Ja

Im AfD-Programm gibt es queerfeindliche, insbesondere transfeindliche, Inhalte. Insbesondere auf Seiten 113ff werden die s.g. "Frühsexualisierung" (also Aufklärung über nicht nur heteronormative Lebenskonzepte) sowie die Idee eines Geschlechts jenseits der Biologie (also Gender) in Frage gestellt. Als Familie wird nur die traditionelle Idee von "Mutter, Vater, Kind(er)" gesehen.

Aber auch jenseits des Programms gibt es mehr als ausreichend viele Beispiele für Queerfeindlichkeit, wenn man sich die Social-Media-Auftritte so mancher AfD-Persönlichkeit anschaut.

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Schlecht

Ich empfinde es generell als schwierig, wenn eine Partei anderen Parteien Sprachpolizeitum vorwirft, dann aber als einzige Partei eben genau das selbst umsetzt.

Außerdem zeigt es erneut sehr schön, dass sich vor allem Leute ohne Ahnung über das Thema aufregen. Gendersensible Sprache besteht nicht nur aus Sonderzeichen, sondern z.B. auch aus der Beidnennung, mit welcher wirklich nur die wenigsten Menschen ein Problem haben. So verkürzt man das Thema erneut um populistisch Stimmung zu machen.

Wundert es mich, beides (Sprachpolizei und Populismus) bei der CDU zu finden? Nein, absolut nicht.

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Wichtig

Ich halte Gendern, also gendersensible(re) Sprache, für eine sinnvolle Maßnahme. Gekonnt eingesetzt ist gendersensible Sprache für mich dann, wenn sie aus einer Kombination der verschiedenen Möglichkeiten und nicht aus dem strikten Einsatz einer einzigen Variante besteht. Dazu gehört auch, dass man versteht, bei welchen Wörtern eine "gegenderte" Variante angebracht ist und bei welchen nicht, und einem klar ist, dass nicht jede Situation/jeder Kontext eine gendersensible Anpassung der Sprache benötigt. Das sprichst du ja auch selbst an:

Ich persönlich finde es zum Bsp in geskripteten Sachen wie Reden oder Briefen oder so wichtig (bei GF könnte zum Bsp Freund*in stehen und so), jedoch wenn man sich Unterhält und spontan etwas sagt nicht so wichtig

Zudem ist gendersensible Sprache kein Allheilmittel, sondern ein Baustein von vielen für eine Gesellschaft, in der Nicht-Männer sichtbarer sind als in unserer heutigen, da durch gendersensible Sprache der männliche Bias im Deutschen abgemindert wird. 

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Heranwachsende sind oft unsicher, was ihre eigene Person angeht. Da ist es viel einfacher, andere aufgrund ihrer Sexualität/Identität zu beleidigen, statt sich mit den eigenen Zweifeln auseinanderzusetzen. Obendrauf noch eine Portion fehlende Weitsicht und eine Prise fehlender Aufklärung, fertig sind queerfeindliche Situationen.

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Wie bildet man die anderen drei Fälle?

Nominativ: der Erfinder - dens Erfindens
Genitiv: des Erfinders - dens Erfindens
Dativ: dem Erfinder - dens Erfindens
Akkusativ: den Erfinder - den Erfindens

Es sind also alle Kasus identisch, heißt:

Dens Erfindens gibt die Idee dens Erfindens an den Erfindens weiter, was dens Erfindens nicht gefällt.

Den Plural?

Identisch mit dem Singular.

Und ... was ist mit Adjektiven?

Stamm des Adjektivs ohne Endung, heißt:

der weise / alte / komische / kleine Erfinder -
dens weis / alt / komisch / klein Erfindens

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Die Autens schreiben folgendes:

Anliegen der ens-Form ist es, eine einfache Lösung zu haben, um sich genderfrei auszudrücken. Deshalb ist die Form in allen Fällen und für alle Anwendungen identisch [...]. (Hornscheidt & Sammla, S. 55)

Alle Infos stammen aus dem Buch von Hornscheidt und Sammla (Wie schreibe ich divers? Wie spreche ich gendergerecht? w_orten & meer Verlag, 2021).

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Bei gendersensibler Sprache geht es in erster Linie nicht darum, dass Leute sich vom generischen Maskulinum nicht angesprochen fühlen, sondern darum, dass dieses un(ter)bewusste Assoziationen auslöst, welche einen klaren männlichen Bias haben. So transportiert die Sprache unterschwellig Informationen, welche man womöglich gar nicht transportieren möchte, und welche zu verschiedenen Dingen, etwa der stereotypen Besetzung von Berufen, beitragen können.

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biologisches und soziales Geschlecht
Als Gender oder soziales Geschlecht werden Geschlechtsaspekte zusammengefasst, die eine Person in Gesellschaft und Kultur in Abgrenzung zu ihrem rein biologischen Geschlecht (englisch sex) beschreiben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gender

Entsprechend würde ich mich auch an "biologisches" bzw. "soziales Geschlecht" halten.

Dass soziales Geschlecht und sexuelle Orientierung nicht identisch sind, ist relativ offensichtlich: ein trans Mann (gender) kann hetero-, bi-, homo- und sonst-was-sexuell (sexuelle Orientierung) sein.

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Generell bilden die Geisteswissenschaften zu keinem "fertigen Beruf" aus, auch nicht die Gender Studies. Je nach Studiengang (welche i.d.R. Master-Studiengänge sind) qualifiziert ein Abschluss in den Gender Studies z.B. für

  • Berufsfelder im Kontext der Förderung von (Geschlechter-)Gerechtigkeit, z.B. für die Arbeit in Antidiskriminierungsstellen oder als Gleichstellungsbeauftragte*r in der öffentlichen Verwaltung;
  • Genderexpertise in Arbeitsbereichen gemäß dem fachlichen Profil des Erststudiums, z.B. in der genderreflektierten (Politik-)Beratung, Personal- oder Produktentwicklung oder im Feld der Sozialen Arbeit und Pädagogik;
  • Tätigkeiten in der (Gender-)Forschung an nationalen und internationalen Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

(Quelle)

Kann man sagen,dass Genderstudies mittlerweile die bestgeeignete Geisteswissenschaft ist,wenn man Leidenschaft und gute Bezahlung verknüpfen möchte?

Nein, das kann man m.M.n. nicht sagen, da ich solche Aussagen generell für nicht quantifizierbar halte.

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Um auch weibliche Personen mit einzubeziehen oder um nicht binäre Personen mit einzubeziehen?

Warum denn oder? Sowohl als auch.

wie kommen sie darauf, dass sie nicht mit gemeint sind?

Es geht viel weniger um ein bewusst empfundenes "Nicht-Mitgedachtsein" als um die un(ter)bewussten Assoziationen, die die "nicht-gegenderte" Sprache, also das generische Maskulinum, auslöst. Das generische Maskulinum ist zwar in seiner theoretischen Idee neutral, in der sprachlichen Realität allerdings nicht.

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Sex zwischen Menschen anderer Sexualitäten nicht erotisch/attraktiv (um mal dieses dämliche Wort "eklig" zu vermeiden) zu finden, macht niemanden homophob. Viele homosexuelle Männer z.B. finden Sex zwischen Mann und Frau alles andere als erregend, sind deswegen aber auch nicht heterophob. Was man erotisch findet oder nicht, das ist i.d.R. keine Wahl.

Homophob, oder viel eher queerfeindlich, wird es dann, wenn man jenseits dieses "finde ich für mich selbst nicht erregend/erotisch/attraktiv" die Menschen angreift, für die eben diese Art von Sexualität ihre Sexualität ist. Im konkreten Fall: wenn "Big Ben" also nicht nur Sex unter Männern für sich ausschließt, sondern Männern, die mit Männern Sex haben, diskriminiert.

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Schon relativ lange; der Google Ngram Viewer findet die entsprechende Formulierung z.B. gut vertreten seit den 1960ern.

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Man könnte höflich nachfragen, ob "Liebe Kolleginnen und Kollegen" nicht auch möglich wäre, damit sich womöglich alle angesprochen fühlen. Mehr als freundlich Nachfragen ist nicht drin, denke ich - Zwang o.Ä. führt zu nichts.

Übrigens erstaunlich, mit welcher Aggressivität diejenigen hier schreiben, die nichts von gendersensibler Sprache halten. Dabei sind das i.d.R. diejenigen, die denen, die gendersensible Sprache nutzen, vorwerfen, dies missionarisch und aufdrängend zu tun. 🤷‍♂️

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Ja.

gutefrage könnte es davon abhängig machen, ob im Profil ein Geschlecht angegeben ist. Welche Formulierung gewählt wird, wenn keines angegeben ist, kann man dann sicherlich diskutieren - also ob man auf das generische Maskulinum zurückgreift oder eine genderneutralere Variante nutzt.

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das ist doch ganz einfach

Kollegen = männlich

Kolleginnen = weiblich

Kolleg*innen = gemischt

Da man das Sternchen (oder alternative Sonderzeichen) entweder sieht oder als glottalen Verschluss hört, ergibt sich hier für mich keine Verwechslungsgefahr.

Bei anderen Formen gendersensibler Sprache ebenfalls nicht, z.B. Kolleginnen und Kollegen.

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Wenn du heterosexuell und cis bist: nein, nicht wirklich.

Du kannst queere Menschen und die Community (wie auch immer man diese nun definieren möchte) als nicht-queerer Mensch selbstverständlich nach deinen Möglichkeiten unterstützen. Das würde dich zum s.g. "Ally", also Verbündeten, machen.

In ganz seltenen Fällen zählen Menschen solche Allies auch direkt zu LGBT+ hinzu, davon würde ich allerdings abraten. Die Abkürzung in all ihren Formen (LGBT, LGBTQ, LGBTQ+, etc.) ist im Endeffekt immer ein Sammelbegriff für alle Menschen, die queer, also nicht heterosexuell und cis, sind.

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