Blausäure: Nachweis?

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4 Antworten

Wäßrige Blausäure liegt bei ungefähr pH=5. Schau nach, was Dein Universal­indikator beidiesem pH tut; wahrscheinlich zeigt er Neutralfarbe an. Bei anderen indikatoren ist das natürlich anders.

Nachweisen tut man das Ding gewöhnlich mit Fe²⁺ und Fe³⁺, denn dann bildet sich Berliner Blau (ein jeansblauer Niederschlag). Alternativ geht es auch mit Polysulfid plus Fe³⁺, dann bildet sich SCN⁻ (Thiocyanat), das mit dem Eisen einen blutroten Komplex bildet.

3 Fe²⁺ + 4 Fe³⁺ + 18 CN⁻  ⟶   Fe₄[Fe(CN)₆]₃

CN⁻ + Sₙ²⁻   ⟶   SCN⁻ + Sₙ₋₁²⁻

SCN⁻ + Fe³⁺  ⟶   [Fe(SCN)]²⁺

(die Reaktionsgleichungen sind nur geschätzt und bestimmt zu einfach, aber sie zeigen das Prinzip)

Die dritte Frage verstehe ich nicht, weil ich nicht weiß, worauf sich das Wort „dabei“ bezieht.

das "dabei" bezieht sich auf den Nachweis ^^

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Mal so nebenbei :

Bitte nicht mit Blausäure und Cyanid spielen das Zeug ist hoch giftig


BLAUSÄURE

1 Definition

Als Blausäure bezeichnet man die wässrige Lösung des hochflüchtigen Zyanwasserstoffs (HCN). In Wasser gelöst wirkst sie schwach sauer. Die Salze der Blausäure werden als Zyanide bezeichnet. 

2 Vorkommen

Blausäure kommt in gebundener Form in geringsten Konzentrationen in vielen Nahrungsmitteln (beispielsweise in Form von cyanogenen Glykosiden in Mandeln, Kirschen, Aprikosen, Maniok) vor. Bei der Verbrennung von Rauchtabak entsteht Blausäuregas.

3 Verwendung

Blausäure findet Verwendung in der Herstellung von Insektiziden und kommt in Form der Zyanide bei der Auslaugung von Edelmetallen aus ihren Erzen zum Einsatz.

4 Pathologie

Blausäure ist hochtoxisch. In Nahrungsmitteln vorkommende Kleinstmengen können vom menschlichen Organismus durch das mitochondriale Enzym Rhodanid-Synthetase in eine ungefährliche Thiozyanatverbindung umgewandelt werden. Intoxikationen mit größeren Mengen verlaufen i.d.R. letal. Die giftige Wirkung der Blausäure besteht dabei in der Hemmung der Cytochrom-C-Oxidase (Komplex 4 der Atmungskette).



BLAUSÄUREVERGIFTUNG

1 Definition

Als Blausäureintoxikation bezeichnet man die durch den Kontakt mit Blausäure- oder Zyanid-haltigen Substanzen entstehende Vergiftung, die unbehandelt schon bei Exposition gegenüber geringenToxinmengen (etwa 70 mg bei oraler Aufnahme) letal ist.

2 Resorption

Blausäure- oder Zyanidverbindungen können auf verschiedenen Wegen in den Organismus gelangen. Typische Aufnahmemodi sind die Einatmung, die orale Aufnahme oder die Resorption über die Haut: Respirationstrakt: Nach Einatmung des Toxins (beispielsweise als bei Schwelbränden freiwerdendes Gas) wird die Substanz in der Lunge resorbiert und gelangt ins Blut sowie in das umgebende Gewebe.Haut: Blausäure gelangt als kleines wenig polares Molekül leicht durch die schützenden oberen Hautschichten und erreicht nach kutaner Resorption schnell die Blutbahn.Gastrointestinaltrakt: Durch die Aufnahme zyanidhaltiger Nahrungsmittel (beispielsweise Bittermandeln) kann das üblicherweise glykosidisch gebundene Zyanid enteral resorbiert werden und auf diesem Wege in die Blutbahn gelangen.

3 Pathomechanismus

Beim Kontakt mit Körperflüssigkeiten nehmen Zyanide als extrem schwache Säuren ein Proton auf und liegen damit als ungeladene Blausäure vor, die in der Lage ist, Lipidmembranen zu passieren. Innerhalb der Zellen entfaltet die Blausäure ihre Wirkung über die Bindung am zentralen Eisen(III)-Ion des Häm-a3-Kofaktors der Cytochrom-c-Oxidase in der Atmungskette der Mitochondrien. Die höhere Bindungsaffinität der Blausäure im Vergleich mit dem Sauerstoff verhindert eine weitere Sauerstoffbindung und die daraus resultierende Deaktivierung der Cytochrom-c-Oxidase führt zur Blockade der Atmungskette. Der Tod durch "inneres Ersticken" tritt innerhalb weniger Minuten ein.

Daneben komplexiert Blausäure auch das Eisen in Hämo- und Myoglobin.

4 Symptome

Erstes Symptom einer Blausäureintoxikation ist das Auftreten starker Krämpfe; Erbrechen und Bewusstlosigkeit folgen schnell. Die Atemluft bei Patienten mit Zyanidvergiftung hat den charakteristischen Bittermandelgeruch. Der Tod tritt unbehandelt innerhalb kürzester Zeit ein.

Zu beachten ist, dass der typische Bittermandelgeruch nicht von allen Menschen (ca. 30-40%) wahrgenommen werden kann. Ursächlich hierfür sind genetische Gründe. Das Fehlen dieses typischen Geruches darf daher nicht zu der falschen Annahme führen, dass in der Atemluft keine Cyanide vorhanden sind.

5 Diagnose

Die Diagnose erfolgt üblicherweise über den charakteristischen Bittermandelgeruch der ausgeatmeten Luft von intoxikierten Patienten. Auch eine hellrote Färbung von Haut und Schleimhäuten weist auf das Vorliegen einer Blausäurevergiftung hin, da das venöse Blut noch Sauerstoff gebunden hat und daher in hellem Rot erscheint. Die definitive Diagnose wird üblicherweise aufgrund der Anamnese (Fremdanamnese) gestellt.

6 Therapie

Die Therapie bei einer Blausäureintoxikation muss schnell erfolgen. Es existieren mehrere Antidote, vor allem 4-Dimethylaminophenol (4-DMAP) und Natrium-Thiosulfat. Die Therapie der Intoxikation zielt darauf ab, das Zyanid in ungefährlicheres Thiozyanat umzuwandeln, das nicht mehr die Atmungskette hemmen kann.

Quelle: DocCheck



1)Der Universalindikator gibt dir einen pH-Wert zwischen 1 und 7 je nach Konzentration (wohl näher an die 1 als an die 7).

2) mach eine wässrige Lösung von Eisen(III)chlorid und gebe sie hinzu. Mit Cyanid ensteht das Berliner Blau. Kannst du hier nachlesen:

https://de.wikibooks.org/wiki/Praktikum_Anorganische_Chemie/_Cyanid

3) Geruch nach Bittermandeln.

Gruß

Henzy

Genau,

allerdings ist der Bittermandelgeruch kein zuverlässiges Indiz. Andere Chemikalien, wie Beispielsweise Benzaldehyd, riechen auch nach Bittermandeln. Viele können den Geruch von HCN auch gar nicht wahrnehmen.

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@musicmaker201

Sehr richtig. Ich gehöre offenbar zu denen, die es nicht riechen können. Im Labor hat mich ein Assi mal mit Blausäure „titriert“ bis er meinte, jetzt sei der Gestank schon so schlimm, daß er ihn nicht mehr aushält. Ich habe nichts gerochen.

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Quantitativ oder qualitativ?!? Und die Infos dazu gibt's im web zuhauf...

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