Deutsche Vintage Jazz Gitarre unbekannter Marke "HL"?

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2 Antworten

Wenn sie schon meine, dass die Gitarre aus den 20gern - 60gern stammt dann kann das eine von Gibson sein. Ich kann auch eher ein JLF sehen oder so und kein H. Es kann auch sein, dass *in* der Gitarte oder auf den Rücken noch weitere Informationen stehen. Gucken sie mal nach. Ich hoffe ich konnte helfen. :)

Woher ich das weiß:Hobby

Leider gibt es weder in der Gitarre noch hinten einen Hinweis auf den Hersteller. Aber das mit der Gibson ist eigentlich relativ unmöglich. Gibson hat diese schriftart noch nie genutzt und die Buchartige Kopfform der Gibson Gitarren ist hier auch nicht zu finden. Daher bin ich leider echt Ratlos :D

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Ich kann Dir die Frage leider nicht aus dem Stegreif beantworten, würde aber empfehlen, Dich mal an die Jungs von German Vintage Guitar zu wenden. Wenn Dir da jemand eine definitive Antwort geben kann, dann sind die das.

Hier mal der Link zur Seite (der Link zum Kontaktformular ist ganz unten auf der Seite): https://german-vintage-guitar.com/

Hallo, ich habe eine Anfrage gestellt, und diese haben sie mir sehr Kompetent beantwortet. Ich danke dir, für den Tipp. Nach ein wenig Email-Verkehr wurde mir die Frage sehr freundlich von dem Herr Russ beantwortet. Sollte es dich, oder andere Nutzer interessieren, werde ich hier einmal die Antwort posten.

Lieber Herr G[...],

 

folgende Infos zu Ihrer Gitarre:

 

"Ein sehr seltenes und durchaus mysteriöses Stück. Mit großer Sicherheit aus den frühen fünfziger Jahren, um 1950-53. Wahrscheinlich gebaut von einem Mitglied der Hoyer-Familie, die Form der Kopfplatte und der Übergang von Kopfplatte zu Hals sind diesbezüglich sehr eindeutig. Aber – und das ist ungewöhnlich für Hoyer – die Form folgt (auch in den Maßen) eindeutig einem Entwurf von Walter Höfner. Das war nicht ungewöhnlich, damals in den frühen Bubenreuther Tagen haben Framus, Klira und auch Hanika (Soli) die gleichen Höfner-Entwürfe benutzt. Aber bisher nie Hoyer. Dafür entsprechen die Schalllöcher denen von sehr frühen Hoyer-Gitarren aus dieser Zeit. Das Birnbaum-Griffbrett zeigt dagegen wieder große Nähe zu Höfner.

 

Das Schlagbrett ist mit Sicherheit eine Einzelanfertigung. Vielleicht für einen Solisten oder ein Orchester, das wird man nicht mehr herausfinden können. Evtl. könnten Sie noch mal schauen, ob auf seiner Rückseite etwas notiert ist, bei Hoyer wurde später häufig dort ein Baudatum handschriftlich notiert.

 

Der Gibson-Schriftzug erklärt sich anders: Damals in den dreißiger und vierziger Jahren wurden Archtops auch unter dem Gattungsbegriff „Gibson-Gitarre“ gehandelt. Das endete aber Anfang der Fünfziger. Daher ist es wahrscheinlich, dass mit dem Schild nicht die Marke Gibson „gefälscht“ werden sollte, sondern nur das Gitarrenmodell beschrieben. Vermutlich wurde die Platte von einem alten Gibson-Verstärker-Bauteil verwendet.

 

Der Framus-Tonabnehmer wurde später nachgerüstet und gehört nicht dazu – gut, dass er weg ist. ;-)

 

Insgesamt eine echte Rarität, eine professionelle Restauration würde sich sicher lohnen. Falls Sie mal darüber nachdenken, sprechen Sie uns gerne wieder an.

 

Ansonsten viel Freude mit dem schönen Stück und herzliche Grüße

 

 

Marco Russ

German Vintage Guitar"

-Marco Russ, 28.10.2019

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@CounterKami

Cool, danke für Dein Feedback. Ist schon spannend, wenn man dann Infos über so ein altes Instrument bekommt.

Noch ein Tipp: Gut aufheben und pflegen.

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