Entsteht ein Stockholm Syndrom bei häuslicher Gewalt?

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11 Antworten

Sagen wir so, es schadet nicht jedem und nicht jedem im gleichen Maße. Es war für viele eben einfach so, was blieb denn auch anderes übrig als es so hinzunehmen, wenn es als normal galt und man keine Hilfe erwarten konnte, erst Recht nicht von anderen Erwachsenen. Man war den Eltern eben oft ausgeliefert.

Deine Kollegen haben das übernommen, wahrscheinlich aus Selbstschutz oder sie gönnen anderen Kindern keine gewaltfreie Kindheit, weil sie diese ja schließlich auch nicht hatten. So etwas ist leider oft so.

Meine Mutter ist ein gutes Gegenbeispiel. Sie wurde in ihrer Kindheit oft geschlagen, auch grundlos. Bei mir hat sie es nie gemacht, weil sie es als falsch empfand. Und darunter sehr gelitten hat.

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Kommentar von Kleckerfrau
22.03.2016, 12:26

Genau so ist es. Wir müssen es nicht unseren Eltern gleichtun.

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Ich würde sagen: Weder noch. Das Stockholmsyndrom bezieht sich ja eindeutig auf Opfer von Geiselnahmen, das trifft wohl auf das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern (in aller Regel) nicht zu. Aber dass sie auf Schmerzen stehen, kannst du daraus auch nicht ableiten.

Ich kann natürlich nicht in deren Köpfe schauen, aber ich glaube, dass sie einfach mit den Jahren vergessen haben, wie schlimm diese Behandlung als Kinder für sie war. Sie wissen nur noch, dass es ihnen heute gut geht und sie sich meistens auch zumindest halbwegs gut mit ihren Eltern verstehen und glauben, dass sie heute nicht mehr leiden, würde das aktuelle Leid dieser Kinder irgendwie relativieren.
So wie eben viele Erwachsene die Probleme und Ängste von Kindern nicht ernst nehmen. Nur weil sie selbst das Monster unterm Bett nicht beängstigend finden, sprechen sie dem Kind in gewisser Weise das Recht auf seine Angst ab.
Nun ja, jedenfalls stelle ich es mir irgendwie so vor. Jeder erlebt halt nur seine eignen Wahrnehmungen und kann sich nur sehr bedingt hinein versetzten, wie es Menschen geht, die anders empfinden. Deshalb können viele Menschen meine "Autismus-spezifischen-Probleme" nicht wirklich verstehen, selbst wenn sie es versuchen und ich denke, bei Erwachsenen und Kindern ist das ganz ähnlich. Denn Hand auf Herz, wer von uns weiß denn heute wirklich noch, wie viel er damals für seinen unsichtbaren Freund empfunden hat oder wie viel Angst einem ein Gewitter machen konnte, als man noch ganz klein war?

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Ich denke es verhält sich frei nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Anders gesagt, wer selbst geschlagen wurde und es nicht anders kennt, zieht diese mehr als fragliche "Erziehungsmethode" jeder anderen vor, weil er die Wirkung der Alternativen zum Schlagen nicht einschätzen kann. Die Wirkung von Schlägen hingegen ist diesem Menschen vertraut. Was uns vertraut ist, erscheint uns positiv. Was uns fremd ist, lehnen wir erst mal ab. Dem einen fällt es leichter, dem anderen weniger leicht, sich auf unbekannte Dinge (oder Erziehungsmethoden) einzulassen. Das ist zumindest meine Meinung. Mit dem Stockholm-Syndrom, wo das Opfer zu seinem Entführer Sympathie entwickelt, hat das, denke ich, überhaupt nichts zu tun.

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Hallo,

also ich denke, es hat nichts damit zu tun, dass da jemand auf Schmerzen steht. Mit dem Stockholm-Syndrom ist es nun wieder so eine Sache...bekannt ist, dass bei Frauen, die häusliche Gewalt erfahren, das Stockholm-Syndrom auftreten kann. https://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/haeusliche-und-sexualisierte-gewalt/146-was-ist-haeusliche-gewalt/293-folgenhaeuslichergewalt

Bei deinem Beispiel denke ich spontan eher an erlerntes Verhalten. Der Mensch gewöhnt sich an sehr vieles. Und wenn du von klein auf eben immer mal wieder eine Backpfeife oder härtere Schläge einsteckst, gewöhnst du dich irgendwann dran. Es ist normal für dich. Du siehst nichts Negatives dran, denn dir "hat es ja auch nicht geschadet". Und wenn deine engen Bezugspersonen dich schlagen, dann wird das schon so seine Ordnung haben. Ich denke, das steckt unbewusst dahinter. Wie gesagt, der Mensch lernt viel am Modell und an Vorbildern, gerade in der Kindheit.

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Meiner Meinung nach, rechtfertigen die gepeinigten Kinder von damals nur das Verhalten Ihrer Eltern denn Blut ist dicker als Wasser!

Es gibt schon Gründe warum häusliche Gewalt strafbar ist - bestimmt nicht, weil es positiv zur Erziehung beiträgt!

Das Stockholm-Syndrom wird aber hiermit nichts zutun haben sondern eher die Angst davor, Fehlverhalten innerhalb der Familie einzugestehen.

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Ich finde es kommt darauf an. Ne backpfeife hat bestimmt jeder mal bekommen. Das wird auch eig nichts schlimmes auslösen wennn die erziehung sonst gut war. Aber VERPRÜGELN,einsperren und ständiges runtermachen ist absolut zu viel. Das ist unangemessen und krankhaft! Das hat nichts mit erziehung zu tun. Was deine freunde mit 'schlag' meinen ist dann halt interpretationssache. Keine ahnung wie es deine freunde auch erlebt haben. Aber bei sowas entsteht kein stockholm syndrom. Das passiert eher bei geseilnahmen.

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Ich hab diesen Spruch auch schon öfters gebracht und nein... so isses sicherlich kein bisschen gemeint. Wenn ich das sage meine ich damit: Warum wurde ich damals geschlagen und dieses Blag kann machen was es will und bekommt dafür nur keinen Nachtisch?!

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Naja das liegt sicher nicht an einer Art von Stockholm-Syndrom, sondern bestimmt nur daran, dass sie durch Schmerzen gelernt haben, die Finger von etwas zu lassen.

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Sie verklären ihre Vergangenheit.

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Es war eben früher so, das Kinder Haue bekommen haben, wenn sie was angestellt haben. Das hat nichts mit Stockholm Syndrom zu tun. So war die Erziehung eben.

Und ich habe auch genug bekommen. Ich lebe noch.

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Kommentar von PrivatfragenDE
22.03.2016, 11:56

Fühlst du dich gut?

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Kommentar von Pramidenzelle
22.03.2016, 12:18

Du lebst noch? Was für ein Argument ...
Wenn dir jemand das Konto leer räumt, gilt die Erklärung dann auch? Ich lebe ja noch, also war das schon okay?

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Experten denken. "Ach mein Vater weiß doch alles, ja ich habe es wohl verdient." Das geht ins Unterbewusstsein eines Menschen. Das was objektiv falsch ist, wird subjektiv anders eingeschätzt. Man verlässt sich dann darauf, dass die Person, die über einen steht, alles richtig macht.

-hobbypsychologe

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