Was ist die Definition von Normal?

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Die genaue Bedeutung ergibt sich erst aus dem Zusammenhang.

Normal heißt „der Norm entsprechend“.

Norm stammt von dem lateinischen Wort „norma“, das „Winkelmaß“, „Richtschnur“, „Maßstab“, „Regel“ bedeutet. Zuerst wurde es in der antiken Baukunst verwendet, dann auf das Rechtsdenken übertragen und schließlich zu einem allgemeinen Ausdruck.

In der Mathematik bedeutet „normal“ auch „nach dem Winkelmaß“, „im rechten Winkel“, „orthogonal“ (der Bezug zur ersten Bedeutung ist deutlich).

Außer „normal“ ist ein zweites Adjektiv von „Norm“ abgeleitet, „normativ“. Dies bedeutet:

1) als Norm geltend

2) eine Norm setzend

Die Norm dient der Evaluation (Bewertung/Einschätzung) von Zuständen und Handlungsweisen oder der Präskription (Aufstellen von Vorschriften, Geboten und Verboten für Handlungen).

Wenn etwas als „normal“ bezeichnet wird, kann sich manchmal eine Tendenz bemerkbar machen, ins Normative zu gehen (das Normale bekommt einen verhaltensregelnden Charakter). Die Norm tritt als allgemeiner Imperativ auf, der Menschen zu bestimmten Handlungen auffordert. Es gibt einerseits die festgesetzte und vorgegebene Norm, das Gesetz, den Maßstab, den Standard, andererseits den empirisch ermittelten Durchschnitt (also das, was am häufigsten der Fall ist/die meisten tun; oft ein Bereich innerhalb der ermittelten Daten mit einigem Umfang).

Normal bedeutet: durchschnittlich, gewöhnlich, üblich, typisch, ohne Abweichung, ohne Störung (z. B. normaler technischer Ablauf)

der (gesellschaftlichen) Norm entsprechend; also angepaßt an die Ordnung, in die es sich einfügen sollte ohne aufzufallen.

Nicht nur die "definierte" Ordnung, sondern auch die vermeintlichen, angeblichen Regeln, Gepflogenheiten, Traditionen, Gewohnheiten, etc. etc.

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"Normal" heißt "einer (exakt beschriebenen) Norm entsprechend".

In Bezug auf Menschen sehe ich drei "Normalitäten":

"mehrheits-normal" (statistisch): Der - vermeintlichen, angeblichen - Norm(alität) der Mehrheit entsprechend.

"persönliche Norm": Was für die konkrete Person normal (üblich, gewöhnlich, typisch, regelhaft) ist.

"ideale Norm": (ich finde die Beschreibung grad nicht wieder ...) Ich glaube, es waren angestrebte "Best-Zustände" (Beispiel: "Der ideale Mitarbeiter ist single, 30 Jahre alt, hat studiert und einen Univesitätsabschluß").Auf der materiell-körperlichen, auf die äußere Welt bezogenen Ebene kannst du deinem Leben selbst einen Sinn geben, dich einem Anliegen, einer Sache, verschreiben - du darfst dein Leben deuten und verwenden wie du willst. Das ist die Freiheit, die dir als Mensch gegeben ist.

Wenn du dich aber als Bewußtsein über die materielle Ebene hinausentwickelst und zu der Ebene des Bewußtsein gelangst, die man "Höheres Selbst" nennt, zu dem Bewußtsein, daß du nicht nur materiell-körperliches (sterbliches) Wesen bist, sondern darüberhinaus ein geistig-seelisches Wesen (unsterblich), dann wirst du auch erkennen, daß du ein integrales Teil des Großen Ganzen bist und es wird dein Anliegen sein, diese - neue - Identität auch praktisch zu leben. Darin liegt der gemeinsame Sinn des Lebens aller Menschen.

Auf dieser Ebene tritt die Frage nach dem Sinn eher in den Hintergrund, denn wir erkennen hier, daß es darum gar nicht in der Hauptsache geht. Die Frage nach dem "Sinn" wird vom rationalen Denken gestellt. Aber der Mensch ist - weit - mehr als nur das rationale Denken. Viel wesentlicher als "Sinn" ist "Sein".

Meinem Freund, dem Künstler BOURDIER, gebührt die Ehre, daß ich hier eine seiner höchst weisen Aussagen als Zitat von ihm kenntlich mache:

Wenn das Sein erfüllt ist, stellt sich die Frage na00ch dem Sinn nicht mehr.

Die letzten 17 Zeilen nach "Universitätsabschluß" bitte wegdenken - di gehören da nicht hin...

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Zum normalen Menschen der zivilisierten Gesellschaft gehört auch die "Normal-Neurose" (Quelle: J. Eysenck), von mir dargestellt in meinem Arbeitsblatt "Kollektive Zivilisations-Neurose" / "Krankheit der Gesellschaft" (Details siehe mein gleichnamiger Tipp hier bei GF oder bei gesundheitsfrage.net).

Ein Teil der Betroffenen ist so stark normalitätsorientiert, daß sie sich sehr anstrengen, normal zu sein oder zumindest als normal zu gelten - so stark, daß sie davon konkret krank werden. Diese vertiefte Form des Normalitätswahns heißt "Normopathie". Die meisten Betroffenen dieser psychischen Störung haben/bekommen übrigens Krebs...

die fantastischen 4 fragen: "ist es normal nur weil alle es tun?". normal - von "norm" - entspricht "dem durchschnitt".

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