Anstatt "man" "mensch" verwenden/ Sprachlich korrekt?

20 Antworten

Das ist absoluter Schwachsinn! Hier eine linguistische Begründung:

Bei dem maskulinen Substantiv 'der Mann' und dem generalisierenden Personalpronomen 'man' handelt es sich um zwei unterschiedliche Lexeme (Eintragungen im Wörterbuch). Diese beide Lexeme unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihrer Lexik, als auch bezüglich der Semantik und ihrer syntaktischen Verwendbarkeit (Mann (Substantiv) fordert einen Artikel: der/einer; man (Personalpronomen) fordert keinen Artikel). Lediglich auf phonologischer Ebene gibt es Entsprechungen, da beide Worter gleich artikuliert werden. Wer solche wirren Ideen anstellt, müsste dann allerdings auch die höfliche Anredeform (Sie) und (Ihre) mit 'mensch' ersetzen, denn auch hier gibt es eine phonologische Entsprechung. Folglich müsste der Satz:

'Entschudligen Sie Herr Meyer, ich möchte Sie gerne bitte, mir Ihre Jacke zu geben'

etwa so heißen:

'Entschuldigen Mensch Meyer, ich möchte Mensch gerne bitten, mir Mensch Jacke zu geben.

Also völliger unfundierter Blödsinn.

Ich möchte ergänzend gerne nochmal die Idiotie dieser Form hervorheben, indem ich auf die Sprachökonomie verweise.

Alle Personalpronomen sind kurz und einsilbig

(Ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie, Sie, man)

Dahingehen ist das Wort 'mensch' länger und endet mit den Konsonanten >sch<.

In der Regel stehen Personalpronomen vor Prädikaten (also Verben)

man kann sehr eifach sagen:

'er schläft, sie schläft, man schläft etc.'

Allerdings ist es -insbesondere für Fremdsprachenlerner- deutlich schwieriger, und auch für Muttersprecher hinsichtlich der Sprachökonomie deutlich aufwendiger sowas zu sagen wie:

'Mensch schnläft'

Die liegt an der unschönen konsonatischen Abfolge von >sch< und <sch>

'man' hat sich sicherlich durchgesetzt, weil es sprachökonomisch gut vor Prädikaten stehen kann, während Wörter wie 'Mensch' es nicht können. Wer also so einen Blödsinn einführen will, wird zwangsläufig auch damit rechnen müssen, dass 'Mensch' und 'schläft' verschmelzen würden und zu 'Menschläft' würden.

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@RoBo12

Nichtsdestowenigertrotz stehe ich zu meiner gelegentlichen "Idiotie" und zu meinem gelegentlich auftretendem "Schwachsinn".

;-)

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Es handelt sich dabei vornehmlich um einen Trend der linken/feministischen Szene, die in dem Wort "man" die sprachliche Benachteiligung der Frau vermutet - "man" mit "mensch" zu ersetzen und eine Geschlechterneutralität zu propagieren, ist allerdings kompletter Unfug, da auch "Mensch" mit "männlich" verwandt ist, bzw. von einer gemeinsamen Wortwurzel abstammt. Die etymologische Argumentation ist deshalb bodenlos. MERKE: "man" ist geschlechterneutral und steht für keinen patriarchalischen Despotismus! Genauso unsinnig ist der Trend, Wörter, die "ss" enthalten, mit "sz" zu schreiben und in diesem Kinderspielchen eine revolutionäre politische Tat zu erahnen.

Ich finde das ist eine gute Idee. Die Sprache ist plastisch. Sie hat sich schon immer verändert. Menschen wie du und ich haben sie geformt. Wenn mensch das in Zukunft so tut, wie du es vorschlägst, ist es bald normal. Und "mensch" ist inzwischen einleuchtender als "man". Wer schlägt schon noch die verbindung von "man" über "human" zu "Mensch"? Niemand.

Wenn das Wort geprägt ist, dann wird es auch sprachlich korrekt sein. Dann ist "mensch" ein anderes Wort als "Mensch". Bevor dies so eingeführt ist, ist es allerdings nicht sprachlich korrekt. Vor dem Wort "Mensch" würde der Artikel fehlen.

"man" geht (wie nicht anders vermutet^^) auf "Mann" zurück, welches als gemeingermanisches Wort dieselbe Wurzel hat wie das Englische "man", welches ja wie gesagt sowohl Mann als auch Mensch heißt, genau wie "Mann" früher auch Mensch hieß. Man vermutet, dass dies daher kommt, dass es auf die indogermanische Verburzel *men(ə) (Das Sternchen deutet an, dass es sich um eine Rekonstruktion handelt), was denken und überlegen hieß. Somit war ein "Mann" einfach ein denkendes Wesen, also ein Mensch. Im heutigen Sprachgebrauch ist die Bedeutung eines denken Wesens verloren gegangen und heißt einfach nur noch <erwachsenes maskulines Exemplar der Spezies Homo Sapiens>. Die Uhrbedeutung des Wortes Mann steckt übrigens noch in Ausdrücken wie "an den Mann bringen".

Demzufolge ist der Ausdruck "man" geschlechtsneutral, da er sich auf die Urbedeutung des Wortes bezieht, welche ja wie oben erläutert <denkendes/überlegendes Wesen> ist.

Als Quelle habe ich den etymologischen Duden benutzt.

Urbedeutung natürlich ohne "h"^^

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Die Synonyme für "man" sind: jeder, alle Leute, die Menschen.

So wie du es schreibst, halte ich es für ungewöhnlich, aber in der gesprochenen Sprache durchaus für anwendbar.

Nun dient Sprache ja in erster Linie der Kommunikation, und da solltest du dann mal ausprobieren, ob Mensch dich versteht.

Aber ist es nicht ursprünglich auf "Mann" zurückzuführen? Oder bin ich da falsch informiert?

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@noerdofkanu

Die Frage habe ich mir eben auch gestellt. Die deutsche Sprache hat ja einige patriarchalische Elemente. Das ist auch der Grund, warumich deine Überlegung nicht für falsch halte.

Auf die Schnelle im Netz habe ich nichts gefunden, aber ich werde das einmal nachsehen.

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@teddybaeruj

Müsste auf die selbe Wurzel zurückgehen wie das Englische "man" was ja Mann und Mensch heißt, ist jetzt allerdings zu spät um im Etymologielexikon nachzublättern (ich muss ins Bett^^).

Es ist eigentlich sprachlich eher der Normalfall, dass die Wort für Mann und Mensch zusammenfallen und Frau gesondert markiert wird. Frauen sind halt etwas Besonderes (im positiven Sinne).

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@DonDunkel

Dass Frauen etwas Besonderes, was sich, wie du richtig sagst, in der Sprache nicht niederschlägt. Wenn du dem auf den Grund gehst, lass uns wissen, was du erfahren hast. Ich mache das auch.

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@teddybaeruj

GF schluckt Teile der Eingabe. Noch einmal: Dass Frauen etwas Besonderes sind, was sich, wie du richtig sagst, in der Sprache nicht niederschlägt, ist unbestritten.

Wenn du dem auf den Grund gehst, woher "man" kommt, lass uns wissen, was du erfahren hast. Ich mache das auch

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