Was ist so schlimm am wiederholen?

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LEISTUNG wird in unserer Gesellschaft großgeschrieben. Wie du bereits festgestellt hast, fängt der Wahn um die besten Plätze in der Gesellschaft bereits schon in der Grundschule, manchmal sogar noch früher an.

Wiederholen impliziert für viele Leute das man nicht einmal die Mindestanforderungen bewältigen konnte. Daraus resultiert Angst (gerade von Eltern ihren Kindern gegenüber) das man es später schwerer haben wird einen guten Job zu finden oder gar den Anschluss in der Gesellschaft zu verlieren. Auf Grund dieser Tatsache versuchen Eltern alles um ein Wiederholungsjahr zu vermeiden, sei es durch überteuerte Nachhilfeangebote oder durch einen Wechsel auf eine Privatschule. Hauptsache die Sprösslinge sind gut aufgehoben und können den angestrebten Abschluss erreichen.

Wie bereits gesagt, resultiert dieses Denken häufig aus einer gewissen Angst/Unsicherheit vor der Zukunft. Hinzu kommt das die Anforderungen am Arbeitsmarkt schwieriger geworden sind. In der heutigen Zeit wird von jungen Leuten verlangt dass sie so früh wie möglich Geld verdienen, flexibel sind und den Arbeitgeber so wenig wie möglich kosten. Unter diesen Aspekten ist ein wiederholtes Schuljahr für viele Leute ein „verlorenes“ Jahr. Lieber die Schule so schnell wie möglich beenden und zügig in den (erlernten) Beruf und Geld verdienen, als noch länger ein Jahr in der Schule zu verbringen.

Wie leben leider in einer Gesellschaft in der LEISTUNG als Indikator für den WERT eines MENSCHEN genommen wird. Häufig zählen nur noch Papiere (Zeugnisse, Referenzen usw.) und das Menschliche bleibt auf der Strecke. Ich hoffe das die Menschen irgendwann zu der Einsicht kommen werden, das das Leben kein Wettkampf ist und es nicht den einen „richtigen“ weg im Leben gibt, da es doch gerade die Umwege sind, die das Leben so aufregend/spannend machen. Irgendwann werden die Leute aufwachen und merken, dass es nichts bringt sich abzuhetzen, nur leider sind sie dann häufig schon „ausgebrannt“.

Es ist oft schlimm für den Betroffenen, weil er eventuell viele Freunde in seiner Klasse hat, mit denen er dann vielleicht weniger Kontakt haben wird.

Außerdem lastet auf ihm ein enormer Druck, denn wenn man eine Klasse wiederholt, dann mit der Erwartung, dass es beim zweiten mal besser klappt. Aber die Krux ist, dass aus einem schulisch schlechten Menschen von einem Jahr aufs andere meistens kein Einstein wird und wenn er sich noch so sehr bemüht. Im Folgejahr wird er ähnlich schlecht stehen, vielleicht einen Tuck besser. Wenn er dann aber früher oder später zu seinem Abschluss kommt, wird er ein schlechtes Zeugnis haben.

Deshalb würde ich ihn eher eine Schulform tiefer stecken und ihn dort einen passablen Abschluss erlangen lassen. Wenn er sich extrem mausern sollte, dann kann er immer noch höhere Abschlüsse durch Weiterbildungsmaßnahmen erreichen.

Es bleiben mehr Kinder sitzen als man glaubt. Manche bleiben schon sehr früh, in der Grundschule sitzen. Diesen Kindern merkt man auf einer weiterführenden Schule erstmal nicht an, dass sie sitzen geblieben sind. Sie könnten auch entsprechend spät erst eingeschult worden sein.

Deshalb würde ich sagen, dass Nachsitzer nur da komisch angeschaut werden, wo sie nicht häufig vertreten sind. Wer nachsitzt hat schlechte Noten. Viele Menschen neigen zum Trugschluss, dass die Nachsitzer also dumm sein müssen.

Noten werden eben meist als Indikator für bildungsbezogene Leistungen herangezogen (zumindest in einer ersten Selektion). Manch einer verbindet schlechte Noten daher mit schlechter Leistung (wobei man sich fragen sollte, welche Leistung überhaupt gemessen wurde). Anderen ist dieses Validitätsproblem (messen diese Indikatoren tatsächlich die Leistung, nach der wir fragen?) durchaus bewusst. Die Frage ist nun, wie sieht die Alternative aus? Irgendein Bewertungssystem muss es geben.

Warum sagt man oft, dass die soziale Herkunft über die Zukunft eines Menschen entscheidet?

Ich habe einen Migrationshintergrund und komme aus einer eher finanziell schwächeren Familie, die trotz Arbeit immer auf Sozialgeld angewiesen war. Bildung hat keine große Rolle gespielt und eine gewaltfreie, demokratische Erziehung habe ich auch nicht genießen dürfen. Meine Eltern sind nie Vorbilder für mich gewesen. Wegen Sprachdefizite haben sie mich in der Schule nie unterstützen können. Für die Gesellschaft haben sie sich auch nicht interessiert.

Trotzdem habe ich ein Einser-Abitur geschafft, studiere Medizin, habe einen breiten Bekanntenkreis, bin auf dem besten Weg Arzt zu werden, werde von anderen als ein bodenständiger und vertrauenswürdiger Mensch wahrgenommen und interessiere mich für meine Mitmenschen und für die Gesellschaft im Allgemeinen.

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