Das rollende "r"

21 Antworten

das rollende "R" ist Teil verschiedener Dialekte. Aber im Hochdeutschen gibt es offiziell ja kein rollendes "R" (wie z.B. im Spanischen), von daher finde ich schon, dass man es als Fehler (falsche Aussprache des "R"s) bezeichnen könnte, wenn man es ins Hochdeutsche übernimmt. Es ist deshalb noch lange nicht schlimm und hört sich doch ganz nett an, aber ich lasse mein grächzendes "ch" beim hochdeutsch-reden ja auch weg...

Er hat vielleicht einen Sprachfehler tippandiestirn. Haben die Bayern das dann auch? Du hast einen Dialekt, vielleicht aus dem preußischen, ich habe nämlich eine Arbeitskollegin die auch das RRRRRR rollt, find ich persönlich süß!

Ich wünschte, ich könnte das r rollen! Lass dir nix einreden, es ist definitiv kein Sprachfehler sondern eher eine dialektale Färbung und sehr schwer zu erlernen.

Ich gestatte mir mal eine fachliche Meinung:

Ein Sprachfehler ist das auf keinen Fall, wobei sich zunächst die Frage stellt, was eigentlich ein Sprachfehler überhaupt ist. Am ehesten könnte man dazu Fehler zählen, bei denen ein Sprachlaut durch einen anderen, der eigenen oder einer fremden Sprache ersetzt wird, wie z.B., dass man das deutsche /s/ durch das englische /th/ ersetzt, das sog. Lispeln.

Varianten in der Aussprache gibt es in Deutschland natürlich jede Menge. Das betrifft nicht nur die Konsonanten, sondern besonders auch die Vokale. Die fallen aber nicht so auf. Die Benutzung eines ausgeprägten Dialekts, der von der Allgemeinheit der Sprecher derselben Sprache nicht oder nur schwer zu verstehen ist, gilt, zumindest in gebildeten Kreisen, als nicht akzeptabel. Eine "dialektale Färbung" aber, dass man hört, wo jemand herkommt, wird nicht nur akzeptiert, sondern oft auch für attraktiv (charmant) gehalten.

Was mich immer wieder erstaunt, ist, dass die deutsche Sprachgemeinschaft sehr tolerant ist, was die unterschiedlichsten Bildungen des Lautes /r/ betrifft. Es ist zudem so, dass in einzelnen deutschen Dialekten alle Arten von /r/ vorkommen, die es weltweit gibt und dazu noch einige weitere, für die es weltweit keine Entsprechungen gibt.

Im Gegensatz dazu ist die deutsche Sprachgemeinschaft sehr intolerant, was die Bildung des Lautes /s/ und /sch/ betrifft, die von der Standardform abweichen. Wenn die rechte Schärfe fehlt, wirkt das leicht kindlich-dümmlich, und das möchte man natürlich nicht.

Noch zum /r/: In der klassischen Bühnensprache bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte das rollende /r/ in die Standardaussprache. Schauspieler mussten das lernen. Wenn man alte Tonfilme sieht, kann man das hören, das gilt auch für britische / amerikanische Filme.

Noch etwas zum /r/: Beim rollenden /r/ kann man unterscheiden zwischen dem einmaligen Anstoss (sog. tap) und dem mehrmaligen Anstoß (sog. troll). Im Spanischen gibt es beides: der tap wird "r" geschrieben und der trill wird "rr" geschrieben. Das ist sogar bedeutungsunterscheidend. "Pero" heißt "aber" und "perro" heißt "Hund".

Ist doch schön! Das ist kein Sprachfehler, sondern eine Sprachfärbung und das sollte doch erlaubt sein. Wenn ihm das nicht gefällt, soll er doch weghören ;-)

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