Wieviel Holz kann man aus einem Hektar Wald im Jahr ernten

4 Antworten

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Kommt auf das Alter, die Bestandesart, Die Baumartenverteilung und den vorhandenen Vorrat drauf an.

Wie das ist kann dir der zuständige Förster sagen.

Durchschnittlich stocken zwischen 400 und 500 Erntefestmeter auf einem Hektar. Jungbestände natürlich weniger. Bei Kahlschlag wären das (x1,3) etwa bis zu 650 Ster.

Das Aufforsten kann man in den ersten 10 Jahren (Nadelholz) und 20 Jahren (Laubholz) (jetzt mal Hochleistungsstandorte ausgenommen) vernachlässigen, da in diesen Altern noch kein verwertbares Holz bei rauskommt (Brennholz natürlich schon).

Wenn du da exakte Angaben hast, kann ich dir da genauere Angaben machen. Komme aus dem Forstbereich. Auch aus Oberbayern.

Man könnte also etwa 20 Ster Holz pro Jahr auf einem Hektar Wald machen, ohne das der Wald weniger wird. Ohne waldbauliche Maßnahmen natürlich. Um dem Wald (Wachstum, Lichte etc.) gutes zu tun, muss wesentlich mehr raus.

Ausgehend von einem entsprechend bestockten Bestand.

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@silberwald

Ich überlege ein Stück Wald zu kaufen, brauch ca 15 Ster im Jahr. Ne schöne Freizeitbeschäftigung wäre das auch. Könnte das Holz im eigenen Wald schlagen und natürlich wieder aufforsten. Da müssten 2 bis 3 ha eigentlich ausreichen. Ist ein Kaufpreis von ca 1€ pro Qm gerechtfertigt? Nähe Miesbach. Bin selbst aus dem Ebersberger Raum, aber da gibt es nix zu kaufen

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@Baeranfang

Wenn da ein Bestand (also Wald im bestimmten Alter) drauf steht und im Preis dabei ist, ist 1 €/m² sehr billig. Für reine Brennholzbewirtschaftung ist ein gewisser Anteil Nadelholz sinnvoll, da dieses schneller wächst. Für bessere Wärmeleistung sollte natürlich auch Laubholz dabei sein.

Was sinnvoll ist, wenn du den Wald in Miesbach kaufst, dich mit dem zuständigen Förster (Forstamt ist in Wolfratshausen) zusammenzusetzen und evtl. Mitglied in der örtlichen Forstbetriebsgemeinschaft zu werden. Die können dir auch mit Maschinen helfen (z.B. das von dir gefällte Holz zusammensammeln, damit du es besser aufarbeiten und zu dir fahren kannst).

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@silberwald

Oben fehlt, dass im Wald (in Bayern je nach Standort) so zwischen 10 und 20 Efm (also Kubikmeter) pro Jahr und Hektar an Holzmasse zuwächst.

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@Baeranfang

Wenn mal man annimmt, das es ein etwa 80 jähriger Nadelholbestand ist, der vielleicht nicht ganz so gut gepflegt ist, kann man locker mit einem Eingriff (forstl. Ausdruck = Holzerntemaßnahme) 60 Efm/ha rausnehmen. Das wären knapp 200 Efm auf drei Hektar. Das sollte man dann aber den Harvester machen lassen. Da dann nur Brennholz draus zu machen ist Verschwendung.

150 Efm verkauft man über die FBG. Mit grob kalkulierten 45 €/Efm (Holzerntekostenfrei) kommen da schon mal knappe 7000 € auf's Konto. Aus den restlichen 50 Efm macht man dann noch knappe 60 Ster und schon hast du für 4 Jahre Holz. Im nächsten Jahr könnte man dan mit Einzelentnahme weiter Brennholz machen.

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Nachdem die Anworten mich nicht zufriedengestellt hab, hier mal eine Antwort:

Du kannst im Jahr 7-10 Festmeter Brenn- und Nutzholz schlagen und der Wald wird trotzdem an Masse zulegen.

Hängt natürlich alles ab von Baumart, Wuchsgeschwindigkeit, Alter des Bestands, Lage, etc.etc.

In Deutschland wachsen pro Jahr und Hektar zwischen 3 und 35 Kubikmeter auf einen Hektar Wald dazu. Im Duchschnitt sind es ca 11 Kubikmeter (laut Bundeswaldinventur). Wie viel es tatsächlich ist hängt insbesondere von der Bodenfruchtbarkeit und dem örtlichen Wasserangebot im Sommerhalbjahr, aber natürlich auch von der Baumart und dem Alter der Bäume ab. Die höchsten jährlichen Zuwächse haben mittelalte (40-50 (80)Jahre) Nadelholzbestände aus Douglasie, Tanne und Fichte in milden Klimaregionen auf gut wasserversorgten feinkörnigen Lehmböden im Flachland (also nicht im kalten Hochgebirge). Deutlich geringere Zuwächse leisten sämtliche Baumarten auf trockenen nährstoffarmen Sandböden und und extrem steinigen Böden. Laubholz liefert im Schnitt generell weniger Volumenzuwachs als Nadelholz, teilweise ist das Holz aber je Kubikmeter wertvoller und das Windwurf- und Schädlingsrisiko ist vielerorts geringer. Folgende Modellrechnung veranschaulicht die Zahlen: Wenn man einen Hektar guten Boden mit Douglasie , Fichte und Tanne bepflanzt und 100 Jahre wachsen lässt, ohne zu durchforsten, dann stehen nach 100 Jahren mindestens 1000 Kubikmeter Holz auf der Fläche. Im Laufe der 100 Jahre haben sich viele Bäume gegenseitig so sehr bedrängt, dass viele wegen Lichtmangel abgestorben sind. Die Summe dieser vorzeitigen konkurrenzbedingten Abgänge liegt bei ca 500 Kubikmeter. Das bedeutet, dass in den 100 Jahren 1500 Kubikmeter Holz gewachsen sind, also ca 15 Kubikmeter pro Jahr. So viel könnte man also jährlich einschlagen, ohne den Gesamtvorrat zu verändern. Hohe Holzvorräte haben allerdings entscheidende Nachteile: Der Wald wird instabil (Sturm, Nassschnee, Schadinsekten, etc...) und die wertvollsten Einzelbäume im Bestand werden zu stark von ihren Nachbarn bedrängt und dadurch im Wuchs behindert. Ausserdem kann sich im Schatten eines geschlossenen Altbestandes keine neue Waldgeneration ansamen und etablieren. Daher sollte man jeden Waldbestand alle 3 - 10 Jahre durchforsten, immer die Nachbarbäume der 50 bis 100 erhaltenswertesten Bäume je Hektar umsägen und darauf achten, dass die Holzmenge die auf einem Hektar Wald steht nie über 500 Kubikmeter ansteigt, bei Laubholz, Kiefer und Lärche noch weniger. Aus Gründen der Risikominimierung sollte jeder Wald aus mindesten 4 verschiedenen für Boden und Klima gegeigneten Baumarten bestehen, davon mindesten 25% Laubholz, sofern Boden und Klima dies zulassen. Übrigens: weil es dauernd falsch geschrieben wird: 1Kubikmeter = 1 Festmeter (reine Holzmenge) = ca 1,5 Ster= 1,5 Raummeter (gestapelte Holzstücke incl. der Luft dazwischen)= ca 2,1 Schüttraummeter (Holzstücke auf einen Haufen geschüttet incl. der Luft dazwischen).

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