Wie kann ich das entstehen von Leid vermeiden?

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7 Antworten

Ich bin Buddhist und äußere mich mal dazu

Zunächst ein Kompliment dafür, dass du bei deinen Überlegungen die Wechselwirkung zwischen dem Einzelnen und seiner Umgebung berücksichtigst.  Das hat mich positiv überrascht, denn normalerweise ist das eine der ersten Dinge, die ich bei derartigen Fragen erklären muss.

Jetzt zu deiner Frage

Letztlich kann auch positiv beabsichtigtes Handeln zu Leiden führen, da hast du Recht. Allerdings können wir nicht hellsehen und so bleibt uns eben nicht mehr zu tun, als nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. 

Selbst sich gänzlich von allen äußeren Einflüssen zurückzuziehen würde nicht unsere Beteiligung am Leiden verringern, denn dadurch, dass wir nicht helfend handeln, obwohl wir es könnten, schaffen wir ebenfalls Leiden.

Das ist wie eine "unterlassene Hilfeleistung" nach §323c StgB.

Ich denke, wenn man sich darum bemüht, nicht nur das Mitgefühl (Maitri), sondern auch seine Weisheit (Prajna) zu entwickeln, dann handelt man so gut es eben geht - was könnte man auch mehr von uns verlangen? :-)

Das ist wie mit "Karma", das ja letztlich nichts anderes als "Tat" bedeutet. Wir erschaffen ständig Karma - durch Gedanken, Worte und Taten.

Der Versuch, kein Karma zu schaffen, wäre also unmöglich. Wir können jetzt also entweder resignieren, oder uns einfach bemühen.

Mit der Passivität schaden wir grundsätzlich immer, weil wir nicht einmal den Versuch unternehmen zu helfen.

Aber

Mit achtsamer Handlung, besteht zumindest die Chance, Leiden zu lindern - und sei es nur, dass ein blindes Huhn auch mal ein Korn findet.

Das ist wie der Ersthelfer bei einem Notfall.

Wenn ich die Wahl habe zwischen "ich versuche mein bestes um zu helfen" und "ich mache lieber gar nichts, bevor ich etwas falsch mache" - dann gehe ich lieber das Risiko ein, etwas gutes zumindest zu versuchen. :-)

Hoffe, ein wenig geholfen zu haben.

Danke sehr für deine ausführliche und kompetente Antwort. :) 

Eben weil wir nicht alle Ursache-Wirkung Beziehungen auflösen können macht das Vorsätzliche Vollbringen guter Taten doch eigentlich unmöglich. Ich verrichte heute eine gute Tat und der Samen den ich säe führt dazu dass in einer unendlichen Verkettung der Dinge in 250 Jahren die Menschheit ausgelöscht wird. ich weiß das klingt dramatisch aber theoretisch kann dies nicht ausgeschlossen werden. Ich verstehe deine Argumentation jedoch ist es das Ausführen von Handlungen in einem System welches nicht vollständig beschrieben ist immer ein Tappen im Dunkeln.

Aber ich denke, dass du mit deiner Ausführung richtig liegst. Wir sind und bleiben am Ende nur Menschen.

Danke nochmals für deine Antwort :)

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@noka666

Freut mich, wenn ich etwas helfen konnte. :-)

Es gibt da diesen Satz, der gerne bei Diskussionen im Internet genutzt wird

"Ich bin nur dafür verantwortlich was ich sage, nicht dafür, was du verstehst".

Meiner Meinung nach kann man das auch auf Handlungen anwenden

"ich bin nur für meine Handlungen verantwortlich, nicht dafür, was daraus erwächst".

Natürlich sollte man versuchen so zu leben, dass kein Leiden daraus erwächst, also verantwortungsvoll handeln, aber was langfristig daraus wird, kann man nicht wissen.

Es gibt ja im Mahayana-Buddhismus die Bodhisattva-Gelübde und das erste besagt

"Wie zahlreich die Wesen auch seien, ich gelobe sie alle zu retten".

Auch das ist ja eigentlich eine unlösbare Aufgabe, aber ich denke, hier geht es nicht wirklich um die Handlung, sondern um die Geisteshaltung, die man sich zu eigen machen soll - die Bereitschaft zu "retten", wann immer es möglich ist. ;-)

Anders gesagt: "Es gibt viel zu tun - packen wir es an"

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Ich denke diese Situation ließe sich auflösen, wenn man seinen Verantwortungsbereich nur innerhalb seines Handlungsbereichs sehen würde. Alle anderen Wirkungen wären dann Auswirkung des jeweiligen Karmas der jeweiligen Person.

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@noka666

Die Situation ließe sich auch lösen, wenn wir uns mal ernsthaft der Problematik des sog. freien Willens nähern und diesen als das betrachten, was er vermutlich wohl ist - nicht exististent. Unsere Handlungen ergeben sich. Sie sind prädisponiert durch unseren Charakter und unsere Erfahrungen aus unserer Vergangenheit.  

Wir können zwar wollen, was wir tun (das fält oft zusammen), aber wir können nicht wollen, was wir wollen. Wir sind vom Prinzip her eingebettet in die Abläufe der Natur, in die Ursache-Wirkungs-Prinzipien dieser Welt. Der freie Wille, den unser Bewusstsein uns vorgaukelt, ist in Wahrheit eine grandiose Illusion.

Schopenhauer: "Du kannst t h u n was du w i l l s t: aber du kannst, in jedem gegebenen Augenblick deines Lebens, nur ein Bestimmtes w o l l e n und schlechterdings nicht Anderes, als dieses Eine."

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@SillySindy

Da das Universum determiniert ist sind so oder so alle Handlungen seit seinem entstehen festgelegt. Dies macht dann eigentlich auch meine Frage unnötig bzw. nicht da seit Anbeginn der Zeit klar war dass ich Sie stelle. Sie war aber klar auf den Buddhismus gerichtet und ich wollte einfach wissen ob es dazu irgendeine Erklärung innerhalb des Buddhistischen Rahmens gibt.

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@noka666

Da das Universum determiniert ist sind so oder so alle Handlungen seit seinem entstehen festgelegt.

ich denke nicht das alles festgefügt determiniert ist, denn der Buddhismus lehrt, das alles dem ewigen Wandel unterliegt.

Innerhalb des Samsara, des Daseinskreislaufs, gibt es nichts ewig unveränderliches - keine unsterbliche Seele und kein unabwendbares Schicksal.


Nehmen wir einmal an, eine Person erfährt den Zustand des Erwachens. Dann hat er dennoch die Freiheit zu entscheiden.

Er kann seine "Heiligkeit" für sich behalten, von der Welt zurückgezogen leben und einfach auf den eigenen Tod warten, damit er in das Nirvana eingeht und verlöscht (Prinzip des Arhat)

oder

Er kann beschließen, seine Erkenntnisse zu teilen um anderen den Weg zur Befreiung zu bringen und erst dann ins Nirvana einzugehen (Prinzip des Buddha Shakyamuni)

oder

Er kann sich dazu entscheiden nicht nur zu lehren, sondern sogar seinen Eingang ins Nirvana aufschieben und freiwillig im Samsara verbleiben um anderen Wesen zu helfen (Prinzip des Bodhisattva).

Diese Person ist also nicht durch ihr Karma dazu gezwungen, einen bestimmten endgültigen Schritt zu tun.

Allerdings hängt die Erfahrung des Erwachens von der eigenen buddhistischen Praxis ab.

Vereinfachtes Modell: Je besser jemand praktiziert, desto eher wird er erwachen. Wie sehr er sich bemüht, ist aber seine Entscheidung und nicht etwa durch sein Schicksal festgelegt.

Dabei wird er vielleicht durch sein Karma behindert, ich sehe aber keinen Grund, weshalb er nicht auch unter schwierigen karmischen Bedingungen die Befreiung erfahren kann.

Die Vorstellung, sich von Wiedergeburt zu Wiedergeburt eine immer weißere Weste zu waschen, halte ich für zu einseitig.

Der Buddhismus ist nach meinem Verständnis kein Weg, schrittweise zu einem "perfekten Wesen" zu werden, sondern vielmehr eine Übung durch Loslassen an Anhaftungen zu erkennen, dass wir uns letztlich nur selbst im Weg stehen.

Wir müssen nicht "besser" werden, als wir schon sind, sondern nur aufhören, etwas anderes sein zu wollen, als wir sind.

Normalerweise haften wir an Dingen - materieller, sozialer, oder spiritueller Art, leiden daran, wenn wir diese Dinge nicht haben und leiden aber genau so, wenn wir diese Dinge erreicht haben, weil wir Angst haben, sie wieder zu verlieren.

Im Kreislauf der Wiedergeburten sind die Darstellung der Gier der "hungrigen Geister" und die Angst der Götterwesen, ihre Göttlichkeit zu verlieren, Symbole für diese Formen von Anhaftung.

Diese Darstellung des Daseinskreislaufs zeigt aber interessanterweise keinen Fortschritt - es sind keine Stufen zu sehen, wie man "besser" wird und sich vom hungrigen Geist auf einer Treppe hocharbeitet - sondern es bleibt ein in sich geschlossener Kreis.

Wenn wir also die Befreiung/Erleuchtung "haben wollen" ist das auch nur eine Form von Gier oder Angst, den bereits erreichten Vorteil zu verlieren.

Das bedeutet aber auch, wenn wir uns in unserer buddhistischen Praxis nicht bemühen, sondern passiv bleiben, schaffen wir uns unser eigenes Schicksal - wer nichts versucht, hat schon verloren.

Wir können also daran glauben, das alles vorherbestimmt ist - dann benötigen wird aber den Buddhismus nicht, weil wir uns ohnehin widerstandslos ergeben - oder wir können jederzeit versuchen, unsere Haltung, unser Leben und unsere Handlungen zu ändern.

Der Buddhismus ermutigt dazu, genau das zu machen - durch buddhistische Praxis zu Weisheit und Mitgefühl zu finden, um schließlich zu erkennen, dass wir gar nicht von der Ewigkeit, dem Nirvana, dem Nur-Sein, getrennt sind.

Dann braucht man sich auch nicht sofort ins Nirvana ausklinken, sondern kann auch in einer Welt voller Anhaftungen leben, weil man selbst erfahren hat, das dies nicht relevant für uns ist.

"Wir können alles in dieser Welt werden, weil wir nichts von dieser Welt sind"

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@noka666

Da das Universum determiniert ist sind so oder so alle Handlungen seit seinem entstehen festgelegt. 

Dass das Universum determiniert ist, ist seit der Quantenphysik aber eigentlich vom Tisch...

Zwar schließt Determinismus den freien Willen kategorisch aus - umgekehrt bedeutet das aber noch lange nicht, dass in einem nicht determinierten Universum so etwas wie ein freier Wille existiert.

Dies macht dann eigentlich auch meine Frage unnötig bzw. nicht da seit Anbeginn der Zeit klar war dass ich Sie stelle.

Richtig - wenn es so wäre...

Sie war aber klar auf den Buddhismus gerichtet und ich wollte einfach wissen ob es dazu irgendeine Erklärung innerhalb des Buddhistischen Rahmens gibt.

Ja, das würde mich auch interessieren. 

Ich gehe aber nicht davon aus, dass der Buddhismus die wissenschaftlichen Erkenntnisse ausreichend reflektiert.

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@SillySindy

Letzteres scheint der Kommentar von Enzylexikon auch zu bestätigen:

Wir können also daran glauben, das alles vorherbestimmt ist - dann benötigen wird aber den Buddhismus nicht, weil wir uns ohnehin widerstandslos ergeben - oder wir können jederzeit versuchen, unsere Haltung, unser Leben und unsere Handlungen zu ändern.

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@SillySindy

Da das Universum determiniert ist sind so oder so alle Handlungen seit seinem entstehen festgelegt ...

und

Ich gehe aber nicht davon aus, dass der Buddhismus die wissenschaftlichen Erkenntnisse ausreichend reflektiert.

Ich sehe es eher umgekehrt ;-)

Aus Palikanon, Udana 8.1:

"Es gibt, ihr Jünger, ein Ungeborenes, Ungewordenes, Ungemachtes, Ungeschaffenes.

Gäbe es nämlich, ihr Jünger, nicht jenes Ungeborene, Ungewordene, Ungemachte, Ungeschaffene, so gäbe es keinen Ausweg aus dem Geborenen, Gewordenen, Gemachten und Geschaffenen.

Weil es aber, ihr Jünger, dieses Ungeborene, Ungewordene, Ungemachte, Ungeschaffene gibt, darum gibt es eben einen Ausweg aus dem Geborenen, Gewordenen, Gemachten, Geschaffenen."

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@SillySindy

Wie ich ja sagte, wenn man an die Vorherbestimmung glaubt, dann benötigt man keinen Buddhismus, da dieser das Konzept eines unabänderlichen Schicksals ablehnt, sondern lehrt, dass man sein Schicksal ändern kann.

Da sind wir uns, im Bezug auf den Determinismus offenbar einig. :-)

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@Enzylexikon

@Enzylexikon

Da sind wir uns, im Bezug auf den Determinismus offenbar einig. :-)

Nein, also falls du mich meinst: Nicht ganz :-)

Seit der Quantenphysik ist zwar der Determinusmus vom Tisch, dass bedeutet aber, wie ich schon schrieb, noch lange nicht zwangsläufig die Existenz eines freien Willens.

Wir haben mit unserem angeblichen freien Willen nämlich keinen Einfluss auf den *echten* Zufall, sprich Zerfallszeitpunkte instabiler Atomkerne etc. :-)

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@gaurisankar

@gaurisankar

Ich gehe aber nicht davon aus, dass der Buddhismus die wissenschaftlichen Erkenntnisse ausreichend reflektiert. 

Ich sehe es eher umgekehrt ;-)

Nun, die Wissenschaft behauptet das aber auch nicht :-) 

Also ich meine die Naturwissenschaft. Wieso sollte diese die "Erkenntnisse" des Buddhismus reflektieren? Dazu müsste der Buddhismus ja erst mal zeigen, dass er überhaupt auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Da das Universum determiniert ist sind so oder so alle Handlungen seit seinem entstehen festgelegt ...

In welchem Zusammenhang steht das jetzt? BTW, es ist kein Zitat von mir. In der Wissenschaft herrscht längst Konsens, dass das Universum eben NICHT vollständig determiniert ist.

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@SillySindy

Ich sehe den freien Willen als Grundlage für die eigenen Handlungen an.

Zu Atmen ist kein freier Wille, sondern Vorgang, der durch das Nervensystem automatisch erfolgt, damit der Körper am Leben bleibt.

Der Zerfall von Körperzellen und Atomen unterliegt ebenfalls nicht meinem freien Willen, sondern es sind natürliche Prozesse.

Aber ich definiere "freien Willen" auch nicht als Allmacht alles beeinflussen zu können, sondern als bewussten Prozess der Entscheidungsfindung.

Natürlich sind wir da auch durch die jeweilige Kultur, die Erziehung und das soziale Umfeld geprägt und natürlich pfuschen da körpereigene Reaktionen wie Hormone usw. hinein - aber im Rahmen dieser Beschränkungen treffen wir freie Entscheidungen.

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Vielen Dank für den Stern. :-)

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... die beste Form der Leidensvermeidung die ist nicht mit seiner Umwelt zu interagieren ...

 das geht nicht.

Es scheint also so zu sein, da man die Folgen seines Handels nicht im Ansatz erfassen kann ...

 Korrekt, bis auf das „im Ansatz“. Beispiel:

Ich spende einem Flüchtling Kleidung von hohem Wert, da dieser mit nichts, außer dem was er bei seiner Fluch am Leib trug, hatte.

Nachdem in den Medien die Nachrichten über ausländerfeindliche Reaktionen sich tagtäglich überschlagen, hätte man auch ein bißchen Intelligenz einfliessen lassen können und ihm „normale“ Kleidung gespendet, oder mit ihm zur Rot-Kreuz-Kleiderkammer gehen können und und und ...

Ich töte einen Menschen (Das erste Sila untersagt das Töten), jedoch hätte dieser in naher Zukunft 10 Menschen umgebracht.

Gratuliere, daß Du das vorher schon so sicher weißt :-)

Deuten wir es „der Einfachheit halber“ mal als Notwehr-Situation um. Sogar dann wäre die Lage keineswegs eindeutig klar. Vielleicht hätte dieser Getötete (außer 10 Menschen umzubringen) ja anderweitig zur Abwechslung auch mal 100 Menschen das Leben gerettet (die nun verloren sind/scheinen).

Und wenn es tatsächlich das Karma jener 10 Personen gewesen wäre, getötet zu werden, dann dürfte schon „ein anderer Mörder“ stellvertretend bereitstehen. Wie findest du den heraus? Gleich mal sicherheitshalber die Bevölkerung einer ganzen Stadt liquidieren?

So kann aus guten Taten Leid entstehen und aus schlechten Taten gutes.

Für „unser Karma“ ist nicht die Tat entscheidend, sondern die Absicht. Wie schon gesagt handelst du hier „nach deiner aktuellen Einsicht“ (nach bestem Wissen und Gewissen).

Das impliziert natürlich auch, daß unterschiedliche Personen auf eine bestimmte gleiche Situation unterschiedlich reagieren würden, ebenso, daß du später (nach hinzugekommenem weiteren Wissen) eventuell auch wieder anders handeln würdest.

Deine Sicht der Dinge (ich bewundere aufrichtig den Tiefgang deiner Gedanken) entspricht eben (nur) unserer westlichen Sichtweise.

Nicht umsonst ist der erste Punkt in Buddhas achtfachem Pfad die rechte Ansicht. Wer sich nicht mit dem heute üblichen westlichen Buddhismus begnügt, hat deshalb viel zu tun ;-)

Aber keine Sorge deswegen – es heißt, sein Pfad ist „beglückend am Anfang, beglückend in der Mitte und beglückend am Ende.

Sogar Jesus sagte was ähnliches mit „mein Joch ist leicht und meine Bürde sanft“.

Viel Erfolg weiterhin.

Hallo zusammen !

Ich habe hier alle Antworten und Kommentare durchgelesen und festgestellt, dass etwas gar nie erwähnt wurde, so ich richtig gelesen habe...:   ;-)

Sagte nicht Buddha, dass es bei unserem Tun lediglich auf unsere Absicht ankommt ?

Wenn ich also als Beispiel jemanden beobachten würde, wie er/sie seine Kalaschnikow lädt und auf eine Menschemenge zielt und ich grad per Zufall ein Scharfschütze bin und den Kalaschnikowschütze mit einem gezielten Schuss "ausschalten" kann, dann war das eine gute Absicht, auch wenn der Kalaschnikowschütze seinerseits ein Selbstmordattentäter sah und ihn davon abhalten wollte, mit sich die ganze Menschenmenge in den Tod zu reissen....

Meine Absicht war also gut, auch wenn meine darauf folgende Tat eine ganze Menschenmenge in den Tod riss !

War nicht Hitlers Absicht seiner Meinung nach auch gut ?

Ist das Leben determiniert, was ja eigentlich logisch wäre, denn jede Wirkung hat seine Ursache, unsere Entscheidungsfreiheit also eine Illusion ist und wir demnach nichts dafür können, wie wir sind und was wir tun, müssen wir dennoch laut Karma die Konsequenzen unserer Taten tragen, was doch eigentlich unfair ist, ja je nachdem sogar grausam, nicht ?
Und Sinn macht es auch nicht, aber das Leben soll ja sowieso keinen tieferen Sinn haben....

So könnte man sich doch fragen, wer dann für das ganze jämmerliche Leiden auf der Erde und vielleicht noch tausenden von anderen Planeten im ganzen Universum verantwortlich ist !

Hat eigentlich Buddha etwas darüber gesagt, warum aus dem Nirvana überhaupt so viel Leid entstehen konnte ?

Vielleicht war ja die Absicht des Nirvanas ursprünglich auch gut, aber wenn wir die Situation auf der Welt seit Jahrtausenden betrachten, ist diese Absicht ziemlich schief herausgekommen !
Vielleicht hatte das Nirvana "früher" mal böse Absichten, und da wir ja alle Teil des Nirvanas sind, müssen wir jetzt alle leiden....   ;-)
Aber da ja alles determiniert ist, kann auch das Nirvana nichts für seine früheren bösen Absichten....

Ich weiss, das sind abstruse Gedankenspiele eines Wassermannes....  ;-)

Ich habe hier alle Antworten und Kommentare durchgelesen ...

Tatsächlich? Aber dann würdest du doch nicht schreiben

Aber da ja alles determiniert ist, kann auch das Nirvana nichts für seine früheren bösen Absichten....

Es wurde ja schon erwähnt, dass eben NICHT alles determiniert ist :)

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@SillySindy

Hallo SillySindy !

Danke für Deine Reaktion !

Meine Bemerkung, dass ich hier alle Beiträge las, bezog sich doch darauf, dass niemand meines Erachtens hier schrieb, dass Buddha sagte, es komme lediglich auf die Absicht einer Tat an, und nicht darauf, ob die Meinung herrscht, das Leben sei determiniert oder nicht !  Ich habe angenommen, dass das eigentlich klar sei....

Und selbst wenn ich hier alles durchgelesen habe, darf ich doch meine Meinung kund tun, es sei alles determiniert, nicht?
Obwohl, eigentlich waren diesbezüglich meine Ausführungen lediglich Gedankenspiele, denn grundsätzlich halte ich es wie die Agnostiker: Man kann über nichts mit Bestimmtheit sagen, wie es wirklich ist, selbst wenn die Wissenschaft mit der Quantenphysik glaubt bewiesen zu haben, dass nicht alles determiniert ist. Es wäre nicht das erste Mal, dass man etwas neues entdeckt, welches etwas bewiesen geglaubte widerlegt.... !

Schade aber, dass du dich zu meiner Hauptaussage, dass es nur darauf ankomme, wie die Absicht einer Tat ist und auch zu meinen anderen Gedanken nicht geäussert hast, oder hast du etwa nur meinen ersten und letzten Satz gelesen ?   ;-)

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Doch, man kann die Folgen seines Handelns erfassen. Nimm das Beispiel mit dem Mord: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der, den du tötest, danach 10 Menschen getötet hätte.

Also tötest du ihn nicht. Bekannte Massenmörder landen im Gefängnis. Bei anderen geht man nicht davon aus, dass das potentielle Massenmörder sind.

Es kann so sein, dass man das Umgekehrte bewirkt von dem, was man wollte. Hier zählt aber die Absicht der eigenen Handlung. Du hast dich selbst verbessert, wenn du gemäß deiner guten Absicht gehandelt hast. Das ist dann auch etwas wert. Meist irrt man sich aber nicht so stark.

Es ist so dass du nicht wissen kannst ob man sich so stark irrt oder nicht da selbst kleinste Handlungen zu größeren führen von denen wir nicht die geringste Ahnung haben.

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@noka666

Ich gebbe Draggyblackdots recht und greife zu einem krassen Beispiel

  • Nehmen wir einmal an, du triffst eine traurige Person.
  • Du lächelst die Person an und bist freundlich, um ihr zu helfen.
  • Die Person entspannt sich und lächelt ihrerseits.
  • Der Partner dieser Person deutet diese gute Laune als Zeichen für einen Seitensprung und tötet die Person.

Hast du das Leid geschaffen, weil du gelächelt hast?

Ich denke nicht, denn tatsächlich hast du einen positiven Impuls in die Welt gesetzt, wo vorher nur Traurigkeit herrschte

Alles steht in karmischer Wechselwirkung zueinander - und das bedeutet auch, dass du nicht der alles entscheidende Faktor bist.

Wenn da das Karma beider Partner zutage tritt, dann muss der Mord überhaupt nichts mit deiner positiven Absicht und konstruktiven Handlung zu tun haben.

Man sollte zwar als Buddhist so handeln, als wäre man der entscheidende Faktor, der das Gute und die Befreiung bringt - aber das bedeutet nicht, dass dies tatsächlich in unserer Macht steht.

Man sollte aber zumindest versuchen, die Welt ein klein wenig besser zu machen - ein freundliches Wort vertreibt den Zorn. :-)

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Ja, so ähnlich ist das. Du änderst nicht viel...

Darüber hinaus ist Leid aber prinzipiell sowieso unvermeidbar. Menschen erkranken, leiden, sterben, haben Schmerzen, und schon kleine Kinder werden durch Tumore, Infektionen, Erbkrankheiten, Erdbeben, Tsunamis brutal hinweggerafft. So ist die Welt. 

Und der "allmächtige Gott" schaut zu. 

Das fiele, wäre er ein Mensch, unter "unterlassene Hilfeleistung" und wäre strafbar :-)

Ich denke mal darüber eigentlich sehr naiv.
Bist du mit deinen Taten im Reinen, also kommst damit klar, tue sie auch. Warum auch nicht. Hast du bedenken, denke lieber nochmal nach, auch logisch. Erkennst du das deine Taten schlecht wären, so schlecht dass es dein Gewissen belasten würde, nimm Abstand davon, oder entscheide dich, wenn möglich, für ein kleineres Übel.  Was sonst noch? Das ist schon mal gut finde ich.
Der Spruch: "Was du nicht willst das man dir tu, dass füg auch keinem Andern zu" ist dabei verdammt hilfreich, wenn man es konsequent lebt, was aber nur wenige machen werden.

Gruß aus Wesseling

 "Was du nicht willst das man dir tu, dass füg auch keinem Andern zu" 

Das heisst dann aber auch, dass ein Masochist anderen jeglichles Leiden zufügen darf, das er auch mag....   ;-)

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nur durch leid lernt man

der buddhismus irrt

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