Bewegt sich nun das Licht langsamer in bestimmten Medien?

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Wie oft in der Physik haben beide Betrachtungsweisen ihre Berechtigung.

Wir können ein Medium als eine kontinuierliche Verteilung von "harmonischen Oszillatoren" betrachten, die einen Teil der Lichtenergie absorbieren und phasenverschoben wieder emittieren (nachdem sie sich eingeschwungen haben), wobei sich das Licht immer mit seiner natürlichen Geschwindigkeit (der Vakuum-Lichtgeschwindigkeit) bewegt, aber die Überlagerung der phasenverschobenen Wellen dafür sorgt, dass sich im Gesamtbild Wellenberge langsamer oder schneller als diese Geschwindigkeit bewegen. (Zur Überlagerung: Huygens-Fresnelsches Prinzip)

Wir können aber auch annehmen, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Wellen im Medium kleiner oder größer als die Lichtgeschwindigkeit ist - das ist die übliche Betrachtungsweise mit dem Brechungsindex. Bei einem Brechungsindex kleiner als 1 (Wellen bewegen sich schneller als das Licht im Vakuum) muss, bei einem Brechungsindex größer als 1 ist in der Regel der Brechungsindex abhängig von der Frequenz, und zwar so, dass sich "Wellenpakete" (bei "Schwebungen", bzw. generell Änderungen der Wellenstruktur) langsamer als das Licht im Vakuum fortbewegen (oder bestenfalls ebenso schnell).

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> Das Licht wird innerhalb dieses Mediums absorbiert, transmittiert, emittiert oder reflektiert und gestreut, aber behält stets seine Geschwindigkeit bei

In vielen Fällen kann man mit dieser Vorstellung arbeiten. Aber es fällt schwer, dabei zu erklären, wieso der emittierte Strahl exakt die gleiche Richtung hat wie der absorbierte.

Eine "Wahrheit" gibt es nicht. Nur mehr oder weniger gut geeignete Modelle.

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Im Medium ist die Lichtgeschwindigkeit geringer als im Vakuum.

Wäre das nicht so, gäbe es keine Prismen, die das weiße Licht in Farben aufspalten oder keine optischen Linsen.

Die "Konstanz der Lichtgeschwindigkeit" wird oft falsch verstanden. Dabei geht es um die relativistische Geschwindigkeitsaddition: auch das Licht aus einer sich auf mich zubewegenden Lichtquelle beweg sich "nur" mit c0 auf mich zu.

Ich frage mich aber, ob diese Aussage wirklich so stimmt

ja

Das Licht legt innerhalb dieses Mediums also einen größeren Weg zurück, weil es nicht "gerade durchgeht", sondern quasi Umwege macht, also im Zigzag das Medium durchläuft.

du scheinst dir licht als einen strahl von kleinen kügelchen vorzustellen. das ist es nicht. licht ist eine elektromagnetische welle, und breitet sich auch als solche aus (und falls du jetzt mit "photonen" kommst: das sind auch keine kleinen bällchen, und deren ausbreitung wird ebenfalls durch wellengleichungen beschrieben. am besten man streich das wort "photon" aus dem sprachgebrauch wenn es nicht wirklic , wirklich nötig ist eine quantenfeldtheoretische beschreibung zu geben. und das ist es fast nie).

die einfallende lichtwelle regt die ladungen im medium zu schwingungen an, welche dadurch wiederum selbst elektromagnetische wellen aussenden. die einfallende und diese sekundären wellen überlagern sich teils destruktiv, sodass sich die wellenfront in summe langsamer ausbreitet.

Ja, die Lichtgeschwindigkeit in Luft z.B. mit 299.705.518 m/s unterscheidet sich von der Vakuumlichtgeschwindigkeit, die bei 299.792.458 m/s liegt. Das ist so, weil die Photonen, wenn sie sich in Luft oder einem anderen Medium ausbreiten, mit den jeweiligen Molekülen wechselwirken/interagieren, was sie verlangsamt.

Ein empirischer Nachweis dafür ist z.B. die Tscherenkow-Strahlung in den Kernkraftwerken, diese basiert darauf, dass Licht im Wasser eine andere Geschwindigkeit hat als im Vakuum.

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