Elektrotechnik - Thermistoren - Motorschutz

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der thermistor hat gegenüber dem Motorschutzschalter einen entscheidenden Vorteil. er kann genauer auf die betriebsumstände des Motors reagiren.

ein Leitungsschutzschalter wie der Name schon verrät soll die Leitung schützen, von Motoren hat der keine Ahnung. und der Motorschutzschalter kann nur grob ahnen wie es dem Motor geht, auf grund von Phasenströmen oder eben Unregelmäßigkeiten in den Phasenströmen erkennt er und schaltet entsprechend ab.

das Problem ist, dass der MS nicht weiß, wie warm es um den Motor herum ist. d.h. bei lang anhaltender, leichter überlastung in einer warmen Umgebung kann der MS nicht rechtzeitig reagiren um schäden zu vermeiden.

außedrdem hat der Thermistor den Vorteil, dass er gerade bei häufiger zyklisch anlaufenden Antrieben die lastbedingte Erwärmung besser erkennt.das heißt, er löst nicht so schnell aus, eben weil er es nicht muss.

da der thermistor schlagartig auftretende Überlastungen nicht erkennt, braucht es allerdings noch ein weiteres schutzorgan in der Kette. das können je nach Motorbaugröße Leitungsschutzschalter, Charakteristik D oder K sein, aber auch Neozed Sicherungen oder NH Sicherungen. wenn es schmelzsicherungen sind und oder die Anlage mobil ist, also die gefahr eines falschanlaufes besteht, empfielt sich in die Sicherheitskette zusätzlich ein Drehfeldüberwachungsrelais einzuflechten.

lg, Anna

Danke für deine Antwort. Top erklärt!

mfg

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Der Motorschutzschalter besteht aus zwei Teilen: Einmal ein dreipoliger Sicherungsautomat und einmal ein dreipoliges Bimetall. Der Sicherungsautomat macht hierbei den Leitungsschutz und das Bimetall ist, vereinfacht gesagt, eine grobe Motorennachbildung. Die Wicklungsströme durchfließen die drei Bimetalle und erwärmen diese bei höheren Strom bzw. lassen diese auch wieder ein Stück weit abkühlen bei geringer werdenden Strömen... angelehnt an das thermische Verhalten der Motorenwicklung.

Wenn Du den Motor aber über einen Frequenzumrichter betreibst bekommen die Wicklungen keine sinusförmige Spannung mehr (50 Hz vom Netz) sondern eine gepulste Spannung; eine sogenannte Puls-Weiten-Modulation (ähnlich FM). Bei so einer Versorgung weicht aber dann das Bimetall in seinem Verhalten schon sehr weit vom realen Motor ab, so dass hier dann eine echte Vor-Ort-Messung mittels Temperaturfühler erforderlich ist. Diesen Thermistor schließt Du dann auch direkt an den Frequenzumrichter (meist an den Analogeingang) an und parametrierst ihn auch so am Umrichter. Dann kann der FU die Leistung zurücknehmen wenn es den Wicklungen zu warm wird.

Früher hat man noch einen "halben Motorschutzschalter" verbaut indem man ein Bimetall-Relais auf eine Tragschiene gesetzt hat, ist mit einer geschirmten Leitung vom FU dorthin gegangen und dann weiter zum Antrieb. Das Auslösen des Bimetalls hat die SPS (oder der FU) ausgewertet und reagiert. Aber hier hat es dann auch immer erst zu einer Auslösung kommen müssen...

Mit Thermistor hast Du immer die aktuelle Temperatur der Wicklungen vor Ort und kannst entsprechend reagieren...

Mfg

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Berufliche Erfahrung

Danke dir ;)

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Mit dem Thermistorschutz wird die tatsächliche Temperatur des Motors, also der Wicklung, evtl. auch die Lager Temperatur gemessen. Der Motorschutzschalter überwacht nur dem Strom des Motors und schaltet bei Überlastung und Kurzschluss ab. Bei wichtigen Motoren verwendet man am besten Beides.

Ein Thermistor ist ein Widerstand der temperaturabhängig ist. Er wird nicht als Sicherung eingesetzt sondern um den Strom im Einschalt- und Dauerbetrieb zu begrenzen.

Und ein Motor muss immer mit Sicherungen/Motorschutzschaltern abgesichert werden! Das dient dann dem Schutz des Motors und der Leitungen!

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@ArtyDary

Also hat man mit dem Thermisor lediglich einen zusätzlichen Schutz des Motors?!

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Soweit ich weiß werden bestimmte Thermistoren auch für Überhitzungsschutz eingesetzt. Und bei Elektronikschaltungen als träge selbstrückstellende Sicherungen (ähnlich Bi-Metall) oder auch zur Steuerung des Entmagnetisierungsstromes bei Farbbildröhren. Allerdings werden sie nie für Absicherung eines Motors mit Leistung verwendet.

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@ArtyDary

Ja, das mit dem Überhitzungsschutz ergibt Sinn, da die Thermistoren ja direkt in die Motorwicklung verbaut werden.

danke dir!

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Immer wieder gerne :)

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