Wie kann ich mein erstes Oszilloskop auf Funktion testen? :O

...komplette Frage anzeigen Oszilloskop Eingeschaltet (Foto von Ebay) - (Elektronik, anschließen, testen) Nahansicht ^^ (Foto von Ebay) - (Elektronik, anschließen, testen)

2 Antworten

Aha, ein Anfänger will was lernen und gönnte sich ein Skope. Glückwunsch!

Naja, dein testen wollen ist ja gut und schön, nur was genau willst du denn testen? Wenn du ja noch Anfänger bist, verstehst du doch kaum was von diesem Zeugs. Wie willst du dann vernünftig testen?

Ob es überhaupt funktioniert, kannst du mit kleinen leichten Tests machen. Aber ob es so genau funktioniert, wie man es von so einem Gerät erwarten könnte, ist mehrere Schuhnummern zu groß für dich.

Hast du schon halbwegs verstanden wie so ein 2 Kanal Skope funktioniert? Kommst du mit den ganzen in schwarzen Rahmen gefassten "Bedienteilen" zurecht? Verstehst du, oder hast du ne Ahnung davon, was das jeweils bedeutet, für was das gut ist?

Schau mal, auf dem linken deiner 2 Fotos geht der grüne Leuchtstrahl nicht ganz von links nach ganz rechts. Wie verläuft der Strahl, senkrecht oder waagerecht? Anderes Wort für waagerecht wäre? Richtig, Horizontal.

Also gibt es irgendwo auf der Front- Bedienseite einen schwarzen Rahmen der das Wort Horizontal enthält. Da muss es ein Poti geben, mit dem man den Strahl horizontal verschieben kann. Auch eines, das den Strahl etwas dehen kann. Das dritte in der oberen Reihe wird das zum verschieben sein. Dreh mal daran und sorge dafür, dass der Strahl am linken Rand des Bildschirmes beginnt und rechts so endet, dass man glauben könnte der Strahl kommt ganz links aus der Ecke und läuft bis rechts in die Ecke.

Nun drehst du den Regler an dem Focus steht, so, dass der dünnst mögliche Strahl entsteht. Den Intensitiv Regler stellst du so ein, dass ein gerade genug heller Strahl entsteht. Nun versuchen mit Focus Steller nochmal nachzubessern, wenn möglich.

Oben im Abschnitt Horizontal hast du links die Zeitbasis. Du siehst einen großen Schalter und einen kleineren. Am großen sind Zahlen außenrum, die die Zeiten in Mikro-, Milli- oder Sekunden angeben. Der kleinere Knopf ist kein Schalter sondern ein Poti und damit könnte man die Zeit in kleinerem Rahmen anpassen. Sollte man aber nicht tun, man sollte solche Regler die doppelt vorkommen (Groß als Schalter, klein als Poti) mit dem Poti auf rechtsanschlag einstellen.

Rechtsanschlag solcher Potis bedeuten, kalibrierte Basiseinstellung.

Du hast bestimmt irgendwo einen Netztrafo rumfliegen. Nimm so einen, schließe an den auf seiner Primärseite ordnungsgemäß und berührsicher 230 Voltkabel an.

Klemm an der Sekundärseite (möglichst mit Spannungen um die 12 V oder max 30 V) ein Kabel an, und löte in eine Ader einen Widerstand mit 1 Kiloohm ein. Isoliere die Lötstelle so, dass sie mit nichts in Berührung kommen kann.

Nun hast du zwei Anschlüsse zum testen deines Skopes. Dort klemme die beiden Pole der Prüfspitze jeweils an. Wie rum ist egal.

So, was wäre nun messtechnisch beim Oskar zu erwarten? Wir wissen, Stromnetz hat 50 Hertz. Am Oskar gibt es aber nix mit Hertz, das gibt es nur Zeiten. Also erinnern wir uns ans umrechnen, Frequenz in Zeit. 1/50 ist 0,02 Sekunden. Das sind 20 Millisekunden. Also ist ein Sinussignal zu erwarten, dessen Periodenzeit exakt 20 Millisekunden entspricht.

Nun fangen wir an zu schauen und zu denken. Der Bildschirm ist in Raster eingeteilt. Horizontal sind es meistens 10 Rasterteile von Rand zu Rand. Vertikal sind es meistens 8 Rasterteile, oder auch 10.

Wollten wir möglichstgenau messen, sollten wir das abzubildende Signal per Voreinstellung so aufteilen, dass es weitestmöglich in der linken Ecke beginnt und weitesmöglichst rechts endet. Wir erwarten 20 Millisekunden Sinus, also zwei Halbwellen mit je 10 Millisekunden. Das soll auf einem Raster von 10 Einheiten dargestellt werden. 20 durch 10 wäre mathematisch 2.

Gibt es auf der Zeitbasis eine 2 und die zugehörige Zeiteinheit millisekunden, dann stellen wir das so ein. Falls es keine 2 gibt, nehmen wir die nächst höhere Zahl.

Steck das Kabel vom Tastkopf zuerst nur in die BNC Buchse von Vertikal Kanal 1. Vorteiler auf 5 voreinstellen, Feineinsteller -kleinerer Drehknopf auf rechtsanschlag-. Schau ob vorne am Tastkopf ein Schiebe-Umschalter ist, an dem 1:10 und 1:1 steht. Schiebe den auf 1:1. Klemme nun Tastkopfstrippen jeweils an das Sekundärkabel mit dem Widerstand. Den Schiebeschalter links vom Kanal 1 Verstärker stellst du auf AC. Oben rechts beim Rahmentei Trigger stellst du intern Kanal 1 ein.

Nun Stecker in die Steckdose vom Trafo und Bildschirm beobachten. Da sollte sich nun was tun. Was wäre zu erwarten? Ein stehendes Bild das einen Sinus anzeigt der links am Bildschirmrand beginnt und rechts endet. Hast du kein stehendes Bild, sondern einen beweglichen Sinus, dann drehe oben bei Trigger mal an dem Poti, an dem Level steht. Damit sollte ein stehendes Bild einstellbar sein.

Nun drehst du den Regler mit dem du den Strahl horizontal verschieben kannst so, dass ein Nulldurchgangspunkt genau auf dem linken Rasterpunkt zu liegen kommt. Das müsste der ganz linke Rasterpunkt sein, wenn die Zeitbasis auf 2 eingestellt ist. Weiteres in neuem Komentar. Hier nur noch 30 Zeichen mög

Ok danke,danke ^^

Aber wozu soll ich das mit dem 230V Netztrafo ausprobieren ? Netztrafo=auch Leptop-Ladekabel oder ? :O Mit Aderleitung meinst duuuu.. ?, (+ oder - der Sekundärseite )

Habe jetzt aber kein Netztrafo wo nicht im Alltag gebraucht wird... Und wahrscheinlich passt er dannach nicht mehr in den Steckplatz vom Leptop zum aufladen :P

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@Flofy

Kannst auch ein kleines Steckernetzteil nehmen, das sekundär Wechselspannung liefert. Auf dem also nicht 12 V DC sondern 12 V AC steht.

Das dient die nur zum kontrollieren, ob die Zeitbasis noch halbwegs kalibriert ist. Bei DC, also Gleichspannungen bekommst du ja keine Signale die was mit Zeit zu tun haben. AC aus einem Trafo oder AC Netzteil liefert dir sehr zuverlässig ein Sinus Signal mit einer Periodenzeit von 20 Millisekunden mit nur wenigen % Abweichung!

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Es müssten nun zwei Halbwellen auf dem Schirm zu sehen sein, wobei der linke Nulldurchgang deckungsgleich mit dem ganz linken Raster ist, der Nulldurchgang in der Hälfte des Sinussignals deckungsgleich mit dem mittleren Rasterpunkt und der rechte Nulldurchgang deckungsgleich mit dem rechten äußeren Rasterpunkt ist.

Ist dem so, hast du nun eine Bestätigung, die Zeitbasis für 2 millisekunden entspricht diesem kalibrierten Wert. Nun kannst du zu höhren Zeitrastern wechseln, also eine Stufe höher schalten usw. Bis du an eine Einstellung kommst, in der eine Sinunsperioden genau einer Rastereinheit entspricht und jeweils beobachten, ob die jeweiligen Nulldurchgangspunkte mathematisch passend den Rastereinheiten entsprechen. Somit hast du alleine mit diesem einen Test schon mal einen Teil der Zeitbasis auf Funktion und auf kalibrierte Werte getestet.

Ähnlich kannst du es mit dem testen der Vertikalverstärker machen. beachte aber folgendes. Ein Oszilloskop kann nur Spannungen messen. Ferner entsprechen diese Spannungssignale immer den sogenannten Spitzen-Spitzenwerten bei Wechsel, oder Impuls-Spannungen.

Der jeweilige obere und untere Pegelwert des gemessenen Sinussignales wird in Vss ausgedrückt. Volt-Spitze-Spitze. Angenommen du kannst an den vertikalen Rasterpunkten von oberer zu unterer Spitze -bzw Scheitelpunkt- einen Abstand von 8 Rasterstrichen zählen und dein Vorteiler vom Kanalverstärker steht auf 5, dann wäre die SpitzenSpitzenspannung mit 5 mal 8 = 40 Volt zu bewerten.

Wenn du nun mit einem normalen billigen Multimeter nachmisst, wirst du einen anderen Wert ablesen können. Die billigen Multimeter messen nicht die Spitzenspitzenspannung, sondern den Effektivwert.

Beides könnte man wie jeweils umrechnen? Falls auf das Multimeter Verlass ist, könnte man erkennen, ob der jeweilige Vertikalverstärker seinen jeweiligen Kalibrierwerten entspricht.

Hier siehst du nun, man kann nicht wirklich gut testen ob das Oszilloskop verlässliche Darstellungen liefern kann. Denn was ähnlich genaues wie die Zeiteinheit gibt es im Spannungsbereich nicht.

Schau mal, ob an der Rückseite von Oszi eine Testbuchse zu finden ist, an der ein Testsignal von 1 Kilohertz und 1 Vss zur Prüfung verfügbar wäre.

Du solltest beim testen der Vertikalverstärker notieren, wieviel % Unterschied du von Kanal 1 zu Kanal 2 erkennen kannst. Aber vorher immer darauf achten, dass die jeweiligen Feineinsteller auf rechtsanschlag des jeweiligen Potis stehen, oder gar eingerastet sind, falls es dort Rastpunkte gibt.

So, das war meinerseits ein Versuch, dir beim überprüfen des Oszis zu helfen. Zumindest, was bei geringem Aufwand möglich ist.

Gewisse Dinge und Zusammenhänge müssten dabei zu erkennen und zu begreifen sein.

Nun wünsche ich viel Spaß mit so einem tollen Anfangsgerät.

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@realistir

Auf Rückseite sind nur zwei Buchsen mit den Kennzeichnungen: CH1 OUTPUT und EXTBLANKING Input (Mit einen Gefahrenschild) :O

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@Flofy

Okay, danke. Meist sind Messbuchsen für ein 1 KHZ und 1 Vss Signal auf der Vorderseite zu finden. An einzelnen wurde sowas auf die Rückseite verlagert.

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Versuch es an eine große leitende Masse, wie dich zu halten -> damit siehst du dann alle Unruhen durch andere Geräte wie PC,...(sollte eine unruhige Sinuskurve(überall Ausschläge etc.) ergeben(auf Gleichstrom))

Hat am Anfang funktioniert allerdings habe ich die ganzen Einstellungen schon durch probiert und ein bisschen verstellt :/ Auf welche Einstellung mV usw. muss ich es stellen ? Ist es egal wo ich es hinhalte ein meinem Körper ? (Habe es an die Fingerspitzen gehalten)

An meinen Oszilloskop ist so ein 5V anbestehender Anschluss :O Ist es gut wenn da ein rechteckiges Signal kommt ?

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@Flofy

Also schlägt bei meiner Einstellung erst 5-6 große Linen nach oben aus, und dann geht sie weiter nach rechts in so eine zweigeteile Linene die sich aber ein stück weiter wieder zusammen fügt in eine fast gerade Linene ^^

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@Flofy

Unnütze Versuche die nur zeigen, ob es außer eine geraden Linie auch andere geben kann.

Baue dir einen NE555 Timer auf. Benutze die Berechnungsformeln bzw Grundlagen für die jeweiligen frequenzbestimmenden Werte der Kondensatoren und Widerstände. Benutze sowas zum üben und messen.

Oder schau, wo du demnächst einen guten Funktionsgenerator für relativ kleines Geld herbekommen kannst. Beides zusammen macht mehr Spaß beim lernen der Elektronik.

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