Wieso kann man zB am Bodensee über eine Entfernung von 21 km (Konstanz nach Friedrichsburg/Schlosskirche) alles über der Horizontlinie erkennen?

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6 Antworten

Bei 21 km Sichtweite ist eine Augenhöhe von 40 m erforderlich. Daher wurde dieses Foto offensichtlich von einem Turm aus gemacht.

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Kommentar von Chavez2012
26.11.2015, 15:11

Nein, das Foto wurde vom Ufer aus im Stehen geschossen.

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Man könnte an dem Bild ja mal folgendes machen:

Ermittelt man bei diesem Bild grob das Verhältnis Höhe der Türme (gemessen vom Wasserspiegel des Sees) – Breite der Frontfassade kommt man auf ca. 1,7 : 1 (ich habe das Bild so gezoomt, dass die Höhe 17cm betrug, die Breite war dann 10cm).

Nun kann man sich im Web ein anderes Bild dieser Kirche suchen, das die Fassade schön zeigt, z.B. das hier:

http://www.kirchenbezirk-ravensburg.de/uploads/pics/FN-Schlosskirche_Homepage.jpg

Ermittelt man hier nun das Verhältnis Höhe der Türme vom Boden – Breite der Fassade kommt man auf ca. 2,04 : 1. Beträgt die Höhe der Türme nun 55m, ergibt das eine Breite von 55m/2,04=26,96m.

Allein das unterschiedliche Verhältnis Höhe zu Breite zeigt schon: ein Teil der Kirche fehlt wohl auf dem Bild. Die Breite ist auf beiden Bildern gleich. Die Sichtbare Höhe in dem gezeigten Bild beträgt demnach 1,7*26,96m=45,83m. Demnach sieht man – vom Wasser des Sees gemessen (!) nur knapp 46m der Kirche. Da die Türme allein schon 55m hoch sind, fehlen gut 9m der Kirche schon auf dem Bild.

Dazu kommt noch folgendes: Laut Google Earth liegt die Wasserfläche des Sees auf 396m. Die Lage der Kirche wird aber mit 409m angegeben, das heißt die Kirche liegt erst 13m über der Wasserfläche des Sees.

13m+9m=22m, so viel ist also bei diesem Foto schon unter den Horizont gerutscht! Das ist jetzt zwar nur eine grobe Überschlagsrechnung, zeigt aber schon, dass keinesfalls alles über der Wasserlinie sichtbar ist.

Die Formel um die es hier geht lautet (bei einem Erdradius von 6371km): d = 112,88 Wurzel(km) *Wurzel(h). (h in km). d ist die Entfernung bis zum Horizont, h die Höhe über dem Erdboden.Wie oetschai schon richtig geschrieben hat, ergibt dies bei h=2m (als angenommene Höhe über dem See beim Foto schießen) eine Entfernung bis zum Horizont von 5,05km. Ab dort beginnt der Erdboden unter den Horizont zu rutschen.

Ab diesem Punkt kann man die Formel auch umgekehrt verwenden: h ist die Höhe die ein Objekt noch haben muss, um bei der Entfernung d von dem Horizont-Punkt aus gerade noch sichtbar zu sein. Also bei einer Entfernung von d hinter dem Horizont-Punkt fällt der Boden h km unter den Horizont.

d beträgt hier also noch 21km-5km=16km. h ist demnach (16/112,88)^2km=0,0201km, also ca. 20 m. (was oetschai auch schon nannte).

Und das stimmt gut mit dem oben ermittelten Wert überein (ca. 20m fehlen auf dem Bild). Durch leicht andere Höhen über dem See als die 2m hier variieren die Werte entsprechend. Trotz der nicht genau bekannten Werte hier (Messungenauigkeiten, keine exakt bekannte Höhe der Aufnahme über dem See…) lässt sich das Bild mit der Formel hier problemlos erklären und gibt keinerlei Anlass, an der Kugelgestalt der Erde und der Erdkrümmung zu zweifeln.

Man sieht sogar ganz eindeutig (auch auf anderen Bildern vom Bodensee), dass die Ufer auf der anderen Seeseite ganz eindeutig unter den Horizont rutschen, wie erwartet.

Übrigens: Bei einer Sichthöhe von 10m über dem See sind es ca. 11,3km bis zum Horizont, bei 21km Gesamtdistanz rutscht der Boden nur noch 7,4m unter den Horizont. Da die Kirche schon höher über dem See liegt, wäre selbstverständlich da auch die ganze Kirche incl. Vorplatz sichtbar. Es muss nur einer ein Bild vom 3.Stock aus in Konstanz machen und hat schon locker die ganze Kirche in Friedrichshafen im Blick.

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Kommentar von Matz84
29.11.2015, 00:20

Hier übrigens sie Seite woher du das Bild wohl hast:

http://euronia.com/de/blog/blog-liste-privat/136-die-erde-ist-flach

Ehrlichgesagt, sie macht mich sprachlos. Gerade wenn man sich anschaut, was er in weiteren Artikel auch noch zum Thema Sonne/Mond sagt. Und die Sprachlosigkeit kommt nicht daher, weil ich den Argumenten nichts entgegenzusetzen habe… .

Man weiß bei dem Unsinn ja garnichtmal, wo man anfangen soll. Auf alles einzugehen würde hier den Rahmen sprengen.

Zum ersten Artikel nur schnell ein paar Punkte:

-das gezeigte Bild zeigt, wie oben gezeigt und im Gegensatz zu den Behauptungen des Artikels, nicht die ganze Kirche mit allem bis zum Seeufer runter, der untere Teil liegt schon unter dem Horizont. Gerade auf dem größeren Bild mit den Segelbooten auf dem See kann man am weit entfernten Ufer ganz klar die Küstenlinie nichtmehr sehen. Um diese Tatsache zu bestreiten muss man schon blind/ ignorant sein.

-das Bild mit der ganzen Kirche ist, wenn es überhaupt von Konstanz gemacht wurde (und nicht z.B. von einem Schiff auf dem See) sicher nicht auf Seehöhe gemacht worden. Behauptet er es dennoch sicher so, ist es schlicht eine Lüge. Aber, wie gesagt, schon ein paar Meter reichen damit man die ganze Kirche sieht. Auch wenn das Ufer und das nahe Gelände flach erscheint: Man ist schneller als man denkt schon ein paar Meter über der Wasseroberfläche, auch wenn einem das garnicht direkt so bewusst ist. Und, es ist ja kein Zufall, dass er trotz der Behauptungen natürlich kein Bild von Bregenz (46km) zeigt.

-Unglaublicher Unsinn ist auch die Behauptung, aufgrund der Lage des Bodensees (geograph. Breite) müsste alles noch weiter unter den Horizont fallen, da dort der Radius geringer ist. Es stimmt zwar, dass der Abstand von der Erdachse vom Äquator aus nach Norden und Süden immer geringer wird, mit der Horizont-Sichtweite hier hat das aber nichts zu tun. Nähert man die Erde als Kugel (und lassen wir die genauere Struktur (Ellipsoid, Geoid) weg, die eh nur minimal an den Zahlen was ändern), ist der Erdradius und die Sichtweite überall gleich.

-schon allein das ständige Erwähnen der NASA ist lächerlich, so als ob wir das alles nur so denken weil es die NASA sagt. Die NASA ist „nur“ die amerikanische Raumfahrtbehörde. Die seriöse Wissenschaft ist weit, weit mehr als die NASA.

Der Autor kombiniert Ahnungslosigkeit und bisschen Halbwissen mit absoluter Selbstüberschätzung. Er tut so, als wüsste er über die „offizielle“ Erklärung bescheid (weiß also, was die Wissenschaft dazu sagt), erkennt aber dass es nicht stimmt und meint dann gleich, es besser zu wissen. Dabei scheitert es schon am ersten Punkt: Er weiß garnicht, was und vor allem warum die Wissenschaft es so sagt. Er unterschätzt bei weitem die Komplexität der Natur und auch der seriösen Naturwissenschaft. Er kennt nur vereinfachte, populärwissenschaftliche Darstellungen, hat aber keine Vorstellungen, wie viel Physik da dahintersteckt und wie viel sich schon unzählige schlaue Menschen/ Wissenschaftler (nicht nur die NASA!) damit beschäftigt haben.

Er schreibt dann z.B.: „Das heliozentrische Unfug-Modell konnte sich nur solange in unseren Köpfen halten, weil wir "alle", mich eingeschlossen, früher nicht richtig hingeschaut haben.“

Unsinn. So eine Aussage zeugt von Ahnungslosigkeit und krankhafter Selbstüberschätzung. Gerade die Astronomie fasziniert so viele Laien und Hobby-Astronomen wie kaum eine andere Wissenschaft, und unzählige Menschen beobachten ständig den Himmel. Und da kommt ein Laie, macht schnell mit seiner Kamera ein paar Bilder der Sonne und des Mondes und jo, ihm ist direkt klar das alles was die Wissenschaft dazu sagt gelogen und falsch ist. Jau klar… .

Oder die ganzen Artikel sind nur ein Scherz und er schaut, vieviele den Schrott tatsächlich glauben.

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Kommentar von Matz84
29.11.2015, 00:21

Ein gewisser Alderamin hat mal auf einer anderen Seite geschrieben:

„Pseudowissenschaft erkennt man daran, dass sie Laien überzeugt, weil sie einfache Erklärungen hat, und Fachleute nicht, weil diese die Zusammenhänge und Daten kennen, die meist eine wesentliche komplexere Erklärung erfordern, die ohne spezielle VorkKenntnisse nicht nachvollzogen werden kann.“

Und auch bei dir muss man ja sagen, ohne überheblich sein zu wollen, dass du ein absoluter Laie bist. Schon bei deinen anderen Fragen hast du das ja gezeigt. Du verstehst ja nichtmal das erste Newtonsche Axiom (Frage zum Mondflug), weißt nicht wie Flugzeuge fliegen und der folgende Satz setzt allem die Krone auf:

Gravitation ist eine Lüge und konnte nie bewiesen werden. Ja, es gibt eine Kraft die uns am Boden hält. Es gibt andere Tierarten Fische, Vögel die mehr oder weniger auf "Gravitation" pfeifen...

(von dir bei einer anderen Frage)

Meinst du das jetzt ernst? Wirklich? Bitte beschäftige dich doch auf seriösen Seiten mal ein bisschen mit der echten Physik. Und nein, Vögel, Fische und auch Flugzeuge, Satelliten usw. sind der Gravitation genauso unterworfen wie wir.

Übrigens, ich hab mir auch das von dir bei der anderen Frage verlinkte 2h-Video angeschaut, und ich konnte nur fassungslos den Kopf schütteln. Sowas kann nur einen überzeugen, der noch viel zu wenig von der echten Welt und der Wissenschaft weiß… .

Beschäftige dich doch erstmal mit der echten Physik und damit, was die seriöse Wissenschaft wirklich sagt, bevor du zum leichtgläubigen Opfer solcher Cranks wirst!

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Nun: laut Pythagoras hast du bei einer Augenhöhe von 2m eine Distanz zum Horizont von ca. 5km. Demnach fällt ein Punkt, der sich 16km weiter als dein Horizont befindet, 20m unter die Sichtlinie (was für das Bodenseeufer bei Friedrichshafen zutrifft).

Bei Augenhöhe von 4m ergibt sich sogar, dass die Schlosskirche etwa 1m über dem Horizont erscheint, weil:

Lt. http://de-at.topographic-map.com/places/Friedrichshafen-186572/ steht die Schlosskirche etwa 16m ÜBER dem Bodenseeufer.

Noch Fragen, Hr. Kleespies?

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Kommentar von Roland22
28.11.2015, 11:48

Dr. rer. nat. Matthias Kleespies

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Daß am Bodensee von einer Erdkrümmung nichts zu sehen ist, fällt schon seit einigen Jahren immer mehr Anwohnern auf. Hier z.B. die Seite einer Konstanzerin: http://seekoenigin.blogspot.de/2012/08/der-sagenhafte-wasserberg-oder-schlu.html . Der Ex-OB von Konstanz, Horst Frank, nannte in einer privaten Mitteilung die Mär von der beobachtbaren Erdkrümmung am Bodensee eine "moderne Legende".

Es gibt sogar eine Bürgerinitiative, die sich gegen die Verdummungspropaganda stellt:

https://drive.google.com/open?id=0B6Lq6lD8Nfgra3RRVmhpMXZFU3c

Es kann wirklich allen ernsthaft interessierten nur empfohlen werden, sich selbst bei guter Fernsicht ein Bild zu machen und nicht den von Wikipedia und anderen Multiplikatoren verbreiteten Unsinn zu glauben.

Wenn die Leute nicht aufgrund der Bilder (CGI. composites,Gemälde) von NASA & Co. "wüßten", daß die Erde eine gewöhnliche Kleinkugel ist, würden sie, vor allem wenn sie an einem großen Gewässer wohnen, ganz selbstverständlich davon ausgehen, daß die Erde flach ist. Dies wurde übrigens von allen Hochkulturen, zumindest in ihren Anfängen, angenommen.

Wie auch immer, sehen kann man die angebliche Erdkrümmung nirgends auf der Erde, auch nicht am Bodensee.

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Kommentar von HeinzPg
07.06.2016, 11:24

Eine Bürgerinitiative, die sich gegen die "Verdummungspropaganda" stellt, dass die Erde eine Kugel ist??? Ignoranter geht's wohl nicht mehr! Der Durchmesser der Erdkugel wurde erstmals 300 v.Chr. recht genau berechnet und seither gab es unzählige Bestätigungen dafür, lange bevor wir Fotos vom Weltraum hatten. Mit einer flachen Erde lässt sich nicht einmal der Sonnenuntergang erklären - auch wenn Unsinns-Videos auf YouTube das mit völlig falschen Perspektive-Vorstellungen erklären wollen.

Und natürlich kann man die Erdkrümmung am Bodensee gut sehen. Das Foto, das Ausgangspunkt dieses Threads war, zeigt das ja ganz deutlich. Und dass entfernende Schiffe unter den Horizont versinken, ist auch eine gut bekannte Tatsache. Die Flacherdler behaupten, man könne so ein Schiff dann mit einem Teleskop wieder ganz sehen. Ein lächerlicher Unsinn, den kein Seemann bestätigen wird.

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Wie lautet die NASA-Formel denn?

Eigentlich muss man das Quadrat des Erdradius vom Quadrat der Summe deiner Höhe und dem Erdradius abziehen, dann erhälst du das Quadrat der Horizontentfernung

Auch (r+h)²-r²=e²     

r:Erdradius

h: deine Höhe

e: Entfernung zum Horizont

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Das bild wurde nicht auf Wasserhöhe gemacht

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