Was ist Schuld? & Wann ist man schuldig und wann nicht?

7 Antworten

Zwar schützt Unwissen vor Strafe nicht, wie der Volksmund weiß, aber zur Schuld gehört das Wissen darüber, dass etwas unmoralisch, verboten, unerwünscht ist. Das Schuldgefühl kann sich auch erst im Nachhinein einstellen, wenn man durch Verweise oder Bestrafungen über das Verbot aufgeklärt wurde. Ein kleines Kind oder ein Tier muss meist erst etwas falsch machen, um das richtige Verhalten zu erlernen.

1.Wenn Du jemanden aus irgendwelchen Gründen was auch immer antust (auch aus Versehen), wofür der andere absolut nichts kann. Oder 2. wenn Dein Schuldbewusstsein (sofern vorhanden) Dir mitteilt, dass Du einen Fehler gemacht hast - was auch passieren kann, wenn Du objektiv gar keinen begangen hast.

Die SCHULD ist ein zeitweiliger Zustand, in dem sich ein Mensch, eine Gruppe, eine Klasse usw. als Folge begangener unmoralischer Handlungen, nicht wahrgenommener Verantwortung, der Vernachlässigung von Pflichten oder der Verletzung des Rechts beziehungsweise der Verübung eines Verbrechens befindet.

Sehr gut! Duden oder Gesetzbuch?

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Christen sind immer schuldig - oder war das sündig?

wie dem auch sei. Nietzsche sagte es so:

Aber wie ist denn jene andre »düstre Sache«, das Bewusstsein der Schuld, das ganze »schlechte Gewissen« auf die Welt gekommen? - Und hiermit kehren wir zu unsern Genealogen der Moral zurück. Nochmals gesagt- oder habe ich's noch gar nicht gesagt? - sie taugen nichts. Eine fünf Spannen lange eigne, bloß »moderne« Erfahrung; kein Wissen, kein Wille zum Wissen des Vergangnen; noch weniger ein historischer Instinkt, ein hier gerade nötiges »zweites Gesicht« - und dennoch Geschichte der Moral treiben: das muss billigerweise mit Ergebnissen enden, die zur Wahrheit in einem nicht bloß spröden Verhältnisse stehn. Haben sich diese bisherigen Genealogen der Moral auch nur von Ferne Etwas davon träumen lassen, dass zum Beispiel jener moralische Hauptbegriff »Schuld« seine Herkunft aus dem sehr materiellen Begriff »Schulden« genommen hat? Oder dass die Strafe als eine Verge1tung sich vollkommen abseits von jeder Voraussetzung über Freiheit oder Unfreiheit des Willens entwickelt hat? - und dies bis zu dem Grade, dass es vielmehr immer erst einer hohen Stufe der Vermenschlichung bedarf, damit das Tier »Mensch« anfängt, jene viel primitiveren Unterscheidungen »absichtlich« »fahrlässig« »zufällig« »zurechnungsfähig«, und deren Gegensätze zu machen und bei der Zumessung der Strafe in Anschlag zu bringen. Jener jetzt so wohlfeile und scheinbar so natürliche, so unvermeidliche Gedanke, der wohl gar zur Erklärung, wie überhaupt das Gerechtigkeitsgefühl auf Erden zu Stande gekommen ist, hat herhalten müssen, »der Verbrecher verdient Strafe, wei1 er hätte anders handeln können« ist tatsächlich eine überaus spät erreichte, ja raffinierte Form des menschlichen Urteilens und Schließens; wer sie in die Anfänge verlegt, vergreift sich mit groben Fingern an der Psychologie der älteren Menschheit. Es ist die längste Zeit der menschlichen Geschichte hindurch durchaus nicht gestraft worden, weil man den Übelanstifter für seine Tat verantwortlich machte, also nicht unter der Voraussetzung, dass nur der Schuldige zu strafen sei: - vielmehr, so wie jetzt noch Eltern ihre Kinder strafen, aus Zorn über einen erlittenen Schaden, der sich am Schädiger auslässt, dieser Zorn aber in Schranken gehalten und modifiziert durch die Idee, dass jeder Schaden irgend worin sein Äquiva1ent habe und wirklich abgezahlt werden könne, sei es selbst durch einen Schmerz des Schädigers. Woher diese uralte, tiefgewurzelte, vielleicht jetzt nicht mehr ausrottbare Idee ihre Macht genommen hat, die Idee einer Äquivalenz von Schaden und Schmerz? Ich habe es bereits verraten: in dem Vertragsverhältnis zwischen Gläubiger und Schuldner, das so alt ist als es überhaupt »Rechtssubjekte« gibt und seinerseits wieder auf die Grundformen von Kauf, Verkauf, Tausch, Handel und Wandel zurückweist.

http://www.kreudenstein-online.de/Querdenker/Nietzsche/MoralGenealogie/schuld_gewissen.htm

pj

sich schuldig machen ist nur ein gefühl! wie sagt man so schön: man fühlt sich schuldig. schuld bringt schlussendlich nichts. einsicht, lösungsvorschläge und eine lehre aus einem Fehler abzuleiten bringen einen menschen persönlich weiter. im falle von zweitpersonen eine entschuldigung. Schuldgefühler allerdings halten nur vor guten und wichtigen schritten ab und belasten den beschuldigten (oder einem selber)

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