Was tun wenn in der Nacht auf der Straße ein Mann auf einmal anfängt jemanden hinterher zu rennen?

20 Antworten

Du hast falsch reagiert. Du hast als erster zugeschlagen, obwohl er gar nicht in Schlagdistanz zu dir war? Habe ich zumindest so verstanden. An deiner Stelle hätte ich ihm ein paar passende Ausdrücke zugeworfen und wäre weitergejoggt. Wenn du regelmäßig joggst, hättest du eh mehr Ausdauer als er gehabt.

Wenn Du schon an ihm vorbei warst, Fersengeld geben. Wenn Du an ihm vorbei müsstest, anderen Weg einschlagen oder zurück. Schnellsten dorthin flüchten, wo Menschen sind, Kneipe, zb. Von dort die Polizei rufen. Auf keinen Fall sich mit solch einem anlegen, Du kannst ihn nicht einschätzen. Ist der nur durchgeknallt, ist er gewaltätig. Besser ist es eher joggen zu gehen und nicht zu spät. Lieber mehr Verkehr, dafür meist auch mehr Sicherheit.

Das war keine gute Lösung. Du hast denn Mann tätlich angegriffen. Auf der einen Seite hätte er eine Waffe haben können, hätte stärker sein können, dich überwältigen können. Auf der anderen Seite bist du zuerst handgreiflich geworden, bei einer Anzeige geht das unter Umständen gar nicht schön für dich aus.

Warum man um 1 Uhr joggt, erschließt sich mir nicht, aber wenn es schon sein muß, bleib in bewohnten Gebieten oder dort, wo Leute unterwegs sind oder such dir eine Strecke, die du weithin überblicken kannst. Schlauer wäre es allerdings, dir eine andere Zeit zu suchen.

Wenn so etwas passiert, dann renn weg, lauf zu Häusern, anderen Leuten.

Hast alles richtig gemacht.

Kauf dir ein Pfefferspray.

Pfefferspray darf in Deutschland von Privatpersonen nur in Form von sogenannten Tierabwehrsprays besessen und geführt (Führen = griffbereit in der Öffentlichkeit bei sich tragen) werden. Damit unterliegen sie nicht dem Waffenrecht und dürfen auch von Minderjährigen besessen und geführt werden. Auf diesen Sprays muss drauf stehen, dass der Einsatz nur gegen aggressive Tiere erlaubt- , aber gegen Menschen verboten ist. Denn Pfefferspray hätte für den Einsatz gegen Menschen an Tieren getestet werden müssen. So wie CS oder CN Gas seiner Zeit. Als Pfefferspray nach Deutschland kam, waren aber solche Tierversuche schon verboten. Die Polizei darf es dennoch einsetzen, da sie nicht dem Waffenrecht unterliegt.

Bei Notwehr darf man es aber auch als Privatperson einsetzen. Denn bei Notwehr werden an sich strafbare Handlungen nicht mehr strafbar. Es ist z.B. verboten jemanden mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Bei Notwehr aber, ist es erlaubt. So auch der Einsatz von Pfefferspray gegen Menschen.

Händler verkaufen solche Sprays aber erst an 14, oder 18 jährige Personen. Einfach um eventuellen Ärger mit den Eltern zu vermeiden, die fast jeden Kauf ihrer noch nicht voll geschäftstüchtigen und minderjährigen Kinder rückgängig machen können.

Pfefferspray ist nicht mit CS Gas Spray zu verwechseln. Das Zeug unterliegt dem Waffenrecht und ist daher problematischer (ab 14 und bei öffentlichen Veranstaltungen verboten). Auch wirkt es nicht so gut wie Pfefferspray, bei gleichzeitigem Risiko von Langzeitschäden bei der getroffenen Person.

Bei Demonstrationen sind alle Gegenstände verboten, die dazu geeignet sind sich einer Festnahme zu entziehen. Also auch Pfefferspray, obwohl es sich um keine Waffe handelt. Auch muss man auf die jeweiligen Hausordnungen achten. In Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden können diese Sprays auch verboten sein. Das entscheidet immer der Besitzer. Das hat dann aber in der Regel keine Strafanzeige zur Folge, eher ein Hausverbot.

Notwehr mit Pfefferspray:

Man muss sich sicher sein, dass ein widerrechtlicher Angriff auf einen selbst, oder auf eine andere wehrlose Person unmittelbar bevorsteht, gerade stattfindet oder noch andauert. Hat man sich entschlossen zu handeln, dann droht man nicht erst mit dem Spray, sondern man zieht es und sprüht sofort. So kann einem niemand das Spray aus der Hand schlagen. Wenn dem Angreifer Augen, Nase und Mund brennen, ohne dass er weiß warum und was passiert ist, dann hat man alles richtig gemacht. Danach Abstand zum Angreifer vergrößen. Ist er hilflos ist man verpflichtet erste Hilfe zu leisten und 112 anzurufen. Ansonsten die Flucht antreten. Denn Pfefferspray hält nicht jeden auf, aber es erhöht die eigenen Fluchtchancen.

Es gibt verschiedene Sprays mit unterschiedlich hoher Wirkstoffkonzentration, unterschiedlicher Größe und welche die einen Strahl, eine Wolke oder ein Gel versprühen. Ich würde den flüssigen Strahl bevorzugen. Man hat eine etwas höhere Reichweite und der Strahl ist windstabiler.

Später diese Situation eventuell einem Richter glaubhaft zu machen kann sehr wichtig werden. Daher Zeugen suchen wenn es geht und sich eine Gedächtnisnotiz mit dem genauen Tathergang anfertigen. Auch wenn man glaubt alles richtig gemacht zu haben, kann das ein Richter immer noch anders sehen.

Und übrigens:

Ein Rechtsgrundsatz lautet: Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen.

Man ist also nicht verpflichtet zu flüchten. Man darf sich als Opfer auch wehren.

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Ich kann verstehen das du angst hast. Ich gehe meistens auch immer ziemlich spät joggen und ich hab mir als reine vorsichtsmaßnahme Pfefferspray gekauft. Klar kannst du das nicht einfach so einsetzten, das darfst du nur wenn du worklich bedroht wirst, aber man fühlt sich einfach sicherer.

In diesem Fall wie hier beschrieben darf man ein Pfefferspray einsetzen.

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Deswegen hab ich ja geschrieben 'nicht einfach so', sondern wirklich nur um sich selbst zu verteidigen

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