Hallo Trop86,
es entsteht zu diesem Thema gern sehr viel Verwirrung - und es schwingen auch jede Menge Moralismen mit.
Zunächst, wir können ein genetisches Geschlecht eindeutig definieren: bei Abwesenheit von Y-Chromosomen weiblich, bei Anwesenheit von Y-Chromosomen männlich. Damit ergibt sich in aller Regel der eine oder andere Phänotyp, an dem das (genetische) Geschlecht häufig festgemacht wird. Doch hat sich herausgestellt, dass da ein Spektrum existiert - es da auch etwas dazwischen geben kann. Dann können wir von einem biologischen Geschlecht sprechen.
Eine ander Dimension ist eine eigene Wahrnehmung - auch zu erwähnen, dass diese häufig moralistisch pathologisiert wird, wenn sie vom genetischen wie biologischen Geschlecht abweicht. Ein sehr guter Begriff ist hier die geschlechtliche Identifikation. In den wohl meisten Fällen folgt eine Identifikation dem biologischen Geschlecht und auch einer Phänotypologie. Aber es gibt die Abweichungen und auch durchaus individuell betrachtete Identifikationen.
Der Begriff "Sexualität" in dem Kontext begegnet uns häufig im Zusammenhang mit einer sexuellen Orientierung oder kurz Neigung. Das ist etwas anderes als das genetische oder biologische Geschlecht sowie eine Identifikation. In den wohl meisten Fällen wären Menschen unterschiedlichen biologischen Geschlechts dem jeweils anderen biologischen Geschlecht geneigt. Wir könnten das aber auch auf das genetische Geschlecht beziehen. Wir beobachten aber auch Neigungen, die von dieser Häufigkeit abweichen.
Ein Mann, der sich als Mann identifiziert, wäre ein Mann z.B. in einem Kleid. Ein biologischer Mann, der sich als Frau identifiziert, wäre eine Frau in einem Kleid - unabhängig von einer Körperlichkeit. Hier nehmen wir die Identifikation zur Hand, da die Wahrnehmung von sich selbst einem meistens am nächsten liegt.
Wir kommen also weg von dem, was gerade bei jemandem "verbaut" ist - auch wenn das bei Geburt eine Genetik und erst mal eine vielleicht vorläufige oder auch veränderliche Identifikation zeigen kann.
Beim Sport spielt wieder eine genetisch gegebene Phänotypologie eine Rolle. Klassisch war das einfach - man unterschied zwischen Frau und Mann. Heute müsste man das auf Grund der Phänotypologie machen - oder vieleicht auch an einem anders gestalteten Körperbau.
Für die Neigungen gibt es hinreichend viele Schubladen, in die die Gesellschaft die Menschen gern steckt und auch gern diskreditiert oder diskriminiert. Braucht niemand, denn eine Neigung kann eindeutig mit Geschlechtern oder Identifikationen benannt werden.
Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen