Wenn ich bei Aldi ne Pfandflasche kaufe und bei Lidl das Pfand einlöse, muß dann Aldi an Lidl die 25 Cent zahlen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja, im Grunde funktioniert das genau so.

Die Leergutautomaten prüfen bei Einweg nicht nur die Echtheit des Pfandlogos und die Flasche, sondern erfassen auch den Strichcode. So weiß der Automat welche Flasche von welchem Erstinverkehrbringer er gerade angenommen hat. Dieses Daten fließen dann bei der Deutschen Pfandsystem GmbH, bzw. sog. Clearingstellen zusammen. Die DPG ist das einzige bundesweit tätige Einwegpfandsystem, weshalb auch alle Einwegflaschen und -dosen deren Pfandlogo tragen, weil alle diesem System angeschlossen sind. Anhand dieser Daten wird dann ausgewertet wer von wem welche Gebinde angenommen hat. Wenn also Händler A nur Pfandgeld kassiert und Händler B für die Eigenmarken von Händler B nur auszahlt, so wird diese Differenz über das DPG-System ausgeglichen indem sie quasi das Geld von Händler A holen und Händler B geben.

Genauso funktioniert das auch mit Markengetränken. Hersteller X verkauft sein Produkt an Händler A und kassiert von Händler A auch das Pfand dafür. Händler A bekommt das Pfand vom Kunden wieder. Der Kunde bringt die Flasche von Hersteller X aber bei Händler B zurück. Der Automat registriert, dass Händler B eine Flasche von Hersteller X zurückgenommen hat und dem Kunden das Pfand erstattet hat und teilt dies der DPG mit. Die DPG sorgt nun dafür, dass Händler B von Hersteller X das Pfand wiederbekommt, welches Hersteller X ja vorher von Händler A bekommen hat.


Nein, das komplette Pfandsystem läuft über einen Pool, in den alles beim Verkauf eingehende Pfandgeld geht, das dann mit dem ausgezahlten  Pfand verrechnet wird - Die summe registrieren ja die Pfandautomaten.

Wenn also tatsäöchlich bei Aldi mehr verkauft wird, als sie Leergut zurücknehmen, geht das Geld in diesen Pool. Steht der Lidl jetzt sehr günstig für Pfandflaschen-Sammler bekommen sie das daraus ersetzt, und der ganze Verwaltungsaufwand finanziert sich durch Leute, die Pfandflaschen einfach wegwerfen.

Aber es ist eben nicht so, dass Lidl schaut, wie viele Aldi-Flaschen darunter sind, denn auch bei Aldi werden im Schnitt genau so viele Lidl-Flaschen ankommen.

Pfand ist selbst für die Geschäfte ein durchlaufender Posten.

  • Hersteller verkauft Getränke an Aldi. Hersteller berechnet an Aldi auch Pfand.
  • Aldi verkauft Getränke an Kunden und gibt Pfand an Kunden weiter.
  • Kunde gibt leere Flasche bei Lidl zurück, bekommt von dort Pfand.
  • Lidl gibt leere Flaschen zurück an Hersteller und bekommt von dort Pfand.

Ok, hab gecheckt. Auch wenn Plastikflaschen geschrettert werden, ok, werden ja registriert.

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@Misterblue75

Richtig - über die Hersteller (besagter Flaschen) wird das Material wieder geschreddert, um daraus etwas neues herstellen zu können.

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Das betrifft nur Mehrweg. Mehrweg haben weder die beiden Aldis noch Lidl. Bei Einweg werden keine Flaschen an die Hersteller zurückgegeben, sondern dem Recycling zugeführt.

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@Cokedose

Ich habe die Sache ein wenig vereinfacht dargestellt. Es ist klar, dass (meist) nicht der Hersteller selbst das Recycling übernimmt, sondern entsprechende Fachbetriebe. Genauso wird das Pfand nicht von den Herstellern selbst erstattet, wenn die geleerten Flaschen vom Handel dem Recycling zugeführt werden. Dafür gibt es entsprechende Service-Gesellschaften, die sich speziell nur um die Erstattung des Pfandes dem Einzelhandel gegenüber widmen.

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@derhandkuss

Die ersten 3 Punkte waren ja auch vollkommen korrekt, nur der letzte halt nicht.

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Die Läden profitieren in keinster Weise vom Pfand.

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