Wohnten die Studenten der DDR in WG?

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Also es war vorrangig so das die Studenten in Wohnheimen gewohnt haben.

Bei mir war es so das das gesamte Studienjahr im ersten Semester in privaten Wohnungen zur Untermiete untergebracht war, weil das letzte Studienjahr da noch im Wohnheim war. Erst danach sind wir ins Wohnheim gezogen. Wir hatten eine 1-Raum-Wohnung für 3 Studenten. Nicht groß, aber ausreichend.

In dem Wohnheim waren auch Leute aus anderen Fachhochschulen untergebracht. Dort war schnell eine gute Gemeinschaft zusammen. Neben dem Lernen haben wir auch gern zusammen gefeiert oder andere Sachen unternommen. Wie von anderen schon geschrieben - beste Zeit meines Lebens.

Es war übrigens so das jeder Student ein Stipendium von 200 DDR-Mark bekommen hat. Für männliche Studenten die einen längeren als den Grundwehrdienst bei der Armee abgeleistet hatten gab es nochmal 100 DDR-Mark dazu. Damit kam man relativ gut über die Runden so das kaum jemand nebenbei arbeiten musste und eigentlich fast alle das Studium in der Regelstudienzeit absolviert haben.

Hallo Nomex64, ich bedanke mich für Ihre nette Antwort. Mir bringt sie neue Kenntnisse über das damalige Studentenleben. Das spezielle Stipendium habe ich erst erfahren.

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Wie haben in Leipzig in einem Privathaus gewohnt, in dem die Hausbesitzerin im Erdgeschoss eine Gastsrtätte hatte. Die anderen Zimmer hat sie an unsere Hochschule vermietet. Wir wohnten zu zweit, maximal zu dritt in einem Zimmer, manche hatten auch ein Einzelzimmer, wenn dies sehr klein war. Jeder bezahlte nur 10,- Mark Miete.

Nach dem täglichen Studieren ging es zwei oder drei Treppen hinunter zum "fröhlichen Jugendleben" in Frau Brinkmanns Gaststätte. Ein Bier hat 0,51 Pfennig gekostet, 1 Bockwurst mit Brötchen 0,85 DM.:)

Mein Freund hat zur Untermiete bei einer alten Dame gewohnt, die ihn nach Strich und Faden verwöhnt hat, stellvertretend für einen Enkel sozusagen. Er bezahlte 20 Euro Miete für ein schönes großes Einzelzimmer.

Übrigens haben viele alte Leute, die allein in einer großen Wohnung lebten, Zimmer an Studenten vermietet.

Hallo Huckebein, ich bedanke mich für Ihre hilfsreiche Antwort. Die Geschichte Ihres Freundes klingt süß :)

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Selten wohnten die Studenten in WG´s. Zum einen waren Wohnungen knapp und kosteten für Studenten doch die eine oder andere (Ost-)Mark. Wohnheime waren nicht immer auf Maisonette-Niveau, waren aber bezahlbar und lagen oft (nicht immer!) nicht weit weg von der Hochschule.

Ich bedanke mich für Ihre Antwort!

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Hallo reinitta, jetzt wäre es natürlich interessant, deine Nationalität zu kennen!

In der DDR haben wir entweder in einem Studentenwohnheim gelebt (3 bis 4 Jungs oder Mädchen auf einem Zimmer) oder haben zuhause gewohnt, wenn die Uni am Ort war. Mädchen und Jungs waren getrennt auf verschiedenen Etagen untergebracht, wegen der Probleme bei der Belegung aber auch oft auf einer Etage. Küche, Duschen und Toiletten waren gemeinschaftlich zu nutzen, es ließ sich also eine Geschlechtertrennung nicht immer realisieren. Für uns war das kein Problem, wir haben nicht nur zusammen geduscht, sondern auch gelernt und gefeiert - es war die beste Zeit meines Lebens! Für die Miete, die Heizung, den Strom und das Wasser haben wir damals pro Nase 35 MDN (Mark der Deutschen Notenbank, wie die DDR-Währung offiziell hieß) und Monat bezahlt.

Vielen Dank für die Antwort. Ihre Erlebnis ist ziemlich Interessant. Daher kann ich ja mal ansehen, wie Sie damals das Leben genießt haben...:) Übrigens komme ich aus Japan :)

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@reinitta

Cool, dass sich eine Japanerin für das Jugendleben in der DDR interessiert - wie kommt das?

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@mirolPirol

Ich habe ein Buch über Zivilleben in DDR gelesen. Das war ziemlich interessant und wollte noch mehr wissen :)

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WGs gab es nur sehr vereinzelt. In der Regel waren Studenten, die nicht ortsansässig waren, in Wohnheimen untergebracht.

So nicht jeder konnte in WG wohnen... vielen Dank für Ihre Antwort ;)

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@reinitta

WG waren extrem selten, weil es Wohnungen nicht frei zur Miete gab - man brauchte immer einen Berechtigungsschein, wenn man eine Wohnung mieten wollte.

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@mirolPirol

Ich vermute, es sehr schwierig war, den Schein zu bekommen. Danke für den Typp ;)

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