Wie befestigt man eine gerade glatte Motorwelle?

 - (Technik, Modellbau, Mechanik)

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es gibt Getriebe, die exakt auf solch einen Motor draufpassen (deswegen auch die zwei Gewinde am Motor)

Bei diesen ist dann auch ein Zahnrad dabei, welches man erst heiß macht, damit es sich ausdehnt, dann auf die Welle presst und wenn es abkühlt und sich zusammenzieht, sitzt das bombenfest drauf.

Dieses überträgt dann die Kraft.

Du bekommst sowas z.B. beim Spielzeugladen für volljährige Männer, auch gemeinhin Modellbaugeschäft genannt.

Geklebt wird da nichts.

Wenn der Wellendurchmesser 2 mm beträgt, wie groß sollte die Bohrung im Zahnrad sein, damit es durch erhitzen gerade noch auf die Welle passt und danach sich fest zieht? Braucht man irgendwelche speziellen Werkzeuge dafür? Und reicht zum erhitzen ein Feuerzeug aus (800 C bis 1200 C)?

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@Storm7

Der Bohrungsdurchmesser des Zahnrades für die Welle liegt je nach verwendetem Material nur ganz knapp unter dem Wellendurchmesser.

Zum Erhitzen habe ich bei sowas stets einen Lötkolben genommen, der bringt es auf etwa 350 bis 380 Grad. Das reicht aus.

Spezielle Werkzeuge braucht man dafür nicht.

Natürlich würde man sich die Griffel verbrennen, wenn man das mit ungeschützter Hand macht, man nehme hierzu eine kleine Zange, setze das Stirnrad drauf und presse es dann mit sanfter Gewalt auf die Welle, sodass das Wellenende und die Flanke des Zahnrades eine Fläche ergeben.

Zudem pass auf, mit der Zange darfst Du natürlich die Zähne des Zahnrades nicht beschädigen. Diese Zahnräder werden bei Allerweltsprodukten aus Weichmetall hergestellt und sind, weil sie in dem heißen Zustand dann noch weicher sind, entsprechend leicht zu beschädigen.

Das Pressen geschiet z.B. in einem kleinen Schraubstock oder mittels größerer Zange.

Man muß jedoch dabei aufpassen.

Die Welle des Motors ist hierbei der Schlüssel. Diese schaut, wie Du bemerkt haben wirst, auf der Rückseite des Motors auch ein kleines Stück heraus.

Dies ist aus dem Grund so, wenn Du presst, darfst Du nicht auf der einen Seite die Welle und auf der anderen Seite den Motor gegeneinander drücken, Wenn das passiert, machst Du den Motor kaputt.

Die Welle muss deshalb auch auf der anderen Seite gestützt werden, dass die Kraftausübung ausschließlich auf die Welle, nicht auf den Motor erfolgt.

Zudem, Du hast nur einen Versuch. Geht der schief, hast Du ein Problem. Ein zu tief aufgesetztes Zahnrad kann hinterher einfach so nicht mehr verändert werden. Ist das Ding erst einmal kalt, bekommst Du es nicht mehr ohne Welle erwärmt. Erwärmst Du es, erwärmst Du die Welle auch noch mit, die sich dann auch ausdehnt, locker wird das nicht mehr.

Sollte es schief gegangen sein, das Rad zu tief draufsitzen, es gibt spezielle Abzieher, mit welchen man das Rad wieder abziehen kann. Alles von vorne.

Geht das anders Schief und man hat Motor und Welle zusammengedrückt, kann man das ganze Konstrukt zumeist in den Abfalleimer werfen.

Hierbei dann nicht vergessen, mittels eines Abziehers das Zahnrad wieder abziehen, Du brauchst das für den nächsten Motor.

Trost hierbei für den Anfänger ist, diese Maschinchen sind ziemlich billig, weil sie in Großserie hergestellt werden, Du findest solche in allerlei Spielzeug auf der ganzen Welt.

Schlimmer ist es, wenn man sich einen richtigen kleinen Dampfhammer besorgt, der dann so richtig abgeht, speziell z.B. für Elektroflugmodelle gebaut wird, (Impeller) damit nur in Kleinserie und alleine aufgrund der verwendeten Materialien dann doch recht teuer werden. Vernichtest Du so einen Motor, dann kannst Du Dir in den Hintern beißen.

Als kleiner Tip beim Pressen, wenn Du den Motor vorher eine Weile bei - 20 Grad oder tiefer in den Gefrieschrank legst, die Welle damit abkühlst, kann es noch etwas leichter gehen, weil die Welle dann etwas kleiner ist als bei Normaltemperatur. Das ist zunächst nur unwesentlich, hilft aber nach meiner Erfahrung dann doch etwas.

Und achte vor Allem auch drauf, dass Du nicht schief presst, sonst verbiegst Du die Welle. Der Kraftvektor sollte exakt entlang der Welle erfolgen.

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@fastlink

Danke für die ausführliche Erklärung. Habe dadurch alles nötige gefunden was ich brauche. Es gibt auch Ritzelabzieh- und Aufpressvorrichtungen für so kleine Elektromotoren, dürfte ich hinbekommen :)

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Na ja, kommt doch stark auf das Getriebe an und darauf, welche Möglichkeiten es für solche Verbindungen aufweist. Ich könnte mir u.U. auch eine Art beidseitig geklemmter Mitnehmer-Muffe vorstellen (z.B. mit spitzen Madenschrauben geklemmt, das sind Gewindestifte nach DIN 553 oder DIN 914). So etwas dürfte - wenn exakt symmetrisch gefertigt - rund laufen und zuverlässig eine Verbindung schaffen (ob es so etwas aber zu kaufen gibt, ist eher fraglich...). Wie viel muss das Ding denn aushalten ( Kraft und Drehzahl)?

Mit dem Klebstoff könntest Du Recht haben...

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