Was ist der Unterschied zwischen einem Esel und einem Pferd?

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Worin unterscheiden sich Vögel und Eidechsen? Affen und Fische? Spinnen und Schmetterlinge? Es sind eben zwei verschiedene Arten.

Folgende Gemeinsamkeiten stehen fest: Beide stammen aus der Equidenfamilie. Allerdings hat sich ihre Entwicklung irgendwann einmal getrennt, aber wesentliche Merkmale sind ihnen gemein.

Beide sind sie Einhufer und Fluchttiere, beide hören und riechen extrem gut und sind Tiere des flachen Bodens. Sie sind Gras- und Blattfresser, das heisst sie brauchen viel Zeit zur Nahrungsaufnahme und fressen stetig in winzigen Portionen, sozusagen hälmchenrupfend. Raubtiere hingegen fressen etwa einmal täglich eine grosse Portion und legen sich dann schlafen. Die Equiden als Fluchttiere müssen dafür sorgen, dass ihr Magen immer ein bisschen gefüllt, aber niemals überfüllt ist, sonst können sie bei Gefahr nicht schnell fliehen. Es gibt aber auch gravierende Unterschiede zwischen dem schnellfüssigen Pferd und dem eher trippelnd laufenden Esel, die sich keineswegs in der Gangart erschöpfen, die aber durch die unterschiedlichen Exterieure ausgelöst wurden. nach oben Unterschiede Das Pferd ist ein extremes Fluchttier, das oft kopflos davonrennt ohne genau zu überprüfen, ob die Gefahr wirklich so gefährlich ist. Im Gegenteil dazu ist der Esel eher ein "gemässigtes" Fluchttier. Und nicht nur das: Im Gegensatz zum Pferd ist der Esel äusserst wehrhaft. Er muss das sein, weil ihm die Schnelligkeit, die beste "Waffe" des Pferdes, fehlt. Wer von seinen Feinden nicht schnell wegrennen kann, muss denken können und reaktionsschnell sein. Wenn ein Esel eine Gefahr wittert, wird er im Gegensatz zum Pferd erst einmal versuchen, herauszubekommen, wie ernst die Angelegenheit wirklich ist. Das heisst, er verharrt viel länger beobachtend als das Pferd und entschliesst sich mangels schneller Fluchtmöglichkeit (er ist nun mal nicht so schnell wie ein Pferd) oft genug zum Angriff auf den Feind. Esel sind äusserst wehrhaft! Esel haben, Pferdeleute mögen es mir verzeihen, eine höhere Intelligenz als Pferde. Man sieht es ihnen nicht auf den ersten Blick an, weil sie ruhiger wirken als Pferde. Tatsächlich haben sie es aber faustdick hinter den langen Ohren. Esel beobachten und ziehen ihre Schlüsse daraus. Viel schneller als jedes Pferd finden sie das erste Loch im Zaun, wenn sie keine Lust mehr auf Pferdegesellschaft haben kriechen sie unter gewöhnlichen Koppelbändern hindurch, öffnen Schnürsenkel, klauen Besen, lernen Riegel von Stalltüren zu öffnen oder hören, wenn Leute kommen und welche Leute kommen. Pferde profitieren von der gemeinsamen Haltung, weil Esel intelligenter sind und damit auch bedächtiger als Pferde. Gerade ängstliche und übernervöse Pferde können davon nur profitieren. Allerdings muss man eine gewisse Eingewöhnungszeit in Kauf nehmen. Je nach Pferd kann sie zwei Tage, zwei Wochen oder zwei Monate dauern. Einer unserer Esel war vor einigen Jahren für längere Zeit im Tierspital. Nur ungern erinnere ich mich an die Begegnungen mit einem grossen schwarzen Pferd. Es verlor jeweils total die Nerven, wenn es unseren ‚Peppino' sah mit seinem etwas anderen Erscheinungsbild und dem anderen Geruch. Auch Pferde, die an unserem Hof vorbeikommen, reagieren zum Teil leicht hysterisch, wenn sie zum ersten Mal einen Esel schreien hören. Esel haben die Fähigkeit als "Lehrer" eingesetzt zu werden. Gerade junge Pferde, die nichts als ihre eigene Weide kennen, sind zwar neugierig auf "die Welt draussen", aber sie haben auch eine gehörige Portion Angst. Natürlich kann man bei den ersten Ausflügen ein älteres, erfahrenes Pferd mitnehmen, ebenso gut aber auch einen Esel. Die Selbstverständlichkeit, mit der Esel sich bewegen, färbt positiv aufjunge Pferde ab und sie werden vertrauensvoll hinterhergehen. Ein anderes Beispiel: Ein neu errichteter Holzstapel, abgedeckt mit einer glänzenden Blache, auf dem altvertrauten Weg, würde auch ein erfahrenes Pferd stutzen lassen. Bei Eseln hingegen erregt sie meist lediglich Neugier. Und eine solche Haltung färbt auf Pferde positiv ab. Allerdings muss man selbst mit Eseln umgehen können und gelernt haben, auch ihre Ängste zu verstehen. Die meisten Esel sind Wasser gegenüber äusserst misstrauisch. Ein schmales Wasserrinnsal, welches zum Beispiel die Strasse durchquert, wird Pferde nur mässig interessieren. Für Esel kann es sich zu einem fast unüberwindbaren Hindernis entwickeln. Lässt man dem Esel nicht genügend Zeit, sich zu überzeugen, dass hier keine wirkliche Gefahr vorhanden ist, dann kann es einem passieren, dass er sich strikt weigert, über dieses Rinnsal zu gehen. Solche Dinge muss man wissen, wenn man Esel und Pferde gemeinsam hält. Auch die Hufe sind von unterschiedlicher Konsistenz. In extrem trockenen Sommern, wenn man bei Pferden von sogenannten "eingezogenen Weidehufen" spricht, der viel zu trocken ist, sind Eselhufe phantastisch. Dann haben sie die Festigkeit, die Hufpfleger/Hufschmiede verzweifeln lässt. Nicht das kleinste Steinchen dringt in die Hufe ein. In "normalen" Sommern, in unseren Breitengraden mit Regen und morgendlicher Feuchtigkeit auf der Weide, hingegen neigen Esel zu allzu weichen Hufen und damit zu eingetretenen Steinchen und Hufgeschwüren. Ein weiterer Unterschied zwischen Esel und Pferd ist die absolute Futterleichtigkeit der Esel; die Gestaltung einer gemeinsamen Fütterung ist ein wirkliches Problem. Esel sind Tiere des kargen, trockenen Bodens und, gehören eigentlich nicht auf unsere fruchtbaren Weiden. Vielfach haben sie Gewichtprobleme und kämpfen dadurch mit allen damit zusammenhängenden Krankheiten wie Stoffwechselproblemen, Hufrehe, etc. Eseln, die jahrtausendelang in kargen Gegenden lebten, dann in den Überfluss Mitteleuropas verpflanzt wurden, haben überhaupt keine Fressbremse. Würde man es zulassen, würden sie Tag und Nacht weiterfressen. Ihr Erbgedächtnis ist nicht so schnell, das kann man von der Evolution nicht verlangen. Also stopfen sie sich immer noch voll, wenn es was gibt mit dem Hintergedanken: Wer weiss, wann es wieder was gibt! Kraftfutter ist für Esel tabu, und zwar strikt! Das Heu sollte spät im Jahr geschnitten und möglichst hart sein. Überhaupt bevorzugen Esel harte Kost. Überjähriges Gras, das Pferde stehen lassen, wird von Eseln gern gefressen. Weil die Fressbremse nicht funktioniert bedeutet das, dass man Esel weniger Zeit auf der Weide lassen kann als Pferde und in Zeiten der Zufütterung getrennt gefüttert werden müssen. Im Winter, wenn die Pferde reines Heu bekommen, erhalten die Esel gesondert ein Gemisch aus Heu und Stroh. Der Lungenwurm geistert als legendäre Gefahr der gemeinsamen Haltung von Eseln und Pferden durch die Gemüter. Lange Zeit war man der Meinung, der Esel sei sozusagen der alleinige Übertrager des Lungenwurms. Das muss relativiert werden. Gut gehaltene und regelmässig entwurmte Esel haben ebenso wenig Lungenwürmer wie andere Tiere. Esel können wachen und beschützen. Der natürliche Feind des Esels ist der Wolf. Wölfe gibt es bei uns aber erst wieder vereinzelt. Im Urgedächtnis der Esel existieren sie jedoch noch. Der Nachfolger des Wolfes ist der Hund. Es ist deshalb logisch, dass die meisten Esel Hundehasser sind. Meine Esel akzeptieren den hauseigenen Hofhund. Fremde Hunde hingegen werden erbarmungslos gejagt. Wehe dem fremden Hund, der durch den Weidezaun schlüpft. Da werden urplötzlich aus den friedlich grasenden Eseln Furien. Wer einmal gesehen hat, mit welchen Hass Esel Hunde angreifen und mit System verfolgen, bekommt ein anderes Bild, als das vom "frommen" (braven) Esel. Eselhufe sind zielgenau und eisenhart, und Esel beissen knallhart zu. Sie zwicken Feinde nicht als Warnung, sondern halten sie fest, oft in einem Beisskrampf, der sich erst nach Minuten löst, ähnlich der Muskelstarre bei Greifvögeln beim Beuteschlagen. Was mir bei der gemeinsamen Haltung Esel/Pferd auffällt ist, dass viele Pferdehalter ihre Langohren im Regen stehen lassen. Pferde ertragen selbst Dauerregen mit stoischer Gelassenheit. Dank des Fettes im Fell taugt ihr Haarkleid als komfortabler Regenmantel. Könnten Grautiere wählen, würde bestimmt die Mehrheit es bevorzugen sich bei den ersten Regentropfen sofort in den Unterstand/Stall zu verkriechen. Wenn ein Esel mit einem Pferd die Weide teilt, bleibt er bei seinem Weidekumpel und verzichtet auf den Stall. Mangels Fett im Fell ist er bald patschnass und friert. nach oben Fazit:

Ein Esel hat lange ohren , ist kleiner und nicht so stabil wie ein pferd

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