Woran erkennt man altes hochwertiges Silberbesteck?

4 Antworten

Silber als Gebrauchsartikel gibt es in der Regel als 925 (auch Sterling genannt)oder als Silber 800. Bei beiden Legierungen stehen die Zahlen fuer 800 Teile reines Silber und 200 Teile Kupfer. 925 ist die weitaus beste Legierung , weil der der Kupferanteil nur 7.5% betraegt. Einer meiner Vorgaenger behauptet reines Silber waere zu weich. Das ist unrichtig. Es ist zum Verarbeiten zu sproede und wuerde ohne Kupfer zu Rissbildung neigen. Wichtig fuer die Beurteilung ist die Staerke des Material. Eine zu duenne Gabel wird sich leicht verbiegen, und damit ist das Wertgefuehl fuer Silber leicht gestoert. Das weitere Qualitaetsmerkmal ist die sichtbare Verarbeitungsqualitaet. Wie sind Klingen eingefuegt. Wenn sie ueber den Schaft stehen ist es meistens nicht mehr die Orginalklinge. Gruss Gilbo

Gerade die Stempel sagen am meisten über den Silberanteil aus. Als Echt Silber-Bestecke gelten Bestecke die eine Punzierung mit 800 (bei deutschem Besteck dazu Halbmond und Krone) oder 925 (Sterling) aufweisen. Versilbertes Besteck trägt heutzutage die Punzierung 90. Es gibt aber auch altes mit weniger (40, 60) oder auch höher (100, 110). Diese sagt aus, dass 12 Esslöffel und 12 Essgabeln zusammen mit 90 (oder entsprechend der Punze) Gramm Silber versilbert wurden.

Hochwertig ist ein Begriff, der nicht jedem gleich gedeutet wird. Man muß da unterscheiden zwischen echtem Silber und Silberauflage, dh. nur außen ist eine Silberschicht drauf. Echtes Silber ist durch und durch reines Silber, nicht nur außen. Zu versilberten Bestecken: Diese sind generell nicht hochwertig im Vergleich zu Echtsilberbestecken. Nur, wenn versilberte Bestecke handgefertigt sind und einem Designer zugeordnet werden können, haben diese einen Wert für Kenner und Sammler. Aber die Durchschnittsbestecke nicht, da es sie massenhaft gibt. Jeder Haushalt hat so eins und viele wollen sie loswerden, weil sie entweder doppelt durch Erbschaft vorhanden sind oä. Sie haben somit keinen Raritätswert. Zu echt silbernen Bestecken: Sind grundsätzlich hochwertig. Bestecke und anderes Silber müssen seit 1884 (Reichsgesetz) gestempelt sein. (Versilberte haben solche Stempel: 60,90,100, antke Bestecke auch andere Nichtzahlenstempel). Silberne sind seit dieser Zeit, in Deutschland (andere Länder haben u.U. nicht diese Stempel), gestempelt mit 800, 900, oder 925. Vor dieser Zeit waren die alten auch oft gestempelt, z.B. 12 oder 13 löthig, bedeutet 750er oder 813-er Silber, das ist ein Altershinweis für Sammler, und solche Bestecke sind sehr hochwertig, da zählt aber auch: Zustand, Vollständigkeit, Ausführung, evtl. Hersteller und Designer und vor allem der Zustand. Aber echt silberne Bestecke haben immer einen Wert, und man kann sie auch immer wieder verkaufen, wenn mal Not am Mann ist usw., versilberte wird keiner annehmen, es sei denn, wie oben beschrieben, man kann sie, wenn sie handgefertigt wurden und einem Designer zuzuordnen sind, auch loswerden, aber nur an Antikhändler. Zum Thema: Im Antikladen muß Du auf folgendes achten: (habe selber einen, daher meine Tipps) . Gehe in einen Laden, der schon lange existiert und möglichst in so einen, der auch hochwertigere Dinge anbietet. Nichts gegen Trödelläden, dort wird manchmal viel zu teuer angeboten wegen Unkenntnis. Manchmal sind diese Läden voller Kram, der billig ist, und ein einziges Teil von Wert befindet sich dabei, das ist dann so teuer, als müßte es alles wett machen. Antikläden, die lange bestehen, haben ihre Kundschaft, die Vertrauen hat, das ist ganz wichtig in der Branche. Außerdem sollte jeder Antikhändler ein Mindestfachwissen besitzen, d.h. bitte Details erfragen, für Dinge, an denen man interessiert ist. Es geht nicht, daß da jemand sagt: Dazu kann ich nichts sagen. Er wird auch die Stempel erklären können. Und bei Zweifel immer schriftlich mit Beschreibung bestätigen lassen, was das ist, was man da kaufen will.

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