Was ist die Definition von "menschlich"?

5 Antworten

Tach,- da sind wir offensichtlich mal wieder im Problem einer unklaren Begriffsbestimmung und -verwendung gelandet. Aber tröste dich, da bist auch du nur einer von vielen, denen in einer Zeit der SMS- und WA- geprägten Schlagwortkommunikation auf der anderen Seite der Bilanz keine Möglichkeit angeboten wird, in einer echten (schulischen) Bildungsgrundlage (statt "Ausbildungseignungssortierung") über die Förderung einer klassischen Allgemeinbildung auch eigenes, übergreifendes, autonom-kritisches Denken zu entwickeln.

Ich empfinde das fast als einen Verstoß gegen die Menschenrechte.

Und da sind wir ja auch schon bei dem Begriff >Mensch<.

Jedem sollte auffallen können, dass dieser Begriff niemals als Universalbegriff benutzt wird und werden kann.

Allein wenn man die Unterscheidung in Philosophie und Psychologie als zwei berechtigt eigenständig existierende Wissenschaftsbereiche zum Thema >Mensch< - also als Unterscheidung des Menschen in vernunftfähig und affekt- / emotionalgesteuert anerkennt kann man davon ausgehen, dass es DEN Menschon als rational zugänglichen, operablen Arbeitsbegriff gar nicht geben kann.

Anders ausgedrückt: Der Begriff >Mensch< ist eine Menge von Teilmengen, die zueinander (mit ihren jeweiligen Elementen) Relationen bilden.

Dabei entsteht allerdings eine vorentscheidende Frage: Kann der Begriff evolutionär logisch begründet nochmals in der Beschreibung seiner Eigenschaften hinter die Grenzlinie zurückgeführt werden, an welcher der "Mensch" erkannt hat, dass er vernunftfähig ist und aufgrund dessen, die Konsequenzen seines Handelns in eine rational begründeten Rechts- bzw. Gerechtigkeitssystematik einbinden muß, um sich vom Tier zu unterscheiden.

Natürlich habe ich die Möglichkeit, mich als "evolutionär cleverstes Tier" zu definieren. Aber kann ich dann noch in der individuellen Abgrenzung zu einem sozialen >Alter Ego< "Rechte" beanspruchen?!

Ich denke, wer wie ein Tier leben will, muß sich notfalls auch damit einverstanden erklären, wie ein Tier zu leben und sich wie ein Tier ggf. erschießen zu lassen. - Eben "natürliche Auslese nach Menschenart".

Wer aber die >Menschenrechte< für sich in Anspruch nimmt kann auch für seinen Mitmenschen nicht hinter diese Logikgrenze zurückgehen, da ihm - als vernunftbegabtes Wesen klar ist, dass ihm die rationalen Möglichkeiten fehlen, seinen "Mehrwert" gegenüber dem anderen letztgültig zu begründen.

Oder wie meine Oma schon gesagt hat: "Was du nicht willst das man dir tut das füg auch keinem anderen zu." - Eine schöne einfache Einsicht in die "entwaffnende" Logik von Kant´s >Kategorischem Imperativ<,- sogar ganz ohne Pilosophiestudium. ;-)

Gruß

Hier sollte man bedenken, dass es den Begriff "menschlich" in unserer Kultur mit verschiedenen Bedeutungen gibt.
Allgemein kann "menschlich" in der Formulierung "menschliche Lebewesen" als Kontrast zu tierischen Organismen verwendet werden.
"Menschlich" kann auch als "typisch menschlich" verwendet werden, wenn man deutlich machen will, dass wir von vielen körperlichen Prozessen abhängig sind, also z.B. oftmals Hunger haben, auf die Toilette müssen, mal aufstoßen müssen oder auch typisch menschliche Schwächen zeigen, wie etwa gelegentlich gierig unbeherrscht essen, rücksichtslos sind, oder uns unnötig aggressiv verhalten, wenn der Anlass im Grunde gerüngfügig ist.
Bei der Verwendung von "menschliche Wesen" meinen wir dagegen den Unterschied zu "hypothetischen" Aliens, Zombies, Untoten, oder anderen Wesen der Phantasiewelt.
"Menschlich" kann auch als "stammesgeschichtlich entwickelt" verwendet werden, wenn man sich die Fähigkeiten von Ur- und Frühmenschen, Neanderthalern oder Australopithecinen vor Augen führt.
Und schließlich wird der Begriff "menschlich" auch als "moralisch erstrebenswert" betrachtet, was besonders in der von dir thematisierten Unterscheidung deutlich wird. Hier wird "menschlich" mit dem alten Begriff des 'Humanen' gleich gesetzt, also rücksichtsvoll, einfühlsam, Schutz und Hilfe bietend, Akzeptanz zeigend für das Schwache und Unvollkommene im menschlichen Leben und das Unterordnen der eigenen Begehrlichkeiten unter höhere humanitäre Prinzipien.
Genau gegen diese Bedeutung des Begriffs "menschlich" kann natürlich auch der Gegenbegriff "unmenschlich" eingebracht werden, der dann für all jene Wesenszüge gilt, die den genannten "menschlichen" kontrastierend entgegenstehen. Allerdings wird mit "unmenschlich" immer nur die extreme Ausprägung der antimenschlichen Verhaltensweisen bezeichnet, also der besonders grausame Mord, die sadistische Folterung oder die extrem repressive und brutal strafende Erziehung von Eltern gegenüber ihren Kindern.

Bedeutungsübersicht

      1. den Menschen betreffend; zum Menschen gehörend, für ihn charakteristisch menschenwürdig, annehmbar, den Bedürfnissen des Menschen entsprechend
    2. tolerant, nachsichtig; human

"unmenschlich" ist wohl das Antonym der zweiten Bedeutung.

Was möchtest Du wissen?