Wie viele Individuen braucht eine autarke Population, um Inzucht zu vermeiden und zu überleben?

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4 Antworten

Wie Du Dir selbst schon denken kannst, gibt es darauf keine eindeutige Antwort.

Erfahrungswerte

Nach der "Toba-Katastrophen-Theorie" wurde die Homo sapiens Population durch diesen Vulkanausbruch vor 74.000 Jahren auf "wenige tausend" oder "ca. 10.000" (die Schätzungen schwanken) Individuen reduziert und wie wir wissen, hat das letztlich ausgereicht für eine weitere Ausbreitung. Die Theorie ist noch nicht archäologisch bewiesen aber plausibel und im Einklang mit anderen bewiesenen Theorien.

Ich erinnere mich an einen Bericht (habe leider im Moment keine Quelle) demzufolge bei einem Stamm in Mittel- oder Südamerika, der nur noch aus etwa 300 Personen besteht seit einiger Zeit gehäuft durch Inzucht verursachte Krankheitsbilder auftreten da die Stammesangehörigen nur untereinander heiraten dürfen. Hierbei handelt es sich wohlgemerkt um eine Gruppe von wenigen hundert Menschen insgesamt, also inklusive Kinder und Älteren, die zudem noch alle schon immer eng verwandt waren.

Zur Besiedelung Islands gibt es unterschiedliche Zahlen. Aus der Zeit der Landnahme vor ca. 1.100 Jahren sind explizit 400 Siedler bzw. Familien bekannt, wobei Familie damals nicht hieß Vater/Mutter/Kind sondern eher eine Gruppe von Menschen eventuell auch inklusive nicht Verwandten Bediensteten. Auf der englischsprachigen Wikipedia-Seite zur Besiedelung Islands steht dass man von 15.000 bis 20.000 Einwanderern in dieser Zeit ausgeht. Diese stammten alle aus Norwegen und man kann davon ausgehen, dass viele dieser Familien auch irgendwie verwandt waren. Wie viele Isländer es dort schon vorher gab und wie viele im Laufe der Zeit noch folgten ist mir nicht bekannt.

Es gibt sicher noch andere Beispiele, aber für einen groben Anhaltspunkt sollte das reichen.

Fazit aus der Erfahrungswerten Hat man eine einigermassen eng verwandte Ursprungspopulation reichen offenbar einige tausend Individuen aus, siehe Toba-Theorie und Island. Hat man dagegen nur ein paar hundert könnte es schwierig werden.

Berechnungen

Man kann natürlich Berechnungen bezüglich der Wahrscheinlichkeit des Auftretens bestimmter negativer Inzuchtfolgen in so einer Population anstellen. Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle: 1. Welche Veranlagungen haben die Menschen? 2. Wie verhalten sie sich?

Die Kombinationsmöglichkeiten sind quasi endlos. Indem man Verwandtenehen so lange wie möglich vermeidet und immer sehr viele Kinder zeugt verbessert man die Überlebenschancen einer Gruppe wahrscheinlich enorm und kann eventuell mit deutlich weniger Individuen auskommen, als würde man sich gar nicht um das Problem kümmern. Ob Menschen sich in der Realität so verhalten ist eine andere Frage.

Es ist wohl gemeint: ...um die immer wieder zitierten negativen Folgen der Inzucht zu vermeiden. Denn Inzucht ist beim Menschen und erst recht bei allen Tieren eine Selbstverständlichkeit.

Wenn man überlegt, daß jeder 4 Großeltern hat, deren jeder wieder 4 Großeltern hatte, sieht man schon, daß eine Population ohne Inzucht in der Vergangenheit Milliarden Individuen umfaßt haben müßte. Die Anzahl detr Ahnen wächst geometrisch, je weiter man zurückgeht. Das ist auch der Grund dafür, daß die Mitglieder eines Volkes ähnlich aussehen, denn sie sind miteinander verwandt. Heiraten tut man das Mädel aus dem nächsten Dorf, bzw., jemanden, mit dem man reden (gleiche Sprache) und sich vertragen (ähnliche Alltagskultur) kann.

Wie groß nun eine Ausgangspopulation sein darf, um die rezessive Vererbung von Erbkrankheiten nicht dominant werden zu lassen, das hängtvor allem von zwei Faktoren ab: Wie gesund der Ausgangsstamm ist, und, ob Varianten mit Überlebensnachteilen sich weiter vermehren, oder der evolutiven Auslese unterliegen.

Es wird postuliert, daß die gesamte Menschheit, also homo sapiens sapiens vor einigen hunderttausenden von Jahren aus einer Gruppe von wenigen Dutzend Menschen hervorging.

Ich sehe, dass es hier ein Problem bei der Definition von Inzucht gibt. Also, wenn man letztendlich ALLES auf Urvorfahren zurückführt und ALLES Inzucht ist, hat das Wort, das der Abgrenzung dienen soll, keine Bedeutung mehr. Also müssen wir spätestens dort eine Grenze ziehen, wo die natürliche Mutation höher ist als die negativen Folgen bei Verwandtenehen. Irgendwo haben wir auch mit den Affen gemeinsame Vorfahren. Reden wir da auch noch von Inzucht?

Vielleicht genügen 3 Generationen Abstand, wenn erwiesen ist, dass die Folgen nicht negativer als anderswo sind. Ähnlichkeiten mögen auftreten, aber nicht mehr Krankheiten oder Deformationen als beim Rest der Weltbevölkerung. Vielleicht ist auch das Nachlassen der Intelligenz ein Kriterium.

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Das ist eine Frage von Menschenverstand.Normalen Menschen widerstrebt der Gedanke an Inzucht,und ich behaupte mal das es in allen Kulturen der Fall ist.Das es das trotzdem gibt ist zwar zum K otzen,laesst sich aber googlen,aber ist sicher nicht von der Groesse der Gruppe abhaengig sondern von anderen Faktoren.

Du verwechselst Inzucht mit Inzest.

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@HerrDeWorde

Dann drueck dich bei der Frage halt deutlicher aus.In Bezug auf Menschen ist mir im Bereich Inzucht naemlich nichts bekannt!Wofuer ist das relevant?

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@AndreKlr

Klare Ansage. Wenn man nicht versteht, dann ist selbstverständlich der andere dran schuld.

Das ist für 100 Fragen relevant, angefangen bei der Besiedlung Islands mit wenigen Schiffen bis zur Ausbreitung nützlicher Mutationen wie AIDS-Resistenz.

Ich möchte wissen, ob kleine Dorfgemeinschaften in abgeschlossenen Tälern über Jahrtausende überleben könnten oder ob Schriftsteller Unfug erzählen, wenn sie neue Planeten mit nur wenigen Kolonisten neu besiedeln.

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@HerrDeWorde

Zunaechst mal weiss man jetzt besser wie die Frage gemeint ist. Ueber Dorfgemeinschaften gibt es die Seite www.scienceblogs.de in dem Inzucht ein Thema ist und wenn man" Planetenbesiedlung Inzucht"googlet kommt eine Seite die ansatzweise helfen koennte aber zum Abschreiben vom Smartphone aus undefinierbar ist.

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laut dem netten her christus hats ja nur ein paar gebraucht. aber is schwer zu sagen. da 2 menschen früher oder später immer die gleichen vorfahren haben. wobei das dan aber so viele generationen zurück liegt, dass inzest kein thema mehr ist :o

Danke, dass du gerade das beantwortet hast, was ich als einziges ausgeschlossen habe:

Die Nummer mit den 2 genetisch fehlerlosen beachten wir mal nicht hier

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@FuglyUcker

So viel Lustigkeit hilft mir leider nicht weiter. ich glaube nämlich, 200 Personen sind auf Dauer zu wenig, vielleicht genügen 500. Aber die Antwort müsste jemand kennen, der weiß wie schnell ein Genpool verdirbt. Vielleicht muss man künstlich selektieren.

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