Bierlieferungsvertrag

Hallo,

mein Lebensgefährte und ich wollen ein Restaurant eröfnen. Wir haben auch schon ein Objiekt gefunden. Es ist noch eine Bestuhlung vorhanden die durch eine Brauerei finanziert wurde. Ursprünglich gieng der Vermieter diesen Bierieferungsvertrag ein da er in den Räumlichkeiten eine Gaststätte betrieben hat. Danach gab es mehrere neue Pächter die jedes mal die Bestuhlung und somit auch die Ablöse an die Brauerei mit übernommen haben. Allerdings wurde der Vermieter zu ausgleichszahlungen herangezogen wen der vereinbarte Bierumsatz nicht erreicht wurde. Nun sollen auch wir diese Bestuhlung übernehmen. Allerdings soll der Vertrag so umgeschrieben werden das der Vermieter ganz raus ist aus der Nummer. Die Tische und stühle sind schon 10 Jahre alt und es ist immernoch eine Ablösesumme von 8000 Euro drauf was uns recht viel erscheint. Mit der Übernahme wär auch eine mindestvertragslaufzeit von 5 jahren verbunden. Weiß jemand was passiert wenn wir die Bestuhlung nicht übernehmen wollen würden? Muss die Brauerei sie dann heraus nehmen und den Vermieter aus dem Vertrag entlassen? Oder laufen wir gefahr das der Vermeiter sagt wir bekommen das Objekt nicht wenn wir nicht übernehmen. Bzw. Sollten wir die Bestuhlung übernehmen ist es dann rechtens die noch offenen 8000 Euro anzusetzen auf solch alte Möbel? Dafür könnten wir uns ja locker eine nagel neue bestuhlung rein stellen. Ich hoffe uns kann jemand weiter helfen möchte ungerne einem bösen knebelvertrag aufsitzen.

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Erstmal die Grundlagen ausloten: Welcher Vertrag besteht denn und wie lange läuft er noch (den habt ihr ja nicht unterschrieben, sondern der Vermieter). Der hat ihn normalerweise unterschrieben,um sich vom Verpachtungsrisiko zu befreien. Als sozusagen Entgelt muss er Ausgleichszahlungen hinehmen, falls die Pächter das Biervolumen (wie hoch, welche Verteilung?) nicht erfüllen.

Bei einem "normalen" Vertragsverhältnis wäre dann aber die Brauerei euer Verhandlungspartner, denn dann müssten die ja schauen, wie sie ihre Bierlieferungen auch realisieren können. Hier ist also schon mal was unklar.

Ihr müsst euch unbedingt zuerst mal die existierenden Vertragsverhältnisse offenlegen lassen. Dann auch mit der jetzt "federführenden" Brauerei reden, wie die sich eine Fortführung vorstellen würden bzw. was sie bereit wären, zu investieren bzw. an so genanntem Restwert ihrer Bestuhlung aufgeben würden (wahrscheinlich würden sie euch diese schenken).

Ihr dürft nie die Interessenlage außer Acht lassen. Der Vermieter hat den Vertrag mit der Brauerei nur, weil diese ihn vermutlich vom Pachtrisiko befreit,sprich, sie zahlt die Miete. Alle anderen wollen verkaufen und brauchen jemanden, der ihnen die Ware abkauft. Wenn diese Deppen sich im Vorhinein zu einer bestimmten Abnahme verpflichten, umso besser.

Es wollen aber auch andere verkaufen. Sprecht daher auch mit anderen möglichen Lieferanten (Brauereien, örtliche Großlieferanten und dgl.) über euer Problem, da lassen sich oft überraschende Hilfeleistungen oder Infos finden.

Nicht vergessen: Noch habt ihr nix unterschrieben, also seid ihr diejenigen, die zukünftig die Ware mit eigener Arbeitsleistung und auf eigenes Risiko unters Volk bringen könnten. Solange das so ist, seid ihr Verhandlungspartner, nach Unterschrift nicht mehr.

Keinesfalls auf dieses eine Objekt fixieren. Immer klarstellen, ich könnte schon, aber ich muss nicht. Ein Brauereivertrag ist im Vergleich zu einer freien Gaststätte ijmmer eine Beschwernis, die finanziell ausgeglichen werden muss.

Das wichtigste für euch ist, ein vernünftiges Konzept vorzulegen, an das die Herren und Damen Lieferanten glauben. Wenn das steht, werden sich notfalls im Rahmen der Kontakte zu evtl. Konkurrenten auch andere Objekte auftun.

Bierlieferverträge sind fast immer Knebelverträge, mit deren Fußangeln sogar ein "normaler" Anwalt überfordert ist (in München habe sie gerne mal 165 Seiten). Sie können Klauseln enthalten, die schon machen vor Euch in den dauerhaften Ruin (kein Witz) getrieben haben. Vor Unterschrift also einen Anwalt aufsuchen, der sich mit dieser Materie auch auskennt (keinen Kumpel oder Ja-mach-ich-schon-Spezi), ggf. DEHOGA, auch wenn es Mitgliedbeiträge kostet.

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Hallo Maria,

der angesprochene Wikipedia-Artikel stammt teilweise von mir. Ausführliche Hintergründe kannst Du nachlesen unter

http://gastrobetreuung.de/gastroblog/gastronomie-und-gesellschaft/wem-gehort-das-trinkgeld/

Aber eigentlich willst Du ja wissen, was du tun kannst, und da helfen oberschlaue Hinweise wie "komm halt einfach pünktlich" sicher sehr viel. Für Verstöße gegen die Arbeitszeitordnung ist die Gewerbeaufsicht zuständig. Dies hilft dir aber nur dabei, jetzt deinerseits deinem Chef eins überzubraten.

Die einbehaltenen Trinkgelder stehen dir zu. Einbehalten ist nur rechtlich möglich im Rahmen einer Betriebsvereinbarung, als Strafzahlung schon gleich gar nicht. Soweit du deren Höhe schlüssig nachweisen kannst oder mindestens plausibel machen kannst, hast du einen Prozess um deren Auszahlung an dich vor dem Arbeitsgericht praktisch schon gewonnen (siehe oben).

Andererseits dürfte der Arbeitsplatz dann futsch sein. Möglicherweise hilft auch ein gütliches Gespräch. Dabei kann der richtig gegebene Hinweis nützlich sein, dass vom Unternehmer einbehaltene Trinkgelder der Steuerpflicht tatsächlich unterliegen und sich die Finanzämter daher für diesen Vorgang bei Anzeige interessieren dürften, nachdem er ja offensichtlich betriebliche Übung ist.

Vermutlich fährst du am Besten, deinen Chef unter Hinweis auf die Rechtslage zur gütlichen Auszahlung des ausstehenden Trinkgelds zu bewegen und dir dann einen neuen Job zu suchen. Arbeitgeber, die mit solchen Methoden arbeiten, werden dich auch weiterhin verarschen.

Lass dich jedenfalls bezüglich deiner Kohle nicht unterkriegen, alles Gute

gastromartini

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ich empfehle euch allen, nur noch Tiefkühlkost oder andere industrielle Markenware zu kaufen und daheim in der Mikrowelle aufzuwärmen.

Die hat sicher keiner vorher mit vergifteten Münzen angefasst. Man weiss zwar nicht, was drin ist, es ist eher billig, aber sauber. Das enthaltene Gift an Färbemitteln steht sogar drauf.

Wenn jemand erwartet, sein ohnehin zu 80% aus Antibiotika bestehendes Grillhendl am Strassenstand (!!Autoabgase) um die Ecke für am liebsten einen Euro aus einem hygienischen Hochsicherheitstrakt serviert zu bekommen, sollte er sich wirklich nur mit totgetöteter Industrieware ernähren und am Nährstoffmangel verrecken.

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100 %ig sicher ist allein folgendes: Die Gaststättengesetze der Länder und des Bundes erlauben der zuständigen Behörde, die Konzession zu verweigern oder auch später wieder einzuziehen, wenn berechtigte Zweifel an der Zuverlässigkeit des Antragstellers bestehen.

Ob sie verweigert wird oder welche Gründe im Zweifel für eine Unzuverlässigkeit sprechen, liegt allein im Ermessen der Behörde In der Regel soll dieser Passus Kunden vor Übervorteilung schützen, daher ist eine Vorstrafe wegen Betrugs nicht gerade die beste Qualifikation.

Andererseits ist eine Fürsprache von Seiten anderer Behörden wie Gericht oder Bewährungshilfe sicherlich ein gutes Gegenargument. Es wird dir aber nichts anderes übrig bleiben, als ganz offen mit der zuständigen Behörde zu verhandeln, welche die Konzession erteilt.

Mit etwas Glück angesichts deiner Fürsprecher könntest du einen Kompromiss erreichen: Du gitst dich mit einer vorläufigen Konzession zufrieden z.B. bis zum Ende der Bewährungsfrist. Näheres findest du in meinem wikipedia-Artikel zu Gaststättenrecht oder in meinem Blog.

Viel Glück

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Wenn du den rein physischen Vorgang meinst, das Buffet aufzubauen, geht auch Buffet stellen, Buffet eindecken, Buffet (nach)füllen oder platzieren. Analog zu den Vorgängen in der Küche ginge auch "schicken".

Wenn du den Plan meinst, wie der Aufbau gedacht ist und vorbereitet werden soll, eben Buffetplan, Ausgabegruppen,Aufstellungsvorgabe o.ä.

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Tatsächlich gehört das ordnungsgemässe Kassieren zu den Aufgaben einer Bedienung. Sie haftet selbst für Inkassofehler, Wechselgeld- und Rechenfehler und würde auch selbst haften, wenn sie den Abgang der Gäste ohne Bezahlung etwa selbst verschuldet hätte, indem sie die Aufforderung, bezahlen zu wollen, schuldhaft zu lange übersehen hat.

Ein böswilliger Zechbetrug ist jedoch eine Straftat und kein Inkassofehler, die auch eindeutig von beiden Geschädigten (Bedienung und Gastwirt) angezeigt werden kann, ohne wenn und aber.

Damit ist aber noch nicht die Frage geklärt, wer für den Schaden aufkommt. Die Ansicht, eine Bedienung hafte komplett für die von ihr bonierten (also beim Gastwirt abgerufenen Waren), stammt aus Zeiten, als Bedienungen noch prozentual am Umsatz und damit auch am Risiko beteiligt waren.

Nachdem Kellner(innen) heutzutage eher dem Niedriglohnsektor angehören, würde ich schon zu der Ansicht neigen, dass die Haftung für Betrugsfälle nicht zum "Berufsbild" gehört.

Ich würde zumindest versuchen, eine Anzeige zu stellen und mich mit dem Chef auf eine fifty-fifty-Lösung zu einigen. Eine Klage vor Gericht könnte zwar Erfolg haben, aber evtl. auch nur zu einem Vergleich führen, das Arbeitsverhältnis aber ziemlich sicher beenden.

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Die Werbung allein macht es nicht. Erst musst du mal wissen, für was du überhaupt werben willst. Nur "Restaurant" als Zieher ist eindeutig zu wenig.

Guckst du mal http://www.gastrobetreuung.de/marketing.

Auch die oben angesprochene Seite vom Restaurantberater ist sehr hilfreich.

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Meines Wissens müssen die steuerlich relevanten Daten elektronisch verarbeitbar sein, dazu gehören auch die Umsätze. Es spricht aber nichts gegen ein Festhalten auf Papier und späteres Eingeben in einen PC o.ä.

Rechnungen müssen lediglich zum Zwecke ihrer steuerlichen Absetzbarkeit beim Empfänger elektronisch ausgestellt sein. Sie dürfen also auch jetzt noch per Hand geschrieben sein, können dann aber nicht abgesetzt werden, was bei einem Imbiss kaum in Frage kommen wird.

Wenn du sicher gehen willst, ruf einfach beim Finanzamt an. Nur von dieser Seite können solche Vorschriften kommen, und die müssen dir dazu Auskunft geben.

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Wenn dir nichts besseres (eigenes) einfällt, würde ich mich auf das konzentrieren, was du hast: Ostsee, Hafen, Schiffahrt. Entweder du konzentrierst dich auf den örtlichen Slang für solche Begriffe (in Bayern könnte man zu Vorspeisen bspr. Mognkratzerl sagen), oder du versuchst, alles mal mit der Seefahrt in Verbindung zu bringen.

Weitere Links und Grundsätzliches zu Speisekarten(gestaltung) unter http://www.gastrobetreuung.de/marketing.html.

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Man gibt in Deutschland Trinkgeld als Anerkennung für eigene Zufriedenheit und guten Service. Wenn dieser Service vom Wirt ausgeht, bekommt eben der diese Anerkennung, warum auch nicht? Kneipenwirte verdienen schon längst dermassen wenig (zumindest wenn sie selbst bedienen), dass sie auf das Trinkgeld ebenso angewiesen sind wie ihr Personal und auch damit rechnen.

Meistens wird diese Frage von Nassauern gestellt, die sich einen Vorwand suchen, um ein Trinkgeld herumzukommen. An den schon gegebenen Antworten gut ablesbar.

Falls Personal bedient und der Wirt lediglich kassiert, bleibt dem Gast immer noch die Frage, wie sein begebenes Trinkgeld zur Bedienung kommt, für die er es bestimmt haben möchte.

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Rein juristisch brauchst du natürlich nur das Gesundheitszeugnis und rein faktisch arbeiten tatsächlich viele ungelernte Kräfte in Deutschlands Küche, manche davon nicht schlechter (auch Stefan Rach ist angeblich Autodidakt).

Trotzdem solltest du dir deinen "neuen Job" nicht zu einfach vorstellen. Mit kreativen Ideen allein ist es nicht getan, zu einer Gastronomieküche gehört mehr. Die Küchenhygiene gehört zu deinen Aufgaben sowie die Einrichtung und Durchführung eines HACCP-Konzepts. Küchenablauf und Warenverkehr muss organisiert sein. Was geschieht mit den Waren, wenn eine Idee nicht so einschlägt? Wie organisierst du den Ablauf, falls zehn Essen zugleich bestellt werden? Wer kalkuliert die Preise, wer schreibt die Speisekarte.

Natürlich kann man diese Dinge lernen, auch ohne Umschulung. Sie zeigen aber nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was drumherum dazugehört und warum Koch eben doch ein Lehrberuf ist. Und wenn du deine neue herausforderung annehmen willst, wirst du dich damit beschäftigen müssen.

Dir selbst kann nicht viel passieren, für Fehler muss deine Chefin geradestehen. Solche Fehler, gerade bei Sauberkeit und Warenbehandlung können aber teuer werden, und dann kann deine Chefin dich nicht mehr bézahlen.

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