Der Nasenaffe

3 Antworten

Nur die Männchen haben bei den Nasenaffen die auffällige, große birnenförmige Nase, ganz ähnlich wie nur die Pfauenmännchen einen großen bunten Schweif tragen. Damit kann man fast sicher sein, dass es sich um ein Merkmal handelt, dass sich per sexueller Selektion (die Weibchen selektieren ihre Fortpflanzungspartner insbesondere anhand dieses Merkmals) ausgeprägt hat.

Zwar bilden Nasenaffen Harems (was normalerweise etwas gegen eine sexuelle Selektion spricht), aber offenkundig nicht so strikt, wie es bei anderen Arten (z. B. den See-Elefanten) der Fall ist, wo die Männchen die Weibchen ganz klar dominieren.

So heißt es z. B. auf Wikipedia:

Während Weibchen eher bei ihrer Geburtsgruppe verbleiben, verlassen junge Männchen die Gemeinschaft bei Eintritt der Geschlechtsreife. Allerdings kommt es manchmal vor, dass erwachsene Weibchen sich von ihrem Partner trennen und sich einem anderen anschließen.

Dann hatte dieses Männchen wohl eine noch größere Nase ... Läuft alles so wie beim Menschen.

Und:

Die Initiative zur Begattung geht vom Weibchen aus ...

Bei vielen Arten ist die sexuelle Selektion (Merkmalsanpassung an die Präferenzen der Weibchen) wirkmächtiger als die natürliche Selektion (Merkmalsanpassung an die Selektionsfaktoren der Umgebung). Das Ergebnis sind dann Geschöpfe, die kaum mehr überlebenstauglich erscheinen, siehe z. B.

http://de.wikipedia.org/wiki/Raggi-Paradiesvogel

"Die Evolution bildet auf ihre Art nur Eigenschaften hervor, die das Überleben gegenüber Mitstreitern in derselben ökologischen Nische erleichtert."

Stimmt nicht. Anenzephalie (eine Krankheit, deretwegen Kinder quasi ohne Gehirn geboren werden) erleichtert z. B. das Ueberleben nicht, und ist trotzdem im Verlaufe der Evolution entstanden. Gleiches gilt fuer diverse Behinderungen.

Natürlich entstehen im Laufe der Evolution viele Nachteile, Behinderungen etc. Diese werden aber anschließend von der natürlichen Selektion aussortiert. Kinder ohne Gehirn haben ja auch keine Nachkommen.

1
@RanjitHuber

wenn ich mir viele Leut heut so anschau, könnt man das Gegenteil behaupten ;-) Aber jetzt ernst: wo genau hast du behinderte Tiere gefunden ?

0
@ErdenbuergerIn

Für wen gilt die Frage?

Meine Antwort wäre: Es kommt ja immer mal wieder vor, dass behinderte Tiere (z. B. Menschen) geboren werden. Diese werden dann sofort von der natürlichen Selektion aussortiert, da sie ja (im Normalfall) keine Nachkommen haben.

0

Hallo,

Du hast das mit der Evolution falsch verstanden. Es sind nicht die Eigenschaften die das Überleben ... erleichtern, sondern die Eigenschaften die die Weitergabe der Gene fördern. Ein großer Unterschied. Viele Spinnenmännchen überleben die Hochzeitsnacht nicht, ihre Gene haben sie aber erfolgreich weitergegeben. Pfauen haben durch ihren übertrieben Schwanz durchaus Nachteile (weniger Beweglichkeit, auffälliger für Fressfeinde), aber bei den Weibchen gute Karten. Durchaus auch bei Homo sapiens: Große Brüste entwickeln eher Karzinome. Aber meist lange nach der Kinderkriegenzeit.

Was möchtest Du wissen?