Warum war das bei mir anders?
Hey🌸
Erstmal möchte ich dazu sagen, dass ich mich nicht für was Besseres halte, es gibt nur gewisse Dinge wo ich schon denke, dass ich die als Jugendliche besser gemacht habe als die meisten Menschen. Aber verutteile niemanden. Das war mir erstmal wichtig zu erwähnen. Ich bin mittlerweile auch fast 26. :)
Also die meisten Jugendlichen haben ja eine ziemlich „wilde" Jugend. Jedenfalls war es das was ich immer mitbekommen habe in meinem Umfeld. Rauchen ausprobieren, Drogen ausprobieren, saufen, feiern usw. Vielleicht auch von einer Teenie Beziehung in die Nächste und halt viel Sex (meistens dann leider noch ungeschützt). Jeder in meinem Umfeld war irgendwie so. Nur ich nicht. Ich war damals schon sehr vernünftig und wollte meinen Körper nicht belasten mit rauchen, Alkohol, usw. Der Gedanke an die Disko gefiel mir gar nicht und eine Beziehung vor 18 kam für mich nicht in die Tüte, wenn überhaupt, denn ich hatte richtige Beziehungsangst damals. Ich war einmal in der Disco (mitgeschleppt worden) und hab nicht verstanden warum man sein Geld gerne ausgibt um seinen Körper mit extrem viel Alk zu belasten. Ich wollte einfach zu Hause im Bett liegen und Nintendo DS spielen oder ein Buch lesen.
Ich sage auch nicht, dass die Eltern bei denen versagt haben, weil ich kenne die Eltern. Die Eltern haben sogar oft zu mir gesagt sie würden sich sorgen und dass sie froh sind, dass ich da wäre und dass ich ein wenig ein Auge auf die haben sollte.
Also ich bin froh, dass ich nicht so ein Teenie war, aber finde es ungewöhnlich halt und frage mich woher sowas kommt. Durch meine Hypersensibilität vielleicht? Weil das Argument „du hattest dann gute Freunde" gibt es nicht, weil die wollten mich jeden Tag zu was überreden, haben es aber nie ansatzweise geschafft😅 Ich hatte damals auch schon einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn muss ich auch sagen.
Und wie gesagt: ich verurteile hier niemanden, ich möchte einfach nur wissen wie ich dem Ganzen wiederstehen konnte. Weil als Teenie lässt man sich ja noch leichter beeinflussen😅
Hier noch eine Abstimmung :) Danke & schönen Sonntag!🌸
12 Stimmen
9 Antworten
Ich war fast eins zu eins wie Du. Aber anders als Du, bekam ich von meinem Umfeld nur Vorwürfe: Du liest den ganzen Tag Bücher, triff Dich bitte mit anderen Jugendlichen, dass ist NORMAL. Tagtäglich, von Vater, Mutter, Schwester und einer Tante mit großem Einfluss auf die Familie gehört. Man meinte gar, ich wäre psychisch krank, weil ich nicht so NORMAL wie andere Jugendliche wäre. Stellenweise dachte ich, ich wäre in Deutschland oder sogar weltweit der einzige Jugendliche, der so ist. Denn überall- auch in bürgerlichen und gebildeten Kreisen,- traf man in Disco gehende, Alk trinkende und sexuell aktive Jugendliche. Auch Sport und Actionfilme konnte ich im TV nichts abgewinnen. Als Easy E an Aids verstarb, war die halbe Schule in Trauerstimmung, Jugendliche unterhielten sich in der Pause über nichts anderes. Auf meine Nachfrage, wer das denn sei, wurde empört reagiert. Freunde fand ich damals keine. Für sensible, schüchterne und introvertierte Menschen wie mich und andere ist diese Welt nicht geschaffen, als Jugendlicher ist das dann besonders schlimm, wenn man nur auf Unverständnis stößt. Ich hatte eben keinen Bock auf Schwimmbad oder Fußball gucken. Und wenn man schwul ist, ist das noch tragischer, denn dann ist man doppelt Außenseiter. Und viele schwule Jungs waren auch nicht an Kunst oder Literatur interessiert, sondern an den von Dir geschilderten Dingen. Ich hatte das satt, diese Vorwürfe der anderen Jugendlichen, Familie, der Gesellschaft. Ich wollte weg, nach Lateinamerika, weil ich immer das Gefühl hatte, dass es dort mehr Jugendliche gibt, die sensibler sind, heute weiß ich: ich habe recht gehabt. Wollte nach Brasilien auswandern, wurde durch die Familie verhindert. Die USA oder Kanada waren nie ein Ziel, weil mir viele Jugendliche dort als zu angepasst galten. Ich spielte auch mit dem Gedanken, Schluss zu machen, so groß war der Druck. Was mich gerettet hat? Ich bin durch meine Lektüre auf südliche Autoren und Dichter gestoßen, denen es als Jugendliche genauso ging wie mir und ich froh war, doch nicht der einzige zu sein, auf diesem Erdenrund, der so ist. Mein Lieblingsautor Fernando Pessoa war mir da eine große Hilfe, wohlmöglich hat er mir indirekt das Leben gerettet, weil ich merkte, oh, da ging es aber jemandem so ähnlich wie mir (als Erwachsener war er zwar Alkoholiker, aber wohl eher aus Verzweiflung über die Welt). Jedenfalls bekam ich daher eine große Affinität zu südlich- romanischen Ländern, die bis heute so geblieben ist.
Auch heute bin ich mit 45 Jahren immer noch so, viel zu ruhig für diese Welt. Ich habe mittlerweile Freunde, aber manche tun sich schwer mit einem so ruhigen Lebensstil. Bis heute muss ich mich auch in der Gesellschaft oft dafür rechtfertigen, nicht auf Partys, Kneipen, Clubs oder Bars und Discos zu gehen. Aber ich kann heute viel besser damit umgehen. Ich habe mich selbst gefunden und mich selbst akzeptiert. Und das ist das wichtigste!
Sorry für den langen Text.🫂👋❤️
Was ein schöner Text! Du bist toll so wie du bist❤️ Alles Gute!🫂
Bei mir ist es genauso wie bei dir.
Nur, das meine Freunde auch so sind (bis auf eine). Ich habe zum Glück einen Freundeskreis gefunden, der in dem Sinne etwas ruhiger ist.
Kommt mir total bekannt vor.
Nur das in meinem Umfeld längst nicht alle "wilde Teenies" waren. Eher die wenigeren. Kommt halt auch darauf an wie "stark" man selber ist und wie dominat das Umfeld. Bis ich knapp 13 war bin ich sehr beühhtet aufgewachsen. Der Schulwechsle dann ein Schock für mich: Kinder die in der 7. Klasse schon geraucht haben, auch Bier getrunken haben. War halt ein ganz anderes Viertel. Da waren viele so. Einige haben nur mitgemacht um keine Außenseiter zu sein.(später nach vielen Jahren dann Eigenltich warst du cool, da nicht mitzumachen, aber damals habe ich das nicht so erkannt) Ich selber war dann in der Klasse lieber der Außenseiter. Ich hatte noch genug andere Freunde. Der Schulwechsel nach 2 Jahren tat mir so gut. Da war es dann wieder komplett anders. Obwohl nun inzwischhen 15 Jahre war es nun wieder total andersrum: Die raucher und co waren in der Minderheit. Und ich hatte auch nicht das Gefühl was verpasst zu haben. Noch heute in ich stolz darauf noch nie geraucht zu haben. Alkohol klar mal bei mami genippt aber wirklich geschmeckt hat es nicht. Inzwischen trinke ich zwar gerne mal ein Glas Bier Wein oder Sekt zu einem guten Essen oder zum Anstoßen. Aber eines reicht mir. Besoffen war ich noch nie.
Die wenigsten sind saufende, rauchende und standig Party machende Teenies. Nur nimmt man die eher wahr.
Ich war weder noch. Sich selbst bis zum 18. Lebensjahr sämtliches rund um die Liebe zu versagen, halte ich für absoluten Schwachsinn! Und ich denke auch nicht, dass dieser Gedanke freiwillig von Dir kam. Du hast mit Sicherheit etwas erlebt, was Dich überzeugte, so zu handeln. Vielleicht waren das Deine Eltern, die Dir ein schlechtes Vorbild waren?
Ich finde, man muss sich nicht bis zur Besinnungslosigkeit betrinken. Dafür ist Alk nicht da. Aber ihn gänzlich zu verteufeln, erachte ich auch nicht für richtig.
Nein, eine wilde Jugend hatte auch ich nicht. Aber keusch und abstinent muss keiner leben! Man verpasst zu viel.
Danke dir für deine Meinung! Ich respektiere sie. Aber ich hatte nie das Gefühl für mich persönlich was verpasst zu haben, ganz im Gegenteil.
Ich bin genauso wie du (w17). Ich möchte nicht rauchen, nicht trinken, nicht auf Diskos, erst später Sex und eine Beziehung hatte ich auch noch nicht. Ich habe zum Glück eine Freundin, die auch so ist wie ich also kann mich auch niemand zwingen.