Erfahrungen mit freiwilligenarbeit.de?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da ich selbst auf eigene Faust ein Projekt gesucht habe, kann ich nichts dazu sagen, wie gerade diese Organisation ist. Der "Markt" an Entsenderganisationen scheint sich aber in den paar Jahren auch sehr entwickelt zu haben. Als ich vor 5 Jahren nach Organisationen gesucht habe kam eigentlich nur weltwärts in Frage - das ist eine vom Bund getragene Zusammenstellung von verschiedenen Entsendeorganisationen. Alles andere was ich sonst noch finden konnte war "Tourismus +" und da gab´s auch nicht viel. Das scheint in den letzten Jahren in Mode gekommen zu sein.

Jedenfalls kommt es auf´s Detail an: Gesetzlich ist es so, dass ein Freiwilligendienst vom Bund unterstützt und auch anerkannt wird, er muss auch eine gewisse Mindestdauer betragen (3 Monate so weit ich mich erinnere) um anerkannt zu werden. Dafür bekommt man einen Zuschuss (ein Teil der Kosten wird vom Bund übernommen) und bei der Bewerbung an einer Uni wird er gehandhabt wie der Zivildienst auch. Freiwilligenarbeit wiederum wird von Reiseunternehmen angeboten - es handelt sich also um Tourismus mit Wohltätigkeitsfaktor. Wer richtig arbeiten will ist da nach meinem Verständnis also nicht ganz richtig aufgehoben. Dafür wird man rundum betreut und neben der Freiwilligenarbeit auch noch unterhalten (mit Safaritouren, Bergwanderungen, etc.). Kriegt aber auch kein Geld zurück, sondern zahlt in der Regel mehr als beim normalen Freiwilligendienst. Freiwilligenarbeit wird meinem Verständnis nach auch teurer je länger man bleibt - beim Freiwilligendienst ist das nicht so. Man zahlt für die Vermittlung an sich das meiste und hat dann meist auch noch einen Sprachkurs, der ebenfalls ordentlich kostet. Die Kosten für die Unterbringung sind meist geringer. Und dann wird ein Teil ja noch vom Bund bezahlt. Wer gerade aus der Schule kommt und zwischen Schule und Uni ins Ausland will ist m.E. mit einem Freiwilligendienst besser bedient - es sei denn man will nur Urlaub machen.

Generell weiß ich von anderen Leuten, dass sie sich mit Organisation einfach sicherer gefühlt haben. Wenn man sich in seiner Gastfamilie unwohl fühlt, krank wird oder überfordert ist kümmern die sich um einen. Wer auf eigene Faust ein Projekt sucht, hat diese Sicherheit eben nicht. Kommt also darauf an wo man seine Prioritäten setzt.

Das Wort Reiseunternehmen finde ich im Zusmmenhang mit Freiwilligenarbeit sehr schwierig.

Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen sogenannten geregelten Freiwilligendiensten - also vom Staat gefördert - und flexibler Freiwilligenarbeit, aber wer sich ein wenig mit den geregelten Freiwilligendiensten beschäftigt, merkt schnell, dass das nicht für jeden in Frage kommt.

Alter, Erfahrungen, vorheriges Engagement, keine Garantie für einen Platz, Bewerbungsfrist, Projektdauer...

Dass man bei flexibler Freiwilligenarbeit "nur Urlaub macht" ist definitiv auch falsch. Guckt man sich die Projektbeschreibungen an, steht meistens genau dabei wieviel Arbeitszeit da ist. Ich finde es völlig legitim, wenn man in seiner Freizeit dann ein bisschen das Land erkundet. Schließlich gehört bei Freiwilligenarbeit auch der kulturelle Austausch und das Kennenlernen einer anderen Kultur mit dazu. Oder etwa nicht?

Sprachkurse sind generell ein Zusatz, den man freiwillig machen kann, und kein Muss. Heißt, wer hier Geld sparen will, der tut das dann eben.

Ich stimme aber auf jeden Fall zu, dass es für geregelte Freiwilligendienste auch Vorteile gibt, allerdings muss man sich genau über die Konditionen und Bewerbungsverfahren informieren, denn man kann leicht die Fristen verpassen und zack hat man keinen Platz bekommen. Genau dann ist nämlich flexible Freiwilligenarbeit die einzige Alternative!!

0
@Reesi85

Also objektiv wird "Freiwilligenarbeit" von privaten Reiseunternehmen angeboten, das klingt vielleicht gleich sehr kommerziell und nach "Abenteuerurlaub", aber faktisch ist es so.

Ich kann auch absolut verstehen, dass Jemand lieber Freiwilligenarbeit macht - allein schon wegen der Altersgrenze. Aber ich denke doch, dass es da recht große Unterschiede von Organisation zu Organisation gibt. Eben weil es Reiseunternehmen sind. Vielleicht ist es mittlerweile anders, aber als ich in Indien war, habe ich z.B. gehört, dass es Heime und Projekte gibt, die für kurze Zeit "Freiwillige" bei sich arbeiten lassen. Diese wurden allerding nicht als Volunteers, sondern als Touristen oder Gäste bezeichnet und ihr Wert lag vor allem darin, dass sie für Kost und Logis gezahlt haben und weniger in der Arbeit. Das ist ja nichts negatives, sondern bringt beiden Seiten etwas. Ich gehe davon aus, dass es sich dabei um Freiwilligenarbeit gehandelt hat, da es dabei um Zeiträume von wenigen Wochen bis ein paar Monaten ging. Natürlich können Freiwillige auch in solchen "Programmen" eine große Hilfe sein. Die Kollegin einer Freundin von mir ist z.B. regelmäßig in Süd-Ost-Asien unterwegs und bietet anderen Krankenschwestern vor Ort soz. Fortbildungen an.

Allerdings gehe ich in diesem Fall eher davon aus, dass der Freiwilligendienst sich hier besser eignet, denn das Profil dafür ist nunmal: jung - Schulabgänger - wenig Eigenkapital

Vielleicht bin ich aber auch tatsächlich latent voreingenommen, weil ich selbst mal in Indien ein Gruppe Busreisender bespaßen musste, die von Heim zu Heim pendelten uns sich selbst als Volunteers bezeichnet haben. Ihr Verhalten den Kindern gegenüber empfand ich allerdings als sehr... unangenehm. Ich sag es mal so: Ich hab mich gefühlt als würde ich ne Reisegruppe durch nen Zoo führen...

0

Meines Wissens ist freiwiligenarbeit.de 'nur' eine Plattform, die zu vielen Freiwilligenagenturen in Deutschland führt und die wieder zu ihren Projektpartnern vor Ort. Manchmal kann es auch ganz hilfreich sein, wenn man das Zielland bei der Intersuche angibt und dann findet man auch Agenturen vor Ort. Falls für dich Costa Rica ein solches Zielland wäre, dann such doch dort mal nach first hand! LG mimango

hey schau mal auf die homepage von www.firsthand-costarica.com, die haben Aras also Papageien und Schildkröten. Hab nur gute Dinge von denen gelesen und gehört. aber das hat ja mimango auch schon geschrieben. lg nakoahe