Würde ich in flüssigem Sauerstoff ertrinken?

9 Antworten

Was wäre wenn…

Ich vermute: Wenn jemand füssigen Sauerstoff bei 20°C herstellen könnte (was nicht geht) oder zumindest eine Flüsssigkeit, in der die O₂-Aktivität grob 1000 mal höher als im Gas bei p=1 bar liegt (was ich für denkbar wenn­gleich un­wahrschein­lich halte), dann wäre der Effekt vergleichbar mit dem Leben in einer Sauer­stoff­atmo­sphäre bei 1000 bar Über­druck (natürlich ohne die mechani­schen Effekte durch den Überdruck).

Denn Sauerstoffgas ist etwa ein Tausendstel so dicht wie flüssiger Sauerstoff. In der flüssigen Phase sind einfach ungefähr tausend mal mehr Moleküle im gleichen Volumen drin. In Luft sind aber noch 80% der Moleküle kein Sauer­stoff, also wäre flüssiger Sauerstoff einige tausend Male konzentrierter als Luft.

Das bedeutet dann, daß die Lunge gut tausend mal soviel Sauerstoff pro Atem­zug aufnehmen könnte — das kann sie aber nicht wirklich tun, weil nicht genug Hämo­globin da ist, um das alles zu trans­portieren. Trotz­dem würde der Sauer­stoff­­gehalt im Blut sehr viel höher als bei Normal liegen, weil sich die O₂-Mole­küle physikalisch in der Flüssigkeit lösen, und zwar ebenfalls ein paar tausend mal so gut wie in Luft bei Normaldruck.

Die Zellen hätten also viel mehr Sauerstoff zur Verfügung. Das führt zu den üblichen Sauerstoff­vergiftungen (Rausch, Bewuß­tlosig­keit, Tod). Bei zwanzig- oder dreißigfach erhöhtem Sauerstoff­druck tritt das in Minuten ein und ist sehr rasch lebensgefährlich. Da flüssiger Sauerstoff ungefähr dem mehr­tausend­fachen Druck entspricht, wärst Du wohl nach dem ersten Atemzug sturz­besoffen, und nach dem zweiten tot.­

"Ertrinken" im Sinne von "an einem Mangel an Sauerstoffaufnahme durch die Lunge sterben" mit Sicherheit nicht.

Im Gegenteil.

Du würdest an einem viel zu hohen Sauerstoffpartialdruck in deinem Körper sterben, und zwar ziemlich schnell, weil alles, was in deinem Körper überhaupt oxidiert werden kann, oxidiert. 

Was aber durchaus passieren kann, ist, dass das CO2 nicht mehr schnell genug abtransportiert wird und du an CO2-Vergiftung stirbst. (Siehe auch beim Link unten zu Nebenwirkungen der Sauerstoff-Langzeittherapie.)

Soweit ich weiß hat flüssiger Sauerstoff eine deutlich geringere Dichte als Wasser, sodass du auch nicht schwimmen könntest.

Schon eine (gasförmige) Atmosphäre, deren Sauerstoffpartialdruck wesentlich höher ist als in unserer Umgebungsluft, kann langfristig zu Schädigungen führen. (Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Sauerstoff-Langzeittherapie#Nebenwirkungen und dort gesetzte Links)

Flüssiger Sauerstoff hat eine Dichte von 1,141 g/cm³ (1,141 kg/l) und ist somit schwerer als Wasser(Wasserdampf als Gas ist auch leichter als gasförmige Luft) 

Okay, aber was ist mit flüssige Luft(gleiche Zusammensetzung wie normale Luft um uns herum), würde ich da auch oxidieren? Ist die Wirkung und Druck das Gleiche, wie du es beschrieben hast?

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@MarioXXX

Nun, Sauerstoff (O2) ist apolar und bildet auch keine Wasserstoffbrücken aus, von daher hätte ich erwartet, dass er als Flüssigkeit weniger dicht ist als Wasser. Offensichtlich doch nicht.

Was die Wirkung des Sauerstoffs betrifft, hier kommt es auf seinen Partialdruck an. Siehe auch die Gefahren beim Gerätetauchen, wie von Bujin erwähnt und verlinkt.

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Für das Ertrinken braucht man einen Stoff/Substanz, deren Aggregatzustand flüssig ist und Sauerstoffmangel!

Die Frage ist, ob flüssiger Sauerstoff von der Lunge aufgenommen und dem Körper zur Verfügung gestellt werden könnte und wie sich der Umstand verhält, dass reiner Sauerstoff statt Luft mit etwa nur 21% Sauerstoffgehalt bereitstehen würde.

Ich vermute es liefe auf einen tragischen Exotus raus, ähnlich einem Verdursteten der zu spät das Wasser erreichte und trotz dann zu trinken, doch verstarb.

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