Was kann man gegen das Stottern unternehmen?

13 Antworten

Stimme Tanzwiesel zu. Vielen Stotterern fällt es auch leichter die Wörter zu "singen" als zu sprechen. Die Worte kommen da "flüssiger" raus. Kann ein gute Übung sein, auch um die Hemmungen vorm Sprechen zu überwinden. Viel Glück :-)

Das ist - wie Tanzwiesel schon andeutet - auch m.E. eine vorübergehende Phase. Die Welt ist aufregend und so schnell, wie die Gedanken vorbeisausen, kann man sich da gar nicht ausdrücken.

Eventuell hilft eine Reizreduzierung - z.B. weniger fernsehen. Aber ich weiss nicht, ob das bei ihm zutrifft.

Ja, sehr viele Kinder machen in der normalen Sprachentwicklung eine Phase durch, in der sie auffällig unflüssig sprechen. Das hängt mit der Koordination von Denken und Sprechen zusammen und auch mit der Koordination des Sprechens insgesamt, das ja verschiedene Bewegungssysteme (Atem / Stimme / Arikulation) benutzt. Das Vorkommen dieser sog. Entwicklungsunflüssigkeiten wird auf 50 bis 100 Prozent aller Kinder geschätzt.

5 Prozent aller Kinder stottern zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben. Dabei sind die Kinder mit Entwicklungsunflüssigkeiten noch nicht enthalten. Von diesen hören 80 Prozent wieder auf zu Stottern - mit Therapie oder ohne. Das Problem ist, dass man diese 80 Prozent (die Selbstheilungskandidaten) nicht von den 20 Prozent (den Chronofizierungskandidaten, die ein dauerhaftes Stottern entwickeln) unterscheiden kann.

Sehr viele Kinderärzte geben, wie Du, den Rat, erstmal abzuwarten, weil sich das Stottern "verwächst". Das Problem ist, dass das sogar, wie beschrieben, meistens, nämlich in 80 Prozent der Fälle, zutrifft. Die Daten des amerikanischen Forschers Yairi, auf den meisten Angaben zu Vorkommen und Selbstheilung zurückgehen, zeigen auch, dass man nicht unbedingt direkt nach dem ersten Auftreten des Stotterns, sofort mit einer Behandlung zu beginnen braucht. Men verschlechtert die Therapieergebnisse nicht wesentlich, wenn man 6 Monate abwartet.

Wenn ich ein stotterndes Kind hätte und nichts von Stottern verstünde (das ist nicht der Fall) würde ich es aber darauf nicht ankommen lassen. Ich würde das Kind einer Fachfrau / einem Fachmann vorstellen und mich beraten lassen, was ich tun kann bis zum Beginn einer Therapie und während der Therapie. Ich würde darauf dringen, in gewissen Abständen (z.B. alle 8 oder 12 Wochen) einen Wiederholungstermin wegen Einschätzung des Stotterns und Beratung zu bekommen und würde diese Termine auch wahrnehmen, sofern das Kind dann noch stottert.

Es ist leider gar nicht so leicht, solche Fachleute zu finden. Man findet sie am ehesten unter Logopädinnen, aber nur unter denen, die sich besonders für Stottern interessieren und Erfahrung in der Behandlung haben.

Elternberatung ist leicht zu machen. Wenn man gar keine Ahnung hat, erzählt man irgendetwas, das einem bei der Erziehung von Kindern nützlich erscheint.

Eine recht gute Chance, wirklich guten Rat zu finden, hat man bei den Kolleginnen auf dieser Liste:

http://www.lattermann.net/Home/deutsch/patienten-info-1

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Wir hatten in der Uni ein Experiment gehabt, dadurch fangen Nicht-Stotterer an zu stottern und Menschen, die sonst stottern, können normal sprechen.
Das ganze geht so: Kopfhörer aufziehen und an eine Anlage anschließen und dann in ein angeschlossenes Mikrofon sprechen. Wichtig ist, dass man nun eine Verzögerung an der Anlage einstellt, sodass man sich selber nicht gleichzeitig, sondern ein wenig versetzt hört (etwa bis 500ms, bei starken Stotteren auch länger, einfach ausprobieren).
Möchte man sein Stottern auf Dauer los werden, muss diese Methode entsprechend oft angewendet und wiederholt werden.

Was war das für ein Studiengang und was sollten die Studenten durch das Experiment lernen?

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Ich kenne eine fast sichere Methode: Gesangsunterricht, auch bei den Kleinen. Beim Singen stottert niemand! Und das überträgt sich dann mit der Zeit aufs Sprechen. Lohnt sich, diese Art der Therapie auszuprobieren.

Keine schlechte Idee, aber es funktioniert nicht, das mit dem Übertragen auf das Sprechen.

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Meine Güte! Welch eine Fülle von unsinnigen Ratschlägen. Mir zeigt das mal wieder, was für ein ungeheurer Informationsbedarf da vorhanden ist.

Zur Sache: Ja, fast alle Stotterer stottern nicht, wenn sie singen. Leider hat das so gut wie keinen therapeutischen Nutzen. Ich habe als Therapeut noch nie einen Patienten gehabt, der statt zu sprechen gesungen hätte. Ich habe das auch noch keinem empfohlen, obwohl ich bisher mit über 700 Patienten gearbeitet habe.

Jeder, der das empfiehlt, soll das erst einmal selbst versuchen. Zur Weihnachtszeit macht sich das vielleicht auf die Melodie von "Ihr Kinderlein kommet" besonders nett. ;-(

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