ABC Atemschutzfilter als Zivilist?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es macht keine Sinn als Zivilist einen Atemschutzfilter zu erwerben.

Jeder Filter hat gewisse Einsatzgrenzen, selbst militärische Filter bieten nicht jeden erdenklichen Schutz. Im militärischen Bereich geht man sogar davon aus das mit einem gewissen Umfang an Verlusten zu rechnen ist.

Das ganze System de Atemschutzes muss stimmen. An die Umgebungsparameter angepasst sein.

Auch die bei der Feuerwehr verwendeten ABEK-Filter sind kein Allheilmittel. Nicht umsonst verwendet die Feuerwehr in aller Regel umluftunabhängigen Atemschutz, aber auch der hat Einsatzgrenzen.

Hallo Nomex,

erstmal möchte ich mich bei dir für deine Antwort bedanken, ich freue mich, dass ich mit einem Experten über dieses Thema schreiben kann.

Mir ist klar, dass jeder Filter seine Grenzen hat, also nicht jeden Schadstoff filtern kann und auch nur für eine begrenzte Zeit im Ernstfall eingesetzt werden kann. Zum Beispiel im Fall eines radioaktiven Unfalls wären wahrscheinlich selbst sehr gute Filter (je nach Gefahrenstoffkonzentration in der Luft) nach 15-60 Minuten unbrauchbar. Trotzdem möchte ich mir einen Filter inklusive Vollmaske zulegen, denn diese 15-60 Minuten könnten im Ernstfall entscheidend sein. Vielleicht nicht unbedingt in jedem erdenklichen Szenario, jedoch trotzdem noch in Einigen. Sie sollen einen vorläufigen Schutz vor den Gefahrenstoffen bieten, bis man einen sicheren Ort erreicht hat, an dem die Masken nicht mehr benötigt werden. 

Deshalb suche ich nach einem guten Filter, den man legal als Zivilist erwerben kann. Ich bin u.A. in Amazon bereits auf ABC NIOSH CBRN zertifizierte Filter gestoßen, diese scheinen aber nur für den Zivil- und Bevölkerungsschutz käuflich zu sein. Worin liegt der Unterschied zwischen FF ABEK2P3 RD und diesen NIOSH CBRN zertifizierten Filtern? Bzw. in welchen Situationen würden die richtigen ABC Filter Schutz bieten, hingegen die FF ABEK2P3 RD nicht?

Ich danke dir, dass du bis hierhin gelesen hast und freue mich auf deine Antwort!

Liebe Grüße

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@Fragenbehindi

Also zuerst zu deiner letzten Frage. Nach NIOSH CBRN zertifizierte Filter entsprechen amerikanischem bzw. kanadischem Standard und sind eigentlich nichts anderes wie die ABEK-Filter nach deutschem Standard. Die Bezeichnung ist hier gut erklärt: https://de.wikipedia.org/wiki/Atemschutzfilter#Kennzeichnung

Wenn ich dir einen Filter empfehlen darf dann nimm einen A2B2E2K2 Hg P3-Kombinationsfilter manchmal auch als ABEK2 Hg P3 bezeichnet. Auf Hg kann man zwar verzichten, da die aber gern von den Feuerwehren gekauft werden sind die oft preiswerter als ohne Hg.

Wichtig ist die P3 Klasse da z.B. radioaktiver Niederschlag ja in Partikeln (Staub) anfällt.

Wichtig ist zu beachten das Filter nur begrenzt lagerfähig sind. Bei ordnungsgemäßer Lagerung können die 6-10 Jahre gelagert werden, hier die Hestellerangaben beachten. Bitte die Verpackung, wenn eingeschweißt, bzw. die Verschlussstopfen nicht öffnen, den dann verkürzt sich die Lagerzeit auf ein halbes Jahr. Die Aktivkohle im Filter zieht dann Luftfeuchtigkeit an.

Noch schlimmer sieht es bei den Atemschutzmasken aus. Bei Vollmasken schreiben die Hersteller eine Wartung jedes halbe Jahr vor wenn die Maske offen gelagert wird. Wird die Maske eingeschweißt bzw. in einem verschlossenen Beutel (Gefrierbeutel) gelagert erhöht sich die Prüffrist auf 2 Jahre. Danach müssen sie in eine Atemschutzwerkstatt. Denn dann müssen schon erste Teile ausgetauscht werden. Die Ein- und Ausatemventile sind dünne Gummiteile die zu Versprödung neigen und so ihre Funktion nicht erfüllen können. Daher macht es auch wenig Sinn alte Armeemasken zu kaufen da man dafür keine Ersatzteile bekommt. Die Ersatzteile werden oft nicht mehr hergestellt. Ersatzteile werden ohnehin nur an vom Hersteller zertifizierte Atemschutzgerätewarte verkauft die regelmäßig an Schulungen beim Hersteller teilnehmen.

Wenn du unbedingt eine Vollmaske haben möchtest dann lege dir ein aktuelles Modell zu, derzeit werden gerade wieder alte Modelle vom Hersteller abgekündigt. Empfehlen würde ich dir die Dräger FPS 7000 oder die Ultra Elite von MSA Auer.

Unterhalte dich mal mit einem Atemschutzwart einer Feuerwehr in deiner Nähe, weil es macht keinen Sinn Dräger zu kaufen wenn in deiner Nähe nur MSA oder Interspiro oder Bartels+Rieger gewartet werden können.

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Es kann schon Sinn machen, sich als Privatanwender eine Vollmaske mit ABC-Filter, ggf. mehrere Filter hinzulegen. Es kommt darauf an, auf welche Art von A-, B-, oder C-Schadenszenario man sich preparieren möchte. Denkbar sind in bestimmten Regionen Deutschlands Freisetzung von militärischen Kampfstoffen, Störungen/Unfälle an Chemieanlagen, terroristischen Angriffte mit B- oder C-Waffen usw.

Es ist müßig über die Wahrscheinlichkeit zu diskutieren, oder ob im Falle eines Falles der Atemschutz ausreichend sein würde. Es gilt natürllich auch weitere Schutzausrüstungen in Betracht zu ziehen. Auf jeden Fall könnten man die Kontamination mit Schadstoff-Spitzen reduzieren.Es werden weltweit, insbesondere in den USA nach "9/11" verschiedene Fluchtsysteme und sogenannte CBRN Filter angeboten.

Diese sind i.d.R. von Speziallaboren (z.B. Spitz in der Schweiz oder dem Wehrwissenschaftlichen Institut in Munster - welche auch Fahrzeugfilter und kollektive Schutzsysteme für die Nato-Staaten zertifizieren) auf eine Vielzahl von militärischen Gefahrstoffen und Kampfstoffen geprüft. In Betracht könnte man auch ABC/NBC Fluchthauben von AVON aus England ziehen; derzeit jedoch nur über Amazon UK oder Amazon USA beziebar. Oder diese Filter von AVEC:http://www.amazon.de/Hochleistungs-Filter-Spezial-Schutzfilter-Vollmaske/dp/B01447AAZO/ref=sr_1_cc_1?s=aps&ie=UTF8&qid=1440401904&sr=1-1-catcorr&keywords=abc+nbc+filter.Im Übrigen sind bei Vollmasken, bei luftdichter Lagerung die ersten Teile erst nach vier Jahren zu tauschen (gem. BGR 190).

Ist allerdings etwas veraltet und im Ernstfall vermutlich wenig hilfreich.

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Das ist Schrott den man sich bestenfalls in die Vitrine stellen kann. Die Filter sind nach 6 spätestens aber 10 Jahren überlagert. Die Maske muss nach 6 Monaten bzw. wenn eingeschweißt gelagert nach 2 Jahren zur Wartung. Die dünnen Gummiventile sind vermutlich so ausgehärtet das sie ihre Funktion in keinster Weise mehr erfüllen können. Anschauen ja, Benutzen niemals.

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