Das rollende "r"

21 Antworten

Um Himmelswillen... sich nur so etwas nicht einreden lassen!!!

Sprachliche Eigenheiten und vielfältige Dialekte halten eine Sprache doch erst lebendig!

Wenn man Italienisch lernt, kommt man mit dem Rachen-R nicht weit, da wird dann aus "carne" schnell "cane", und ein Kochrezept erschüttert das Gegenüber (Fleisch bzw. Hund!).

Es ist nicht in Ordnung, wenn Dich jemand wegen so etwas veralbert, oder Dir irgendwelche Komplexe deswegen einimpft. Sei lieber froh, das rollende R zu können. Es gibt viel mehr Leute, die aus reiner Faulheit und Schlamperei die Sprache verhunzen, als durch eine Dialektfärbung.

Im Übrigen werde ich überall durch mein rollendes R als Franke enttarnt, und wenn ich mir noch so viel Mühe gebe... aber ich schäme mich dessen nicht.

"Es ist zudem so, dass in einzelnen deutschen Dialekten alle Arten von /r/ vorkommen, die es weltweit gibt und dazu noch einige weitere, für die es weltweit keine Entsprechungen gibt."

Das gilt, Freunden von mir zufolge, auch für das rhotic /r/, wie man es aus dem irischen, und dem amerikanischen Englisch kennt. In Wetzlar etwa, so hieß es, würde man das /r/ rhotisch aussprechen. Leider kenne ich niemanden von dort, aber gäbe es eventuell eine Aufnahme, auf der man das hört? Würde mich sehr interessieren. Schönen Feirtag noch und viele Grüße,

der AlteMann

Ich gestatte mir mal eine fachliche Meinung:

Ein Sprachfehler ist das auf keinen Fall, wobei sich zunächst die Frage stellt, was eigentlich ein Sprachfehler überhaupt ist. Am ehesten könnte man dazu Fehler zählen, bei denen ein Sprachlaut durch einen anderen, der eigenen oder einer fremden Sprache ersetzt wird, wie z.B., dass man das deutsche /s/ durch das englische /th/ ersetzt, das sog. Lispeln.

Varianten in der Aussprache gibt es in Deutschland natürlich jede Menge. Das betrifft nicht nur die Konsonanten, sondern besonders auch die Vokale. Die fallen aber nicht so auf. Die Benutzung eines ausgeprägten Dialekts, der von der Allgemeinheit der Sprecher derselben Sprache nicht oder nur schwer zu verstehen ist, gilt, zumindest in gebildeten Kreisen, als nicht akzeptabel. Eine "dialektale Färbung" aber, dass man hört, wo jemand herkommt, wird nicht nur akzeptiert, sondern oft auch für attraktiv (charmant) gehalten.

Was mich immer wieder erstaunt, ist, dass die deutsche Sprachgemeinschaft sehr tolerant ist, was die unterschiedlichsten Bildungen des Lautes /r/ betrifft. Es ist zudem so, dass in einzelnen deutschen Dialekten alle Arten von /r/ vorkommen, die es weltweit gibt und dazu noch einige weitere, für die es weltweit keine Entsprechungen gibt.

Im Gegensatz dazu ist die deutsche Sprachgemeinschaft sehr intolerant, was die Bildung des Lautes /s/ und /sch/ betrifft, die von der Standardform abweichen. Wenn die rechte Schärfe fehlt, wirkt das leicht kindlich-dümmlich, und das möchte man natürlich nicht.

Noch zum /r/: In der klassischen Bühnensprache bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte das rollende /r/ in die Standardaussprache. Schauspieler mussten das lernen. Wenn man alte Tonfilme sieht, kann man das hören, das gilt auch für britische / amerikanische Filme.

Noch etwas zum /r/: Beim rollenden /r/ kann man unterscheiden zwischen dem einmaligen Anstoss (sog. tap) und dem mehrmaligen Anstoß (sog. troll). Im Spanischen gibt es beides: der tap wird "r" geschrieben und der trill wird "rr" geschrieben. Das ist sogar bedeutungsunterscheidend. "Pero" heißt "aber" und "perro" heißt "Hund".

das rollende "R" ist Teil verschiedener Dialekte. Aber im Hochdeutschen gibt es offiziell ja kein rollendes "R" (wie z.B. im Spanischen), von daher finde ich schon, dass man es als Fehler (falsche Aussprache des "R"s) bezeichnen könnte, wenn man es ins Hochdeutsche übernimmt. Es ist deshalb noch lange nicht schlimm und hört sich doch ganz nett an, aber ich lasse mein grächzendes "ch" beim hochdeutsch-reden ja auch weg...

Ich wünschte, ich könnte das r rollen! Lass dir nix einreden, es ist definitiv kein Sprachfehler sondern eher eine dialektale Färbung und sehr schwer zu erlernen.

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