Adverbiale Bestimmung von Präpositionalobjekt unterscheiden?

2 Antworten

Es ist nicht immer leicht, zu erkennen, was eine adverbiale Bestimmung und was ein Präpositionalobjekt ist.

Die einfachste Art ist tatsächlich die Unterscheidung anhand des Fragewortes:

Die wichtigsten Adverbialfragen sind wie, wo, wann und warum sowie damit verwandte bzw. davon ableitbare Fragen (woher, wohin, seit wann, wie lange, wozu...).

Die Frage nach einem Präpositionalobjekt beinhaltet dagegen immer die Präposition, mit der es an das Verb, zu dem es gehört, angeschlossen wird. Alle Objektfragen sind ableitbar von den Fragewörtern wer oder was:

Auf wen / Auf was (= Worauf) stehst du ? - Ich stehe auf den Pizzaboten / auf Pizza.

Dass es sich hier um ein Präp.Obj. handelt siehst du, wenn du versucht, die Fragewörter durch eine Adverbialfrage zu ersetzen:

Wo stehst du ? - Ich stehe vor / in / neben / auf der Pizzeria.

Auf die Frage "Wo stehst du ?" kann ich aber mit ganz unterschiedlichen
Präpositionen antworten (siehe Beispiele oben). Die Präposition ist also
unabhängig vom Verb - dies ist beim Objekt nicht der Fall.

Tatsächlich ist das Verb "stehen" im ersten Beispiel seiner ursprünglichen Bedeutung (= vertikale Position im Raum) beraubt, es ist vielmehr ein Synonym (= Wort mit gleicher/ähnlicher Bedeutung) zu "mögen" - aber eben nur mit der Präposition "auf": "auf etwas stehen" = "mögen". Ohne das Objekt verliert "stehen" diese Bedeutung:

  • Du stehst auf Pizza. > auf Pizza ist ein Präp.Obj., weil es sich um eine notwendige vom Verb aufgrund seiner Bedeutung (= mögen) verlangte Ergänzung handelt.

aber:

  • Du stehst. > Dieser Satz kann nur verstanden werden als etwas wie "Du befindest dich in einer vertikalen Position, wobei deine Knie nicht gebeugt sind und deine Füße den Boden berühren." Zur Beschreibung einer körperlichen Haltung verlangt das Verb "stehen" keine Ergänzung. Die Bedeutung "mögen" ist hier ausgeschlossen.
  • Du stehst auf dem Balkon. > auf dem Balkon ist eine adverbiale Bestimmung. Die Frage ist "Wo stehst du ?", nicht: "Worauf (= Auf was) stehst du ?".


Du nennst als Frage "Worauf ist er ?", dies ist eigentlich nicht korrekt und du weißt ja, dass du auch (und besser) fragst: "Wo ist er ?".

Merke: Kannst du das Fragewort "wo + X" (worauf, worin, woran...) problemlos durch eine echte Adverbialfrage ersetzen, handelt es sich nach offizieller Sichtweise um eine adverbiale Bestimmung.
Handelt es sich um ein Präpositionalobjekt, ist die Präposition festgesetzt und wird allein vom Verb verlangt. Sie bildet mit dem Verb zusammen eine Bedeutungseinheit, wobei das Verb oft seine eigentliche Bedeutung verliert. Darum muss die Präposition auch in der Frage auftauchen und kann nicht durch ein adverbiales Fragewort ohne Präposition ersetzt werden.

Zum Schluss noch ein Beispiel:

  • Wo ist er ? - Auf dem Balkon. / Hinter dem Baum. / Nicht da. / Weg. ... Es handelt sich um eine Adverbialfrage. Es gibt verschiedene Antworten, es gibt aber keine vom Verb "sein" festgelegte Präposition.
  • Worauf ist er aus ? - Auf dein Geld./ Auf Gewinn. / Auf Rache. Es handelt sich um die Frage nach einem Objekt, die Präposition "auf" ist erforderlich und festgesetzt. Das umgangssprachliche Verb "auf etwas aus sein" hat nur als Wortverband (aus sein + auf) die Bedeutung = "nach etwas trachten", "etwas erreichen/haben wollen".

Ich hoffe, das hilft dir ein wenig.

Hallo verbosus,

ich habe alles verstanden. Vielen Dank für die tolle Erläuterung.
Eine Frage habe ich dennoch:

"Ich gehe in die Schule."

Ist "in die Schule" ein Präpositionalobjekt? Ich denke schon, aber bei der Begründung tue ich mich schwer. Ich gehe auf die Schule neben die Schule ... kann ich nicht sagen. (Allerdings "zur" Schule)

Dann habe ich mal gelernt, dass bei einem Objekt die Fragestellung immer die Präposition enthalten muss, also nicht anders gefragt werden kann. Ich kann nicht fragen, "Wo gehe ich?" Aber Wohin gehe ich? (also ähnlich wie bei "worauf"). Damit wäre die Objektfrage aber nicht ableitbar von den Fragewörtern wer oder was.

Bei dem Satz "Die Zentrale hat ihren Sitz in Bottrop." ist es einfach. Das ist für mich ganz klar eine Umstandsbestimmung. Denn: Wo hat die Filiale ihren Sitz? In Bottrop oder Nähe Bottrop. Die Frage beinhaltet nicht die Präposition "in". Also Umstandsbestimmung.

Oder: "Die Abteilung wird von Köln verlegt nach Hürth." Von wo nach wo? oder: Wohin. Folglich: Umstandsbestimmung.

In der gleichen Literatur fand ich dann den Satz: "Ich muss morgen früh in die Schule gehen. Seltsamerweise wird "in die Schule" dann als Umstandsbestimmung bezeichnet. Das widerspricht sich doch!

Könnten Sie oder jemand anderes mir bei dem für mich nicht ganz greifbaren Unterschied bei der Präposition "in" helfen? Es geht mir vor allem um den ersten und letzten Satz.

Besten Dank!

Hallo niederchen,

das Problem ist folgendes: einige Verben der Bewegung und Position verlangen aufgrund ihrer Bedeutung eine notwendige wo- bzw. wohin-Ergänzung, da sonst kein vollständiger Satz entsteht. Auch wenn diese Ergänzungen notwendig sind, werden sie in den meisten deutschen Grammatiken nicht als Objekte bezeichnet. Eine Kompromisslösung ist, diese notwendigen Adverbiale als Komplemente zu bezeichnen.

Ein rein formales Argument: Wenn wir in einer Frage statt Präposition + was die elegantere Variante wo- + Präposition verwenden, wird zwischen diesem wo- und einer Präposition, die mit Vokal beginnt, ein -r- eingefügt. Nun enthält aber wohin - im Gegensatz zu worin (!) kein -r-.... Daher ist die übliche Bestimmung:

wohin = Frage nach einer Umstandsbestimmung (also adverbial),

worin = Frage nach einem Präpositionalobjekt (worin = *in was)

Im letzteren Falle kann in der Antwort nur eine Ergänzung mit in auftauchen; auf die Frage wohin dagegen, kannst du aus verschiedenen Präpositionen wählen oder sogar präpositionslose Ergänzungen als Antwort finden.

Objekte jedoch stehen laut Definition immer in einem ganz bestimmten Fall (der auch von einer Präposition abhängen kann). Doch siehst du in den folgenden Beispielen, dass du auf die Frage wohin nicht nur unterschiedliche Präpositionen wählen kannst, sondern auch Präpositionen mit unterschiedlichen Kasus findest, z.B. in die Schule (= Akkusativ), zur (= zu der) Schule (= Dativ). So etwas dürfen Objekte nicht tun....

Vergleiche:

Wohin gehst du ? > in die Schule, nach Hause, weg, zur Schule ...

Worin besteht der Unterschied ? > in der Form, in der Eindeutigkeit, in etwas Merkwürdigem ... (alle Antworten mit in + Dativ)

Hoffe, das hilft dir weiter!!

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Erst=Adverbiale Bestimmung der Zeit

durch das Versinken=Adverbiale Bestimmung der Art und Weise

im weichen Untergrund nahe Childers=Adverbiale Bestimmung des Ortes

endete=Prädikat

ihre Fahrt=Genitivobjekt

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In Befolgung der Anweisungen des Navis=Adverbiale Bestimmung der Art und Weise

entfernten...sich=Prädikat

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immer=Adverbiale Bestimmung der Zeit

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