Frage von kreisfoermig, 258

Λογος und Θεος—wie stichhaltig ist die Übersetzung der Zeugen JHWH von Joh 1,1?

Die sog. Zeugen JHWH übersetzen entgegen dem Standard Johannes 1,1 als „und das Wort war (ein!) Gott“. Untern stehen ein paar Übersetzungen:

  • εν αρχη ην ο λογος και ο λογος ην προς τον θεον και θεος ην ο λογος.
  • (Gr NT: Scrivener 1894 TR)
  • Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος, καὶ ὁ λόγος ἦν πρὸς τὸν θεόν, καὶ θεὸς ἦν ὁ λόγος. (SBL NT)
  • В начале было Слово, и Слово было у Бога, и Слово было Бог. (русская Синодальная Библия)
  • Изначально был Тот, кто является Словом. Он был с Богом, и Он был Бог. (Современный русский перево)
  • in principio erat Verbum et Verbum erat apud Deum et Deus erat Verbum. (Latein Vulgate)
  • Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. (Luther)
  • In the beginning was the Word, and the Word was with God, and the Word was God. (KJV)

Hingegen

  • In [the] beginning+ the Word+ was, and the Word was with God,+ and the Word was a god. (New World Translation of the Holy Scriptures, 1984, EN)
  • Im Anfang+ war das WORT+, und das WORT war bei GOTT,+ und das WORT war ein Gott. (Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift, 1984, DE)
  • Στην αρχή+ ήταν ο Λόγος,+ και ο Λόγος ήταν μαζί με τον Θεό,+ και ο Λόγος ήταν θεός. (η αγια γραφη—μεταφραση νεου κοσμου, 1984, Griechisch)

FRAGE. Wie seht ihr das? Wie stichhaltig ist die abweichende Wachturm (Watch Tower) Übersetzung der aus den USA stammenden Zeugen JHWH?

Bei einer anderen Diskussion erzählt ein (studierter?) Kunde des Altgriechischen [Nadelwald75], dass im Satzteil beide Substantive Logos und Theos im Nominativ stehen. Vergleiche insbesondere mit der zweiten Russische Übersetzung: „Er“ wird mit dem „Logos“ im Instrumentalis näher beschrieben… dann wird „Er“ und „Gott“ beide im Nominativ gleichgesetzt. Beachte, dass man im Russischen Logos gebraucht, um „Er“ näher zu beschreiben—nicht andersrum! Das eine Wort „Logos“ gilt im Altgriechischen meines Wissens als nominative Ergänzung und wird als Prädikat gebraucht.

Wie die Wachturm-Gesellschaft damit umgeht? Beachte die Änderung in dem (Alt)griechischen bei den Zeugen JHWH! Original stand „και θεος ην ο λογος“, bei ihnen hingegen „και ο λογος ηταν θεος“. Haben sie damit die grammatische Funktion der Wörter geändert?


ZUSATZ. Das „war“ (ην) ist auch spannend, aber vielleicht nicht so entscheidend hier. Laut [Nadelwald75] steht dieses Verb in 3. Person sg., aktiv, Indikativ, Imperfekt — das heißt, sein wird als dynamisches Verb gebraucht—wie philosophisch!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von laserata, 88

Hallo "kreisfoermig",

ich habe mir jetzt nicht alle anderen Antworten durchgelesen, die von Deponentiavogel ist aber schon mal sehr gut. Ich habe gerade nicht so viel Zeit, werde später aber noch mal antworten.

Ich bin Grieche und Linguist. Das Thema "και θεός ην ο λόγος" ist tatsächlich sehr delikat.

Die Evangelien wurden zu einer Zeit geschrieben, in der die Entwicklung der griechischen Sprache in etwa "genau in der Mitte" zwischen klassischem Altgriechisch und heutigen Neugriechisch stand. Sowohl im Altgriechischen als auch im Neugriechischen gibt es den bestimmten Artikel (der, die, das - ο, η ,το), und sowohl vor 2500 Jahren als auch heute wird der bestimmte Artikel auch vor Eigennnamen verwendet.

Es gibt im Johannesevangelium jedoch den Fakt, dass dort bei θεός oft der bestimmte Artikel nicht steht, obwohl er eigentlich da stehen müsste. Einerseits könnte das ein Zug des Autors sein, andererseits aber auch ein speziell im Altgriechischen mögliches Weglassen des bestimmten Artikels, worauf Deponentiavogel schon hingewiesen hat. 

Im Neugriechischen gibt es so ein Weglassen eines erforderlichen bestimmten Artikels nicht. Für Griechen ist daher das neutestamentarische "και θεός ην ο λόγος" erst mal gleichbedeutend mit "και θεός ήταν ο λόγος" (das ist Neugriechisch), und das würde bedeuten: "und das Wort war ein Gott", und zwar im Sinne "das Wort war nicht irgendwas, sondern ein Gott".

Die Frage wäre also unter anderem: War es ein paar Jahrhunderte nach Christus, als die Evangelien geschrieben wurden, sprachlich noch normal, statt "και ο θεός ην ο λόγος" auch "και θεός ην ο λόγος" zu sagen und das Gleiche zu meinen? 

Ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Sprachgeschichte gilt auf jeden Fall nur noch folgendes:

και θεός ην ο λόγος = und das Wort war ein Gott

και ο θεός ην ο λόγος = und Gott war das Wort

Das Lateinische hatte keinen bestimmten Artikel, so dass in der lateinischen Übersetzung ganz einfach "et Deus erat Verbum" steht. Das wirkt jetzt erst mal vollkommen vage und flexibel. 

Wenn die erste Überetzung ins Lateinische mit echten und exzellenten Griechischkenntnissen geschah, dann spiegelt sich in der lateinischen Übersetzung aber doch etwas wider. Ohne Latein richtig zu beherrschen, vermute ich doch mal folgendes (Latein-Profis könnten ja hierzu mal was sagen). 

Mein Vermutung lautet, dass der Übersetzer beim Übersetzen ins Lateinische je nach Verständnis wie folgt übersetzt hätte:

und Gott war das Wort >> et Deus erat Verbum

und das Wort war ein Gott >> et Verbum Deus erat

WENN ich hier richtig liege, bedeutet das, dass schon der älteste Bibel-Latein-Übersetzer die griechische Phrase als "und Gott war das Wort" verstanden hat. DAS muss jetzt natürlich nicht das entcheidende Kriterium sein. Die Römer, die ja keine bestimmten Artikel hatten, waren somit auch nicht von Natur aus die "Artikel-Profis", um die entsprechenden Artikel-Nuancen des Griechischen immer perfekt zu verstehen.

Auf dieser griechischen Website wird haargenau die Übersetzung von "και θεός ην ο λόγος" besprochen:

http://oodegr.co/oode/theos/yios/logos1.htm

Ich weiß noch nicht, was für Leute das sind. Auf jeden Fall wird da aber ganz neu, akkurat und unbeeinflusst neu übersetzt.

Trotzdem sollten auch Griechen - obwohl sie (wie auch ich) ziemlich problemlos das Neue Testament im Original lesen können - top Kenntnisse auch des älteren, klassischeren Griechisch haben, wenn sie solche heiklen Streitfragen klären wollen. Der mögliche Wegfall des bestimmten Artikels im Altgriechischen, wie ihn Deponentiavogel angesprochen hat, ist nämlich hier ganz schön wichtig, und ohne Altgriechischkenntnisse wird auch ein Grieche nicht einfach so auf die Idee kommen, dass ein bestimmter Artikel auch weggelassen werden kann. 

Jetzt habe ich doch nicht ganz so wenig geschrieben wie gedacht...

Ich schau hier später auf jeden Fall noch mal rein. Derweil könntest du auf Wikipedia mal den Eintrag zu "Arianismus" lesen, wo dieses Streitthema nämlich eine Rolle spielt.

Kommentar von kreisfoermig ,
  1. Die Frage wäre also unter anderem: War es ein paar Jahrhunderte nach Christus[…]sprachlich noch normal, statt "και ο θεός ην ο λόγος" auch "και θεός ην ο λόγος" zu sagen und das Gleiche zu meinen?
  2. Wenn die erste Überetzung ins Lateinische mit echten und exzellenten Griechischkenntnissen geschah, dann spiegelt sich in der lateinischen Übersetzung aber doch etwas wider.
  3. WENN ich hier richtig liege, bedeutet das, dass schon der älteste Bibel-Latein-Übersetzer die griechische Phrase als "und Gott war das Wort" verstanden hat. DAS muss jetzt natürlich nicht das entcheidende Kriterium sein.

Ich bewundere deine unschlagbare Logik—du bist in der Tat würdig der Bezeichnung als Grieche! ; )

Über Arianismus hab ich ja gelesen—das ist ein sehr spannendes Thema und aus der Geschichte entstand der Bedarf, ein Credos zu verfassen.

Kommentar von laserata ,

Also, da bin ich wieder...

Die oben verlinkte griechische Website behandelt diverse Argumente von Arianisten, Zeugen Jehovas u.a., mit denen diese mutmaßlich versuchen, Aussagen wie "και θεός ην ο λόγος" in ihrem Sinne zu interpretieren. In diesem Fall bedeutet das, dass Zeugen Jehovas hier sagen: Der Artikel fehlt, also bedeutet es "ein Gott" und nicht etwa "Gott". Gemäß den Autoren der griechischen Website sei das eine der vielen Irreführungen bzw. Verfälschungen, die im Sinne des eigenen Interesses betrieben werden. 

Im Abschnitt "der bestimmte Artikel" wird darauf hingewiesen, dass im Johannesevangelium sehr oft  θεός ohne Artikel verwendet wird, d.h. in Fällen, in denen ganz eindeutig "Gott" gemeint ist und nicht "ein/irgendein Gott".

Letzteres wird sehr gut hier besprochen (auf Englisch):

https://sites.google.com/site/christiantopics2020/john-1-1-anarthrous-theos-the-...

Hier gibt es mehrere Originalauschnitte aus dem Johannesevangelium. Es gibt da mehrere Beispiele von θεός und auch κύριος (Herr), wo kein Artikel verwendet wird und wo ganz eindeutig "(der einzige christliche) Gott" und "(der) Herr" gemeint ist und  auf keinen Falll "ein Gott" bzw. "ein Herr". Es sind Sätze, in denen im Neugriechischen ganz eindeutig der bestimmte Artikel stehen würde. 

Mit Neugriechischkenntnissen gelesen haben diese Fälle eine Aura wie "Früher Vogel" im deutschen Sprichwort "Früher Vogel fängt den Wurm". Dann könnte man ja auch sagen: Was ist gemeint? "Ein früher Vogel?" "DER frühe Vogel, den wir ja alle irgendwie kennen/verstehen"? 

Auch "nur" mit Neugriechischkenntnissen gelesen lassen sich viele Sätze, in denen θεός OHNE Artikel steht, ganz eindeutig nur so interpretieren, dass "Gott" bzw. "der Gott" gemeint ist und nicht etwa "ein Gott". Die Sätze erscheinen mir so glasklar eindeutig, dass ich keinerlei Zweifel daran habe, dass das, was im Neugriechischen "ο θεός" lauten würde und auf Deutsch "Gott" im Johannesevangelium mit "θεός" ohne Artikel stehen kann. Deswegen spricht für mich zum jetzigen Zeitpunkt alles dafür, dass "και θεός ην ο λόγος" bedeutet "und Gott war das Wort".

Die oben verlinkte englischsprachige Website gibt noch mehr linguistische Infos und erspart mir einiges Tippen. Es lohnt sich auf jeden Fall, sie zu lesen.

Kommentar von kreisfoermig ,

Vielen Dank!

Kommentar von Abundumzu ,

Hallo kreisfoermig 

Du gibst Dir sehr viel Mühe, um etwas zu zerreden, was sich nicht zerreden lässt   -  aber sei`s drum,  ich werde nachfolgend versuchen,  Dir einige der sowohl biblischen als auch logischen Regeln zu verraten, nach denen wir Zeugen Jehovas uns ausrichten, wenn es um ein  genaues  Bibelverständnis geht.  Selbstredend schlagen sich solche genauen  Erkenntnisse  auch in unserer Neuen-Welt-Übersetzung nieder.

Zwei Grundsätze stehen da ganz am Anfang: 

„Dein Wort ist Wahrheit. . .“ sagte einst Jesus Christus und bezog sich damit auf das gesamte Wort Gottes und nicht nur auf Teile davon (Johannes 17:17). Weil das so ist,  gibt es innerhalb der heiligen Schrift keine Aussagen, die mit dem Inhalt des Wortes Gottes in seiner Gesamtheit  nicht vereinbar wären.

Unterstrichen wird der obige Grundsatz durch den Psalm 119:160

„Die Summe Deines Wortes ist Wahrheit“   -  mithin war also schon lange vor Jesu irdischem Aufenthalt im Grundmuster der „göttlichen Bibliothek“  erkennbar,  dass einzelne Texte  nur dann als Wahrheit zu betrachten sind,  wenn sie mit der „Summe“ aller biblischer Aussagen im Einklang sind. 

Nach genau diesen Regeln hat bspw. Jesus selbst seine Lehren formuliert und belegt.  Allein in der etwa 30-minütigen Bergpredigt verwendet er 21 Zitate aus 8 Büchern der Hebräischen Schriften (AT). Auch in seinem weiteren Lehrwerk begegnet man immer wieder Bezugnahmen auf die Bibel in ihrer Gesamtheit,  indem er deutlich betonte „Es steht geschrieben  . .“   oder  „habt ihr nicht gelesen?“ o.ä.  (Lukas 4:4, 8, 10, 17; 10:26; 18:31; 19:46  u.v.a.m.)

Vor diesem Hintergrund nun zu dem Kern Deiner Frage,  nämlich ob Jesus der Gott oder ein Gott ist.

Schreiber des umstrittenen Textes in Johannes 1:1 ist der Apostel Johannes.  Er war einer der drei Apostel,  die mit Jesus durch eine besonders enge Freundschaft verbunden waren  (Matthäus 17:1 u.a.)  und schon von daher kann man davon ausgehen, dass ihm völlig klar war, wer sein Herr und Lehrer war,  der Sohn Gottes nämlich.  Johannes war auch dabei, als Jesu seine Jünger befragte, wer er – Jesus – denn sei  und er hörte die Antwort des Petrus:  „Der Christus Gottes.“  (Lukas 9:18-22)

Johannes überlebte alle anderen Apostel -  und noch bevor er sein Evangelium niederschrieb (einschließlich Johannes 1:1)  durfte er in der Verbannung auf Patmos die Offenbarung entgegennehmen und niederschreiben. Dieser Umstand ist nicht unerheblich, wenn man die Wiedergabe von  Johannes 1:1 mit dem Gesamtinhalt der Bibel abgleichen möchte.

Bekanntlich beginnt die Offenbarung mit den Worten:  „In diesem Buch enthüllt Jesus Christus die Zukunft. Gott gab ihm den Auftrag, seinen Dienern zu zeigen, was schon bald geschehen wird. Christus schickte seinem Diener Johannes  einen Engel,
der ihm alles übermitteln sollte.“ (Offenbarung 1:1  Hoffnung
für alle
)    Wir halten also fest:  Gott als  Auftraggeber, Jesus, der Sohn als Vermittler  und ein Engel sowie Johannes als Mitwirkende.

Im Vers 4 des gleichen Kapitels durfte er schreiben:  „ Dieser Brief stammt von Johannes  . .  und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen dieser Dinge, der als Erster von den Toten auferstand . . .“  (Neues Leben. Die Bibel)

Und in der Offenbarung 4:1  formuliert Johannes:  „Dich, unseren Herrn und Gott  [den Gott aus Vers 1],  beten wir an. Du allein bist würdig, dass wir dich ehren und rühmen, uns deiner Macht unterordnen. Denn du hast alles erschaffen. Nach deinem Willen entstand die Welt und alles, was auf ihr lebt“. (Hoffnung für alle)

Johannes kannte außerdem die Hebräischen Schriften (AT)  sehr gut und wusste von den vielen Prophezeiungen, die den Sohn Gottes als Messias vorausgesagt hatten.  Auch das ist nicht unerheblich, wenn man die Wiedergabe von  Johannes 1:1 mit dem Gesamtinhalt der Bibel abgleichen möchte.

Alles in allem belegen schon diese wenigen Zitate eines ganz unmissverständlich:  Der Vater war der Vater und der Sohn war der Sohn, per Saldo also zwei Perönlichkeiten.

Mit all diesen Hintergrundkenntnissen  begann Johannes dann sein Evangelium zu schreiben  - und mit ihm den Vers 1  -  einen Vers, den die  folgenden  11  deutschen Übersetzer  wie zitiert formulieren:

Kommentar von Abundumzu ,

Die  folgenden 11  deutschen Übersetzer geben Johannes 1 Vers 1 wie folgt wieder:

„und das W o r t war selbst  göttlichen Wesens“   Das Neue Testament von  Curt Stage,  Leipzig  1896

„es war . . . selbst göttlichen Wesens“   Das NT,  verdeutscht von Rudolf Böhmer,  Stuttgart  1910

„und göttlichen Wesens war das Wort“  Das Neue Testament  von Heinrich Wiese, Stuttgart  1924  

„und ein Gott war der  Gedanke“   Das Neue Testament von  Oskar Holtzmann,   Gießen  1926  

„und Gott (= göttlichen Wesens) war das Wort“   Die Hlg.Schrift   AT u. NT,  11. Aufl., Hermann Menge,   Stuttgart  1949

„und Gott von Art war das Wort“   Das Neue Testament,   Ludwig Thimme,   Stuttgart  1949  

 „ja göttliches Wesen hatte  das Wort“   Das NT,  10. Aufl.,  Ludwig Albrecht, Gießen u. Basel  1972 

„und ein Gott (oder: Gott von Art) war das Wort“  Siegfried Schulz,  Das Evangelium nach  Johannes, das NT  Deutsch, „Neues Göttinger Bibelwerk“, 2. Aufl. der neuen Fassung,  Göttingen 1975 

„und göttlicher Art war der Logos“     Johannes Schneider,  Das Evangelium nach  Johannes, „Theologischer  Handkommentar zum Neuen   Testament“,  Berlin 1978

 „und ein Gott war der Logos“    Jürgen Becker,   Das Evangelium nach Johannes, „Ökumenischer Taschenbuchkommentar zum Neuen Testament“,  Gütersloh u. Würzburg  1979

„und Gott (von Art) war der Logos“   Das Johannesevangelium,  Ernst Haenchen,   Tübingen  1980

Neben diesen Übersetzungsbeispielen gibt der Kontext des 

Johannesevangeliums noch deutliche Verständnishilfe, um herauszufinden ob das Wort  der Gott oder ein Gott ist.

Es schafft bereits im Vers eins Klarheit:   „Dasselbe [Wort] war im Anfang bei Gott.“  (Luther)  Gleichzeitig der Gott und außerdem bei
Gott zu sein geht nicht mit rechten Dingen zu   -  oder?

Dann  Johannes 1:14:

„Er, der das Wort ist, wurde Mensch und lebte unter uns. Er war voll Gnade und Wahrheit und wir wurden Zeugen seiner Herrlichkeit, der Herrlichkeit, die der Vater ihm, seinem einzigen Sohn, gegeben hat.“  (Neues Leben die Bibel)

Johannes 1:18:   

„Kein Mensch hat jemals Gott gesehen (!!). Doch sein einziger Sohn, der in enger Gemeinschaft mit dem Vater lebt, hat uns gezeigt, wer Gott ist.“  (Hoffnung für alle

Johannes 3:16, 17

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.   Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch seinen Sohn zu retten.“  (Neues Leben. Die Bibel)

Johannes 17:3

„Das ewige Leben bedeutet ja, dich zu erkennen, den einzigen wahren Gott, und den, den du gesandt hast, Jesus Christus“.

Es bleibt also nach alledem mehr denn je wie es ist :  Der Vater bleibt der Vater und der Sohn bleibt der  Sohn  -  und wie das bei Söhnen so ist, sind sie  -  besonders zu Beginn ihres Lebensweges  -  gern auch mal beim Vater. 

Nun lautet ja der Schlusssatz Deiner Frage:

„Wie seht ihr das? Wie stichhaltig ist die abweichende Wachturm (Watch Tower) Übersetzung der aus den USA stammenden Zeugen JHWH?“

Korrekter Weise und in Anbetracht meiner  kurzen Zusammenfassung  der Gesamtaussage  des Wortes Gottes müsste eine solche Frage lauten: 

„Wie stichhaltig sind eigentlich die ganzen irreführenden Übersetzungen, die biblische Textpassagen so wiedergeben, als sei der Sohn Jesus Christus auch gleichzeitig der „alleinwahre Gott“ (Johannes 17:3)  und die damit unter gläubigen Christen sehr
viel Verwirrung stiften?  Wie stichhaltig?

Und warum prüft man eigentlich nicht sachlich und vorurteilsfrei Übersetzungen,  die sich durch ihre korrekte Wiedergabe des Quelltextes und unter Berücksichtigung der Gesamtaussage des Wortes Gottes für all jene Menschen, die den Fußstapfen Jesu genau folgen möchten  (1.Petrus 2:21) als hilfreich und glaubensstärkend erweisen.  Warum nicht?“

Ganz abgesehen davon ist  es nicht von Bedeutung, „wie ihr das seht“,  sondern allein maßgebend ist die Frage, wie sieht Gott das?  Und zwar der Gott,  der   -  wie oben aus Johannes 3:16, 17 zitiert, „die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe.“  (Neue-Welt-Übersetzung)

Falls Du diese Thematik  vertiefen möchtest,  bieten wir Dir einen kostenfreien Bibelkurs an.  Gleichzeitig garantieren wir Dir  -   falls  Du das Angebot annehmen solltest  -  dass Du deswegen kein Zeuge Jehovas werden musst, wirklich nicht!  Die offizielle Bestätigung meiner Worte hörst Du hier:

https://www.jw.org/de/jehovas-zeugen/kostenloses-bibelstudium/video-bibelkurs/ 

oder siehe auch meinen schon etwas älteren Beitrag hier:

https://www.gutefrage.net/frage/was-bedeutet-folgendes-sehr-dringend-philosophie...

Viel Erfolg und alles Gute.

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Kommentar von Teddylein ,

Ganz genau, man kann eine biblische Aussage bzw. Lehre nicht an einem einzigen Vers festmachen.

Kommentar von Hauer20 ,

Ein Gedanke warum
in der NWÜ so wiedergegeben wurde.

War das Wort
„Gott“ oder „ein Gott“?

VOR dieser Frage stehen Bibelübersetzer, die entscheiden müssen, wie der
erste Vers des Johannesevangeliums wiedergegeben werden muss. In der Neuen-Welt-Übersetzung lautet er: „Im Anfang war das WORT, und das WORT war bei GOTT, und das WORTwar ein Gott“ (Johannes 1:1). Manche andere Übersetzungen geben den
letzten Teil des Verses in dem Sinn wieder, dass das WORT „von Gottes
Wesen“ oder „gott(gleich)“ war (Zürcher Bibel; Klaus
Wengst, DasJohannesevangelium). In vielen Übersetzungen lautet der letzte Teil von Johannes 1:1 dagegen: „Und das Wort war Gott“ (Elberfelder Bibel, Neue Jerusalemer Bibel).

Die griechische Grammatik und der Kontext belegen deutlich, dass die
Wiedergabe der Neuen-Welt-Übersetzung korrekt
ist und dass „das WORT“ nicht mit dem zuvor genannten „GOTT“ gleichgesetzt werden darf. Da das Griechische des
1. Jahrhunderts jedoch keinen unbestimmten Artikel (wie „ein“ oder „eine“)
hatte, gibt es unterschiedliche Ansichten dazu. Besonders interessant ist daher
eine Bibelübersetzung in einer Sprache, die in den ersten Jahrhunderten unserer
Zeitrechnung in Gebrauch war.

Bei dieser Sprache handelt es sich um den sahidischen Dialekt des
Koptischen, das in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung in Ägypten
gesprochen wurde. Damals wurden viele literarische Texte in diesem Dialekt
niedergeschrieben. Über die frühesten koptischen Bibelübersetzungen heißt es in
dem Werk The Anchor Bible Dictionary: „Da die LXX [Septuaginta] und das N[eue] T[estament] bereits
im 3. Jahrhundert u. Z. ins Koptische übersetzt wurden, basiert diese
Übersetzung auf . . . [griechischen Handschriften], die wesentlich
älter sind als die allermeisten heute noch verfügbaren Quellen.“

Der sahidisch-koptische Text ist aus zwei Gründen
äußerst interessant. Zum einen zeigt er, wie die Christen vor dem
4. Jahrhundert die Bibel verstanden, also ehe die Dreieinigkeitslehre zur
offiziellen Kirchenlehre wurde. Zum anderen haben die koptische und die deutsche
Grammatik etwas Wesentliches gemeinsam: den unbestimmten Artikel. Die
Christlichen Griechischen Schriften wurden schon früh ins Altsyrische,
Lateinische und Koptische übersetzt. Altsyrisch und Latein hatten wie das
Griechische jener Zeit keinen unbestimmten Artikel. Das Koptische dagegen
schon. Und wie verschiedene Gelehrte übereinstimmend erklären, wurden bestimmte
und unbestimmte Artikel im Koptischen ähnlich gebraucht wie im Englischen oder
Deutschen heute.

Die koptische
Übersetzung liefert daher interessante Belege, wie Johannes 1:1 damals offenbar verstanden wurde. Was
geht daraus hervor? Die sahidisch-koptische Übersetzung verwendet im letzten
Teil von Johannes 1:1vor dem Wort „Gott“ den unbestimmten
Artikel. Ins heutige Deutsch übertragen würde diese Übersetzung also lauten:
„Und das Wort war ein Gott.“ Die damaligen Übersetzer waren sich offensichtlich
im Klaren darüber, dass Jesus in Johannes 1:1 nicht mit dem allmächtigen Gott
gleichgesetzt wurde. Das „Wort“ war ein Gott, aber nicht der allmächtige Gott.

 Entnommen aus Wachturm
online Bibliothek. 

LG

Kommentar von laserata ,

@Hauer20

Hallo, wenn du online irgendwo die koptische Version des Johannesevangeliums findest, dann poste bitte einen Link. Ich meine nicht einen Link zu einem käuflichen Buch, sondern zum online einsehbaren koptischen Text.

Kommentar von Hauer20 ,

Koptischen

Die Übersetzung des griechischen Alten
Testamentes (Septuaginta/LXX) in die klassische Literatursprache des
Koptischen, das Sahidische, vom 3.-5. Jh. war neben der des Neuen Testaments
eines der bedeutendsten Übersetzungsprojekte der Spätantike und ist somit ein
einmaliges Monument der Geistes-, Religions- und Kulturgeschichte des östlichen
Mittelmeerraums. Diese Übersetzung prägte und entwickelte die Literatursprache
des christlichen Ägypten bis zur Durchsetzung des Arabischen als Alltags- und Kirchensprache
im Mittelalter. Die koptische Version ist unter den Übersetzungen des Alten
Testamentes in die Sprachen des christlichen Orients (Syrisch, Arabisch,
Georgisch, Armenisch) die umfangreichste und am längsten bezeugte, und sie
wirkte auch auf die entstehende äthiopische Kirche direkt ein. Die Bibel ist
die Grundlage der gesamten christlich-koptischen Literatur und religiösen
Kultur, insbesondere des wohl bedeutendsten Beitrags Ägyptens zur Geschichte
der Christenheit, des Mönchtums. Darüber hinaus ist die Bibelübersetzung in das
Sahidisch-Koptische das monumentalste Zeugnis der ägyptischen Sprache in seiner
letzten Sprachentwicklungsstufe. Denn diese Übersetzung bildet - schon vom
Umfang her - die Hauptquelle für unsere Kenntnis des koptischen Ägyptisch,
einer Sprache, die bis heute als ein zentraler Teil der Liturgie der
koptisch-orthodoxen Kirche sowohl in Ägypten als auch in der Diaspora
überliefert wird. 

Vieleicht hilft das weiter. 
Eine ausführliche Darstellung der Überlieferungsgeschichte des koptischen Alten
Testaments findet sich in Beiträgen von Frank Feder, z.B. in der Einleitung zu
seiner vorbildlichen Edition des Corpus Jeremiae (Berlin: De Gruyter 2002). Schicken
Sie eine E-Mail Frage oder Kommentar an uns: E-Mail

The main
BELIEVE web-page (and the index to subjects) is at Die wichtigsten BELIEVE Web-Seite
(und der Index die Fächer) ist am

http://www.mb-soft.com/believe/beliegea.html

Kommentar von laserata ,

Danke für die zusätzlichen kulturgeschichtlichen Infos. Was mich allerdings interessiert, sind die ersten Sätze des Johannes-Evangeliums in der sahidischen Fassung. Keine historischen Erklärungen dazu, sondern zunächst mal vor allem den Anfang des Johannes-Evangleiums auf Sahidisch - so wie es auf Sahidisch geschrieben steht ("abfotografiert" muss es natürlich nicht sein...).

Kommentar von Hauer20 ,

Ich meine das solltest du per Mail anfordern.

Kommentar von laserata ,

Hallo Abundumzu und kreisfoermig,

ihr macht mir ja richtig Arbeit... :-D , ausgerechnet mir, dem Gegenteil des frommen Christen.

Ich hab mir den Post von Abundumzu durchgelesen und auch alle zitierten Stellen im griechischen Original gelesen. In einigen der hier auf Deutsch wiedergegebenen Übersetzungen weicht der Wortlaut ein bisschen vom Original ab, damit es am Ende "wie normales Deutsch" klingt. Die meisten aber sind nach meinem Geschmack schon ziemlich ok. Was aber auf jeden Fall korrekt ist, ist, dass Christus an verschiedenen Stellen eindeutig als Gottes "einziger Sohn" genannt wird. Es steht dort nicht wörtlich "einzig", sonder μονογενής (hier für euch spontan transliteriert: monogenís). "erstgeboren" heißt πρωτογενής (protogenís). Parallel dazu bedeutet μονογενής (monogenís) sozusagen "einziggeboren". "-geboren" ist jetzt auch nicht die absolut zwingende Wiedergabe von "-γενής". Der Wortstamm γεν- umfasst die Bedeutung "Geschlecht / Geburt / Zeugung". Vor 2000 Jahren war also das normale Wort, mit dem ein Sohn als "einziger" Sohn bezeichnet werden konnte, "μονογενής", also das, was im Johannesevangelium steht.

Soweit speziell zum Wort. Was ich hier nur noch mal klarstellen wollte, ist, dass die Übersetzungen, die von Gottes "einzigem Sohn" sprechen, korrekt sind.

Einen weiteren Aspekt habe ich in meiner Hauptantwort zum Thema eigentlich nicht erwähnt. Ich fasse mal meine bisherige Hauptantwort zusammen und ergänze sie hier noch:

1) Rein sprachlich spricht für mich mehr dafür, dass "και θεός ην ο λόγος" bedeutet: "und Gott war das Wort" - und weniger, dass es bedeutet: "und das Wort war ein Gott".

Die Ergänzung:

2) Rein sprachlich KANN "και θεός ην ο λόγος" aber auch bedeuten: "und das Wort war ein Gott" (denn der fehlende bestimmte Artikel vor θεός kann mehrere Gründe haben). Aufgrund des SPRACHLICHEN Kontexts (nicht des inhaltlichen) finde ich die Version 1) naheliegender. Die Version "und das Wort war ein Gott" ist aber rein sprachlich betrachtet AUCH möglich.

Mit anderen Worten: Auf rein sprachlicher Grundlage ist es meiner Meinung nach nicht 100%ig eindeutig, was der Satzteil jetzt bedeutet. Er bleibt uneindeutig, da beide Auffassungen durch exakt die Wortfolge "και θεός ην ο λόγος" wiedergegeben werden KÖNNEN. Es ist also nicht so, dass diese Phrase rigoros nur EINE Bedeutung zulässt.

Kommentar von Sturmwolke ,

@Abundumzu:

Wie immer ausführlich und gut recherchiert. DH!

Als Ergänzung noch ein Hinweis auf das Buch "Truth in Translation" von Jason David Beduhn.

In seinem 11. Kapitel geht er 20 Seiten lang auf die Übersetzung von Johannes 1:1 ein. Also zu lang, um es hier komplett einzustellen. ;-)

Er stellt zum Beispiel den Gebrauch des bestimmten Artikel als Identifikation des Substantivs dem Fehlen des bestimmten Artikels als Charakterisierung des Substantivs gegenüber und gibt für beide Versionen viele Textbeispiele an.

Auf Seite 115 schreibt er:

The kind of sentence we are dealing with is one with a be-verb, where the predicate noun (theos) is in the same noun form (the same "case") as the subject noun (ho logos). In this subject ("nominative") form, the definite article is really indispensable for making the noun definite. Its absence makes theos quite different than the definite ho theos, as different as "a god" is from "God" in English. In other words, John uses the indefinite theos in a manner distict form his use of the definite ho theos. This is fairly clear not only from the distict forms the word takes, but also from the context in which those distinct form are used. John says on the one hand that the Word "was with" ho theos, "God", but on the other hand that the Word "was" theos,  "a god." It is striking, therefore, that most of the translations we are comparing take no notice of this careful distinction, and translate the different words as if they were exactly the same.





Auf Seite 133 kommt er dann zu dem Schluß:


Bias has shaped most of these translations much more than has accurate attention to the wording of the Bibel. The NW translation of John 1:1 is superior to that of the other eight translations we are comparing. I do not think it is the best possible translation for a modern English reader; but at least it breaks with the KJV tradition followed by all the others, and it does so in the right direction by paying attention to how Greek grammar and syntax actually work. No translation of John 1:1 that I can imagine is going to be perfectly clear and obvious in its meaning. John is subtle, and we do him no service by reducing his subtlety to crude simplicities. All that we can ask is that a translation be an accurate starting point for exposition and interpretation. Only the NW achieves that, as provocative as it sounds to the modern reader. The other translations cut off the exploration of the verse's meaning before it has even begun.


Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung Deiner vielen Beispiele deutscher Übersetzungen, die theos ebenfalls als charakterisierend, ohne bestimmten Artikel übersetzen, ist es schon seltsam, daß ausgerechnet die NWÜ verdächtigt wird, Johannes 1:1 bewußt falsch zu übersetzen.


Kommentar von Abundumzu ,

Wie Recht Du hast Sturmwolke  und vielen Dank für Deine aufschlussreiche Ergänzung.

Für alle, die solche wichtigen Klarstellungen lieber in Deutsch lesen, zitiere ich noch einmal eine übersetzte Kernaussage von Professor BeDuhn:  „In Johannes 1:1 ist das WORT nicht der alleinige Gott, sondern ein Gott oder ein göttliches Wesen.“

Ähnlich hatte einst  Joseph Henry Thayer, ein Theologe und Gelehrter,  der an der American Standard Version mitgewirkt hat diesen Text erläutert:  „Der Logos war göttlich, nicht das göttliche Wesen selbst.“

Schon erstaunlich, wie verbissen trotzdem viele  die sich weise dünken diese Klarheiten eintrüben möchten.

Der einzige  Intellektuelle unter den Bibelschreibern des NT  (der
übrigens im Nachhinein dieses Privileg als eher hinderlich und deshalb als „eine Menge Kehricht“ betrachtete  [Philipper
3:4-9]) der Apostel Paulus nämlich, wusste dank göttlicher Inspiration von diese Entwicklung schon im Voraus.

Es ist interessant wie treffsicher seine „Vorschau“  in 1. Korinther 1:18-31 das beschreibt:

„. . .Denn das Wort über den Marterpfahl ist denen Torheit, die zugrunde gehen, uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft.  Denn es steht geschrieben: „Ich will die Weisheit der Weisen zugrunde richten, und die Intelligenz der Intellektuellen will ich beseitigen.“ Wo ist der Weise? Wo der Schriftgelehrte? Wo der
Debattenredner dieses Systems der Dinge? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn da in der Weisheit Gottes die Welt durch ihre Weisheit Gott nicht kennengelernt hat, hielt Gott es für gut, durch die Torheit dessen, was gepredigt wird, die Glaubenden zu retten.  

Denn die Juden bitten um Zeichen, und auch die Griechen suchen nach Weisheit;  wir aber predigen Christus am Pfahl, den Juden eine Ursache zum Straucheln, den Nationen aber Torheit; den Berufenen
jedoch, sowohl Juden wie Griechen, Christus, die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes.  Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen. 

Denn ihr seht eure Berufung, Brüder, dass nicht viele, die dem Fleische nach Weise sind, berufen wurden, nicht viele Mächtige, nicht viele von vornehmer Geburt;  sondern Gott hat das Törichte der Welt auserwählt, damit er die Weisen beschäme; und Gott hat das Schwache der Welt auserwählt, damit er das Starke
beschäme;
 und Gott hat das Unedle der Welt auserwählt und das, worauf man herabblickt, die Dinge, die nicht sind, um die Dinge, die sind, zunichte zu machen,  damit sich vor Gott kein Fleisch rühme.  Ihm aber ist es zu verdanken, dass ihr in Gemeinschaft mit Christus Jesus seid, der uns zur Weisheit von Gott geworden ist sowie zur Gerechtigkeit und Heiligung und Befreiung durch Lösegeld; damit es so sei, wie [in Jeremia 9:24] geschrieben steht: „Wer sich rühmt, rühme sich in Jehova.“

Muss das noch kommentiert werden? Ich denke nein.

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Kommentar von laserata ,

(Teil 1. Teil 2 folgt direkt darunter)

@sturmwolke

Hallo Sturmwolke,

ich zitiere mal kurz einen Ausschnitt dessen, was du selbst zitiert hast:

"The kind of sentence we are dealing with is one with a be-verb, where the predicate noun (theos) is in the same noun form (the same "case") as the subject noun (ho logos). In this subject ("nominative") form, the definite article is really indispensable for making the noun definite. Its absence makes theos quite different than the definite ho theos, as different as "a god" is from "God" in English."

Also, ich hole jetzt mal aus: NEIN, DAS STIMMT NICHT !!

Lies mal jene englischsprachige Website, die ich verlinkt habe. Da werden glasklar mehrere Ausschnitte aus den Evangelien zitiert, in denen sowohl "Gott" also auch "Herr" ohne Artikel stehen und absolut eindeutig in "bestimmten" Sinne gemeint sind, also nicht "ein Gott" und auch nicht "ein Herr". Auch "Jesus Christus" (Ιησούς Χριστός) wird von Johannes ab und zu ohne Artikel genannt, obwohl es normal wäre, den Artikel mitzunennen (also: ο Χριστός, ο Ιησούς, ο Ιησούς Χριστός).

Mal ein Parallelbeispiel aus dem Deutschen:

"Der Michael ist in der Küche" versus "Michael ist in der Küche". Die Verwendung des Artikels bei Personeneigennamen im Deutschen schwankt - u.a. aus soziolinguistischen Gründen, aber auch aus geografisch-dialektalen. Auf jeden Fall sind beide Sätze möglich, ohne dass die Bedeutung verschieden wäre.

Ein Blick ins Johannesevangelium reicht - sofern man Griechisch kann - um zu erkennen, dass dort reihenweise Substantive und auch Eigennamen vorkommen, die trotz fehlendem bestimmten Artikel nach wie vor zwingend bestimmt gemeint sind.

Der englischsprachige Autor, den du zitiert hast, müsste daher zwei Dinge erklären, bevor er allein aufgrund von "και θεός ην ο λόγος" überstürzt so pseudo-fundierte Schlüsse zieht:

1) Was ist der Grund dafür, dass im Griechisch der Evangelien sehr wohl oft der Wegfall des bestimmten Artikels beobachtet wird, ohne dass das entsprechende Substantiv bzw. der Eigenname dadurch unbestimmt würde?

Ein Beispiel aus dem Johannesevangelium (1:18a):

ΘΕΟΝ ΟΥΔΕΙΣ ΕΩΡΑΚΕΝ ΠΩΠΟΤΕ

Übersetzung, New World Translation: No man has seen God at any time

2) Wenn "και θεός ην ο λόγος" bedeuten sollte "und das Wort war ein Gott", warum hat der Autor dann den Satzteil nicht wie folgt formuliert, was VIEL normaler gewesen wäre:

"και λόγος θεός ην" oder "και λόγος ην θεός".

Diese zwei Punkte sollte der englischsprachige Autor fundiert erklären, und DANN kann er weiterreden. Sein Schluss, allein der fehlende bestimmte Artikel bei "θεός" zeige schon, dass "ein Gott" gemeint ist, ist garantiert überstürzt und unfundiert. Ich habe jetzt weder hier unter allen GF-Antworten auf die Ausgangsfrage noch sonst irgendwo eine eindeutige Argumentation gesehen, die belegt, dass der fehlende Artikel zweifelsfrei nur EINE Interpretation zulässt. Falls hier jemand meint, so eine Argumentation gefunden zu haben, dann kann er sie mal gern hier verlinken. Der von dir zitierte englischsprachige Ausschnitt ist AUF JEDEN FALL noch lange kein Beleg für eine zwingende semantische Interpretation in genau eine Richtung.

Ich bin Linguist und Grieche und lese die Texte, um die es hier geht, immer im Original. Die Evangelien wurden auf Griechisch geschrieben, da zur damaligen Zeit Griechisch die Lingua Franca der Region "östliches Mittelmeer" + Kleinasien und auch noch etwas weiter östlich war. Die Texte sollten Verbreitung finden und verstanden werden können. Daher wurden sie nicht irgendwie "ausgefeilt-kompliziert literarisch" verfasst, sondern im damals normalen und alltäglichen Griechisch (der damals normalen Sprachform Koiné). Da diese Sprachform dem heutigen Neugriechisch schon unglaublich nahesteht, können heute Griechen das Neue Testament im Original sehr gut verstehen, und das gilt auch für mich. Hier kurz ein einschlägiges Zitat aus der englischsprachigen Wikipedia:

"Most new forms start off as rare and gradually become more frequent until they are established. As most of the changes between modern and ancient Greek were introduced via Koine, Koine is largely familiar and at least partly intelligible to most writers and speakers of Modern Greek."

Kommentar von laserata ,

(Teil 2)

Aufgrund der extremen sprachlichen Vertrautheit beim Lesen des Neuen Testaments ("fast die Sprache, die ich spreche") beeindrucken mich solche Aussagen wie "der bestimmte Artikel fehlt, also ist es doch VOLLKOMMEN KLAR, dass..." nicht besonders. Es gibt beim Artikelgebrauch und auch anderen grammatischen Kategorien zwischen Sprachen immer auch mögliche Nuancen, die in einer bestimmten anderen dann irgendwie anders gelagert sind und denen gegenüber man dann zunächst blind ist und z.B. das Gesagte falsch versteht.

Ein simples Beispiel. Ich übersetze mal was aus dem Neugriechischen: "Der Esel nannte den Hahn einen Dickkopf". Was ist das? Der Beginn einer Fabel? Nein, es ist ein Sprichwort. Ein Sprichwort im Präteritum? Ein Sprichwort im Aorist - das ist bei griechischen Sprichwörtern AUCH normal.

Und noch mal das von mir irgendwo genannte deutsche Sprichwort ohne bestimmten Artikel:

"Früher Vogel fängt den Wurm."

Ich ergänze jetzt noch zwei Versionen:

"Der frühe Vogel fängt den Wurm."

"Ein früher Vogel fängt den Wurm."

Was bedeutet "Früher Vogel fängt den Wurm" nun eher, "Der frühre Vogel fängt den Wurm" oder "Ein früher Vogel fängt den Wurm"? Ich würde sagen, es bedeutet: "Derjenige Vogel, der früh (dran) ist, fängt den Wurm." und nicht etwa "Ein/irgendein früher Vogel fängt den Wurm". "Früher Vogel" hat also keinen Artikel, und doch ist es sehr determinativ. Allerdings liegt ein Sprichwort vor. Zumindest sehen wir also, dass "in deutschen Sprichwörtern anscheinend Substantive unter Wegfall des normalerweise erforderlichen Artikels benutzt werden können" - ggf. noch "bei vorhandenen Adjektiven".

An sowas muss man langsam, mit gründlichen Kenntnissen in Linguistik und wissenschaftlich sorgfältig rangehen. Der englischsprachige Autor, der aufgrund des fehlenden bestimmten Artikels bei "θεός" "schon alles weiß", ist NICHT wissenschaftlich sorgfältig. INHALTLICHE Argumentationen, die es ja auch gibt, sind etwas ganz anderes. Aber linguistisch besagt das Fehlen des bestimmten Artikels NICHT irgendwas vermeintlich "Eindeutiges".

Kommentar von kreisfoermig ,

Könntest du ganz kurz etwas zu der von den Zeugen Jehowas verwendeten griechischen Übersetzung:

και ο Λόγος ήταν θεός“ (η αγια γραφη—μεταφραση νεου κοσμου, 1984, Griechisch)

? Ändert sich die Reihenfolge und das Wörtchen ήταν etwas? Oder blieben sie da dem Originaltext treu?

Kommentar von laserata ,

Das altgriechische ην lautet heute ήταν ("war"). Hier liegt also kein Unterschied.

Der neugriechische Satzteil "και ο Λόγος ήταν θεός" bedeutet aber ganz eindeutig: "und das Wort war ein Gott". Insofern bedeutet es in dieser Version gerade nicht "Gott war das Wort selbst".

"und Gott war das Wort" lautet auf Neugriechisch genau so: "και ο θεός ήταν ο λόγος".

Wenn du die Groß- und Kleinschreibung richtig zitiert hast, dann erinnert mich das außerdem an einen weiteren Kritikpunkt, der auf der verlinkten griechischen Website genannt wird: In den Übersetzungen der Zeugen Jehovas werde manipulativ mit den Groß- und Kleinbuchstaben umgegangen. In diesem konkreten Fall bedeutet das, dass die Bedeutung "und das Wort war ein Gott" noch damit unterstrichen wird, dass "das Wort" groß geschrieben wird (ο Λόγος), während aber "ein Gott" klein geschrieben wird, da es ja "ein Gott" und nicht etwa "DER ("großgeschriebene", einzig wahre) Gott" (Θεός) bedeuten SOLL.

Das große Θ ist übrigens je nach Font/Schrift kaum vom kleinen zu unterscheiden. Ich habe dein Zitat aber in eine Textverarbeitung kopiert, wo ich klar sehen konnte, dass in deinem Zitat θεός tatsächlich kleingeschrieben steht (hier Groß- und Kleinbuchstabe nebeneinander: Θ θ). (Ich nehme an, deine Zitate hast du nicht abgetippt, sondern per cut & paste eingefügt).

Sehr wichtig: Die Verwendung von Groß- und Kleinbuchstaben in der Übersetzung ist eine reine Kreation der Übersetzer. Zur Zeit der Originaltexte gab es nämlich noch gar keine Kleinbuchstaben (!) Bis zur Entstehung griechischer oder lateinischer Kleinbuchstaben mussten nach den Evangelien noch ca. 500 Jahre (!) verstreichen. Die Originaltexte wurden also wie alles andere auch damals in Griechenland oder Italien komplett in Großbuchstaben geschrieben. Im Original steht also ganz sicher nicht "και θεός ην ο λόγος", sondern ΚΑΙ ΘΕΟΣ ΗΝ Ο ΛΟΓΟΣ.

Kommentar von kreisfoermig ,

Wenn du die Groß- und Kleinschreibung richtig zitiert hast, dann  […] (Ich nehme an, deine Zitate hast du nicht abgetippt, sondern per cut & paste eingefügt)

Richtig. Alle Texte ausm Griechischen, Russischen, Latein, Deutschen und Englischen sind von mir durck Kopieren und Einsetzen.

Die griechischen Bibel, über die ich normalerweise verfüge—SBL und Scrivener 1894—spielen hingegen gar nicht mit der Groß- und Kleinschreibung: praktisch alles wird kleingeschrieben, soweit ich sehe.

Die Texte der Zeugen JHWH stammen von dieser Seite: jw.org/el/εκδόσεις/αγία-γραφή-online/bi12/βιβλία/Ιωάννης/1/ (Deutsch, etc. lassen sich auch dort wählen — einfach mit jw.org anfangen). Man beachte im Gegenteil zu den o. g. Quellen eine deutliche Wahl von θ vs. Θ (allgemeine Groß- und Kleinschreibung), genau wie du es vermutet hast. Die Kritik der von dir verlinkten Webseite trifft also auf alle Fälle zu.

Genauso verändern sie die russische Übersetzung: и Слово было богом. 1. sie schreiben klein б statt Б. und 2. die schreiben im Instrumentalis Богом statt Бог.

Kommentar von laserata ,

PS: Am Wort ην ist übrigens nichts spannend oder philosophisch. Natürlich gehört die Wortform zur Aktivkonjugation, genau wie deutsches "war" oder neugriechisches "ήταν". Hier ist also alles ganz normal und gewöhnlich. 

Kommentar von kreisfoermig ,

Warum ich das Russische erwähne: der Vorteil dieser Sprache besteht in der genaueren Grammatik. Man kann u. a. leichter erkenn, was das Subjekt ist.

Слово (λογος) ist ein neutrales, und Бог (θεος) ein männliches Wort. Das Verb war ist было für Wörter neutralen und был für Wörter männlichen Geschlechts. Es hieße also Бог был (war+männlich) Слово, um auszudrücken, dass Бог (θεος) das Subjekt ist. Die JW-Übersetzung hat also deutlich Слово (λογος) zum Subjekt gemacht.

Kommentar von laserata ,

Stimmt. Über den Unterschied von был zu было wird klar, was jetzt als Subjekt verstanden wird. Griechisch ist hier so wie Deutsch: wenn beide Satzbestandteile im Nominativ stehen müssen und die Verbform auf jeden Fall ην bzw. heute ήταν lautet, (Instrumental gibt es übringes im Griechischen nicht), dann weiß man nicht auf Anhieb, was jetzt das Subjekt ist.

Im Griechischen wird dann genau wie im Deutschen bei der Satzstellung das Subjekt halt (zumindest normalerweise) zuerst genannt, während bei Akkusativobjekten ein Vorziehen des Objekts problemlos möglich ist (nach der Art "den Lehrer suchte der Schüler").

Antwort
von Jogi57L, 57

Das Ganze ist mir zwar intellektuell zu hoch....

aber es würde für mich als "Nicht-Trinitarier" Sinn ergeben,...

 wenn "Das Wort" = Jesus... 

....nicht gleich Gott ( Schöpfer) ist... sondern eben ein ( erschaffener )Gott

Das würde mir auch erklären, weshalb Satan.. als "Gott dieser Welt" bezeichnet werden kann.....

Daher erscheint es mir sinnvoll... nicht pauschal "Gott" zu sagen/schreiben..sondern den "Gott" beim Namen zu nennen....

Da stellt sich dann natürlich die Frage....ob "Gott" ein Alleinstellungsmerkmal ist....und es keine anderen Götter neben ihm gibt.....

Offenbar wusste aber schon "Gott"... dass es andere "Götter" gibt... 

( ob von Menschen dazu ernannt, oder als erschaffene  'Wesen", die eine alleinige Verfügungsgewalt vorübergehend über etwas haben...)

....sonst wäre sein Gebot:

"Du sollst keine anderen Götter neben/außer mir anbeten"

....relativ sinnlos

______________________________________________________________

btw.:

In der praktischen Auswirkung ist es mir persönlich aber weitgehend egal....ob es "Gott" oder "ein Gott" heisst

Mich überzeugt was Jesus geäußert haben soll..( sinngemäß)..:

"...so, wie Du mit deinesgleichen ( Menschen) umgehst.. so wird Gott am jüngsten Tag auch mit DIR umgehen...."

Das erfüllt für mich auch das ( nicht nur esoterische..)...Gesetz von

"Ursache und Wirkung"

....gute Ursache = gute Wirkung

....schlechte Ursache = schlechte Wirkung

....keine Ursache= keine Wirkung

ODER:

 auch das Gesetz von Saat und Ernte

".. man wird das ernten, was man sät"

Es ist noch NIEMANDEM gelungen....

Weizen auszusäen... und dann als Folge Äpfel zu ernten....

vor Gott...

wird es wohl auch NIEMANDEM gelingen 

z.B.:

Zwietracht zu säen... und Einheit zu ernten....

sorry, abgeschweift... 

Kommentar von kreisfoermig ,

Danke für deinen Beitrag und den Gedankenstoß. Das Radikale, das Jesus ansprach, betraff ja unbeobachtete Taten: wenn du dem armen Kind/Menschen hilfst, und du keinen Lob dafür bekommst, wenn du Ausgegrenzte befreundest, obwohl du keinen Gewinn—keinen Fernsehpreis, Twitter Gefälltmirs oder sonst was, dann dienst du Jesus.

Ob Jesus Gott ist, spielt aber auf jeden Fall eine Rolle. Es gibt viele gute Menschen. Doch unser Leben und Lob und Herz gerhört nur Gott, und niemandem Sonst—nicht mal dem Papst, dem Pfarrer oder sonst wem. Doch Jesus verlangt jeden, an Ihn zu glauben, Ihn als Grundstein seines Lebens zu machen, an Seinen Namen alleine zu glauben. Das wäre also logisch betrachtet reinste Gotteslästerung, wenn Er nicht Gott wäre (bedenke: sogar Engeln in der Bibel lehnten Verehrung ab und warnte Menschen, dies auf gar keinen Fall zu tun). In der Tat, so muss man reagieren, wie der Höherpriester, der Jesu Selbstbeschreibung sich anhörte, aber Ihn nicht für Gott hielt: sein Urteil—Gotteslästerung, der Mann sei wahnsinnig/böse.

Kommentar von Jogi57L ,

Danke für Deine Erklärung

Kommentar von stine2412 ,

kreisfoermig, lästert Jesus jetzt auch Gott?
Obwohl Jesus Christus sittlich tadellos war, lehnte er es ab, sich als
„gut“ bezeichnen zu lassen. Er sagte zu jemandem, der ihn mit „guter Lehrer“ ansprach: „Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer: Gott“ (Mar 10:17, 18).

Und könntest du mir die Bibelstelle nennen, wo Jesus sagte, dass wir nur an seinen Namen alleine glauben sollen? Danke schon mal!

Antwort
von Deponentiavogel, 87

Wenn du stichhaltige Argumente willst, konsultiere einen klassischen Philologen, einen Gräzisten. Ein Altgriechischlehrer tut es auch. Falls es so etwas noch gibt.

Von der altgriechischen Sprache habe ich keine Ahnung (auch wenn sich dieser Satz sehr einfach übersetzen lässt) und das Altgriechische ist hier das einzig Ausschlaggebende. Schließlich ist das Johannesevangelium in dieser Sprache entstanden. Vor allem der Vulgata sollte man nicht auf den Leim gehen, weil sie sich öfters Freiheiten erlaubt.

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– Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος, καὶ ὁ λόγος ἦν πρὸς τὸν θεόν, καὶ θεὸς ἦν ὁ λόγος.

– In principio erat Verbum et Verbum erat apud Deum et Deus erat Verbum. 

– Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. 

Werfen wir trotzdem einen Blick drauf. Das Lateinische kennt keine Artikel, das Altgriechische nur den bestimmten, den es dafür eifrig benutzt – er gehört nämlich überall hin, auch vor Eigennamen (pros ton theon = bei dem Gott = bei Gott).

Gerade das haben wir im letzten Teilsatz nicht (kai (!) theos ēn ho logos). Deswegen wird teilweise angenommen, theos stünde hier nicht ganz gewöhnlich für Gott, also den christlichen Gott als Eigenname, sondern als Eigenschaft.

Was ich so gehört habe, wurde das jedoch von Leuten, die sich mit Altgriechisch tatsächlich auskennen, zurückgewiesen. Ein Bestandteil des Prädikats vor dem Koplua sein hat im Altgriechischen meistens keinen Artikel.

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Wenn wir vom Deutschen und Lateinischen aufs Griechische schließen dürfen, dann haben wir es beim Griechischen also mit einem ganz normalen Prädikativum zu tun: Gott war das Wort ‹-- theos ēn ho logos.

Woran stößt du dich bei der Übersetzung der Zeugen Jehovas? Am unbestimmten Artikel? Der scheint tatsächlich sehr unbegründet zu sein. 

Was die Wortstellung Gott–Wort angeht:

Im Englischen ist es verdreht (and the Word was God), wobei nicht in der mittelalterlichen Übersetzung von Wycliff. Luther übersetzte gemäß Vulgata und griechischem Original und Gott war das Wort, wer aber als Katholik seine häusliche Bibel aufschlägt, wird lesen: Im Anfang war das Wort, / und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott.

Das mag von schlechterer oder besserer schriftstellerischer Qualität sein, vom Sinn verändert sich fundamental aber nichts. Möglicherweise ein paar Nuancen. Wenn man bei einem zusammengesetzten Prädikat Subjekt und Prädikatsnomen vertauscht, ändert sich bei Eigenname und Substantiv für gewöhnlich nicht viel: Johannes ist der Lehrer. Der Lehrer ist Johannes.

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Für den unbestimmten Artikel bei den Zeugen (was a god) gibt es keinen guten Anstoß in den klassischen Vorlagen. Möglicherweise wurde das artikellose theos als unbestimmt gedeutet. Dazu müsste man jemand befragen, der sich seriös mit der altgriechischen Sprache auseinandersetzt. 

Manchmal kann bei zusammengesetzten Prädikaten nicht genau gesagt werden, was Subjekt und was Prädikatsnomen ist. Da ist es auch nicht so wichtig, was vorne und was hinten steht (siehe Johannes und Lehrer). 

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PS: Warum ist es besonders, dass das griechische Verbum für sein im Imperfekt steht?

Kommentar von kreisfoermig ,

Warum ist es besonders, dass das griechische Verbum für sein im Imperfekt steht?

Weil es metaphysisch betrachtet interessant ist und auf den ersten Blick paradox. Sein ruft einen statischen Zustand in den Sinn—die Welt ist. Werden hingegen betont einen Vorgang. Sein und Werden als Aspekte scheinen sich gegenseitig auszuschließen. Der Pfeil: wenn er sich bewegt, wie kann er an einer stelle sein?; wenn er an einer Stelle ist, wie kann er sich bewegen? Doch beide sind notwendig. Wie können die vereinbart werden? Offensichtlich nicht als parallel existierende Aspekte. Dieses Paradoxon hat man endlich bspw. in der Quantenmechanik gelöst—zwischen dem Sein/Seienden und dem Werden/Werdenden gibt es einen verflochtenen Zusammenhang, der nicht leicht aufgeht, der weder sein noch werden ist, doch auf beide Konzepte berührt. Dies muss auf Gott übertragen werden: Wenn man klassisch über Gott nachdenkt, dann kommt man auf absurde Gedanken wie eine statische Größe, die einfach ist. Doch das wäre jedoch quasi ein toter gefangener Gott. Die Griechischen und Aramäischen Sprachen kommunizieren das aber nicht. Das Seien Gottes ist dynamisch. Dies ist mit den Lehren der Bibel vereinbar: Gott sei das Leben, sei frei, usw.

Kommentar von Deponentiavogel ,

Das ist ja ein schöner Gedankengang, hat aber nichts mit dem Imperfekt zu tun, das schlicht dafür da ist, imperfektive Handlungen anzuzeigen; also Handlungen, wo man im einen Moment was tut, es im anderen immer noch tut und vielleicht irgendwann damit aufhört. Es gibt kein Ergebnis wie bei perfektiven Verben.

Kommentar von kreisfoermig ,

genau: es drückt einen Vorgang statt eines abgeschlossen Zustands aus. Sein wie wir es uns vorstellen IST und tut nichts. Realität ist. Ein Vorgang hingegen WIRD. Die Wirklichkeit wirkt. In dieser Welt sehen wir die Vereinigung der beiden Konzepte: ein existierendes Seiendes, das ständig am Werden ist. Dasselbe dynamisches IST wird hier im Text bei Gott verwendet. (Auch die Übersetzung „Ich bin, der Ich bin“ müsste quasi so verstanden werden als „Ich werde, der ich werde.“)

Kommentar von Deponentiavogel ,

Ich glaube, ich muss deutlicher werden.

Perfektiv: einschlafen – ich bin wach, dann schlafe ich 

Imperfektiv: schlafen – ich schlafe und ich schlafe immer noch

So funktioniert im Lateinischen und heute noch in den romanischen Sprachen das Tempussystem für die Vergangenheit. Abgeschlossene und noch andauernde Handlungen.

Wenn man ist, dann ist das nicht im mindesten perfektiv. Man ist und ist und ist. Werden muss man dabei überhaupt nicht, obwohl man öfters was wird, wenn man länger auf Erden ist; ein kluger Mensch zum Beispiel oder ein zynischer Flachwic*ser. Das ist aber nicht lexikalisch im Verbum sein enthalten.

Wenn man auf Sprache blickt, hat man die Option, sie anzusehen und sie so esoterisch zu interpretieren, dass sie einem in den Kram passt, den man sich so vorher zusammengereimt hat. 

Oder man erkennt, dass Sprache ein Teil der Natur ist und deshalb profan. 

Kommentar von laserata ,

Ganz gut dargelegt. Auf jeden Fall ist die Verwendung von ην im Evangelium bzw. ήταν in der neugriechischen Übersetzung - für "war" - was vollkommen Normales und legt diese philosophischen Gedankengänge hinsichtlich "Sein versus Werden" NICHT nahe.

ην = ήταν = erat = era = war 

Antwort
von MarkFlynn, 79

Nuja, selbst die Übersetzung ins altgriechische  aus dem hebräischen ist nicht homogen. 

"die meisten Forscher gehen heute davon aus, dass für einige Bücher bis mindestens 100 mehrere hebräische Fassungen parallel und gleichberechtigt überliefert wurden und sich auch der ab 100 festgelegte Konsonantentext bis mindestens 200 noch veränderte, als die LXX schon fertiggestellt war. Auch diese wurde danach noch mehrfach revidiert, so dass die starken Abweichungen voneinander entstanden."

LXX = Septuaginta 


Wenn dies für Textpassagen gilt,  kann man von ausgehen,  dass dies auch für einzelne Vokabeln gilt.


Die Übersetzung ist nicht stichhaltig. 

Kommentar von kreisfoermig ,

Die Septuaginta ist fürs AT, nicht für das NT.

Kommentar von Deponentiavogel ,

Ja, Neues Testament: Originalsprache Griechisch.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo MarkFlynn,

und du meinst wirklich, dass es zum Johannesevangelium einen hebräischen Urtext gibt? - Möchte ich mal sehen.

Antwort
von stine2412, 33

Entschuldigung, ich wollte die Frage nicht erneut stellen - da ist mir was aus den Fingern geflutscht!

Aber ich habe zu all diesen Antworten noch einige Gedanken, denn ich möchte gern meinen Schöpfer "in Geist und Wahrheit" anbeten können. Und da stellt sich mir doch die Frage, WER daran interessiert sein könnte, dass es so eine große "Verwirrung" gibt?

Schon in Eden ließ Gott Satan wissen, dass dieser dem Samen Gottes die Ferse zerstechen werde.   Wir wissen alle, wer dieser Same ist - auf jeden Fall nicht Gott selbst, sondern der spätere Messias. Satan hätte Gott niemals die Ferse zerstechen können!

Die Menschen wurden erst im Laufe der Jahrhunderte aufgeklärt, auch mit den verschiedenen Bündnissen, wer dieser Same sein wird. Aber Satan wußte genau, um wen es sich handelt! Er versuchte immer und immer wieder, diese Linie zu unterbrechen! Und als es dann soweit war, dass der spätere Messias geboren wurde, setzte er auch alle Hebel in Bewegung, dieses Kind zu töten. Erst ließ er durch einen Stern Astrologen aus dem Osten wissen, dass ein König geboren worden sei. Diese machten sich unter der Leitung dieses Sterns dann auf den Weg;  und zwar führte sie der Stern nicht direkt nach Bethlehem, sondern erst einmal nach Jerusalem. Warum eigentlich?

Herodes residierte dort und hatte Angst um seinen Posten; er ließ die jüdischen Schriftgelehrten befragen - von denen erhielt er dann die schriftgemäßen Antworten. Voller Hinterlist sagte er den Sterndeutern, dass sie zu ihm zurückkehren sollten, wenn sie das Kind gefunden hätten. Der spätere Kindermord erklärt, was Herodes schon vorher vorhatte.

Aber wer stand hinter Herodes? Das war doch der, der allein von den Menschen angebetet werden wollte und deshalb diesen Garant für ein Loskaufsopfer und für eine spätere wieder hergestellte Gottesordnung loswerden wollte! Meine Frage jetzt: Sollte Satan tatsächlich versucht haben wollen, GOTT zu töten? Kann sich das tatsächlich jemand vorstellen? Noch nicht einmal Satan hätte das versucht!

Deshalb ist für mich der erste Teil aus Joh. 1:1 relevant: "Und das Wort war bei Gott!" Und wie das Wort zu seinem Vater unzählige Male betete, so will ich es auch tun. Ich möchte den Höchsten Souverän des Universums in Geist und Wahrheit anbeten (Joh. 4:24), so wie Jesus es sagte. Ich möchte mich nicht in Verwirrungen ziehen lassen, die die wahre Anbetung unmöglich macht. Ihr wißt doch was "Verwirrung" heißt?


Kommentar von Abundumzu ,

Eine Reihe sehr plausibler und logischer Denkanstöße.  

Danke stine für diesen klärenden Beitrag.

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Antwort
von ProphetMerlin, 59

Ich glaube die Übersetzung ist nicht so wichtig. Wichtig ist die Aussage der ganzen Bibel. Aus einzelnen Passagen sollte man NIE! ein wichtiges Statement des Glaubens ableiten. Nur was wiederholt in der Bibel auftritt ist wirklich wichtig. Dazu: Psalm 119.160: "Die Summe des Wortes ist Wahrheit." Nicht etwa: Versteife dich auf einen Vers und alles was darin steht ist genau so gemeint.

Wenn also die Zeugen JHWH diesen einen Vers (ob gerechtfertigt oder nicht) anders übersetzen sollte uns das nicht weiter stören. Was uns stören sollte ist, dass sie darauf basierend behaupten Jesus ist nicht Gott (eine zentrales Statement). Dass Jesus beansprucht Gott zu sein sieht man jedoch an etlichen anderen Stellen, ich verzichte auf eine Auflistung. Wenn nun also 20 mal steht Jesus ist Gott (das ist meiner Interpretation auch in der Bibel der Zeugen der Fall) und einmal steht: Er ist vielleicht doch nicht Gott. So ist die Kernaussage der Bibel klar.

Sollte es dir jedoch nicht um Kenraussagen der Bibel gehen, sondern um das griecische an sich, so darfst du gerne der Frage nachgehen, nur bin ich dann nicht die richtige Hilfe.

Ich interpretiere in deine Frage einen leichten Argwohn den Zeugen gegenüber (verzeihe mir, wenn dies nicht der Fall sein sollte). Ich empfehle dir folgende Bibelstelle mal im Hinblick auf die Zeugen zu lesen: Markus 9.38-40

Kommentar von kreisfoermig ,

»Die Summe des Wortes ist Wahrheit.« Nicht etwa: »Versteife dich auf einen Vers und alles was darin steht ist genau so gemeint.«

ich stimme dir vollkommen zu. Allerdings will ich ab und zu genaue Details eingehen. Persönlich wende ich mich normalerweise an den gleichen Ansatz wie du: die Texte als Ganzes zu betrachten, um ihr Weltbild zu widerlegen. Ich habe ja den Argwohn, da sie wirklich überzeugt sind, ihre Recherche/Hausaufgaben gemacht zu haben. Man hat mir erklärt, man müsse auch bei Gelegenheit die Einzelheiten besprechen können.

Kommentar von ProphetMerlin ,

Dann empfehle ich nicht über den Vers 1 zu diskutieren, dies scheint mir eine sehr verzwickte Situation zu sein, in welcher die Fronten sehr verhärtet sind. Hilfreicher ist Vers 1.3:

Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

Das Wort/Jesus selber kann sich nicht selber erschaffen haben. Es steht aber, dass alles was erschaffen ist, durch das Wort erschaffen wurde. Da Jesus nun nicht durch das Wort (sich selber) erschaffen wurde, ist er nicht erschaffen worden, sondern ewig.

Das einzige aber, was ewig ist ist Gott. Also ist Jesus Gott. Wenn das ganze ein wenig schnell ging, so ist hier noch die lange Version zu finden: http://adam4d.com/john-1-3/ Von dort habe ich auch diese wundervolle Idee abgekupfert.

Kommentar von kreisfoermig ,

gutes Argument! Im Allgemeinen finde ich auf einem ganzheitlichen Blick basierenden Argumente viel robuster—da sie nicht von Kleinigkeiten abhängig sind, lassen sie sich nicht leicht umwerfen—und weisen oft dazu ein gutes Erklärungspotential auf.

Antwort
von Vollkornkeks, 34

Ergänzend zu meinem obigen Kommentar:

Die "New Catholic Encyclopedia" sagt: "Die Formulierung 'ein Gott in 3
Personen' setzte sich erst gegen Ende des 4. Jahrhunderts richtig
durch....Den apostolischen Vätern war eine solche Aufffassung oder
Vorstellung völlig fremd" (1967, Bd. XIV, S.299)

Das nur mal nebenbei.

Welche Übersetzung ist gemäß dem Kontext nun richtig?

Joh. 1:18: "Niemand hat Gott je gesehen"

Joh. 1:14: "Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen."

Das Wort war zudem im Anfang "bei Gott". Kann man bei jemand sein und gleichzeitig dieser JEMAND selbst sein?

Joh. 17:3: Jesus redet hier den Vater (Gott) als den "einzigen wahren Gott" an. Kann man nicht annehmen, dass Jesus als "ein Gott" lediglich die göttlichen Eigenschaften seines Vaters widerspiegelt?

Ach, da gibt es noch so unzählig viele Bibelstellen, die die Dreieinigkeit widerlegen. Aber rein vom Logischen her: 1 in 3 oder 3 in 1? Also bitte....

Kommentar von kreisfoermig ,

Danke für deine Aufregung—allerdings ist das vom eigentlichen Thema schon etwas abweichend. Mir ging es ja um das Handhaben der Übersetzung.

Es wäre hilfreich, wenn du doch eine neue Frage stellst zum Thema Dreieinigkeit. So mein Vorschlag. Wäre eigentlich spannend ; )

Antwort
von Fairy21, 22

Habe irgendwo gelesen, dass die Zeugen die Bibel verfälscht haben, glaube sogar absichtlich verfälscht. 

Scientology ist gefährlicher als die Zeugen Jehovas , aber auch die Zeugen sind alles andere als "Waisenkinder".

Hatte schon ein paar mal gelesen, Berichte aus eigener Erfahrung, dass die Zeugen Jehovas auch nicht gerade zimperlich mit Aussteigern umgehen. 

Und das glaube ich auch alles. 

Auch wenn sich hier bereits schon ein Zeuge Jehovas zu Wort gemeldet hat und behauptet die Aussagen gegen seine "Sekte";für mich ist es eine Sekte, eine gefährliche noch dazu, da kann er sagen was er will; nicht stimmen. 

Kommentar von Abundumzu ,

Na ja  Fairy21

wenn es so ist, dass "da einer kann er sagen was er will"  und Du dennoch bei Deiner vorgefassten Meinung bleiben möchtet;  dann bleibe halt bei Deiner übernommenen (mangels eigener) Meinung.

Wem willst Du damit schon imponieren?  Wem?

Falls Du aber trotzdem  -  vielleicht im Dunkeln, wenn es keiner sieht  -  schnell mal wissen möchtest

Warum manche so schlecht über Jehovas Zeugen reden?

dann klicke hier ganz leise mal an:

https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/g201008/h%C3%A4ufig-gestellte-...

Ich sag´s auch nicht weiter ;-)

Gell

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Kommentar von kreisfoermig ,

Die ZJ wurden durch zwei USAmerikaner gegründet: Judge Rutherford und Charles Russell. Sie behaupteten, die ganze christliche Welt habe sich geirrt. Tja, statt mich an die Ereignisse und Texte aus Jerusalem zu orientiere, soll ich mich an zwei Bekloppte aus den USA wenden? Die USA ist eine Brutstätte für Sekten, die ZJ gehören dazu.

Schon alleine der Name ist irreführend, man bestehe darauf, den Namen JHWH zu verwenden aber (1) nicht mal die Israeliten, das gemäß dem Glauben  Originalvolk Gottes, dürfte das, (2) niemand weiß wie man den Namen ausspricht (wir haben ja nur die Konsonanten) und (3) Gott ist nicht so fremdenfeindlich—Er soll jedem zugänglich sein, egal in welcher Sprache. Darüber hinaus behaupten die ZJ dass exakt 144000 (ca. 10⁵) auserwählt sind und in den Himmel gelangen…wozu denn soll man sich damit beschäftigen, wenn es gerade jetzt 10¹⁰ Menschen auf dem Planeten gibt??

Antwort
von josef050153, 36

Die Zeugen Jehovas haben da ein Problem. In ihrer Frühzeit wurde durch Unkenntnisse in der griechischen Sprache gepaart mit absoluter Arroganz vieles behauptet, das sich später als falsch herausstellte.

Die meisten alten Handschriften haben τον θεον im ersten und zweiten Vers des Johannesevangeliums, also die Form des Artikels und Substantivs im Akkusativ Singular. Das macht die Übersetzung 'ein Gott' in Joh 1:1 eigentlich lächerlich.

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