Wovon leben eigentlich moderne Zigeuner?

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Was meinst du denn mit Luxusklasse? Oder luxuriösen Wohnwagen?

Die Wohnwagen sind vielleicht luxuriös, wenn man mit zwei bis sechs Personen darin Urlaub macht. Wenn man mit zwei bis drei Generationen darin lebt, sind sie es definitiv nicht.

Und die Autos der Luxusklasse? Ich habe bisher regelmäßig größer motorisierte, aber ältere Mercedes als Zugfahrzeuge gesehen. Das hat mir Luxus wenig zu tun. Es hat mit Tauglichkeit zu tun.

Wenn du all die Fahrzeuge mal auf die Personen, die sie nutzen, umrechnest, bleibt da kein Luxus. Eher Not.

Darum geht es nicht. Es ist mir schon klar, dass die Beanspruchung eine gewisse Qualität erfordert bzw. Zugfahrzeuge in passender Größe. Mir geht es darum, dass es sich um teure Modelle handelt, übrigens hier relativ neue Modelle. Es geht hier auch nicht um irgendeine Form der Diskriminierung. Vielmehr beneide ich diese Menschen ein wenig um ihre Lebensart. Trotzdem darf man sich doch einmal diese Frage stellen. Ich unterstelle nämlich nicht, dass sie unseriös sind.

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@Rikeelse

Es war auch nicht meine Absicht, dir das zu unterstellen. Sieh es mal so: Rechne die Anzahl der Personen, die das Ding nutzen, nicht allein auf die Luxusfrage um. Ich weiß es nicht, aber ich kann mir schon vorstellen, dass es möglich ist, dass auch - über die Jahre - hier in D mit Hartz4 hinzukriegen. Zu meiner großen Erleichterung kenne ich mich in dem Bereich nicht sonderlich gut aus, ich benutze also nur das, was ich als gesunden Menschenverstand ansehe. Nehmen wir an, da leben, grob, Eltern, zwei Kinder, ein Schwiegerkind, ein Enkelkind, zwei Großeltern im selben Wagen, macht neun Personen. Wenn die alle eine Wohnung wollten, müsste doch das Amt zahlen. Wenn die nun alle nur auf einer minimalen Fläche für viel weniger Geld zusammenleben wollen, dann müsste es doch auch, oder?

Nur eine Lösung. Mag auch sein, dass die fahrenden Völker sich das durch Arbeit finanzieren. Das allerdings bezweifle ich - nicht, weil ich an der Arbeitsbereitschaft dieser Menschen zweifle, sondern, weil ich daran zweifle, dass sie die Chance haben.

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@penthesileia

Tolle stellungsnahme meine meinung nach ; ) danke für die unterstützung.Ganz liebe Grüße

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@penthesileia

Nur kurz zur Info, Ich bin Sintiza habe einen Schulabschluß,arbeite seit meinem 17. Lebensjahr ,habe noch nie etwas mit kriminalität zu tun gehabt,von meinen Kinder besuchen 2 eine Realschule 1 ein Gymnasium dieses Phänomen bezieht sich nicht nur auf meine Person sondern es gibt noch so einige mehr von dieser Sorte ;-) Ich frage mich nicht, wie sich mein deutscher arbeitsloser Nachbar sein neues Auto finanziert hat ,da ich ja nicht alle anderen Deutsche in einen Topf werfen möchte und davon ausgehen will... alle machen das so!

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@Sintiza2010

Einzelschicksale von geglückter Integration! Bei uns im Ort waren sie letztes Jahr, weil der Bürgermeister uns alt weltoffen und tolerant haben will! Außer ein paar dummen deutschen Mitbürgern, welche mit angeblich wundergehärteten Werkzeugen und Teppichen übers Ohr gehauen wurden und ein paar Ladendiebstählen war nix passiert! Keinem wurde Erntehilfe angeboten und die Einfahrt wurde auch niemanden geteert! Seitens des weltoffenen Bürgermeisters wurde nur die Beschwerden über o.a. Taten damit abgetan, dass das übers Ohr hauen nunmal zur Kultur derer gehört und die behumsten nunmal selbst Schuld sind!

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Vorweg: Ich bewundere ihre Lebensweise. Mit relativ wenig auskommen und viel umherziehen. Das enge Zusammenleben in großen Familien oder Clans. Die Ungezwungenheit und die Ungebundenheit. Alles Dinge die ich mir auch wünsche!

Zu meinen Erfahrungen: Ich beobachte die Camps schon seit Jahren auf meinen Touren durch Frankreich. Ich sah fast ausschließlich neue bis neuwertige Luxuswohnwagen (mit Alufelgen auf allen 4 Rädern!). Dazu häufig große und moderne Limousinen (MB, BMW etc.). Fast am häufigsten sind es allerdings Kleintransporter die die Wohnwagen ziehen müssen. Aber auch diese sind meist neuere Modelle. An Geld scheint es den meisten für diese notwendigen Dinge nicht zu mangeln. Die Plätze auf denen sie vorrübergehend standen wurden zum Teil total vermüllt nach ein paar Tagen verlassen. Ich sah es aber auch schon anders, die Müllsäcke wurden wenigsten neben einem Mülleimer gestapelt. In Frankreich ist es häufig so, dass die Zigeuner (für mich kein negative besetztes Wort) einen Platz für Ihre Camps zugewiesen bekommen. Gänzlich verhindern lässt sich das campieren wohl nicht unterbinden, da es einfach sehr viele in Frankreich gibt. Da hat man sie dann lieber auf zugewiesenen Plätzen, wo sie vielfach Monate oder sogar Jahre stehen. Bei diesen Dauercamps habe ich Leute gesehen, die ganz in Arbeitsklamotten nach 17 Uhr nach Hause kommen. Diese Gruppe würde ich als halbnomadisieren bezeichnen wollen. Strom- und Wasserversorgung wird bei diesen Dauerplätzen häufig zur Verfügung gestellt. Ob dafür etwas bezahlt werden muss, kann ich leider nicht sagen. Der Müll wird von den betreffenden Städten oder Gemeinden kostenlos abgeholt, damit sich keine gigantischen Müllberge aufhäufen. Ich habe aber auch vielen andere Wagenburgen gesehen. Sie standen oft nur Tage oder nur wenige Wochen. Gern in der Nähe irgendwelcher Stromkästen oder öffentlichen Wasserstellen. Strom und Wasser wurden also kostenlos bezogen. Der Hausmüll wurde einfach neben kleine öffentliche Mülleimer gestellt. Also auch kostenlose Müllentsorgung. Diese Kurzzeitcamps gehören zu Gruppen die überwiegend nomadisierend leben. Wovon diese leben, frage ich mich auch seit Jahren, weil ein städniger Ortswechsel nicht mit einem festen Job vereinbar ist. Zudem sieht man in den Camps viele junge und ältere Männer den ganzen Tag umher sitzend. Ich glaube man muss sehr genau unterscheiden zwischen Zigeunern in Deutschland und anderen Ländern. Die in Deutschland lebenden sind überwiegend sesshaft und gehen ganz normal arbeiten. In Frankreich sieht es da schon anders aus. Schon oft habe ich sie betteln gesehen. Was aber in gewisser Weise auch ein Arbeit ist. Bei meinem letzten Urlaub wurde mein uraltes Womo aufgebrochen und alles geklaut was in irgendwie verkaufbar war bzw. Wert hatte: Handy, Spielkonsole der Kinder, Mini-TV, Kamera, Portemonaie. Der gut gefüllte Kühlschrank blieb unangetastet... Das Womo eines Polen der neben mir stand übrigens auch. Wie durch ein Wunder wurden die Diebe 4 Stunden später durch Zufall in einem Nachbarort geschnappt. Laut Polizei hatten sie entlang der Küste noch mehr Autos aufgebrochen. Das Auto mit dem sie geschnappt wurden war voller Diebesgut. Glück im Unglück, wir haben alles wiederbekommen. Die Diebe waren drei in Frankreich lebende rumänische Staatsbürger! Ich habe aber auch schon mal ein nettes Zigeunerpärchen kennengelernt, die mir halfen einen sicheren Schlafplatz zu finden (Fahrradtour mit Zelt). Ich denke aber, das die Zigeuner meist keinen Kontakt zu "normalen" Bevölkerung haben möchten. Daher ist es sehr schwer einen direkten Einblick zu bekommen. Leider waren meine Erlebnisse bisher meist negativer Natur. Abschließend kann ich nur sagen, dass es mir trotz aller Toleranz und Offenheit schwer fällt, keine Vorurteile zu hegen.

also ich bin da mal hingegangen...im zuge einer fahrradtour bin ich da mal hin, zu so einem camp...eben weil es mich interessiert wie sie leben... weil ich sie sympatisch finde...weil ich weltoffen und kontaktreudig bin und mir einfach was abschauen wollte...für mein eigenes leben.

aber es kam anders....ich wurde sofort umringt...mit dummen sprüchen bearbeitet, wie zb willst du teppich kaufen, wo ist die größte bank in euerem ort, ja sie behaupteten sogar ich wäre polizist(wohl die größte beleidigung). ich versuchte ihnen mein interesse an ihrem leben zu bekunden...aber es half nix. und so zog ich traurig und bestürzt wieder ab.

zusammenfassend lässt sich sagen, sie wollen kein interesse ausenstehender...wollen nur unter ihres gleichen bleiben und in ruhe gelassen werden.

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