ich fühle mich nicht erfüllt durch Jesus und weiß nicht wie ich damit umgehe. An einigen seltenen Tagen geht es mir blendend was den Glauben angeht, doch meistens fühle ich mich enorm unter Druck gesetzt. Ich würde wahnsinnig gern die Bibel lesen, nur fühle ich mich dann als wäre das alles zu viel für mich. Darauf hin versuche ich zu Gott zu beten, sodass er mich mit Euphorie erfüllt und mir Kraft schenkt, doch es scheint als würde mich irgendetwas selbst im Gebet unterdrücken. Dann kommen wieder die Zweifel und ich fühle mich allein in meinem Körper. Ich freue mich kaum über meinen Glauben, denn es scheint als würde er mich in tiefe Angst versetzen und Ketten um mich legen. Oft sehe ich, dass durch Jesus diese Ketten gelöst werden, doch alles was ich vom Glauben habe sind die Erkenntnis meiner Sünden, was für ein schlechter Mensch ich bin und daraus resultierende Angst und Panik. Ich kann nicht verstehen wie Jesus mich befreien soll, denn bevor ich gläubig war fühlte ich mich lebendiger. Ich hatte keine Angst vor der Welt und war so ahnungslos, was mich glücklich machte.
Ich weiß nicht was ich tun soll. Es wäre ganz sehr lieb wenn nur Christen oder Leute die sich auskennen in diesem Gebiet auf meine Frage antworten.
Wie werde ich durch Jesus komplett erfüllt hier auf Erden? Was hält mich ab mich zu freuen?
6 Antworten
Sag das Gott.
Gott setzt dich nicht unter Druck, er erwartet keine Leistung und keine Taten von dir. Das würde ihm nicht einfallen.
Das Einzige, was er möchte, ist dein Herz. Dein Vertrauen und deine Ehrlichkeit.
Er weiß, wie schwer es hier auf dieser Erde und an manchen, wenn nicht sogar vielen Tagen ist. Und er möchte dich nicht unter Druck setzen, er möchte dir Ruhe und Frieden schenken.
Die Bibel ist sein Wort und eines der Dinge, wie er zu uns spricht, um uns seine unfassbare Liebe näher zu bringen. Aber er versteht es auch genauso, wenn einmal deine Motivation und Kraft dafür ausbleibt.
Er bleibt bei dir, liebt dich und gibt dir die Zeit, die du brauchst.
Der Glaube an sich ist auch nicht unbedingt auf Gefühlen gebaut. Gefühle können auch täuschen. In erster Linie ist es eine Gewissheit, dass wir Gott vertrauen können, dass er bei uns ist und einen wunderbaren Plan für uns hat.
Er ist dein Gott, er ist aber auch dein dich liebender Vater, engster Vertrauter und großer Wunderwirker. Und wenn du solche Gefühle und Tage hast, dann darfst du sie ihm hinlegen, er verurteilt dich dafür nicht✝️❤
Du brauchst auf keinen Fall Angst vor Gott zu haben. Er streckt seine Arme aus und wartet geduldig darauf, dass du dich an ihn wendest, damit er deine Lasten auf sich nehmen und dir Ruhe schenken kann. Die Ruhe, die du brauchst.💗
Matthäus 11:28
Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet. Ich werde euch Ruhe geben!
Das verspricht er uns und darauf können wir vertrauen. Gott schenkt wahrhaftigen, dauerhaften Frieden.
Der einzig richtige Ansatz ist es, von allen Sünden abzulassen, so sehr wie man kann und immer mehr, bis sie so weit weg von einem sind, dass man nicht einmal mehr daran denken würde, zu sündigen. In anderen Worten: Das Böse nach dem Gewissen meiden.
Dann kommt alles von selbst, weil man in die gewissen nötigen Taten getrieben wird und die unnötigen nach und nach ablassen muss.
Ich fühle mich nicht erfüllt durch Jesus
Solche "Befindlichkeit" und dessen Pflege ist auch garnicht notwendig um zum Reich Gottes zu gelangen.
Mt.7,21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird ins Himmelreich hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.
Wie werde ich durch Jesus komplett erfüllt
In dem du versuchst seiner Botschaft zu folgen statt Ego-Betrachtungen anzustellen und Frömmelei zu pflegen.
Das macht frei - natürlich nicht von Verantwortung sondern überflüssigen "Verpflichtungen.
Ich habe ähnliche Situationen durchlebt. Mir hat dabei dieser Buchauszug sehr geholfen:
Folgender Auszug ist aus dem Buch: Anselm Grün, „Zerrissenheit":
„... Die Frage ist, wie wir aus diesem Zwiespalt herauskommen können. Paulus stellt die bedrückende Frage: »Ich unglücklicher Mensch! Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten? « (Röm 7,24) Und er gibt selbst die Antwort: »Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! « (7,25) Aber wie ist das zu verstehen, dass Christus mich von der inneren Zerrissenheit heilen soll? Gibt er mir die Kraft, nun doch das zu tun, was ich will? Befreit er mich von der Macht der Sünde? Für mich liegt die Antwort des Paulus in einem zweifachen Weg. Der erste Weg besteht darin, dass ich die beiden oft genug getrennten und nebeneinander liegenden Ichs zusammenbringe und einen Dialog zwischen ihnen beginne. Paulus hat diesen Dialog in seinem Text schon eröffnet. Er bringt die beiden Ichs ins Gespräch. Das bewahrt uns davor, das gute und moralische Ich abzuspalten von dem bösen und unmoralischen Ich. Es relativiert unser gutes Ich.
Der zweite Weg besteht nach Paulus darin, dass ich meine Zerrissenheit Christus hinhalte, dass ich den Dialog zwischen den beiden Ichs erweitere zu einem Dreiergespräch mit Jesus Christus. Vor Jesus Christus kann ich meine Zerrissenheit eingestehen, ohne mich mit Schuldgefühlen zu zerfleischen und ohne mich so unter Druck zu setzen, dass ich das böse Ich unter allen Umständen töten muss. Paulus glaubt daran, dass mich der Blick auf Jesus Christus zu meinem eigentlichen Wesen und zu meiner Ganzheit führt. Wenn ich nur auf meine Zerrissenheit schaue, werde ich sie nie los. Ich kann mich noch so anstrengen. Ich werde mit meinem Willen nicht erreichen, dass ich alles tue, was ich als richtig erkannt habe. Ich kann auch Christus nicht als die Kraftquelle benutzen, die mir die nötige Energie gibt, den Zwiespalt zu überwinden.
Ich kann nur durch meine Zerrissenheit hindurch auf Jesus Christus schauen, ich kann Ihm meinen Zwiespalt hinhalten. Dann erfahre ich mitten im Zwiespalt, dass ich so sein darf, wie ich bin, auch mit meinen Schattenseiten, auch mit meiner Unfähigkeit, das Gute zu tun. Der Blick auf Jesus Christus führt mich zu mir selbst, zu meinem wahren Personkern. Da erfahre ich Ganzheit. Denn die Liebe Christi umfasst beide Seiten in mir: den Gerechten und den Sünder, den, der das Gesetz als gut erkannt hat, und den, der immer wieder in die Sünde fällt und gegen das Gesetz handelt.
Je mehr ich gegen meine Zerrissenheit ankämpfe, desto weniger erreiche ich. Im Gegenteil, wenn ich gegen den inneren Zwiespalt frontal vorgehe, dann wecke ich eine so starke Gegenkraft, dass ich ihr nicht gewachsen bin. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Ich habe oft den Gedanken gehabt, irgendwann werde ich doch alle meine Fehler überwunden haben. Immer wieder habe ich mich geärgert, dass ich in die alten Fehler gefallen bin. Nach jedem Rückfall habe ich mir vorgenommen, noch konsequenter zu sein, noch besser im voraus zu überlegen, wann ich in Gefahr geraten könnte, den Fehler zu wiederholen. Das hat zwar manches in mir bewirkt und zum Besseren gewendet, aber trotzdem bin ich immer wieder in die Falle geraten. Und dann ging der Ärger über mich erneut los. Ich habe mich selbst beschuldigt, mich selbst abgelehnt und damit den Zwiespalt nur noch vergrößert.
Erst als ich mich dann in meiner Ohnmacht, den Zwiespalt aus eigener Kraft zu überwinden, Gott hingehalten habe, habe ich auf einmal einen tiefen inneren Frieden gespürt. Ich darf mich so, wie ich bin, Christus hinhalten. Ich bin von Ihm ganz und gar geliebt, ganz und gar angenommen. Das befreit mich von der inneren Zerrissenheit. Auf einmal erfahre ich innere Klarheit und Einklang mit mir selbst. Ich kann mich in Gottes barmherzige Arme fallen lassen und erfahre darin meine Ganzheit, mein Heil, die Aufhebung der Zerrissenheit.
Der Blick auf Christus darf nicht zu einem Hinwegsehen über die eigenen Schattenseiten werden. Sonst würde der Glaube dazu missbraucht, der eigenen Wahrheit zu entfliehen. Paulus fordert uns mit seinen Worten geradezu heraus, uns der eigenen Wirklichkeit zu stellen. Nur wenn wir unsere Wahrheit Christus hinhalten, können wir uns langsam aussöhnen mit all den Seiten, die uns gar nicht angenehm sind, mit unserer Ohnmacht, mit unserem Unvermögen, das Gute zu tun, mit unseren Schattenseiten.
Nicht nur in der New-Age-Spiritualität, sondern auch in manchen christlichen Kreisen ist es heute weit verbreitet, den Schatten zu leugnen oder zu überspringen. In der Euphorie von Erleuchtung und Gotteserfahrung braucht man sich seinen dunklen Seiten nicht zu stellen. Man meint, sie seien ein für allemal durch Christus weggenommen. In der New-Age-Bewegung »wird den Suchern häufig eingeredet, mit dem richtigen Lehrer und den richtigen Praktiken könnten sie direkt zu den höheren Bewußtseinsebenen vordringen, ohne sich erst mit ihren hässlichen kleinen Schwächen und Verhaftungen befassen zu müssen.« (Die Schattenseite der Seele, S. 123)
Doch heute erleben wir, dass sich der Schatten in diesen Bewegungen nur allzu deutlich erhebt. Da purzeln die Gurus reihenweise von ihren Podesten, weil ihre menschlichen Schwächen eklatant zum Vorschein kommen. »Manche >vollkommenen< Meister sind weithin bekannt für ihre Wutausbrüche oder ihr autoritäres Gebaren. Etliche >keusche< Super-Gurus sind in den letzten Jahren durch ihre heimlichen sexuellen Beziehungen zu Schülerinnen in die Schlagzeilen geraten. « (Ebd. S.130)
Paulus bewahrt uns vor einem allzu eiligen Schwärmen von Erleuchtung und Christuserfahrung. Er weiß, dass er trotz seiner Christusnähe oft nicht tut, was er will.
[Anm.: Siehe hierzu den sehr guten Spielfilm: "Paulus, der Apostel Christi":]
Der Schatten bleibt auch nach der Bekehrung noch wirksam. Manchmal möchten Menschen, die durch eine spirituelle Bewegung Umkehr erfahren haben, allzu schnell ihre verletzte Lebensgeschichte hinter sich lassen. Aber das führt nicht zur wirklichen Verwandlung. Vielmehr werden sie ihre alten Muster auch auf ihren spirituellen Weg mitnehmen.
Da gerät eine Frau, die von ihrem Vater entwertet worden ist, wieder an einen Priester, der sie genauso entwertet. Das Muster der Selbstbeschuldigung, das man als Kind benutzt hat, um sich vor der Strafe des Vaters zu schützen, schleicht sich in das geistliche Tun ein. Man zerfleischt sich mit Schuldgefühlen. Der Mangel an Selbstvertrauen bestimmt auch die Beziehung zum geistlichen Begleiter. Man hört nur auf ihn und überhört die eigenen Gefühle.
Oder das mangelnde Selbstvertrauen der Kindheit wird ersetzt durch ein übertriebenes Sendungsbewußtsein, indem man sich über alle anderen stellt, weil man ja zu den wenigen entschiedenen Christen gehört. Die nüchternen Sätze des Paulus möchten uns davor schützen, unsere Bekehrung und Erlösung allzu optimistisch zu sehen, als ob wir mit unserer Lebensgeschichte nichts mehr zu tun hätten. Nur wenn wir unsere eigene Geschichte mit ihren Verletzungen und Kränkungen in unsere Beziehung zu Christus bringen, kann uns Christus von dem Zwiespalt heilen, in dem wir uns auch nach intensiven Gotteserfahrungen und großartigen spirituellen Erlebnissen immer noch befinden."
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„Das Leid besteht nicht nur aus Krankheit und Verfolgung. Das Leid besteht auch in inneren Anfechtungen, Begierden und Süchten, die eure Seele gefangen genommen haben. ICH sagte euch: ‚Ihr könnt nicht gegen die Sünde kämpfen!’ In einem solchen Kampfe gewinnt die Sünde an Kraft, und die Sünde – die Begierde und Anfechtung – wird stark und besiegt die Seele. Ich habe gesagt: ‚Liebet, liebet, liebet trotz Anfechtung, Begierde und Sünde’, dann zerliebt ihr die Finsternis!“(Quelle unbekannt)
Anselm Grün in den obigen Ausführungen:
„Je mehr ich gegen meine Zerrissenheit ankämpfe, desto weniger erreiche ich. Im Gegenteil, wenn ich gegen den inneren Zwiespalt frontal vorgehe, dann wecke ich eine so starke Gegenkraft, dass ich ihr nicht gewachsen bin.“
Wegen der Sünden würde ich unbedingt zur Beichte gehen. Danach gibt es keinen Grund mehr zur Sorge.
Den Gedanken, ganz von Jesus erfüllt zu werden würde ich ganz schnell und gründlich aufgeben. Solche Gedanken sind so falsch, dass sie das ganze Glaubensleben auf die schiefe Bahn bringen und zerstören. Um solche Dinge geht es überhaupt nicht. Dasselbe gilt von Gebeten um Euphorie.
Die Frage hinterlässt den Eindruck, dass es hier im Glauben um „mich“ geht, nicht um Gott. So herum wird das aber leider nichts.
Es ist so schwierig nicht an mich zu denken, denn ich bestehe aus mir. Es fällt mir schwer, wenn es um mein Leben geht nicht an mich zu denken, weil ich nun mal mein Leben wahrnehme. All meine Ängste, meine Furcht und meinen Schmerz. Ich sollte definitiv das alles Gott in die Hand geben, doch ich weiß nicht wie.
Ja, völlig verständlich und normal. Es ist aber wichtig, dass Gott im Zentrum steht. Und zwar um seiner selbst Willen, nicht um Vorteile zu haben. Es kommt darauf an, Vertrauen zu haben. Dann einfach springen. Vertrauen ist das entscheidende.
Ich traue mich nicht ihm zu sagen, dass ich eine Pause brauche, um mich auszuruhen. Ich fürchte es würde ihn verletzen. Ich denke immer es wäre wie eine Abwendung von Gott und in diesem Moment der Ruhe fühle ich mich sterblich.