Woran glauben Anhänger des Dao/Taoismus?

3 Antworten

Für Anhänger einer Gottesreligion kann man es so erklären: Taoisten glauben an "das Göttliche", aber nicht an einen Gott als Person. Gemeinsam an Tao und Gott ist das Absolute, die Unabhängigkeit von Raum und Zeit. Sie sind und wirken überall und jederzeit.

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass Gottesgläubige meist davon ausgehen, dass sie Gott beeinflussen können durch Gebete oder gottgefälliges Leben. Taoisten würden nie auf die Idee kommen, am Tao etwas ändern zu können. Es gibt vom Tao keine Strafen und keine Belohnungen. Man kann aber das Wirken des Tao beobachten und darüber sein Leben so gestalten, dass es vom Tao positiv 'bewirkt' wird.

Für Atheisten kann das Tao auch als Gesamtheit der Naturgesetze (die noch nicht entdeckten eingeschlossen !) angenähert werden. Nur ist das Wort Gesetze da etwas irreführend, weil es von der menschlichen Justiz übernommen wurde. Das Tao oder die Naturgesetze wurden nie gesetzt, sie waren schon immer da. Gusto Gräser , ein taoistischer "Guru" von Herrmann Hesse, spricht deshalb hier von "Ge-Ist".

Der "große Geist" vieler Indianerreligionen steht dem Tao auch näher als dem orientalisch-europäischen Gottesbegriff.

An das hier und jetzt. Gelebt durch Wu wei.

Ich empfehle Dir das Buch Wu wei von Theo Fischer.

Im weitesten Sinne könnte man im Tao Gott als Prinzip nehmen (also kein persönlicher Gott).

„Das Tao, das sich aussprechen lässt, ist nicht das ewige Tao, der Name, der sich nennen lässt, ist nicht der ewige Name“ - naja, die Christen sollen sich ja auch kein Bildnis machen.

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