Baptisten - eine Sekte?

17 Antworten

Ich halten Baptisten im offenen, sonntäglichen Gottesdienst auch nicht für "gefährlich" oder für eine Sekte. Problematisch wird es in den Hauskreisen - dort findet eine massive Manipulation statt. "Erfahrene Glaubensbrüder (und Schwestern)" wenden Methoden des Brainwashings (Vernebelungstechniken, Wortsalat auf klare Fragen,...) an. Freies Denken ist unerwünscht und man wird subtil dazu angehalten, die Bibel wortwörtlich zu nehmen. Wer nicht konform geht, bekommt schnell Probleme.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Der Begriff "Sekte" hat eindeutig abwertenden Sinn und hat vom Wortsinn her auch mit "Abspaltung" (von den etablierten christlichen Kirchen) zu tun. In Deutschland gehören sie zu den "evangelisch-freikirchlichen" Religionsgemeinschaften und stellen eine relativ kleine Minderheit dar(auch wenn viele Russlanddeutsche sich zu dieser Konfession bekennen). Sie lehnen die Kindertaufe strikt ab und für sie ist die Bibel die alleinige Richtschnur des Handelns. Bei Sekten (der Begriff ist nicht eindeutig definiert!)denkt man meist an Heilversprechen, Abkapselung von anderen Menschen, Überredungskünste und besonders starke Frömmigkeit. - Hier in Deutschland werden wohl viele die Baptisten als "Sekte" bezeichnen, aber im Süden der USA sind sie die dominante Konfession, zu der sich auch viele hohe Politiker(z.B. M. Huckabee) bekennen. DORT kann man die Baptisten sicher NICHT als "Sekte" bezeichnen.

Ich bin seit 45 Jahren Baptist und bin es gerne. Vieles bisher Beschriebenes erkenne ich wieder.
Ich bin deswegen gerne Baptist, weil ich als einzelnes Mitglied die Möglichkeit habe meine Ortsgemeinde mitzugestalten. Manche Abartigkeit aber Gutes hat mit den Menschen zu tun, die die Gemeinde mitprägen. Doch das finde ich genauso in der Katholischen oder der Evangelischen Kirche. Auch da habe ich extreme und schräge Typen getroffen unter denen die Menschheit leidet.

Ich liebe den Freiraum bei den Baptisten und den Freiraum Dinge zu hinterfragen und gemeinsam zu erarbeiten. Doch wie gesagt, die Persönlichkeitsstruktur meines Gesprächspartners hat weniger mit einer Denomination, sondern eher mit dessen bzw. ihrer Lebensgeschichte und Neigung zu tun.

Also ich muss mich hier gerade mal zu Wort melden, da ich selbst Baptist bin und mich sehr wohl fühle in meiner Gemeinde und auch sehr gläubig und aktiv bin. Ich bin aktiv und gläubig, weil ich es sein möchte und nicht, weil mich irgendjemand zwingt. Baptisten sind keine Sekte, denn, wie oben erklärt wurde, sehen wir für alle, die an Jesus glauben und mit ihm leben wollen die Erlösung, nicht nur für die Baptisten. Zu den Spenden: Spenden sind notwendig für den Gemeindehaushalt, um das Gebäude instand zu halten, ntige Anschaffungen und auch, damit unsere Gemeinde die Mitgliederbeiträge an den Bund der Baptisten zahlen kann. Der Bund der Baptisten steck dann manches für seine Mitarbeiter ein (ist ja klar!) und finanziert mit dem Geld teilweise Veranstaltungen wie zum Beispiel vom Gemeindejugendwerk. Ein Verein, der Freizeiten für Kinder bis junge Erwachsene organisiert. Mit den Spendengeldern kann der Preis gesenkt werden, damit nicht nur "die Reichen" an diesen Freizeiten teilnehmen können. Es wird aber niemand gezwungen zu Spenden. Jeder darf so viel geben, wie er mag und kann. Es steht zwar in der Bibel, dass man den 10. Teil (also 1/10) seines Einkommens für die Gemeinde abgeben soll, wenn es möglich ist. Aber eben wenn es möglich ist. Ich kenne viele Baptistengemeinden und habe nie irgendetwas von Zwang o.Ä. mitbekommen; jedenfalls nicht ausgehend von der Gemeinde. Das war dann vielleicht von den Eltern, wenn die Teenagerkinder keine Lust hatten auf Sonntagmorgen um 10 Uhr im Gottesdienst sitzen. Man darf übrigens auch Fernseher und Computer haben. Kurze Röcke sind auch voll ok. Eigentlich ist es jedem egal, wie du in deiner Freizeit rumläufst, weil es deine eigene Sache ist. Im Gottesdienst sind Bauchfrei und Hotpants, wo der halbe Hintern rausfällt aber nicht so gerne gesehen. Aber das zieht man ja auch nicht im Büro oder als Lehrerin an. Ich habe bisher noch nie etwas von Zwang oder krassen Vorschriften gehört. Ich komme aus einer Kleinstadtgemeinde und auch dort sind die meisten liberal, offen und meistens auch tolerant (die ältere Generation steht nicht immer auf Schlagzeug und E-Gitarre)... Sonst fühle ich mich bei den Baptisten total wohl! Es gibt so ein großes Spektrum an verschiedenen Gemeinden, da kann sich jeder eine aussuchen, die zu ihm passt und das ist doch toll!

hey, woher kommst du?

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@FieserFettsack1

Hey,

Ich bin auch getaufter Baptist, und auch stolz darauf. Ich bin so aufgewachsen und könnte mir kein besseres Umfeld vorstellen. Ich hätte es nicht besser sagen können als du es gesagt hast.

Liebe Grüße auf Düsseldorf

PfBgmn

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Hey,

Ich bin auch getaufter Baptist, und auch stolz darauf. Ich bin so aufgewachsen und könnte mir kein besseres Umfeld vorstellen. Ich hätte es nicht besser sagen können als du es gesagt hast.

Liebe Grüße auf Düsseldorf

PfBgmn

PS: der Kommentar sollte hier hin nicht als Antwort auf den anderen Kommentar

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Baptisten sind keine Sekte, auch wenn sie von der Landeskirche früher mal verunglimpft wurden.

Wenn man die Lehre als Kriterium nimmt, dann würde danach die katholische Kirche eindeutig als Sekte gelten und die evangelische Kirche wäre kurz davor.

Ich finde es immer wieder seltsam, wenn bei einer Taufe alle den Glauben bekennen, nur nicht der Täufling, alle verstehen, wenn der Pfarrer sagt "Ich taufe dich...", nur nicht der Täufling, alle es wollen, nur nicht der Täufling und alle sich daran erinnern, nur nicht der Täufling.

Und wenn diese Praxis, die sich biblisch nicht rechtfertigen lässt, normal sein soll...

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