Wie ist das beim Werfen und Fangen eines Balls

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zu Gehirntechnisch: Die Gehirnhälftenkommunikation wird insbesondere in der Psychologie diskutiert – aus neurowissenschaftlicher Perspektive scheint das Thema stark überschätz. Dass Jongliertraining gut für das Gehirn sein soll, stammt aus Studien, die Jongliertraining als Beispiel für motorisches Training verwendeten – es hätten auch andere Bewegungen sein können. Und dort zeigte sich: Lernen erhöht tatsächlich die Dichte der grauen und weißen Masse (vermutlich durch eine feinere Verästelung der Dendriten und eine erhöhte Anzahl von Synapsen). Nachgewiesen wurde dies u.a. für ein dreimonatiges Jongliertraining. Allerdings ging der Dichteffekt wieder zurück. Man geht davon aus, dass Dein ganzes Wissen in Deinen Synapsenstärken sitzt (d.h. die Übertragungsstärke) –für Schulwissen insbesondere im Kortex, für Motorik insbesondere Basalganglien, motorische Kortexbereiche und Kleinhirn. Über Veränderungen an den Synapsenstärken (LTP/LTD/STDP) und Erhöhung der Anzahl der Dendriten (wo die Synapsen draufsitzen) und Bildung neuer Synapsen wird Wissen im Hirn repräsentiert. Dabei entscheiden zwei kleine Gehirnstrukturen (Hippokampus und Striatum), was ins Hirn langfristig rein soll (über Dopamin). So ist eine Veränderungen der Synapsenzahl sehr positiv zu sehen. Allerdings gilt das für komplexere/intensivere sportliche Tätigkeiten als Jonglieren auch – mit vermutlich noch größeren Effekten im Gehirn: Sport hat dabei drei Effekte (natürlich nicht jeder Sport): Durch die Ausdauerkomponente werden neuroprotektive Faktoren im Gehirn wirksam, die die Leistungsfähigkeit und Reservekapazität Deiner Hirnsuppe erhöhen. Durch die Fertigkeitskomponente werden Plastizitätsvorgänge in der „Kommunikation“ zwischen Kortex und den Basalganglien angeschoben, die effektive Verhaltensteuerung fördern. Durch die belohnenden Momente, die Dir Sport (aber genauso auch Musik & bildende Künste) gibt, werden dopaminerge Strukturen häufig aktiviert und vermutlich gestärkt – die Du für Motivation und Lernen benötigst. Du erhöhst also durch sportliche Betätigung Deine Lernleistung und Deine sogenannten exekutiven Funktionen, die anteilig Deine schulische (wahrscheinlich auch berufliche) Leistung bestimmen.

Vielen Dank für deine ausführliche und sehr interessante Antwort. Das mit dem Dopamin und seiner Funktion interessiert mich besonders, da werde ich wohl noch ein oder zwei zusätzliche Fragen an anderer Stelle stellen müssen.

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"andere Bewegungen" ? .. "komplexere/intensivere sportliche Tätigkeiten, als Jonglieren" ?

Das macht aber neugierig ..

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"Komplexer als Jonglieren" ist nur noch, beim Joggen jonglieren oder auf dem Einrad und das noch die Treppe hoch oder auf dem Hochseil. Blind, übrigens, weil die Scheinwerfer blenden. Und immer schön lächeln fürs Publikum.

Rein gar nichts ist "komplexer als Jonglieren", nichtmal Schach-Blindsimultan während der Lektüre der Morgenzeitung, weil man dabei nur sitzt.

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Sorry, im Detail kann ich dir deine Frage nicht beantworten.

Im Wesentlichen geht es bei dieser Tätigkeit um die Auge-Hand-Koordination. Marianne Frostig hat dazu etliches geschrieben. Kraftdosierung ist ein Aspekt davon.

Das Ball-Werfen und -Fangen gehört zu den Grundvoraussetzungen, die ein Schulkind können sollte. Unter "Ergotherapie" oder "Sensorische Integration" wird sich sicherlich mehr finden lassen.

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