Achten Unis auf Fehlstunden?

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4 Antworten

Deutschland ist das Land des bürokratischen Kapitalismus.

Falls du im rein kapitalistischen Ausland studieren willst, interessiert nur, dass du die Studiengebühren zuverlässig zahlen kannst.

In Deutschland gilt das nur zum Teil. Du kannst sogar ohne Geld was werden, solange du die bürokratischen Anforderungen formal korrekt erfüllst.

Hier gilt: Du kannst nur Qualifikationen erwerben, sofern du am richtigen Ort (Schule!) von den richtigen Personen (Lehrern und Lehrerinnen!)HINREICHEND beschult wurdest.

Völlig unzulässig ist sind fiese Tricks wie Intelligenz oder eigenständiges Lernen ("Autodidaktik").

Mehr als die Hälfte meiner Uni-Scheine habe ich dadurch erworben, dass ich regelmäßig anwesend war. Bzw. jemand anderen meine Anwesenheit habe bestätigen lassen. Weil jedem hirnlosen Dozenten völlig klar ist, dass nur seine ganz persönliche körperliche Nähe einen "bildenden" Einfluss hat.

Was du bei anderen Dozentinnen gelernt hast oder dir gar selbst beigebracht hast, ist offene "Subversion" gegen deine "Prüferinnen".

Immerhin: Deine bisherigen Lehrerinnen haben an der Uni voraussichtlich nichts zu melden. Du konntest bei ihnen also schon kraft Amtes ohnehin nichts Wesentliches lernen.

Also interessiert normalerweise nur, dass du überhaupt ein Zeugnis hast.

In bestimmten Fällen (NC usw.)  können auch die Zahlen interessieren, die drauf stehen. Fehlstunden werden in der Regel aber bei der Berechnung des Notendurchschnitts nicht mitgezählt, weil sonst Zahlen raus kommen könnten, die viele Menschen an der Uni überfordern würden.

An der Uni solltest du aber schnell herausbekommen, wo Fehlzeiten Probleme machen.

Ich habe einigen Dozentinnen, deren Veranstaltungen zu völlig idiotischen Zeiten liefen, von vorneherein angeboten, am Ende des Semesters durch eine mündliche oder schriftliche Prüfung (nach Wahl des Dozenten) nachzuweisen, dass ich - wenn auch nicht körperlich - zumindest geistig anwesend sein werde (ich wohnte etwa 40 km von der Uni entfernt und hatte keinen Bock, zweimal am Tag hinzufahren oder dort 5 Stunden auf die nächste Veranstaltung zu warten). 

Etwa die Hälfte war zwar irritiert, spielte aber mit. Die Prüfungen waren fair. Meine Leistungen waren überzeugend. Jo: Es gibt sogar in Deutschland so etwas wie "Leistungs-Orientierung". 

Die andere Hälfte machte mir unmissverständlich klar, dass ich NUR durch physische Anwesenheit in  IHREN Veranstaltungen überhaupt was lernen kann. Das läuft dann grundsätzlich automatisch. Du musst dich jedes Mal in die Teilnehmerinnen-Liste eintragen (oder eintragen lassen). Falls du weniger als zweimal im Semester gefehlt hast, hast du ganz automatisch alles gelernt, was sie dir beibringen wollten. Ein weiterer Nachweis ist nicht erforderlich. Du kannst dir also gerne was zum Lesen mitnehmen. Oder - falls du nicht lesen kannst, Videos auf deinem Smartphone ansehen. Oder - falls du fit genug für soziale Interaktionen bist, deine Unterschrift durch einen Mitstudenten / eine Mitstudentin eintragen lassen.

Falls du den Schein dadurch bekommst - die Chancen stehen an deutschen Unis echt gut -, kannst du sicher sein, zumindest "SCHEINBAR" gebildet zu sein.

Falls du anschließend aber noch einen Doktortitel wünscht... hm... meine Kontonummer darf ich hier wohl nicht offen posten...

Wäre aber auch kein Problem, sofern du genug Geld hast. Falls du nur wenig hast, könnte so etwas tatsächlich in harte Arbeit ausarten. Und falls du gar keines hast... vergiss es. Oder mache ihn in Skandinavien. Dort interessiert das, was du geistig drauf hast, sogar noch mehr als was du auf deinem Konto hast.

Liebe Grüße,

Tanja

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Kommentar von EsraNur92
23.02.2016, 23:13

Na was glaubst du warum jeder 2. Taxifahrer in Istanbul auch an einer Uni studiert hat ;) 

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Es gibt einige wenige Studienfächer, die sehr spezielle Auswahlkriterien haben. Da könnte das passieren. Im großen Normalfall jedoch, interessiert das keine Sau. Wenn du deine Hochschulzugangsberechtigung erworben hast, dann hast du sie erworben.

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Der Studiengang ist übrigens NC frei

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Ich glaube nicht, da du in der Uni mehr oder weniger kommen kannst wann du willst und es da keine Anwesenheitspflicht wie in der Schule gibt.

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