Das Christkind gibt es gar nicht - wie erklär ich das meinem Kind?

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Ich fand es auch schön, meinen Kindern vom Christkind, dem Nikolaus und dem Osterhasen zu erzählen und die jeweiligen Feste entsprechend zu gestalten. Das hat Tradition und macht den Kindern und den Eltern Freude.

 

Schwierig wurde es für mich, ab einem Alter von 5 Jahren, denn dann kamen die Fragen meiner Kinder und der daraus entstehende Gewissenskonflikt für mich.

 

Kindern in dem Alter kann man begreiflich machen (meistens wissen sie es schon), was Märchen oder Geschichten sind – nämlich nicht unbedingt wahr. Geschichten können erfunden sein und dienen der Unterhaltung, haben eine gewisse Symbolik, Lehre und/oder sind religions-/traditionsbedingt.

 

Ich habe damals für uns diese Lösung gefunden: Steht z. B. Weihnachten bevor, wird das normalerweise mit dem Kind zusammen vorbereitet (Plätzchen backen – weihnachtliche Stimmung/Dekoration, ect.) Zu diesen Gelegenheiten spricht man natürlich auch immer wieder mit dem Kind darüber, was es sich an Geschenken wünscht (Wunschzettel schreiben oder malen) und man spricht auch über das Christkind selbst. Ich habe dann immer öfter nicht mehr vom Christkind, sondern von der Geschichte vom Christkind gesprochen. Da für meine Kinder der Begriff „Geschichte = nicht unbedingt wahr“ klar war, haben sie langsam selbst herausfinden können, dass das Christkind (das die Geschenke bringt) eben nur eine Geschichte sein könnte. Bei diesbezüglichen Fragen der Kinder bekamen sie dann von mir eine augenzwinkernde Bestätigung mit dem Zusatz „ist doch aber eine schöne Geschichte“.

 

Dadurch, dass Kinder das langsam selbst herausfinden können, haben sie nicht das Gefühl belogen worden zu sein, sondern eher das Gefühl aus sich selbst heraus erkannt zu haben, dass es sich hier um eine schöne Geschichte/Tradition handelt.

 

Meine Kinder wollten noch viele Jahre die Geschichte vom Christkind, Osterhasen, usw. weiterspielen, obwohl sie schon längst wussten, dass in Wirklichkeit Mama und Papa das Christkind, den Osterhasen und die Zahnfee spielen.


Emelina  04.12.2012, 14:34

Danke für den Stern und das Kompliment :-)

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Erzähl ihm oder lies ihm diese Geschichte vor...

 


Der folgende Briefwechsel zwischen Virginia O'Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert - bis zur Einstellung der "Sun" im Jahre 1950 - alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung gedruckt.

Die achtjährige Virginia aus New York wollte es ganz genau wissen. Darum schrieb sie an die Tageszeitung "Sun" einen Brief:

Ich bin 8 Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der "Sun" steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?

Die Sache war dem Chefredakteur Francis Church so wichtig, dass er selber anwortete - auf der Titelseite der "Sun":

"Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur was sie sehen; sie glauben, daß es nicht geben kann, was sie mit Ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.

Gewiss, Du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht - was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts.

Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken - geschweige denn sie zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönsten Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter zu erkennen sein

"Ist das denn auch wahr?" kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger.

Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen. Frohe Weihnacht, Virginia".

Dein Francis Church.


MamaKnopf 
Fragesteller
 28.03.2011, 11:39

nette Geschichte

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OnkelBerni  28.03.2011, 14:51

sehr schön, dafür habt ihr beide , Icke und Du,  ein DH vom Onkel bekommen.

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Also, ich denke auch, dass sich diese Fragen von selbst relativieren werden und keine Vorwürfe kommen von wegen geschwindelt haben. Ab einem gewissen Alter mit zunehmender Reife gehen Kinder da anders ran, ihnen kommen eigene Gedanken zu dem Thema und haben eigentlich keinen Augenöffner-Moment, sondern es tauchen logische Zweifel auf und gleichzeitig aber auch Bedauern, weil es ja auch schön ist, an mystische Dinge, die positiv sind, zu glauben.

Meines Wissens klärt sich das ganz von allein.

 

Ich hab mich bei meinem Kindern auch immer ein wenig rausgeredet. Letztlich erledigt sich die Frage im Schulalter mehr oder weniger von selbst,

 

...Und doch bleibt ein ganz klein wenig "Weihnachtsmann-Glaube" weiterhin erhalten, wider besseres Wissen - und das ist gut so! ;-)

 

Das sagt ja letztlich auch die Antwort von kappische aus, die es in wunderschöne Worte verpackt!

denke mal, dass es darauf ankommt, ob du möchstes, dass dein Kind an unsichbare Dinge, bzw. an Energieformen glaubt, die nicht mit rationalen Mittel erfassbar sind. Die christliche Kirche glaubt an einen lebendigen Geist und nennen den z.B. Christus und meinen eine Energieform, die den Menschen Heil und Segen bringt und zumindest nach dem Tod einen Platz im Himmel. Also brauchst du nur zu erklären, dass diese Dinge wie Osterhase, Nikolaus usw. nicht gesehen werden können mit dem normalen Auge, sondern nur mit dem geistigen Auge, also mit der Kraft die Gedanken schafft.