Wie wird Holz morsch?

3 Antworten

Wenn du einen Pilz an einem Baumstamm siehst, dann kannst du nur den Fruchtkörper sehen. Etwa so als würdest du nur die Kirsche sehen, aber nicht den Kirschbaum.

Der Pilz ist nicht nur der Fruchtkörper den du sehen kannst. Der Pilz steckt im Baum drin und er dort seine feinen Fäden durch die Zwischenräume gesteckt. Er hat Holzzellen durchbohrt und sie aufgelöst. Er hat das Holz verwertet und es verändert. Wasser dingt ein und tut das Seine dazu das einst harte Holz zu zersetzen. Immer weiter arbeitet sich der Pilz vor, bis er den Stamm vollständig durchdrungen hat. Er löst ihn immer weiter auf und ernährt sich von ihm. Das Holz wird weich und beginnt zu modern. Bakterien finden ihren Weg und beteiligen sich an dem Festmahl. Ist es weich genug, dringen Käfer ein, legen ihre Eier ab und verschaffen ihren Nachkommen so ein angerichtetes Mahl. Die Larven fressen sich durch das aufbereitete Holz und hinterlassen ihren Kot in den Gängen. Durch diese Gänge dringt immer mehr Wasser und dieses Wasser tötet den ersten Pilz. Es siedeln sich andere Pilze an, die die Aufgabe übernehmen und so zersetzen sie den Stamm immer schneller. Irgendwann ist der Baum schon fast in Humus umgewandelt und ein Samen findet darauf Halt. Er keimt und seine Wurzeln treiben aus. Sie durchdringen das weiche Holz und ziehen die Nährstoffe heraus, die bereits von den Pilzen und Käfern umgewandelt wurden. Moos und andere Pflanzen siedeln sich an und alle arbeiten mit Hochdruck daran, den alten Stamm zu zersetzen. Irgendwann ist nichts mehr übrig. Es ist etwas Neues daraus geworden.

Falls du eine biochemische Erklärung suchst, unter anderem Weißfäulepilze befallen Holz, wodurch es morsch wird.

Dabei wird einer der Inhaltsstoffe des Holzes, das Lignin, abgebaut.

Dabei wird in einer Reaktionskaskade von Glyoxal zu Oxalsäure in beiden Schritten Peroxid aus Wasser und Sauerstoff gebildet, während Glyoxal zur Glyoxylsäure und schließlich zur Oxalsäure oxidiert wird.

Das Wasserstoffperoxid wird währenddessen nachfolgend dazu genutzt, die Lignin-Untereinheiten in einem radikalischen Mechanismus aufzuspalten. Das Sauerstoff, welches zwei verschiedene aromatische Moleküle in einer Lignin-Untereinheit miteinander verethert hat, gibt ein Elektron ab, hat damit eine einfach positive Ladung UND radikalischen Charakter, wodurch es genau an dieser Stelle zum Bindungsbruch kommt. Dabei wird Mn3+ zu Mn2+ reduziert.

Nachtrag: es kommt zur Brechung der benachbarten C-C-Einfachbindung.

Nach diesem wichtigen Schritt hast du einmal einen Benzalkohol und ein Phenol, das mit einem Ethylenglykol verethert ist.

Im nächsten Schritt wird oxidativ und hydrolytisch diese Bindung aufgespalten, du erhältst Phenol und dein Ethylenglykol wird zu Glykolaldehyd oxidiert.

0

Was möchtest Du wissen?