Wie funktionier das mit der Hand-Abstimmung in Appenzell (Schweiz)?

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1 Antwort

Ich komme zwar nicht aus dem Appenzell, sondern aus dem Kanton Zürich, dort stimmen wir via Stimmzettel an der Urne ab, aber es gibt in den kleineren Gemeinden Gemeindeversammlungen, wo auch per Handerheben abgestimmt wird. Vor jeder Versammlung und dies auch an der Landsgemeinde in Appenzell werden zuvor Stimmenzähler bestimmt bzw. gewählt. Diese kommen aber nur zum Einsatz wenn es für eine Entscheidung knapp aussieht, dass heisst wenn nicht von der Sicht aus festgestellt werden kann, ob es eine Mehrheit für oder gegen eine Vorlage gibt. Der Vorsitzende, dass heisst in Appenzell stellt nach einem vorgestellten Geschäft die Frage: " Wer dieser Vorlage zustimmen will, der erhebe seine Hand." Von der erhöhten Bühne aus kann man dann sehen ob eine Mehrheit die Hand in die Höhe hält. Die zweite Frage lautet: "Wer die Vorlage ablehnen will, erhebe seine Hand." Und so ist es in den meisten Fällen so, dass man von der erhöhten Bühne aus, wo sich auch die Stimmenzähler befinden und der Landamann,ob mehr Stimmbürger für eine Zustimmung oder für eine Ablehnung waren. Sollte es knapp werden, dass heisst dass man nicht recht feststellen kann ob das Geschäft die Zustimmung oder die Ablehnung des Souveräns durch Handheben erhalten hat, dann kommen die Stimmenzähler zum Einsatz und sie werden losgeschickt um zu zählen, dabei werden den Stimmenzähler Sektoren beim Stimmvolk zugeteilt, wo sie zu zählen haben.Natürlich muss nochmals die Hand erhoben werden, aber die Zählung geht schnell und sobald der Stimmenzähler durch ist, kann man die Hand wieder herunternehmen.Das geht relativ sehr rasch und dauert nicht 3h. Wieviele Stimmenzähler es sind weiss ich nicht, aber es sind genügend um eine solche eventuelle geschliderte Situation zu meistern. Ja und wie kann man feststellen dass alle mindestens das 18. Altersjahr zurückgelegt haben, also auch Stimm- und wahlberechtigt sind ? Ich weiss dass früher noch der Säbel, der jedermann zu Hause hatte die Stimm- und Wahlrechtslegimitation war, oder auch das Bajonett bei den wehrtauglichen Appenzellern, aber seit der Einführung des Frauenstimmrechtes gilt auch der Stimmrechtsausweis, den jeder Bürger und Bürgerin erhält. Und ich denke im Kanton Appenzell-Innerrhoden, wo noch auf diese Weise abgestimmt wird an der Landsgemeinde, da kann man noch vertrauen. Gesagt werden muss, dass in diesem Kanton nur über kantonale und kommunale Vorlagen auf diese Weise an der jährlich stattfindenen Landsgemeinde abgestimmt und Personen in die Regierung gewählt werden. Handelt es sich um eidgenössische Vorlagen, also um gesamtschweizerische Vorlagen die zur Abstimmung kommen, dann wird auch in diesem Kanton an der Urne mit dem Stimmzettel die Entscheidung getroffen. Abe wie gesagt, ich bin Zürcher und vielleicht hat diese Frage ein Appenzeller hier gelesen und kann noch mehr Auskunft geben.

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