Denkt ein Witwer eigentlich in einer neuen Beziehung noch häufig an seine verstorbene Frau?

10 Antworten

Kommt darauf an, wie gut und wie lang die Ehe war. Bei Geschiedenen hat man da einen etwas leichteren Stand. Bei mir hat ein anderer Mann noch keinem Vergleich standgehalten, weil "er" erst 15 Monate tot ist.

Wieviele Vergleichsmöglichkeiten hattest Du denn in diesen 15 Monaten?

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Hallo, mir liegt etwas dringlichst auf dem Herzen und ich hoffe, hier Antworten zu finden!

Mein Partner war vor 16 Jahren mit einer Ungarin zusammen. Sie haben relativ schnell ein Kind bekommen und nach 1 Jahr hatte er sich von ihr getrennt. 3 Jahre später wurde sie duch einen gewaltsamen Tod aus dem Leben gerissen und das Kind lebt seither bei der Großmutter in Ungarn. Der Kontakt wurde seitens der ungarischen Familie zum Vater geblockt. Seine Tochter ist heute 16 Jahre alt und vor ca. 2,5 Monaten haben sich die beiden über ein Netzwerk wiedergefunden. So weit so gut. Nun war mein Partner vor 2 Wochen das ersten Mal seit damals wieder in Ungarn und hat sein Kind in die Arme geschlossen. Er übernachtete auch in dem Haus. Voraussichtlich waren 4 Tage mit ihr geplant, allerdings ist er nach 2 Tagen von ihr weg und war aber noch in Ungarn in einem Hotel geblieben, um am nächsten Tag mit Blumen an das Grab seiner Exfreundin zu gehen. Muss dazu sagen, er war bereits vorher mit seiner Tochter dort, was ich auch nachvollziehen kann. Er saß dann an ihrem Grab, keine Ahnung, wie lang und redete. Er sagte mir bereits im Vorfeld, das er da hin wollte und so einen Abschluß für sich hat. Nach ewigem Grübeln, fragte ich mich, was für einen Abschluß? Er hatte sich doch damals bereits von ihr getrennt und somit war dies doch der Abschluß? Unabhängig davon, was Jahre danach passiert ist. Meines Erachtens ist er emotional mit dieser Frau noch nicht "fertig", was er allerdings bestreitet. Nur sehe ich sonst keinen Sinn darin, warum er noch einmal, und ohne dem Wissen seines Kindes, ihr Grab besuchen musste. Seine Tochter wusste nicht, das er noch in Ungarn war. Zumal es mir ein Rätsel ist, wenn er sie seit 13 Jahren endlich wieder in die Arme nehmen kann und 4 Tage mit ihr verbringen kann, warum er nur 2 Tage davon genutzt hat???? Er war in diesem Moment egoistisch und seine Tochter war sichtlich sehr traurig, das er nur so kurz da war. Ich bin selbst Mutter und ich würde nur jeden kleinen Moment nutzen, den ich mit meinem Kind haben kann, wenn ich es seit Jahren nicht mehr sehen durfte. Ich habe ihm gesagt, er sollte seinen Fokus auf seine Tochter setzen und nicht an Vergangenem pflücken...sein Kind ist existent und das sollte das Wichtigste für ihn sein und nicht, was einmal war. Eine plausible Erklärung konnte er mir darauf leider nicht geben, ausser das er das wohl gebraucht hätte, um einen Abschluß zu haben. Was mir unbegreiflich ist...denn der Abschluss war vor Jahren bereits getan und wie gesagt, ist es für mich nur so logisch erklärbar, warum er das machen musste, das er emotional immer noch an dieser Frau hängt. Die beiden waren damals 21 Jahre alt und 3 Jahren zusammen. Ich hoffe, irgendwer kann mir Antworten geben....

Ich selbe kenne jemanden, dessen Lebensgefährtin vor 2 Jahren gestorben ist. Es war eine sehr große und intensive Liebe und ihr Tod war sehr tragisch, kam ganz plötzlich und unerwartet. Dennoch hatte er für meine Begriffe sehr schnell, nach nur ca. 4 Monaten, eine neue Partnerin. Darüber darf man sich natürlich kein Urteil erlauben, denn kein Mensch kann das besser beurteilen und entscheiden als der Betroffene selbst. In der Zwischenheit hat er mir oft erzählt, wie oft und intensiv er noch an seine verstorbene Lebensgefährtin denkt und dass sie sowieso von niemandem ersetzt werden kann. Er besucht auch heute noch jeden Tag ihr Grab und pflegt es rührend und liebevoll. Er hat mir erzählt, dass es tief in ihm drinnen einen Bereich gibt, der nur der Ex-Lebensgefährtin gehört und dass da die neue Partnerin nicht rankommt. Für sie ist das oft sehr schlimm, weil sie sich "ausgeschlossen" fühlt. Auch hat er mir gesagt, dass sich die Gefühle für die Verstorbene natürlich niemals ändern werden und dass da auch niemand rankommt. Ich denke und weiß von seinen Erzählungen, dass seine neue Partnerin es durch o. g. Punkte nicht immer leicht hat, aber sie hat das wohl akzeptiert und ist sehr verständnisvoll und sensibel. Sie ging auch schon alleine zum Grab der Verstorbenen und hat diese sozusagen "gefragt" und um Erlaubnis gebeten, mit ihm zusammen zu sein. Mich berührt diese Geschichte sehr, da ich alle drei gut kenne/kannte. Wie oben von anderen Forenteilnehmern schon geschrieben wurde, gibt es auf solche Fragen aber natürlich keine pauschalen Antworten und es wird bei jedem unterschiedlich sein. Dies hier war jetzt nur die Erfahrung, die ich eben in meinem näheren Umkreis gemacht habe. Alles Gute für Dich.

Hm, ich habe auch schon überlegt, ob ich zum Grab fahren soll. Ich weiß nicht wie ich das erklären soll, aber ich habe auch irgendwie ein schlechtes Gewissen, dass ich jetzt "ihren Mann" habe. Und was ich ganz schlimm finde, dass ich von ihrer Tochter (seine Stieftochter) den Arztbericht vorgelesen bekam, konnte nicht nein sagen, und ganz genau ihre letzten Minuten kenne. Er weiß nicht wie genau sie starb. Er will es auch nicht wissen.

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@tigertim

Dass du zum Grab fahren willst, finde ich eine gute Idee. Sprich' doch mal mit ihm, bestimmt würde er das verstehen. Vielleicht hilft es Dir. Ein schlechtes Gewissen haben musst Du nicht. So schwer es ist, aber das Leben muss schließlich weitergehen und es ist ganz normal, dass irgendwann neue Partner da sind, denn kein Mensch kann oder möchte sein Leben lang allein sein. Das hat auch nichts damit zu tun, dass man den Verstorbenen weniger ehrt oder lieb hat. Ich denke, es ist früher oder später ganz normal. Wärst nicht Du die neue Frau an seiner Seite, dann wäre es irgendwann eine andere, da bin ich ganz sicher. Und wie gesagt, denk' mal drüber nach, selbst zum Grab zu fahren und vielleicht irgendwie "Frieden mit ihr zu schließen".

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@Carlotta2009

Werde ich tun, auf jeden Fall, da ich diesen Mann doch gerne heiraten möchte, aber ich muss das mit reinem Gewissen tun können, und ich gebe ihm ja nicht wirklich schuld. Kleine Information am Rande, er ist 36 und ich 31, wäre ja echt fatal, das Leben lang alleine zu bleiben...

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