Ich habe grundsätzlich Schwierigkeiten, in der Kennenlernphase Vertrauen aufzubauen, und arbeite aktiv daran, nicht bei jedem Trigger zu zweifeln oder „crash out“ zu gehen. Mir ist bewusst, dass jede Kennenlernphase ein Risiko ist (50/50) und dass man Dinge nicht überintellektualisieren oder sich selbst sabotieren sollte.
Mein aktuelles Thema ist allerdings Social Media, konkret Instagram. Am Anfang der Kennenlernphase hat er bei vielen Frauen geliked, auch bei Frauen aus unserer (nicht besonders großen) Stadt, die man über Ecken kennt. Mir ist klar, dass wir zu dem Zeitpunkt nicht zusammen waren und dass Likes bei Influencerinnen nochmal etwas anderes sind als bei „realen“ Personen aus dem eigenen Umfeld.
Ich habe das Thema offen angesprochen. Er hat Verständnis gezeigt, bei einer konkret genannten Person selbstständig die Likes entfernt und gesagt, dass er künftig darauf achten wird. Gleichzeitig passiert es aber, dass mir weiterhin Profile vorgeschlagen werden, bei denen ich sehe, dass er dort früher (teils vor unserer Kennenlernphase) Bilder geliked hat. Das triggert bei mir Gedanken wie:
Ist er einfach vorsichtiger geworden? Signalisiert er indirekt weiter Verfügbarkeit? Wenn ich das sehe – was passiert dann vielleicht, was ich nicht sehe?
Zwei Mal habe ich in der Vergangenheit Alarm geschlagen, was sich im Nachhinein als falscher Alarm herausgestellt hat. Er sagt auch, ich könne ihn jederzeit ruhig darauf ansprechen. Gleichzeitig möchte ich das Thema nicht ständig wieder aufmachen oder ihn kontrollieren.
Hinzu kommt: Nach etwa einem Monat Kennenlernphase hat er das Thema angesprochen, dass ich bei vielen Männern like, denen ich folge, und dass ihn das in seinem Ego verletzt. Ich habe daraufhin eigenständig Likes entfernt. Danach hat er jedoch selbst weiterhin bei Frauen aus unserer Stadt geliked, was bei mir die Frage aufwirft:
Warum wird von mir etwas stark eingefordert, was dann nicht konsequent vorgelebt wird – während er gleichzeitig sagt, er will etwas Ernstes?
Es geht mir nicht darum, Unsicherheit auszuleben oder Social Media überzubewerten. Mir ist bewusst, dass Instagram vieles kaputt machen kann und dass Overthinking ein Teil meines Problems ist. Gleichzeitig habe ich Angst, am Ende „nur die beste verfügbare Option“ gewesen zu sein, während andere Optionen unterschwellig offen gehalten werden.
Auf der anderen Seite zeigt er mir Zuneigung, bringt mir Blumen mit, investiert Zeit und Mühe. Wir hatten in den letzten Wochen jedoch mehrere Streitereien, telefonieren weniger und sehen uns aktuell nur etwa einmal pro Woche – morgen ist wieder eine Woche um, ohne dass er ein Treffen angesprochen hat. Das verstärkt meine Gedanken, ob er nach den Konflikten etwas auf Abstand gegangen ist oder ob ich zu viel hineininterpretiere (Honeymoon-Phase vorbei, alte Verletzungen, Overthinking).
Meine Frage ist daher:
Ist dieses Instagram-Thema ein legitimer Grenzpunkt bzw. ein No-Go, über den man klar sprechen sollte – oder ist es etwas, das man in der Kennenlernphase bewusst lockerer sehen und nicht überbewerten sollte, um sich nicht selbst zu sabotieren?
Und: Wo liegt die Grenze zwischen berechtigtem Bauchgefühl und eigener Projektion alter Erfahrungen? Ich habe nur Angst, dass ich im Nachhinein diese ganzen Zeichen nicht gesehen bzw. ignoriert habe
Ja natürlich will ich ihn wir sind ja Ned getrennt sondern zusammen