Aus Solidarität in Gegenwart von Muslimen auf Alkohol verzichten (als Nicht-Moslem). Gerechtfertigt oder Übertrieben?

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12 Antworten

Ich würde das als sehr zuvorkommend und höflich empfinden. Die Person kann ja dann immer noch jedes mal Bier trinken, halt nur dann nicht, wenn der muslimische Freund anwesend ist.

Ich finde das ist eine Sache der Höflichkeit und Empathie. Aber Personen, die dann in meiner Gegenwart Alkohol trinken würde ich nicht automatisch deshalb als unhöflich abstempeln. Wenn ich zum Beispiel einen Freund habe, der sich vor Fleisch ekelt und ich ihn mit mehreren anderen Freunden einlade, würde ich eben auch nur vegetarische Gerichte zubereiten.

Hier wird es bestimmt viele Kommentare geben, dass Muslime sich gefälligst als Gäste oder Einwanderer anzupassen haben usw. aber ich finde es gehört einfach zum guten Benehmen dazu, dafür zu sorgen, dass sich Personen in meiner Gegenwart nicht unwohl fühlen.

Wenn ich als Muslim draußen unterwegs bin und blöderweise es mit den Gebetszeiten falsch oder gar nicht geplant habe und nun drohe ein Gebet zu verpassen, muss ich ja irgendwie irgendwo beten (nehmen wir an ich habe wudu und eine Moschee gibt es in der Nähe nicht, z.B. wenn man im Stadtzentrum in einer Einkaufsstraße unterwegs ist). Dann werde ich um jeden Preis versuchen zu vermeiden, mich auf offener Straße hinzustellen und zu beten, sondern mir eine ruhige Ecke in einem Hof oder so suchen und dort, ohne gesehen zu werden, beten. Und wenn ich eine solche Stelle nicht finde, kostet es mich sehr viel Überwindung an einer Stelle zu beten, wo Passanten mich sehen können. Aber das eher aus dem Grund, weil ich deren negative Reaktionen vermeiden will ("OMG jetzt wurde Deutschland schon vollends islamisiert" oder "Das muss doch ein Extremist oder Radikaler sein, der es nicht abwarten kann, in seiner Moschee zu beten" [es gibt ja manche, die absichtlich in der Öffentlichkeit in Gruppen beten und versuchen, möglichst viel Aufmerksamkeit zuerregen]).

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Kommentar von k3ltis
03.05.2016, 10:35

Hier wird es bestimmt viele Kommentare geben, dass Muslime sich gefälligst als Gäste oder Einwanderer anzupassen haben

Mag sein, dass das dem ein oder anderen durch den Kopf geht. Jedoch ist nicht zu vergessen, dass es hier um eine freiwillige Reaktion ohne Zutun der vermeintlich Betroffenen geht.

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Gehen ein Muslim, ein Hindu, ein Christ, ein Zeuge Jehovas und ein Phantasie-Mensch gemeinsam Essen.

Der eine darf keinen Alkohol und kein Schwein, ein anderer darf keine Kuh, der eine muss mit Mütze, der andere ohne, der eine muss mit Bart, der andere ohne, der eine darf kein Gemüse, der andere kein Geflügel.

Trinken wir halt Wasser. Mit oder ohne Kohlensäure?

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Was ich damit sagen will: Es kann nicht respektlos sein, wenn ich meine Gewohnheiten, Sitten und Gebräuche auch in Gegenwart von Freunden mit anderen Überzeugungen weiterlebe.

Wenn ich also Nicht-Muslime zu mir nach Hause einlade, dann steht trotzdem kein Alkohol auf dem Tisch. Habe ich besipielsweise zum Grillen eingeladen und es brächte sich ein Freund ein Bier mit, weil das für ihn beim Grillen "dazugehört", wäre das völlig OK für mich. Meine Freunde wissen das auch. Respektlos fände ich es, wenn er sich bei mir betrinkt oder mir die Flaschen daließe.

Für Schweinefleisch habe ich einen separaten Grill, der von meinen Freunden zu jeder Zeit gerne bedient werden kann. Dabei breche ich mir übrigens keinen ab, wenn ich die Bratwurst auch mal wende.

Wenn ich bei christlichen Freunden bin, dann kümmern diese sich schon darum, dass mein Stück Fleisch nicht unterm Schweinenackensteak gelegen hat. Soviel Rücksicht darf ich erwarten. Niemals käme ich auf die Idee, dass es kein Schwein oder keinen Alkohol zu geben hätte, wenn ich eingeladen bin.

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.... zumal die islamische Regelung betreffend des Alkohols ja gar nicht so eindeutig ist - also innerhalb des "richtigen" Islams #Ironie Off# (wenn man sich mal an den Quran halten würde, anstatt zu versuchen, das Leben über menschen-erdachte Regelungen per Sunnah oder Hadithe überzureglementieren).

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Kommentar von Mark1616
06.05.2016, 12:49

mir die Flaschen daließe.

Vielleicht will er sich damit ja nur an den Kosten beteiligen? :P

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Hi! Also ich bin Christin, finde deine Frage aber sehr interessant. Für mich ist das tatsächlich eine ganz persönliche Entscheidung, die jeder für sich allein treffen sollte. Ich würde mir beispielsweise aus moralischen Gründen niemals ein Bier bestellen, wenn ich mich mit einem trockenen Alkoholiker treffe.

In Gegenwart von Muslimen habe ich allerdings bis jetzt weder moralische Bedenken gehabt, noch kam es je zu diesbezüglichen Diskussionen. Respekt zeige ich, indem ich einem Antialkoholiker ganz einfach keinen Alkohol anbiete, sondern bei Besuchen gute Alternativen zuhause habe. Toleranz findet beidseitig statt, oder eben nicht- Selbstverleugnung und Gefallsucht sind für mich keine Optionen.

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Kommentar von k3ltis
03.05.2016, 00:03

Ich habe befürchtet, dass es eine ganz persönliche Entscheidung sein könnte ;)

Der Alkoholiker ist ein starkes Beispiel. Hat mich fast überzeugt, dass ich vielleicht einfach nur unmoralisch bin.

Ich glaube jetzt, dass es nicht nur eine Frage der Person, sondern auch der Situation ist. Es wurden hier Beispiele genannt, in denen ein Verzicht offensichtlich Überzogen ist. Bei Anderen scheint es jedoch angebracht.

Ist das letztendlich also eine Frage der Objektivität (sofern vorhanden) und des gesunden Menschenverstandes?

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Das hängt von den Umständen ab: wenn Du ausschließlich Muslime zu einer Feier einlädst, dann gebietet es die Gastfreundschaft, dass Du in ihrer Gegenwart auf Alkohol verzichtest. Wenn deine muslimischen Freunde lediglich Gäste neben anderen Gästen sind, die gern ein Gläschen trinken, dann müssen sie es ertragen. Oder nicht kommen....

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Ich finde auch, das ist der falsche Ansatz und setzt falsche Signale. Ich habe viel mit Muslimen zu tun, aber diese Idee ist mir noch nicht gekommen.

Gegenseitiger Respekt und Authentizität entscheiden, finde ich. Auch Muslime lernen ja Toleranz anderer Lebenswelten durch Umgang mit verschiedensten Lebensformen. Besonders, wenn wir in Deutschland sind.

Anders ginge es mir, wenn ich in einem Land zu Gast wäre, in dem Alkoholkonsum unüblich ist,

oder ich in einer Situation hier mich nicht wohlfühle, in der Gegenwart von Muslimen damit. Das wäre eine individuelle, situationsbezogene Entscheidung, es dann zu lassen. Aber als generellen Ansatz finde ich das eher beklemmend und übertrieben.


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Ich finde es auch völlig überzogen, denn du greifst ja mit dem Bierkonsum bspw. Nicht die manifestierten Überzeugungen, deines Gegenübers an. Anders wäre es, wenn du versuchen würdest, ihn zum Konsum zu animieren. Respekt und Toleranz ist wichtig, muss aber zwingend auf beiden Seiten da sein. Ich hätte zB nie ein Problem damit, wenn ein Moslem in meiner Gegenwart betet, er darf nur nicht versuchen, mich zu missionieren. Ich denke, hier werden falsche Signale im zwischenmenschlichen Zusammenleben gesendet, der Glaube eurer muslimischen Freunde wird zu sehr exponiert.

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Kommentar von k3ltis
02.05.2016, 23:21

Ah ja! Genau das ist es, was mir irgendwie die ganze Zeit im Kopf herumgegeistert ist. Der Begriff exponiert trifft genau das, was ich in der Situation empfinde.

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Kommentar von MaggieSimpson91
02.05.2016, 23:26

Der Glaube ist ja nicht ausschlaggebend das Bestehen der Freundschaft (nehme ich jedenfalls an). Genausowenig sollte das der Bier- oder Fleischkonsum sein. An besonderen Anlässen, wie zB Ramadan könnte man vielleicht noch etwas aufmerksamer sein und auf das Essen in Gegenwart der Freunde verzichten bzw sie später dazukommen lassen, aber das solltet ihr einfach mal offen ansprechen.

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Respekt und Toleranz sind keine Einbahnstraßen, sowas geht immer in beide Richtungen. Du respektierst, dass sie kein Alkohol trinken und sie respektieren, dass du Alkohol trinkst. Weder du, noch die anderen, zwingen einander ihre gegensätzlichen Ansichten auf.

Die Freiheit eines Menschen hört nun mal da auf, wo die Freiheit eines anderen beginnt. Sie müssen also zwangsläufig damit zurechtkommen, dass andere Menschen das machen was sie möchten. Außerdem ist Alkohol ja kein unwiederstehlicher, lebensnotwendiger oder andersweitig wichtiger Nahrungsbestandteil. Ein Verzicht auf Alkohol ist meiner Einschätzung nach ziemlich leicht durchzuziehen, deswegen verstehe ich die Ansicht deine Freundes kaum.

Sofern ihnen das tatsächlich zu wider ist sollten sie sich irgendwie bemerkbar machen, allerdings werden die restlichen Gäste des Etablissements wohl kaum auf Alkohol verzichten, weil eure Freunde Muslime sind. Ihr müsstet dann also fast zwangsläufig in Lokale gehen, wo überhaupt kein Alkohol ausgeschüttet wird.

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Ich würde mich obwohl fühlen wenn ein freund neben mir Alkohol trinkt... Meine freunde haben noch nie neben mir Alkohol getrunken, liegt wohl daran das wir uns immer mittag oder abends getroffen haben.

Mir persönlich wäre es wirklich sehr lieb wenn meine freunde neben mir nicht trinken... Ob es schlimm ist wenn sie es tun? Nein.

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Kommentar von halloschnuggi
02.05.2016, 23:37

Statt obwohl kommt unwohl hin!

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Hallo ,
ich als Muslim empfinde es als äußerst unangenehm wenn jemand in meiner Gegenwart trinkt . 
Es geht nicht nur um den respekt vor der Überzeugung sondern auch um den Respekt den man gegenüber seinem Freund hat .
Als Freunde sollte man doch darauf achten nichts zu tun was den anderen stören könnte.

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Kommentar von k3ltis
02.05.2016, 23:54

Als Freunde sollte man doch darauf achten nichts zu tun was den anderen stören könnte.

Genau das bedeutet Freundschaft für mich nicht (in gewissen Grenzen).

Meine Freunde sind hochwillkommen mich darauf aufmerksam zu machen, wenn ich mich zu meinem Nachteil verändern sollte. Wer, wenn nicht Freunde sind dazu besser geeignet, wenn die nötige Reflexion fehlt?

Also, wenn sich jemand in deiner Gegenwart die Hucke vollsäuft ginge das auch für meinen Geschmack deutlich zu weit. Ich denke man sollte da insbesondere mit Blick auf gegenseitigen Respekt einen gewissen Kredit einräumen.

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Kommentar von DerKleineRacker
03.05.2016, 01:03

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, es stört dich, wenn jemand anders ein Getränk trinkt dass du nicht trinken willst... 

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Kommentar von earnest
03.05.2016, 07:03

Das ist gelebte Intoleranz, said. 

Wir sehen sie in deinen Äußerungen leider immer wieder.

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Kommentar von saidJ
03.05.2016, 11:58

mich stört es nicht weil ich alkohol insgeheim trinken will sondern weil ich alkohol verabscheue .

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Ich finde den Vergleich lustig, er ist doch intelligent! :-)

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Das ist eine Über-Anpassung, die meiner Meinung nach zu weitgeht. 

Auf Alkohol würde ich nur in Gegenwart eine Alkoholikers oder eines trockenen Alkoholikers verzichten. 

Ansonsten ist das eine in meinen Augen falsche Rücksichtnahme.

Wenn das ein muslimischer Freund offensiv anders sehen sollte, dann solltest du die Freundschaft überdenken. Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz. 

Gruß, earnest

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Naja vor ihm macht es halb soviel spaß. aber wenn er nicht da ist. und vorallem es ist deine Entscheidung, da hat er dir egal welcher Religion nicht mitzureden :)

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