welche positiven und negativen Aspekte hatte die Kirche im Mittelalter?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Bevor jetzt das Argument Hexenverfolgung kommt: Die ist eine Erscheinung der frühen Neuzeit.... ;-)

Das Mittelalter ist eine lange Zeitspanne von bummelig 1000 Jahren. Die Kirche um 500 sah dabei ganz anders aus als um 1500, das nur zur Einschränkung.

Dinge positiv und negativ zu werten dürfte sehr der Sichtweise des 20./21. Jahrhunderts geschuldet sein. Positiv dürften viele Dinge sein, an die man kaum denkt, weil sie selbstverständlich sind: Daß Priester Menschen in Notlagen beistehen und - ab dem Hochmittelalter (verpflichtendes Zölibat) gezwungenermaßen - vor allem für die Gemeinde da sind.

Negativ vor allem für das Spätmittelalter sind Erscheinungsformen, die schließlich die Reformation provozierten: Käuflichkeit und Ansammlung von Ämtern, Verwaltung der Gemeinden durch ungeeignete Vertreter, z.T. sehr unvorbildlicher Lebenswandel (Einschränkung "z.T.": Zumindest das wurde der Kirche in meiner Heimat nicht vorgeworfen...), Reaktion auf Kritik teilweise mit Ketzerverfolgung. Demgegenüber positiv: Neue - bescheidene - Formen der Religiosität, z.B. Bettelorden.

Was man heute auch als positiv sehen würde, ist wohl der Umstand, daß es ein staatliches Sozialwesen überhaupt nicht gab, jegliche Arbeit in dieser Richtung von der Kirche unternommen wurde; und daß in einer Zeit ohne Schulpflicht die Kirchen eine Möglichkeit waren, Bildung weiterzugeben und überhaupt zu ermöglichen.

Es gab wohl mehr Negatives als Positives, lies aber mal hier:http://www.poprawka.de/kirche/ki.pdf

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