Wer von euch leidet auch noch heute an den Folgen der autoritären Erziehung?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wurde mit sehr vielen strengen Regeln erzogen, bei dem ein oder anderen Fehltritt auch sanktioniert mit Hausarrest oder auch mal n paar auf den hintern bekommen und ich leide an garnichts.
Ich habe ein sehr gutes und offenes Verhältnis zu meinen Eltern, meine Mutter ist heute meine beste Freundin und ich danke meinen Eltern für meine Erziehung.
Mir geht es gut und mir ging es auch in der Kindheit gut. Aber dafür wurde mir sehr viel Vertrauen entgegen gebracht und auch wenn Höflichkeit, gute Noten, Ordentlichkeit, Pünktlichkeit oberste Priorität hatten, wurde ich sehr selbstständig erzogen und hatte trotz allem sehr große freiräume so lange alles andere passte. Ich musste 2 mal am Tag 45 Minuten mit dem Hund raus, mein Zimmer aufräumen, 1 Stunde lernen und im Haushalt Ca 20-30 Minuten etwas machen. Dafür könnte ich in den Ferien mit 14 schon alleine in den Urlaub fahren und durfte zu Freunden fliegen. Aber eben nur wenn alles andere passte.

Man kann auch darunter leiden, dass man keine Erziehung genossen hat.
Oder dass es keine Menschen waren, die einen erzogen haben, sondern nur Hülsen oder Schablonen.

  • Wenn alle Mensche gleich sind
  • Nur wichtig ist, was die Nachbarn denken oder sagen
  • Man alle mit dem selben Mist vollsülzt
  • Man nur redet, was man mal gehört hat
  • Man nur sagt, was nicht aneckt

Dann ist man in einer anderen Hölle als der von dir angesprochenen.
Besser ist sie deswegen nicht.

Es gibt keine antiautoritäre Erziehung, auch wenn ich das selbst lange als Ideal gesehen habe.
So lange halt, bis mein missratenes Pädagogik-Nebenfach Erfahrung Platz machte.

Wenn man Kinder hat, kann eben so wenig nicht erziehen wie man nicht kommunizieren kann.
Kinder wollen keine Regeln, sondern Kontakt.
Sie lernen durch Vorbilder und Beispiele, nicht durch Sprüche.

Und falls es dich noch interessiert, ich gehöre in die Gruppe "50-74".
Ich kann allerdings nicht verstehen, was das aussagen sollte.

Meine Sicht auf meine Erziehung ist zu subjektiv, als dass ich sie auf einer Skala objektiv einordnen könnte.

Ich möchte dennoch gern meine Meinung zum Thema Erziehung abgeben: Eine autoritäre Erziehung (klare Regeln, aber keine emotionale Zuwendung) ist nicht viel besser als eine permissive Erziehung (quasi keine Regeln, dafür emotionale Zuwendung). Ich würde mal ganz stark bezweifeln, dass die meisten unter uns tatsächlich eine reine autoritäre Erziehung dulden mussten.

Die Mischform, also quasi Regeln UND Wärme, nennt man autoritativer Erziehungsstil und wird als die optimalste Form postuliert. Es ist wichtig dem Kind Grenzen und gesellschaftliche Regeln aufzuzeigen, vor allem begründet! Und auf der anderen Seite seine Ängste und Probleme ernst zu nehmen, es zu motivieren und seine Selbstständigkeit zu fördern.

Das eine geht nicht ohne das andere.

Gewissenfrage: Wie funktioniert das Gewissen?

"Mein Gewissen ist nicht mein Besitz, über den ich verfüge, sondern im Gegenteil ein Ort, an dem ich dem begegne, der über mich verfügt."

Die Frage bleibt offen, wer der ist, der über mich verfügt. Wir können hier* nicht* automatisch "Gott" einsetzen. Vieles hat Gewalt über uns durch Gewissensprägungen. Unser Gewissen wird geprägt durch Eltern, Erziehung, Staat, Gesellschaft, Religion, Egoismus, Gott.

Nichts ist so veränderlich wie das Gewissen: Es hat ebenso viele Abstufungen wie es Gemeinschaften und Einzelmenschen und Momente im Leben des Einzelnen gibt.

Das Gewissen redet nicht bei allen Menschen gleich. Es zeigt Gut und Böse ganz unterschiedlich, weil es von den Umständen abhängt, in denen ein Mensch aufwächst.

Nicht das Gewissen schafft die Ordnungen, in denen wir leben. Sondern die Ordnungen, denen wir ausgesetzt sind, gewinnen Macht über uns und prägen unser Gewissen.

Der Mensch besitzt kein autonomes Gewissen. Das Einzige, was ich mir - als Erwachsener - aussuchen kann, ist, von wem ich mein Gewissen ab jetzt prägen lassen will.

Frage: Warum ist das eigentlich so, dass das Gewissen nicht wirklich objektiv ist, sondern immer gegenseitig von anderen Menschen geprägt wird?

Manchmal macht mir das Angst, wenn ich daran denke, dass Kinder in autoritären Familien oder Erwachsene in diktatorischen Staaten leben, und kaum eine Chance haben, aus dem vorgegebenen Denken und Gerechtigkeitsempfinden auszubrechen.

...zur Frage

Was haltet ihr von Eltern..?

..,die ihren Kindern in der „Erkundungsphase“ erlauben, ihre Geschlechtsteile anzufassen? Habe letztens einen Beitrag gelesen und herausgefunden, dass es für manche Eltern normal ist, aber ich wurde da anders erzogen.. was haltet ihr davon?

...zur Frage

Was sind die Vor- und Nachteil eines autoritären Erziehungsstil?

...zur Frage

Können sich Kinder heutzutage weniger benehmen als früher?

Rein subjektiv fällt mir und meinem Bekanntenkreis immer wieder auf, dass die heutigen Kinder viel weniger Benehmen beigebracht bekommen als früher.

Ist das so oder täuscht das vielleicht.

Und wenn dies tatsächlich so ist. Woran könnte es liegen? Könnte es an der heutigen anti-autoritären Erziehung liegen, die einige Eltern bevorzugen?

...zur Frage

Was meint man mit die Eltern setzen sehr viel Autorität ein?

Bzw. Kennt jemand ein anderes Wort für Autorität?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?