dem Lebensretter danken ist unmöglich!

7 Antworten

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Willkommen zur philosophischen Antwort kurz vor 7:

Nimm diese Lebensrettung nicht persönlich. Der Lebensretter hat ein Leben gerettet unter Einsatz seines eigenen - er meinte nicht dich persönlich, denn er kannte dich überhaupt nicht und das wird vermutlich auch nie passieren. Selbst wenn du dich bei ihm bedanken könntest, würde er dich nicht kennen. Nicht mal Eheleute kennen einander wirklich, sondern nur die Bilder, die sie sich über ihr Gegenüber gebastelt haben.

Der Lebensretter hat also einfach spontan ein Leben gerettet. Zufällig hältst du das für "dein" Leben, aber auch das ist es nicht. Es gehört dir nicht. Es ist das, was du bist.

Dem Lebensretter war das alles egal. Er hatte einfach den Impuls zu springen und zu retten. Auch das war keine persönliche Entscheidung - sie war einfach da und es wurde getan. Eine wunderbare Fügung für das, was du "mein Leben" nennst. Nimm es einfach an als "passiert", so wie viele andere Dinge danach passiert sind und noch passieren werden. Der persönlichen Touch, den man den Dingen gibt, dieses Ich-Gebilde ist nur eine Konstruktion des Gehirns. Tatsächlich gab es nur Ertrinken, Springen und Retten.

Eine SEHR intelligente Antwort!

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Was du schreibst ist sehr fundamental und vollkommen richtig, wobei du den Aspekt, daß es durch die Rettung zumindest für den Geretteten zu einer persönlichen Sache wurde, etwas ausser acht lässt. Natürlich "meinte" er mich nicht persönlich. Doch was er tat WURDE persönlich.

Die Entscheidung, sein eigenes Leben in Gefahr zu bringen um ein anderes zu retten würde ich schon als "äusserst weitreichend" beurteilen. Ausserdem könnte man behaupten, daß man deine Ansicht nur nachvollziehen kann, wenn man selber schon in der gleichen Situation war und den "Retterimpuls" kennt, der im Moment der Handlung die Ängste ausblendet ohne dabei die Gefahren zu übersehen... eine sehr interessante Erfahrung. Ich war auch schon in der Situation, hab mir nichts weiter dabei gedacht und mich sogar "zügig" aus dem Staub gemacht, weil mir die Aufmerksamkeit unangenehm wurde.

Wenn ich deine Ansicht überdenke, könnte man noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, daß der Retter zur Dankbarkeit verpflichtet sei, weil er diese Chance bekam, ein Leben zu retten und etwas besonders Gutes zu tun, wozu nicht jeder Mensch in seinem Leben die Chance bekommt.

Das Leben mit seinen zahlreichen Aspekten und Sichtweisen über ein und dieselbe Sache ist hochinteressant.

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Schreib ans Bundesministerium für Inneres in Berlin und schlage ihn für eine Auszeichnung vor. Dasselbe bei der Gemeinde, wo der Mann wohnt.

So würde er im nachhinein noch Anerkennung für seinen Mut bekommen und du hättest dich auf die Weise bedanken können.

Warum kannst Du nicht mit ihm sprechen? Kannst Du ihn nicht ausfindig machen? Oder bringst Du es emotional nicht übers Herz, ihn ausfindig machen zu wollen? Hier gibt's ja verschiedene Möglichkeiten, warum Du es nicht machen kannst .....

Guten Morgen Hannes. Schon munter? Du solltest Dich nicht mit solchen Albträumen quälen. Ich bin zwar nicht gläubig und auch kein Kirchgänger aber seit einem gewissen Zeitpunkt, besuche ich ab und an die Kirche und zünde ein Licht an. Die Gedanken, die mich in diesem Moment begleiten sind ganz "intim" und nur für mich alleine. Vielleicht würde Dir das auch helfen und sei es nur an Feiertagen, zu Deinem 2. Geburtstagsdatum und bei Dir daheim. Ich wünsche Dir herzlich, dass Deine Gedankenteufel ruhen mögen.

Vielleicht gehst du auch so damit um, dass du den "Verarbeitungsbedarf" dieser Sache. im Vergleich mit viel brisanteren oder bedeutenderen Ereignissen und Belastungen, in anderen Fällen, erst vernünftig zu beurteilen lernst. Du scheinst ja bereits damit angefangen zu haben.

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