Welche Philosophen kann ich gut miteinander vergleichen?

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4 Antworten

Ein Vergleich geschieht unter einem Gesichtspunkt, dem Tertium comparationis (Drittes des Vergleichs), und führt zur Feststellung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden.

Allgemein liegt eine Begründung darin, ob die genannten Philosophen bedeutsame Gedanken zu dem Thema, das jeweils Schwerpunkt ist, geäußert haben.

Søren Kierkegaard ist wenig geignet, weil seine Werke zwar anthropologische Aussagen über Freiheit enthalten, aber er keine politische Theorie/politische Philosophie darlegt.

Freiheit: Thomas Hobbes, Immanuel Kant, Karl Marx, Jean-Paul Sartre, Theodor W. Adorno

Thomas Hobbes, De cive Kapitel 9, Abschnitt 9; Thomas Hobbes, Leviathan Kapitel 21

Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden (1795). Zweiter Abschnitt, welcher die Definitivartikel zum ewigen Frieden unter Staaten enthält. Erster Definitivartikel zum ewigen Frieden. Die bürgerliche Verfassung in jedem Staate soll republikanisch sein. AA VIII, 350 Fußnote:  

„Rechtliche (mithin äußere) Freiheit kann nicht, wie man wohl zu thun pflegt, durch die Befugniß definiert werden: alles zu thun, was man will, wenn man nur Keinem Unrecht thut. Denn was heißt Befugniß? Die Möglichkeit einer Handlung, so fern man dadurch keinem Unrecht thut. Also würde die Erklärung so lauten: Freiheit ist die Möglichkeit der Handlungen, dadurch man Keinem Unrecht thut. Man thut keinem Unrecht (man mag auch thun, was man will), wenn man nur Keinem Unrecht thut: folglich ist es leere Tautologie. – Vielmehr ist meine äußere (rechtliche) Freiheit so zu erklären: sie ist die Befugniß, keinen äußeren Gesetzen zu gehorchen, als zu denen ich meine Beistimmung habe geben können. –“

Von Karl Marx gibt es Aussagen über die materielle Produktion als Reich der Notwendigkeit, während das wahre Reich der Freiheit jenseits der eigentlichen materiellen Produktion liege.

Sartre und Adorno beziehen sich bei Freiheit auch auf Politisches.

Recht: Thomas Hobbes, Immanuel Kant

Thomas Hobbes begründet den Staat in seiner Staatsphilosophie mit einem Modell des Gesellschaftsvertrages. Bei den bürgerlichen Gesetzen liegt die Gesetzgebung beim Souverän (Thomas Hobbes, Leviathan Kapitel 26) und Autorität, nicht Wahrheit, macht das Gesetz. Was die Umsetzung der Gesetze und die Gesetzgebung der bürgerlichen Gesetze betrifft, kann seiner Aufassung nach der Souverän nicht unrechtmäßig anordnen/befehlen, solange er seiner Aufgabe nachkommt. Thomas Hobbes gibt ein natürliches Recht und natürliche Gesetze an, wobei er vom gängigen Naturrechtsdenken stark abweicht. Denn es handelt sich im Grunde um eine Erlaubnis und Gebote der Klugkeit. Die natürlichen Gesetze, die im Naturzustand keine eigentlichen Gesetze seien, sondern Eigenschaften, die Menschen zu Frieden und Gehorsam hinleiten, würden im Staatszustand zu wirklichen Gesetzen, die dann staatliche Befehle und somit auch bürgerliche Gesetze seien (Thomas Hobbes, Leviathan Kapitel 26).

Immanuel Kant, Die Metaphysik der Sitten (1797). Erster Teil. Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Einleitung in die Rechtslehre. § B. Was ist Recht? AA VI, 230:  

„Das Recht ist also der Inbegriff der Bedingungen, unter denen die Willkür des einen mit der Willkür des andern nach einem allgemeinen Gesetze der Freiheit zusammen vereinigt werden kann.“

Immanuel Kant, Die Metaphysik der Sitten (1797). Erster Teil. Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Einleitung in die Rechtslehre. § C. Allgemeines Prinzip des Rechts. AA VI, 230 - 231:

„»Eine jede Handlung ist recht, die oder nach deren Maxime die Freiheit der Willkür eines jeden mit jedermanns Freiheit nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann etc.«

Wenn also meine Handlung, oder überhaupt mein Zustand, mit der Freiheit von jedermann nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, so tut der mir Unrecht, der mich daran hindert; denn dieses Hindernis (dieser Widerstand) kann mit der Freiheit nach allgemeinen Gesetzen nicht bestehen.“

AA VI, 231: „Das Rechthandeln mir zur Maxime zu machen, ist eine Forderung, die die Ethik an mich tut. Also ist das allgemeine Rechtsgesetz: handle äußerlich so, daß der freie Gebrauch deiner Willkür mit der Freiheit von jedermann nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen könne, zwar ein Gesetz, welches mir eine Verbindlichkeit auferlegt, aber ganz und gar nicht erwartet, noch weniger fordert, daß ich, ganz um dieser Verbindlichkeit willen, meine Freiheit auf jene Bedingungen selbst einschränken solle, sondern die Vernunft sagt nur, daß sie in ihrer Idee darauf eingeschränkt sei und von andern auch tätlich eingeschränkt werden dürfe; und dieses sagt sie als ein Postulat, welches gar keines Beweises weiter fähig ist.“

Bei Karl Marx wird das Recht als Überbau zu einer Basis verstanden. Ein wenig Ertrag ist damit für einen Vergleich möglich, aber nicht viel.

Politik: Niccolò Machiavelli, Thomas Hobbes, Immanuel Kant, Karl Marx, Jean-Paul Sartre, Theodor W. Adorno

Niccolò Machiavelli, Il Principe; Niccolò Machiavelli, Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio

homas Hobbes, Leviathan

Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden (1795)

Bei Karl Marx betreffen viele Schriften das Thema Politik.

Macht: Niccolò Machiavelli, Thomas Hobbes, Karl Marx, Jean-Paul Sartre, Theodor W. Adorno

Sartre und Adorno enthalten Überlegungen zu Politik und Macht, wobei Herrschaftskritik eine wichtige Rolle spielt.

Ausführliche Philosophielexika (besonders: Historisches Wörterbuch der Philosophie) können zu Begriffen und Texstellen etwas helfen, zu manchen einzelnen Philosophen gibt es ebenfalls Wörterbücher bzw. zu Marxismus und zu Existentialismus.

Interessant sind wohl auch Bücher in Bibliotheken zur Geschichte der politischen Theorie/politischen pPhilosophie, z. B. (mehrbändig):

Henning Ottmann, Geschichte des politischen Denkens. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2001 - 2012

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Philosophen: Machiavelli / Hobbes / Marx / Adorno / Kant / Kierkegaard / Sartre

Schwerpunkte:

Freiheit: Hobbes; Kierkegaard; Adorno; Kant; Sartre

Recht: Hobbes; Kant;

Politik: Machiavelli; Hobbes; Marx; Sartre

Macht: Machiavelli; Marx; Adorno; Sartre

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Pholosophie und Politik haben nichts miteinander zu tun.
Marx schrieb zu Sozialismus//Kommunismus gar nichts.
Kommunismus gab es keinen und Sozialismus ist eben das was die Politik der Zeit daraus gemacht hatte.

Marx und Kant lassen sich gegenüberstellen, dort wo sich mit den gleichen Fragen befassten.

Politik ist reines Blendwerk.
Auch wenn die SPD behauptet sozial zu sein, so wurde dieser Anspruch mit der Agenda 2010 beerdigt. Die SPD macht neoliberale Politik.

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Staatstheorie ---> Machiavelli

Vernunft, Denken ---> Schopenhauer

Sozialismus/ Kommunismus ---> Marx, Engels

Vernunft/ Erkenntnistheorie ---> Kant

Rationalismus ---> René Descartes

Hobbes, Adorno, Sartre kenne ich zwar von Namen her, aber nie gelesen. Kierkegaard kenne ich gar nicht.

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