wie lange kann man in thailand mit 100.000€ leben

3 Antworten

Willst du nur auswandern, weil es da "billig" ist? Warst du schon mal dort? Mach erstmal ne Reise dorthin um das Land kennenzulernen. Dort kannst du auch besser erfahren was dies und das so kostet. Mir wäre das Klima dort auf die Dauer zu heiß - 2 Wochen fand ich schon krass. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist für nen Europäer echt unerträglich lach

du warst zwei wochen da? wie teuer waren da zigaretten und eine normale mahlzeit? bitte antworten

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Im vergangenen Jahr waren 100.000 Euro zeitweise noch ca. 5 Millionen Baht, heute sind es nur noch knapp 4 Millionen. Der Euro hat gegenueber dem Baht also in deutlich weniger als einem Jaht ueber 20% an Wert verloren. Es sieht im Moment auch nicht so aus, als wuerde der Baht in absehbarer Zeit wieder spuerbar nachlassen. Der wird schon seit Jahren staendig staerker (auch gegenueber dem USD). Wir Eurobesitzer haben das nur lange Zeit nich so mitbekommen, weil unsere Euro gegenueber dem USD noch staerker angezogen hatte als der Baht. Somit hatten wir trotz Staerke des Baht mehr in der Tasche als vorher, als der Baht noch schwaecher war. Das scheint sich im Moment aber mit grossen Schritten anzugleichen.

Zu den Lebenshaltungskosten: Thailand ist laengst nicht so billig, wie es fuer manchen Urlauber den Anschein haben mag. Zwar bekommt man in ganz einfachen "Restaurants" schon fuer weniger als 1 Euro eine durchaus saettigende einfache Mahlzeit, will man hingegen halbwegs nach westeuropaeischen Standards leben, kostet das Leben in Thailand doppelt bis dreimal so viel wie in Deutschland. Es kommt halt darauf an, wo und wie sehr man sich einfacheren Lebensverhaeltnissen anpassen moechte und kann. Von hier lebenden Deutschen wird als absolute Untergrenze oft ein Betrag von 30.000 bis 40.000 Baht/Monat genannt (also ca. 800 bis 1.000 Euro). Damit sind natuerlich noch lange keine grossen Spruenge drin, es scheint aber fuer manche durchaus zu funktionieren.

Der immer wieder gern gebrachte Hinweis, viele Thais haben nicht mehr als 100 bis 120 Euro im Monat zur Verfuegung, bringt einen hier nicht weiter. Natuerlich haben sehr viele Thais noch sehr viel weniger zur Verfuegung, wie die willst du aber ganz sicher nicht leben. Andereseits gibt es auch nicht gerade wenige Thais, die ueber Einkuenfte verfuegen, von denen ein Durchschnittseuropaeer nicht einmal zu traeumen wagt. Irgendwo dazwischen wird man sich wohl selbst ansiedeln, bestimmt aber nicht in Naehe zur thailaendischen Armutsgrenze.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass der Euro nicht noch weiter gegenueber dem Baht absackt (zumindest voruebergehend wuerde ich damit aber durchaus rechnen), wuerden dir deine 100.000 Euro selbst bei sparsamer Lebensweise wahrscheinlich nicht laenger als vielleicht 10 Jahre reichen. Zinsen gibt es ja zur Zeit so gut wie keine, Preissteigerungen in Thailand aber sehr wohl (wenn auch im Moment recht verhalten). Du haettest dann im Monat zwischen 800 und 1.000 Euro zur Verfuegung (grob ueberschlagen). Damit kannst du dir abseits der Touristengebiete eine einfache Wohnung oder auch ein einfaches Haus leisten. Ein Moped sollte auch noch drin sein, fuer ein Auto duerfte das allerdings bereits zu knapp sein. Auch wird deine Krankenversicherung einen grossen Teil deines Budgets verschlingen. Die wird mit zunehmenden Alter immer teurer und die Leistungen sind stets begrenzt (wenn's teurer wird, zahlst du den das jeweilige Limit ueberschreitenden Betrag selbst). Die meisten Krankenversicherungen versichern einen auch nur bis zum 65. oder 70. Lebensjahr (es gibt Ausnahmen, die werden dann aber mit Erreichen der Altersgrenze schlagartig richtig teuer). Eine "Rundumkrankenversicherung", wie du sie aus Deutschland kennst, wird zwar in aehnlicher Form durchaus auch angeboten, kostet aber ab etwa 3.000 Euro/Jahr in mittleren Lebensjahren, spaeter dann natuerlich erheblich mehr.

100.000 Euro hoeren sich erst einmal nach ziemlich viel Geld an. Rechnet man das dann aber auf die Zeit um, die man damit auskommen will, sind 100.000 Euro ploetzlich ziemlich wenig.

Gruss DerCAM

Ich habe erst spaeter gesehen, dass du weiter unten auch eine Frage zu den Aufenthaltsbestimmungen fuer Tuerken gestellt hast. Fuer Tuerken gelten die gleichen Aufenthaltsbestimmungen wie fuer Deutsche. Fuer einen touristischen Aufenthalt bis max. 30 Tage brauchst du kein Visum. Besorgst du dir vorher ein Touristenvisum, darfst du max. 60 Tage im Land bleiben. Es gibt Touristenvisa auch fuer 2 oder 3 Einreisen (2 x 60 Tage bzw. 3 x 60 Tage). So etwa 1 bis 2 Jahre wird man sich mit Touristenvisa im Wechsel mit visumfreien Aufenthalten schon durchmogeln koennen, irgendwann wird man dann aber kein Touristenvisum mehr bekommen.

Besser geht es mit einem sog. Non Immigrant Visum. Hierfuer muessen aber schon teilweise recht scharfe Voraussetzungen erfuellt werden, die wiederum vom jeweiligen Aufenthaltsgrund abhaengig sind. "Ich will einfach nur in Thailand leben" ist kein genehmigungsfaehiger Aufenthaltsgrund; jedenfalls nicht vor der Beendigung des 50. Lebensjahres. Ich will hier nicht weiter auf die Details beim Non Immigrant Visum eingehen, weil dies den Rahmen dieser Seite sprengen wuerde (viel zu umfangreich). Mit etwas Geduld und Google wirst du Seiten finden, auf denen du dich schlau machen kannst, unter welchen Bedingungen welches Non Immigrant Visum erteilt werden kann, was fuer Non Immigrant Visaes es alles gibt und welche Gueltigkeitszeitraeume.

Fuer einen wirklich dauerhaften Aufenthalt kommt aber eigentlich nur die Jahresverlaengerung einer aufgrund eines Non Immigrant Visums erhaltenen Aufenthaltsgenehmigung in Frage. Auch hier haengt wieder alles vom Aufenthaltsgrund ab und fast immer ist auch ein dem jeweiligen Aufenthaltsgrund entsprechender Bonitaetsnachweis erforderlich (z.B. Ruhestaendler ab 50 Jahre: mindetens 800.000 Baht auf einem thailaendischen Bankkonto oder mindestens 65.000 Baht Monatseinkommen oder eine Mischung aus bankguthaben und Jahreseinkommen von zusammen mindestens 800.000 Baht).

Arbeiten darfst du in Thailand uebrigens nur, wenn du eine Arbeitsgenehmigung hast (gilt immer nur fuer die Stelle, fuer die sie auch bewilligt wurde). Das ist aber auch wieder ein sehr umfangreiches Thema. Darum nur ganz kurz: Das Problem liegt weniger in der Arbeitsgenehmigung selbst, es liegt vielmehr darin, eine Stelle zu finden, fuer die ueberhaupt eine Arbeitsgenehmigung erteilt werden kann.

Gruss DerCAM

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